mini|St. Aegidius mini|Steinkreuz bei Weitersdorf

Weitersdorf (fränkisch: Waideasch-doafW. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 102. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „waideʳschdoʳf“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Roßtal im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Weitersdorf hat eine Fläche von 8,207 km². Sie ist in 1357 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6048,09 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Kastenreuth, Oedenreuth, Trettendorf und Wimpashof.

Geographie Das Kirchdorf bildet mit dem südwestlich gelegenen Roßtal eine geschlossene Siedlung. Der Ort ist von Acker- und Grünland und kleineren Waldgebieten umgeben. Nordöstlich des Ortes liegt die Krähenleite, 0,75 km südöstlich das Weismannsdorfer Holz.

Die Kreisstraße FÜ 22 verläuft nach Roßtal zur Staatsstraße 2409 (1,8 km südwestlich) bzw. am Wolfgangshof vorbei nach Anwanden (1,6 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kastenreuth (1,8 km südlich). Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte Im Jahre 1234 wurde ein „Burchardus de Witandorf“ in einer Urkunde erwähnt. Dies ist zugleich die erste schriftliche Erwähnung des Ortes. Im Jahre 1339 wurde der Ort erstmals „Weitersdorf“ genannt. Ob das Bestimmungswort des Ortsnamens der deutsche Personenname Wîtram oder der slawische Personenname Vītan ist, ist unklar.W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 102 f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Weitersdorf sechs Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Spitalamt der Reichsstadt Nürnberg. Grundherren waren die Heiligenstiftung Roßtal (1 Gut), die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (1 Halbhof, 1 Gut), Spitalamt (2 Güter) und der Nürnberger Eigenherr von Haller (1 Gut).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 187. 1804 gab es im Ort sieben Anwesen, von denen einer ansbachisch und sechs nürnbergisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 148.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Weitersdorf 1808 dem Steuerdistrikt Buchschwabach zugeordnet. Im selben Jahr entstand die Ruralgemeinde Weitersdorf, zu der Kastenreuth, Oedenreuth, Trettendorf und Wimpashof gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1919 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 235. Ab 1862 gehörte Weitersdorf zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Cadolzburg (1879 in Amtsgericht Cadolzburg umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Fürth zuständig. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,208 km². Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde Weitersdorf am 1. Mai 1978 nach Roßtal eingemeindet.

Baudenkmäler In Weitersdorf gibt es zwei Baudenkmäler: evangelisch-lutherische Filialkirche St. Ägidius Steinkreuz

ehemaliges Baudenkmal Haus Nr. 6: zweigeschossiges Wohnstallhaus im Typ der Gegend; massiv, verputzt; stattlicher dreigeschossiger Straßengiebel aus Fachwerk (K-Streben, geschweifte Kopfbüge); gruppierte Giebellucken, Inschrifttafel „1718 GH / CE“, ein Erdgeschossfenster bezeichnet „17 CH 76“; Fensterbänke profiliert, Stallteil erneuertA. Gebeßler: Stadt und Landkreis Fürth, S. 171. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.

Bodendenkmäler In der Gemarkung Weitersdorf gibt es drei Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Weitersdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 243 248 263 294 268 267 284 275 287 285 262 266 250 263 276 285 309 344 329 451 482 464 474 602HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 39 44 46 57 51 51 52 66 93 Quelle Für die Gemeinde Weitersdorf zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Kastenreuth (S. 46), Oedenreuth (S. 69), Trettendorf (S. 92) und Wimpashof (S. 103).

Ort Weitersdorf Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1997 2007 2018 2023Einwohner 75 65 82 68 70 99 208 257 383 554 700 827 770 772Häuser 11 14 14 13 15 27 49 137 Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Rochus (Zirndorf) gepfarrt, seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist die Pfarrei St. Laurentius (Roßtal) zuständig. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Christkönig (Roßtal) gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fürth) Kategorie:Geographie (Roßtal) Kategorie:Ersterwähnung 1234 Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth