Efringen-Kirchen ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach und die westlichste Gemeinde Baden-Württembergs. Die Gemeinde entstand 1942 durch Zusammenschluss der beiden alten Dörfer Efringen und Kirchen.Eintrag Kirchen (Altgemeinde/Teilort) auf Landeskunde entdecken online – leobw

Die damalige Gemeinde Efringen-Kirchen entspricht dem heutigen Ortsteil Efringen-Kirchen. Mit der Gemeindereform von 1974 wurden acht bis dahin selbständige Gemeinden als neue Ortsteile eingemeindet. Somit besteht die Gemeinde Efringen-Kirchen heute aus neun Ortsteilen.

Geographie Geographische Lage Efringen-Kirchen liegt in der Oberrheinebene in 240 bis 396 Meter Höhe und grenzt direkt an den Rhein, der hier die Grenze zu Frankreich bildet. Es ist Teil des Markgräfler Landes.

Nachbargemeinden mini|hochkant=2.4|Karte des Gemeindegebietes von Efringen-Kirchen Die Gemeinde grenzt im Norden an Bad Bellingen und die Stadt Kandern, im Osten an Schallbach und Fischingen, im Süden an Eimeldingen und die Stadt Weil am Rhein sowie im Westen an die französischen Gemeinden Rosenau und Kembs. Mit einer Exklave grenzt es zudem an die Gemeinde Binzen.

Ortsteile Die Gemeinde Efringen-Kirchen besteht heute aus neun Ortsteilen: BlansingenEintrag Blansingen (Altgemeinde/Teilort) auf Landeskunde entdecken online – leobw (mit dem Wohnplatz Sonnenhof)Eintrag Sonnenhof (Wohnplatz) auf Landeskunde entdecken online – leobw Efringen-Kirchen (mit den Wohnplätzen BritschenhöfeEintrag Britschenhöfe (Wohnplatz) auf Landeskunde entdecken online – leobw, EngemühleEintrag Engemühle (Wohnplatz) auf Landeskunde entdecken online – leobw und SeebodenhofEintrag Seebodenhof (Wohnplatz) auf Landeskunde entdecken online – leobw): im Nordwesten des Ortsteils, um die Lutherkirche, liegt der historische Siedlungskern von Efringen, während derjenige von Kirchen im Süden, um die Christuskirche, liegt EgringenEintrag Egringen (Altgemeinde/Teilort) auf Landeskunde entdecken online – leobw HuttingenEintrag Huttingen (Altgemeinde/Teilort) auf Landeskunde entdecken online – leobw Istein KleinkemsEintrag Kleinkems (Altgemeinde/Teilort) auf Landeskunde entdecken online – leobw (mit den Wüstungen VollenburgEintrag Vollenburg (Wüstung) auf Landeskunde entdecken online – leobw, FelsenmühleEintrag Felsenmühle (Wüstung) auf Landeskunde entdecken online – leobw und NeuenburgEintrag Neuenburg (Wüstung) auf Landeskunde entdecken online – leobw) MappachEintrag Mappach (Altgemeinde/Teilort) auf Landeskunde entdecken online – leobw (mit dem Wohnplatz MaugenhardEintrag Maugenhard (Wohnplatz) auf Landeskunde entdecken online – leobw und der Wüstung LindaEintrag Bübingen (Wüstung) auf Landeskunde entdecken online – leobw) WelmlingenEintrag Welmlingen (Altgemeinde/Teilort) auf Landeskunde entdecken online – leobw WintersweilerEintrag Wintersweiler (Altgemeinde/Teilort) auf Landeskunde entdecken online – leobw (mit der Wüstung Bübingen)Eintrag Bübingen (Wüstung) auf Landeskunde entdecken online – leobw

Geologie Die große Gemarkung von Efringen-Kirchen (mit Blansingen, Egringen, Huttingen, Istein, Kleinkems, Mappach, Maugenhard, Welmlingen, Wintersweiler) erstreckt sich über drei unterschiedliche Landschaftsräume. Sie hat Anteil an:

der Schotterebene des Rheins der Jurascholle des Isteiner Klotzes dem lössbedeckten Tertiärhügelland (südliches Markgräfler Hügelland)

Alle diese Einheiten befinden sich in der Rheingrabenzone; Isteiner Klotz und Tertiärhügelland gehören zu den Schwarzwaldvorbergen.

Große Teile der Gemarkungen von Efringen, Kirchen, Istein und Kleinkems liegen auf den Schottern, die der Rhein in der letzten Kaltzeit hierher verfrachtete. Da er diese später teilweise wieder ausgeräumt und umgelagert hat, weist die Schotterebene verschiedene Niveaus auf, die durch mehr oder weniger markante Raine – ehemalige Flussufer – voneinander abgegrenzt werden. Das höchste – von der nacheiszeitlichen Erosion verschonte – Niveau ist das der würmkaltzeitlichen Aufschüttung, die Niederterrasse. Ihre Terrassenkante, das Hochgestade, setzt am Fuß des Schafbergs westlich des Engebachs ein, wird durch dessen Tälchen unterbrochen und folgt dem Hölzeleweg, bis es wieder durch das Feuerbachtal durchschnitten wird. Längs der Baslerstraße ist es als eine bis über 15 m hohe Geländestufe erkennbar und zieht als bewaldeter Rain bis zur Gemarkungsgrenze an der Kander weiter. Nordwestlich und südöstlich des Kirchener Ortskerns lassen sich innerhalb der Niederterrasse zwei Höhenstufen unterscheiden. Der höheren Ebene ist etwas unterhalb der Friedrich-Rottra-Straße ein kleines tieferes Feld vorgelagert. Ein entsprechendes Feld östlich des Feuerbachtales wird durch den Kapfrain abgegrenzt. Diese Erosionsfelder sind bereits im Eiszeitalter entstanden. Erst nacheiszeitlich geschaffen wurden dagegen die der Niederterrasse vorgelagerten Schotterflächen, die Aue mit dem Strombett und ein etwas höheres Feld (von den Holzmatten bis zum Gewann Mahd, das sog. Märkter Feld). Ein massiver Eingriff in die Auenlandschaft bedeutete die Tullasche Rheinkorrektion.

Der Isteiner Klotz ist eine durch mehrere, vorwiegend SW-NO-streichende Verwerfungen zerlegte, leicht kuppelförmig herausgewölbte Jurakalkscholle der Schwarzwaldvorbergzone. Geologisch gesehen gehört zu ihm das ganze Gebiet, in dem Oberjurakalke (Oxfordium) über Tage anstehen, also auch noch der Osthang des Engebachtales. Der in einem Flachmeer entstandene Jurakalk (Oxfordkalk/Malm) besteht unten aus massigem Korallenkalk (der nach oben hin Jaspisknollen enthält), oben aus gebanktem Nerineenkalk. Diese in den Steinbrüchen abgebauten Kalke werden von Schichten der frühen tertiären Grabenfüllung (Eozän und Oligozän) und einer Lössdecke überlagert. Für die Stützmauern im Rebberg über Efringen wurden sowohl die hellen Oxfordkalke als auch die tertiären, zum Teil konglomeratischen Kalksandsteine verwendet. Letztere sind nach Otto Wittmann als durchgehendes, durch Verwerfungen mehrfach höhenversetztes Felsband sowohl im Isteiner als auch im Efringer Rebberg auszumachen.

Eine in der Landschaft erkennbare tektonische Struktur im Isteiner Klotz ist der Isteiner Graben (die breite Hangmulde über Istein und das Gelände um das Huttinger Tälchen). In ihm lagern die Schichten etwa 50 m tiefer als am Grünberg oder am Kapf. Auf einem Sporn, einem kleinen zwischengeschalteten Horst im Graben, liegt die Isteiner Kirche.

Umgeben ist der Isteiner Klotz im Norden, Osten und Südosten vom Markgräfler Tertiärhügelland. Unter der Lössdecke, die kaum Einblicke in den tieferen Untergrund gestattet, liegt ein Mosaik unterschiedlich geneigter, in verschiedener Höhenlage befindlicher Tertiärschollen. Besonders tief liegen diese im knapp vier km breiten Bamlacher Graben, der, NW-SO streichend, im Norden durch eine Verwerfung Hertingen – Holzen – Hammerstein und im Süden durch Störungen, die bei Rheinweiler einsetzen und sich über den Katzenberg bis zur Hochscholle des Läufelbergs (Läufelberghorst) fortsetzen, begrenzt wird. Oligozänschichten, die auf dem Isteiner Klotz in über 300 m NN lagern, wurden bei einer Bohrung im Bamlacher Graben (bei Maugenhard) in über 300 m Tiefe angetroffen. Die Tertiärschollen bestehen aus Sedimenten, die im Rheingraben unter teils marinen, teils festländischen Bedingungen abgesetzt wurden. Im heutigen Rheinbett zeigt sich bei den Isteiner Schwellen der an einer N-S-Verwerfung in die Rheingrabentiefe versenkte Oxfordkalk des Klotzes. Bei den Kirchener Schwellen hat der seit der Begradigung sich eintiefende Rhein Tertiär freigelegt.

Hochgelegene Schotter auf dem Wintersweiler Katzenberg und im Eichwald sind die Hinterlassenschaft eines Flusses des älteren Eiszeitalters. Der im Markgräfler Hügelland allgegenwärtige Löss ist ein Sediment aus Feinstmaterial, das in den Kaltzeiten aus den Schotterflächen des Rheins ausgeblasen und im Umland deponiert wurde. Bei Huttingen ergab eine Bohrung eine Mächtigkeit von 26 m! Der Lössüberdeckung sind die weich ausgeglichenen Reliefformen des Tertiärhügellandes zu verdanken. Der von Hertingen her kommende Engebach fließt deshalb zunächst, wie auch der Feuerbach, in einem weiten Muldental. Erst beim Eintritt in den Bereich des Isteiner Klotzes unterhalb Welmlingen verengt sich das Engebachtal in den widerständigen Oxfordkalken. Das ausgeglichene Relief des Markgräfler Tertiärhügellandes ist nicht allein der Lössüberdeckung zuzuschreiben. Auf den vorwiegend weichen Tertiärschichten kam es in den Kaltzeiten zu starkem Bodenfließen (Solifluktion), was bereits zu ausgeglichenen Hangformen führte.

Geschichte Bis zum 18. Jahrhundert Bodenfunde in Efringen-Kirchen bezeugen, dass das Gebiet schon in der Steinzeit und während der römischen und alemannischen Zeit besiedelt war. Am Isteiner Klotz wurde in der Jungsteinzeit, zwischen 4200 und 4100 v. Chr., Feuerstein abgebaut. Bei Bauarbeiten an der Rheintalbahn wurde ein römischer Brunnen aus dem 2. oder 3. Jahrhundert entdeckt.Badische Zeitung Online – Bagger legen römischen Brunnen frei Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort Kirchen 815, der Ort Efringen 1113. Kirchen kam 1007 durch König Heinrich II. an das Kloster St. Georgen im Schwarzwald. Die Dörfer Efringen und Kirchen sowie Eimeldingen wurden 1431 für 1650 Gulden vom Ritter Reich von Reichenstein an Wilhelm Markgraf von Hachberg-Sausenberg verkauft.http://query.staatsarchiv.bs.ch/query/detail.aspx?ID=593124 Die badischen Markgrafen erhielten aber bald die Landeshoheit. Efringen unterstand lange dem Kloster St. Blasien.

19. und 20. Jahrhundert Trotz Einführung der Reformation durch die markgräfliche Landeshoheit hielt dieses bis zum Reichsdeputationshauptschluss von 1803 an seinen Rechten fest.

Am 8. November 1848 wurde der Abschnitt Schliengen–Efringen der Rheintalbahn eröffnet. Am 22. Januar 1851 erfolgte die Verlängerung bis Haltingen. Bis zum Versailler Vertrag 1919 hatten beide Gemeinden auch linksrheinische Besitzungen.

Efringen und Kirchen wurden per 1. April 1942 zur Gemeinde Efringen-Kirchen zusammengeschlossen.Ministerial-Blatt für die Badische innere Verwaltung vom 28. November 1941, Sp. 1057. Die Entscheidung wurde durch den Reichsstatthalter auf Basis der Deutschen Gemeindeordnung vom 30 Januar 1935 (§ 15) getroffen. Durch die Gebietsreform in Baden-Württemberg wurden am 1. Oktober 1974 die zuvor selbständigen Gemeinden und heutigen Ortsteile Efringen-Kirchen, Blansingen, Egringen, Huttingen, Istein, Kleinkems, Mappach (mit Maugenhard)Eintrag Maugenhard (Wohnplatz) auf Landeskunde entdecken online – leobw, Welmlingen und Wintersweiler zur neuen Gemeinde Efringen-Kirchen vereinigt.

Geschichte der eingemeindeten Ortsteile Die erste urkundliche Erwähnung Blansingens stammt von 1094. Damals gingen Teile des Dorfes in den Besitz des Klosters St. Georgen im Schwarzwald über. 1464 ging der Ort an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg über. Die romanische Peterskirche in Blansingen geht auf das Jahr 1173 zurück, wo sie erstmals erwähnt wird. Bemerkenswert sind die Bilderwände aus dem 15. Jahrhundert.

Bereits 758 wurde Egringen erstmals unter dem Namen Aguringas urkundlich erwähnt. Ein Großteil des Ortes kam schon vor der ersten Jahrtausendwende an das Kloster St. Gallen. Im 14. Jahrhundert kam der Ort an die Markgrafen, die die Freiherren von Grünenberg belehnten. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die Zehntenscheuer, die Kirche (Ersterwähnung um 775, Standort war unbekannt), das Stapflehuus, die alte Mühle und das Rathaus.

Als letzter Teilort wurde Huttingen erst 1274 erstmals urkundlich erwähnt. Er gehörte damals den Markgrafen von Hachberg. Diese traten die Oberherrschaft 1365 an das Fürstbistum Basel ab. Erst durch die Säkularisation aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses kam der Ort 1803 an das Großherzogtum Baden.