mini|Mitgliedsabzeichen der Regimentsvereinigung. Das 18. Infanterie-Regiment „Prinz Ludwig Ferdinand“ war ein von 1881 bis 1919 bestehender Verband der Bayerischen Armee.

Geschichte mini|Ludwig Ferdinand, Prinz von Bayern, Medaille 1906 zum 25. Jubiläumsfest seines Regiments in Landau in der Pfalz. Aufstellung und Entwicklung Der Verband wurde aufgrund des Reichsgesetzes vom 6. Mai 1880 am 1. April 1881 (Stiftungstag) als 18. Infanterie-Regiment der Bayerischen Armee errichtet. Der Regimentsstab und das I. sowie III. Bataillon waren in Landau in der Pfalz, das II. Bataillon in Zweibrücken stationiert. Gemeinsam mit dem 17. Infanterie-Regiment „Orff“ bildete es die 6. Infanterie-Brigade.

Am 11. Mai 1883 ernannte König Ludwig II. den Prinzen Ludwig Ferdinand von Bayern unter Beförderung zum Oberst zum Regimentsinhaber und der Verband führte daher bis zu seiner Auflösung die Bezeichnung 18. Infanterie-Regiment „Prinz Ludwig Ferdinand“. 1891 wurde das Regiment in Landau in der Pfalz zusammengefasst. mini|Farbschema der Uniform, Bayerische Infanterie-Regimenter

Erster Weltkrieg Im Ersten Weltkrieg trat das Regiment als Teil der 6. Armee am 2. August 1914 in Gefechtsstärke von 69 Offizieren, sechs Sanitätsoffizieren, drei Zahlmeistern und 3.200 Unteroffiziere und Mannschaften sowie 235 Pferden in Frankreich an und verblieb an der Westfront bis zum Waffenstillstand am 11. November 1918.

Drei Offiziere wurde für ihre Taten mit der höchsten bayerischen Tapferkeitsauszeichung, dem Militär-Max-Joseph-Orden, ausgezeichnet:

Ernst Ritter von Müller, Leutnant der Reserve und Führer der 1. Komapnie am 18. März 1916 Eugen Ritter von Gries, Major und Kommandeur des III. Bataillons am 8. September 1916 Heinrich Ritter von Geißler, Leutnant der Reserve und Adjutant des I. Bataillons am

Dem Oberarzt der Reserve Otto Finkenauer wurde am 31. Januar 1917 der Militär-Sanitäts-Orden II. Klasse verliehen.

Während des Krieges hatte das Regiment an Verlusten zu beklagen: Toten: 76 Offiziere, zwei Sanitätsoffiziere, 378 Unteroffiziere und 3.004 Mannschaften Vermissten: sechs Offiziere, 33 Unteroffiziere und 390 Mannschaften durch Krankheiten/Unfall Verstorbenen: vier Offiziere, ein Sanitätsoffizier, elf Unteroffiziere und 137 Mannschaften

Am Ende des Krieges befanden sich 22 Offiziere, zwei Sanitätsoffiziere, 129 Unteroffiziere und 1.073 Mannschaften in Gefangenschaft.

Zum Gedenken an die Gefallenen wurde 1924 durch den Bildhauer Bernhard Bleeker auf dem Münchner Odeonsplatz neben dem Eingang zu den Hofgartenarkaden der „Pfalz-Gedenkstein“ geschaffen.

Verbleib Nach Kriegsende marschierten die Reste des Regiments in die Heimat zurück und trafen ab 11. Dezember 1918 in Ochsenfurt ein. Dort fand ab 10. Januar 1919 die Demobilisierung statt und das Regiment wurde später über die Abwicklungsstelle Würzburg aufgelöst. Aus Teilen bildeten sich zwei Freiformationen. Die Freiwilligenkompanie war bei dem Freiwilligen-Detachement Götz tätig und ging Anfang Juni 1919 im I. Bataillon des Reichswehr-Infanterie-Regiments 45 auf. Die Freiwilligen-MG-Abteilung Härtl wurde zur MG-Kompanie des Reichswehr-Jäger-Bataillons 21.Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria. Wien 2007, ISBN 978-3-902526-14-4. S. 455.

Die Tradition des Regiments übernahm in der Reichswehr die 2. Kompanie des 21. (Bayerisches) Infanterie-Regiments in Würzburg. In der Wehrmacht führte das I. und III. Bataillon im Infanterieregiment 104 in Landau die Tradition fort.

Kommandeure DienstgradNameDatumGünter Wegmann (Hrsg.), Günter Wegner: Formationsgeschichte und Stellenbesetzung der deutschen Streitkräfte 1815–1990. Teil 1: Stellenbesetzung der deutschen Heere 1815–1939. Band 2: Die Stellenbesetzung der aktiven Infanterie-Regimenter sowie Jäger- und MG-Bataillone, Wehrbezirkskommandos und Ausbildungsleiter von der Stiftung bzw. Aufstellung bis 1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1992, ISBN 3-7648-1782-8, S. 479.OberstKarl Lindhamer1. April 1881 bis 24. März 1885OberstFranz Popp24. März 1885 bis 17. April 1886OberstGustav Waagen17. April 1886 bis 8. März 1889OberstJoseph Schraudenbach8. März 1889 bis 2. März 1892OberstFriedrich Wolff2. März 1892 bis 21. März 1896OberstAnton von Stockhammern21. März 1896 bis 18. März 1898OberstHeinrich von Hengist18. März bis 14. Oktober 1898OberstKarl Ulrich31. Oktober 1898 bis 18. August 1901OberstAlbert Schenk25. August 1901 bis 16. August 1902OberstFriedrich Heyl15. Oktober 1902 bis 25. November 1904OberstFriedrich Rüdiger25. November 1904 bis 26. März 1907OberstFerdinand Müller26. März 1907 bis 19. Dezember 1909OberstArtur Wening19. Dezember 1909 bis 26. Januar 1912OberstFranz Hartmann26. Januar 1912 bis 22. Februar 1913OberstLuitpold Weiß-Jonak22. Februar 1913 bis 9. November 1914MajorHermann Lautenschläger9. bis 11. November 1914HauptmannEugen Gries11. bis 17. November 1914Oberst z.D.Joseph Kirchgeßner17. November bis 23. Dezember 1914Oberst z.D.Heinrich Hinzler23. Dezember 1914 bis 27. Februar 1915OberstleutnantAlois Steichele27. Februar bis 24. Juli 1915MajorAnton von Tubeuf24. Juli bis 10. August 1915MajorHeinrich Zeyß10. August bis 24. Dezember 1915OberstleutnantAlois Steichele24. Dezember 1915 bis 25. Januar 1917MajorAnton von Tubeuf25. Januar bis 31. März 1917OberstleutnantAlois Steichele31. März bis 1. Juli 1917MajorAlbert Rietzschel1. Juli bis 9. Dezember 1917MajorFranz von Haasy9. Dezember 1917 bis 24. September 1918OberstWilhelm von Haasy26. September 1918 bis 8. März 1919

Siehe auch Liste der bayerischen Militärverbände

Literatur Albrecht Ritter: Das K. B. 18. Infanterie-Regiment Prinz Ludwig Ferdinand. (= Erinnerungsblätter deutscher Regimenter. bayerischer Anteil, Band 47), Verlag Bayerisches Kriegsarchiv, München 1926. (Digitalisat) Konrad Krafft von Dellmensingen, Friedrichfranz Feeser: Das Bayernbuch vom Weltkriege 1914–1918. I. Band, Chr. Belser AG Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1930. Jürgen Kraus: Handbuch der Verbände und Truppen des deutschen Heeres 1914–1918. Teil VI: Infanterie. Band 1: Infanterie-Regimenter. Verlag Militaria, Wien 2007, ISBN 978-3-902526-14-4, S. 455. Militär-Handbuch des Königreichs Bayern. 1911,

Weblinks

Einzelnachweise

Infanterieregiment 18 018 Bayern Infanterieregiment, Bayerisches #::18 Kategorie:Ludwig Ferdinand von Bayern Kategorie:Geschichte (Landau in der Pfalz) Kategorie:Gegründet 1881 Kategorie:Aufgelöst 1919