Oberweihersbuch ist ein Gemeindeteil der Stadt Stein im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Oberweihersbuch liegt in der Gemarkung Stein.

Geographie Durch das Pfarrdorf fließt der Grundbach, ein linker Zufluss der Rednitz. Die Neubausiedlungen im Nordosten (Meierei und Fabergut) grenzen an Unterweihersbuch an. Dazwischen liegt ein kleines Waldgebiet. Im Südwesten grenzt ebenfalls ein kleines Waldgebiet an. Ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Loch (1,8 km westlich), nach Unterasbach (1,5 km nördlich), zur Bundesstraße 14 bei Unterweihersbuch (1 km nordöstlich) und über einen Kreisverkehr der B 14 nach Deutenbach (1 km östlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Der Ort wurde 1303 als „zu Büchelein“ erstmals urkundlich erwähnt, womit wohl Ober(weihers)buch gemeint war. Er bestand ursprünglich aus den zwei Siedlungskernen Oberbuch und Weihersbuch. Noch im 15. Jahrhundert wurden beide Ortschaften getrennt aufgelistet.Oberweihersbuch auf der Website stadt-stein.de

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Oberweihersbuch aus zehn Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Cadolzburg aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte teils das Landpflegamt der Reichsstadt Nürnberg, teils das Oberamt Cadolzburg. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (1 Hof); die Reichsstadt Nürnberg: Spitalamt (1 Wirtshaus, 1 Halbhof), Katharinenamt (1 Halbhof); die Nürnberger Eigenherren von Behaim (2 Halbhöfe), von Holzschuher (1 Hof), von Kreß (1 Halbhof) und von Murr (1 Hof, 1 Halbhof).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth. S. 157.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. 1806 ging der Ort Oberweihersbuch an das Königreich Bayern über. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Stein gebildet, zu dem bzw. zu der auch Oberweihersbuch gehörte. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden 1 Anwesen von 1822 bis 1834 dem Patrimonialgericht (PG) Almoshof, 2 Anwesen von 1823 bis 1835 dem PG Leyh und 2 Anwesen von 1823 bis 1835 dem PG Nemsdorf. Am 4. Dezember 1841 wurde die Ruralgemeinde Weihersbuch gebildet, zu der Ober- und Unterweihersbuch gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Nürnberg (1879 in das Amtsgericht Nürnberg umgewandelt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Fürth zugeordnet. Ab 1862 gehörte Weihersbuch zum Bezirksamt Nürnberg. Die Finanzverwaltung wurde 1870 vom Rentamt Nürnberg übernommen (1919 in Finanzamt Nürnberg umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth. S. 245 f. 1870 wurde die Gemeinde amtlicherseits in Weihersbuch umbenannt. 1904 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 5,260 km². Am 1. Januar 1927 wurde Weihersbuch nach Stein eingemeindet. Seit 1976 wird eine eigene Kirchweih in Oberweihersbuch jährlich am ersten Wochenende im Juli gefeiert.https://www.facebook.com/stadtstein/posts/-auf-gehts-zur-oberboucha-k%C3%A4rwa-2026-die-oberboucha-k%C3%A4rwa-feiert-vom-2-bis-6-jul/1299854255687486/

Baudenkmäler Locher Str. 8a: Bauernhof Pfarrweg 2: evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Jakobus

Einwohnerentwicklung Gemeinde Oberweihersbuch Jahr 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 Einwohner 212 231 228 236 224 253 269 274 262 245 254 239 241 304 298 335HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 27 33 34 35 46 Quelle Dort fälschlicherweise mit 312 Einwohnern angegeben. Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 212 Einwohner. Weihersbuch dort bereits bei Stein aufgelistet.

Ort Oberweihersbuch Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022 Einwohner 115 170 164 147 155 115 132 609 578Häuser 17 16 18 18 22 168 Quelle Dort als Oberbuch aufgelistet.

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich teils nach St. Laurentius, teils nach St. Rochus gepfarrt, seit Anfang des 19. Jahrhunderts nur noch nach St. Rochus und ab 1931 nach Stein. Seit 1964 ist der Ort Sitz der Pfarrei St. Jakobus (Oberweihersbuch); seit 1957 sind eigene Kirchenbücher verfügbar. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Walburga gepfarrt, spätestens seit den 1960er Jahren ist die Pfarrei St. Albertus Magnus zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Ortsteil von Stein (Mittelfranken) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fürth) Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Gemeindegründung 1841 Kategorie:Gemeindeauflösung 1926 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)