mini|Ehemalige Schmiede
Fernabrünst (fränkisch: „Brinsd“W. Wiessner: Stadt und Landkreis Fürth, S. 35 f.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Großhabersdorf im Landkreis Fürth (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Fernabrünst hat eine Fläche von 11,986 km². Sie ist in 1579 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 7590,66 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bronnenmühle, Vincenzenbronn und Wendsdorf.
Geographie Das Dorf liegt im Rangau etwa 2,8 Kilometer südöstlich von Großhabersdorf und 4,4 Kilometer westlich von Roßtal entfernt in einer flachhügeligen Ebene und ist unmittelbar von Grün- und Ackerland umgeben. Im Norden wird die Flur Bronner Wegäcker genannt, im Süden Leiten und im Osten Hollerstauden. Im Ort entspringt das Untreubächlein, ein rechter Zufluss der Bibert. 0,5 km weiter westlich liegt das Waldgebiet In der Lage, 0,75 km nordwestlich der Lohwald, 0,75 km nördlich der Gemeindewald und 0,75 km nordöstlich der Buttendorfer Wald.
Geschichte Der Ort wurde 1265 als „Brunste“ erstmals urkundlich erwähnt. Aus dem Ortsnamen kann man schließen, dass der Siedlungsraum durch das Niederbrennen von Wald gewonnen wurde. 1594 wurde der Ort erstmals als „Förrnbrunst“ bezeichnet, wohl zur Unterscheidung von dem etwa 10 Kilometer südöstlich gelegenen Prünst. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist die Föhre.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Fernabrünst 27 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Richteramt Roßtal aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das brandenburg-ansbachische Richteramt Habersdorf. Grundherren waren das Kastenamt Cadolzburg (1 Hof, 1 Halbhof, 1 Gut), die Pfarrei Cadolzburg (1 Gut), die Heiligenstiftung Zautendorf (3 Höfe, 3 Güter, 6 Gütlein), die Reichsstadt Nürnberg: Landesalmosenamt (1 Hof), St.-Klara-Klosteramt (1 Gütlein), Schlüsselfelder-Stiftung (1 Hof) und Nürnberger Eigenherren: von Haller (3 Höfe, 1 Halbhof), von Imhoff (2 Höfe), von Lichtenhof (1 Halbhof), von Volckamer (1 Hof).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 112 f.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 126. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg.
Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Cadolzburg. 1806 kam Fernabrünst an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt und die Ruralgemeinde Fernabrünst gebildet, zu dem bzw. zu der Bronnenmühle, Vincenzenbronn und Wendsdorf gehörten. Die Gemeinde war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Cadolzburg zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Cadolzburg (1919 in Finanzamt Cadolzburg umbenannt).H. H. Hofmann: Nürnberg-Fürth, S. 228. Ab 1862 gehörte Fernabrünst zum Bezirksamt Fürth (1939 in Landkreis Fürth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Cadolzburg (1879 in Amtsgericht Cadolzburg umbenannt), seit 1931 ist das Amtsgericht Fürth zuständig. Die Finanzverwaltung wurde am 1. Januar 1929 vom Finanzamt Fürth übernommen. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 11,988 km².
Mit der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Fernabrünst aufgelöst und am 1. Januar 1972 in die Gemeinde Großhabersdorf eingegliedert.
Baudenkmäler In Fernabrünst gibt es fünf Baudenkmäler: Wegkreuz Hauptstr. 10: ehemaliges Gasthaus Hauptstr. 15: ehemalige Schmiede Wendsdorfer Str. 16: ehemaliges Hirtenhaus Wendsdorfer Str. 19: Bauernhaus
Einwohnerentwicklung Gemeinde Fernabrünst Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 Einwohner 399 463 520 530 562 561 542 512 511 501 483 473 425 439 437 445 470 480 476 692 615 611 577 575HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 76 84 84 89 89 85 81 96 122 Quelle Für die Gemeinde Fernabrünst zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bronnenmühle (S. 13), Vincenzenbronn (S. 98) und Wendsdorf (S. 102).
Ort Fernabrünst Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022 Einwohner 178 190 247 218 209 187 211 255 236 252 304 408Häuser 35 40 43 40 39 41 49 88 Quelle
Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Walburg (Großhabersdorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Walburga (Großhabersdorf) gepfarrt.
Verkehr Durch Fernabrünst führt von Nordwest nach Südost die Kreisstraße FÜ 20 Großhabersdorf–Clarsbach. Sie entstand aus der 1959 ausgebauten Gemeindeverbindungsstraße von Großhabersdorf und der 1962 ausgebauten Straße nach Clarsbach. Nach Beendigung der Bauarbeiten wurde sie zur Kreisstraße aufgestuft. Im Ortsgebiet wird sie als Fernabrünster Hauptstraße bezeichnet. In den Jahren 1985/86 wurde sie vom Landkreis Fürth ausgebaut. Die Wendsdorfer Straße bezeichnete Straße wurde 1960 und 1973 ausgebaut. 2000 musste sie ausgebessert werden, da sie 1998 bei Kanalarbeiten beschädigt wurde. Die Bronner Straße nach Vincenzenbronn wurde 1961 ausgebaut.
Einige Busse der Linie 113 des OVF verkehren auf ihrem Weg zu den U-Bahnhöfen Rothenburger Straße in Nürnberg und Fürth Hauptbahnhof über Fernabrünst nach Vincenzenbronn; die Bushaltestelle befindet sich in der Bronner Straße.
Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.
Literatur
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Fürth Kategorie:Geographie (Großhabersdorf) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fürth) Kategorie:Gemeindegründung 1808 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung 1265 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Fürth