mini|Buchschwabacher Hauptstraße 18: Wohnstallhaus mini|Freiherr-von-Fetzer-Weg 1: Wohnstallhaus

Buchschwabach (fränkisch: Buch-schwoubaW. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 18. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „būchschwouba“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Roßtal im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Buchschwabach hat eine Fläche von 12,152 km². Sie ist in 1955 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6216,11 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Clarsbach und Raitersaich.

Geographie Das Kirchdorf liegt am Schwallbach, einem linken Zufluss der Schwabach und am Klingenwasser, der als rechter, und am Mühlbach, der als linker Zufluss in den Schwallbach mündet. Der Ort ist von Acker- und Grünland mit vereinzeltem Baumbestand umgeben. Im Westen wird die Flur Holzleite genannt, im Norden Kirchberg und Rinnengraben, im Nordosten Pfaffenberg, im Osten Langer Strich. Etwas weiter südwestlich befindet sich das Magdalenenholz, südlich das Heiligenholz und das Rohrer Holz.

Die Bundesstraße 14 verläuft an Müncherlbach vorbei nach Heilsbronn (7,5 km südwestlich) bzw. nach Großweismannsdorf (4,2 km nordwestlich). Die Kreisstraße FÜ 23/RH 14 führt nach Rohr zur Staatsstraße 2239 (2,7 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Defersdorf (1,8 km östlich), eine weitere nach Raitersaich zur FÜ 22 (3 km westlich).

Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahr 1396, sehr wahrscheinlich aber gab es den Ort schon seit dem 9. Jahrhundert. In den Aufzeichnungen des Benediktinerklosters St. Emmeram wird ein Gebiet namens „Puchsuapah“ (der Bach, an dem Buchen stehen) als nördliche Grenze der Klostermark bezeichnet.W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 18. Vermutlich im 13. Jahrhundert wurde eine Kirche errichtet, die Mitte des 15. Jahrhunderts zerstört wurde. 1449 wurde eine neue Kirche errichtet, in der die Überreste der alten Kirche verbaut wurden (die heutige Maria-Magdalena-Kirche). Diese Kirche blieb größtenteils erhalten.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Buchschwabach 26 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatten die Nürnberger Eigenherren von Forster und von Oelhafen gemeinsam inne. Grundherren waren die Nürnberger Eigenherren von Forster (drei Höfe, fünf Güter, ein Wirtshaus, ein Haus), von Kreß (zwei Höfe, ein Gütlein), von Oelhafen (drei Höfe, vier Güter, eine Mühle, eine Erbschenkstatt), von Örtel (ein Halbhof). Die Schmiede, das Schäfer- und das Hirtenhaus waren kommunale Gebäude.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 105.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Buchschwabach gebildet. Zu der I. Sektion gehörten Clarsbach und Raitersaich, zu der II. Sektion gehörten Kastenreuth, Oedenreuth, Trettendorf, Weitersdorf und Wimpashof. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Buchschwabach, die deckungsgleich war mit der I. Sektion des Steuerdistrikts. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1919 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt). 9 Anwesen unterstanden in der freiwilligen Gerichtsbarkeit bis 1812 und von 1820 bis 1848 dem Patrimonialgericht Buchschwabach.H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 227. Ab 1862 gehörte Buchschwabach zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Cadolzburg (1879 in Amtsgericht Cadolzburg umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Fürth zuständig. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 12,152 km².

1945 wurde durch die United States Army Air Forces (USAAF) ein Behelfsflugplatz unter der Bezeichnung Advanced Landing Ground ALG R-42 Buchschwabach in Betrieb genommen.

Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Buchschwabach am 1. Mai 1978 nach Roßtal eingemeindet.

Baudenkmäler In Buchschwabach gibt es sechs Baudenkmäler: Buchschwabacher Hauptstr. 18: Wohnstallhaus Freiherr-von-Fetzer-Weg 1: Wohnstallhaus Magdalenenweg 4: ehemaliges Schul- und Mesnerhaus Magdalenenweg 6: Filialkirche St. Maria Magdalena Sandleite: Gedenkstein Stadtwegfeld: Kelleranlage

Bodendenkmäler In der Gemarkung Buchschwabach gibt es ein Bodendenkmal.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Buchschwabach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 339 380 434 444 449 453 455 497 517 500 476 480 491 502 511 505 527 575 575 959 1220 1372 984 953HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 64 68 74 88 87 87 100 117 177 Quelle Für die Gemeinde Buchschwabach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Clarsbach (S. 16) und Raitersaich (S. 73).

Ort Buchschwabach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1997 2007 2018 2023Einwohner 196 188 287 279 295 296 294 442 401 393 644 794 1076 1090 1077Häuser 37 40 50 51 57 70 55 188 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Laurentius (Roßtal) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Christkönig (Roßtal) gepfarrt.

Wanderwege Durch den Ort führen die Fernwanderwege Hopfenweg und Rangau-Ostweg.

Wirtschaft Ende der 1990er Jahre wurde westlich von Buchschwabach das Gewerbegebiet „Flugplatz“ ausgewiesen.

Literatur

Weblinks

https://buchschwabach.com/

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Geographie (Roßtal) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fürth) Kategorie:Ersterwähnung 1396 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth