Findet Nemo (Originaltitel Finding Nemo) ist ein US-amerikanischer Animationsfilm der Pixar Animation Studios aus dem Jahr 2003, der durch Walt Disney und Buena Vista vertrieben wurde. Es ist der fünfte abendfüllende Pixar-Spielfilm. Bei der Oscarverleihung 2004 wurde Findet Nemo als Bester animierter Spielfilm ausgezeichnet.
Der Film lief am 30. Mai 2003 in den Vereinigten Staaten und Kanada in den Kinos an und spielte am Eröffnungswochenende mit etwa 70 Millionen US-Dollar das zum damaligen Zeitpunkt beste Einspielergebnis eines Animationsfilms ein. In Deutschland startete der Film am 20. November 2003. Findet Nemo erschien am 4. November 2003 als Doppel-DVD in den Vereinigten Staaten und in Kanada und avancierte mit 28 Millionen Kopien zur bestverkauften DVD dieses Jahrgangs.Mike Snider: DVD continues spinning success. In: usatoday.com, USA Today, 1. Mai 2005.
Die Fortsetzung Findet Dorie kam im Juni 2016 in die US-amerikanischen Kinos.
Handlung Das Clownfischpaar Marlin und Cora ist überglücklich. Sie haben ein Quartier in einer Symbioseanemone gefunden, wo sie ihre Jungen großziehen können. Doch ihr Glück wird von einem Barracuda jäh unterbrochen, der Cora und fast das gesamte Gelege verschlingt. Nur ein Ei, darin Nemo, übersteht den Angriff. Marlin zieht Nemo überbehütend groß, nicht nur weil er Marlins einziges Kind ist: Er hat auch eine schwächere rechte Flosse, von seinem Vater „Glücksflosse“ genannt.
An seinem ersten Schultag macht sich Nemo zusammen mit seinem Vater Marlin auf den Weg zur Schule. Dem Vater fällt es schwer, den Sohn ziehen zu lassen. Kaum ist die Fischkinderschar mit ihrem Lehrer zu einem Ausflug aufgebrochen, erfährt er, dass sie zum Abhang des Korallenriffs schwimmen wollen, was er für viel zu gefährlich hält. Marlin schwimmt hinterher und findet Nemo schließlich abseits der Schulklasse, als er mit seinen neuen Freunden neugierig ein auf dem Meer schwimmendes Boot bewundert. Als eine Art Mutprobe überbieten sich die jungen Fische gegenseitig darin, dem Boot immer näher zu kommen. Marlin und Nemo geraten in einen Streit, und Nemo schwimmt wütend auf das Boot zu. Er berührt es trotzig und wird plötzlich von einem Taucher gefangen, der mit ihm im Boot verschwindet und davonfährt. Panisch versucht Marlin, dem Boot nachzuschwimmen, verliert es jedoch schon bald aus den Augen.
Der verzweifelte Marlin trifft auf die unter Amnesie leidende Palettendoktorfisch-Dame Dorie. Als er sie loswerden will, werden die beiden von einem Weißen Hai namens Bruce abgefangen, der sie auf eine Party einlädt. Diese entpuppt sich als eine Art Vegetarier-Selbsthilfegruppe, in der Bruce und die Haie Hammer und Hart ihre Neigung, andere Fische zu fressen, überwinden wollen. Mitten in diesem Treffen entdeckt Marlin die Tauchmaske von Nemos Entführer. Beim Versuch, die Schrift auf der Rückseite der Brille zu entziffern, entdeckt Bruce seinen Appetit auf Fleisch wieder, weil er Blut gewittert hat. Nun hat er es auf Marlin und Dorie abgesehen, sodass die beiden mit der Brille panisch das Weite suchen. Während der Flucht fällt Dorie ein, dass sie lesen kann.
Als Dorie die Brille wenig später versehentlich in einen stockfinsteren Abgrund fallen lässt, schwimmen die beiden hinterher und werden von einem Tiefsee-Anglerfisch angegriffen. Bei der Flucht entdecken sie die Tauchmaske, daraufhin lockt Marlin den Anglerfisch in ihre Nähe, damit Dorie genug Licht hat, um die Adresse „P. Sherman, 42 Wallaby Way, Sydney“ von ihr abzulesen. Zu ihrer eigenen Überraschung kann sie sich die Adresse problemlos merken. Die beiden entkommen und machen sich auf den Weg nach Sydney. Von einem Fischschwarm erfahren sie, dass sie dem „OAS“, dem Ostaustralstrom, folgen müssen. Auf dem Weg dorthin geraten sie in einen Quallenschwarm, dem sie nur knapp entfliehen können. Dabei ziehen sich beide schwere Vergiftungen zu und fallen in Ohnmacht.
Nemo hat währenddessen sein neues Zuhause erreicht. In der Praxis eines Zahnarztes ist er in einem Aquarium gelandet, wo er Freundschaft mit den anderen Fischen schließt. Bald erfahren sie, dass Nemo als Geschenk für Darla gedacht ist, eine Nichte des Zahnarztes, die aufgrund ihrer Angewohnheit, Plastikbeutel mit Fischen aggressiv zu schütteln, als Fischmörderin gilt. Verzweifelt suchen die Aquariumsbewohner nach einer Möglichkeit, Nemo vor seinem Schicksal zu retten. Der Halfterfisch Khan präsentiert einen Fluchtplan, der auch die anderen Bewohner befreien soll: Nemo soll den Filter des Aquariums von innen mit einem kleinen Steinchen blockieren, damit das Aquarium verschmutzt und der Zahnarzt sie alle in kleine Wasserbeutelchen packen muss. Dann sollen sie sich aus dem Fenster und über die Straße bis ins nahegelegene Meer rollen.
Der erste Fluchtversuch scheitert, Nemo entgeht in der Röhre des Aquariumfilters nur knapp dem Tod. Beim zweiten Mal gelingt der Plan zunächst und das Aquarium verschmutzt zusehends. Als die Fische aber am nächsten Morgen aufwachen, ist das Aquarium wieder sauber. Der Zahnarzt hatte in der Nacht ein Selbstreinigungssystem installiert und der Fluchtplan ist erneut gescheitert.
Währenddessen erwachen Marlin und Dorie im OAS in einer Kolonie von Meeresschildkröten, wo sie von Crush und seinem Sohn Racker aufgenommen werden. Hier versteht Marlin zum ersten Mal, dass man statt immer nur vorsichtig zu sein auch gelegentlich Risiken auf sich nehmen und anderen was zutrauen muss. Die Schildkröten setzten Marlin und Dorie kurz vor Sydney ab. Als Dorie einen Wal nach dem Weg fragt, saugt er die beiden Fische ein und transportiert sie in seiner Mundhöhle bis in den Hafen Sydneys. Der Pelikan Niels, der mit den Bewohnern des Zahnarztaquariums befreundet ist, rettet Marlin und Dorie dort vor einem hungrigen Artgenossen und den anwesenden Möwen und bringt sie zur Zahnarztpraxis.
Dort versucht der Zahnarzt, Nemo mit einem Fangnetz aus dem Aquarium zu holen. Die anderen Fische schwimmen zu ihm ins Netz und nach unten, wodurch sie dem Zahnarzt das Netz entreißen, allerdings wird Nemo mit einem Plastikbeutel schließlich doch eingefangen. Als Darla eintrifft, stellt sich Nemo tot, um ins Klo gespült zu werden, das ihn über die Abwasserleitung in die Freiheit gebracht hätte, aber der Zahnarzt will ihn im Müll entsorgen. In diesem Moment stürmen Niels, Marlin und Dorie in die Praxis. Marlin erblickt kurz seinen sich tot stellenden Sohn, ehe der Arzt Nemos Beutel abstellt und Niels mit Marlin und Dorie im Schnabel aus dem Fenster scheucht. Als Darla Nemo bemerkt, hält sie ihn für schlafend und will ihn durch Schütteln des Beutels aufwecken. Um ihn zu retten, lässt sich Khan mit Hilfe des Aquarium-Vulkans auf ihren Kopf katapultieren. Sie lässt Nemos Beutel vor Schreck auf das Zahnarztbesteck fallen, wo er zerplatzt. Von dort schafft Khan es, Nemo mit einem Mundspiegel in das Spülbecken zu bugsieren. Nemo wird den Abfluss hinab bis ins Meer gespült und damit befreit, Khan wird vom Zahnarzt wieder in das Aquarium gesetzt.
Zur selben Zeit setzt Pelikan Niels Marlin und Dorie wieder im Meer ab. Die Stimmung ist getrübt, da alle Nemo für tot halten. Marlin trennt sich von Dorie und schwimmt mit einem Schwarm anderer Fische zurück in Richtung Heimat. Kurz darauf gelangt Nemo aus einem Abflussrohr ins offene Meer, wo er auf die desorientierte Dorie trifft. Als Nemo sich ihr vorstellt, reagiert sie zunächst nicht darauf und hilft ihm ahnungslos bei der Suche nach seinem Vater. Erst als sie zufällig das Wort „Sydney“ auf einem Abwasserrohr liest, erinnert sie sich wieder an ihre gemeinsame Reise mit Marlin und erkennt, dass Nemo sein vermisster Sohn ist. Sie erzählt Nemo aufgeregt, dass Marlin noch in der Nähe sein müsse, und tatsächlich gibt es kurz darauf ein Wiedersehen zwischen Marlin und Nemo.
Allerdings währt die Freude nur kurz, da die drei in einen Fischschwarm geraten, der geradewegs in ein Fischernetz schwimmt; auch Dorie wird dabei eingefangen. Nemo schlägt vor, dass alle Fische nach unten schwimmen sollen, wobei Marlin nach anfänglicher Skepsis ihm vertraut und bei seinem Vorhaben unterstützt. Tatsächlich bringen die Fische dadurch das Netz zum Reißen und können sich befreien.
Zurück im Korallenriff wird Nemo von Marlin zur Schule begleitet, die Crushs Sohn Racker als Austauschschüler besucht. Die drei Haie besuchen das Riff und setzen Dorie in ihrem neuen Zuhause ab. Marlin ist fortan nicht mehr so besorgt um Nemo und lässt ihn guten Gewissens zu seinen Ausflügen ziehen; Nemo wiederum ist geduldiger mit seinem Vater.
In der letzten Szene des Films gelingt auch den anderen Fischen die Flucht aus dem Aquarium des Zahnarztes. Da das Reinigungssystem kaputt gegangen ist, wurden die Fische aus dem Aquarium geholt und in Plastikbeutel gesteckt. Genau wie von Khan geplant schaffen sie es, sich in den Beuteln bis ins Meer zu rollen, allerdings hat keiner von ihnen bedacht, wie sie aus den Plastikbeuteln rauskommen.
Hintergrund Produktionsgeschichte Nach den erfolgreichen Pixar-Filmen Toy Story und Monster AG sollte Findet Nemo das Ganze noch überbieten. Bereits dreieinhalb Jahre vor der Veröffentlichung des Films im Mai 2003 begann das Team mit ersten Storyentwürfen. Fast die Hälfte der gesamten Produktionszeit wurde dafür aufgewendet, die Geschichte bis ins kleinste Detail auszutüfteln und in einem animierten Story Reel immer weiter zu verfeinern.
Dass die Handlung bei diesem Animationsfilm im Meer angelegt ist, stellte sich als eine bis dahin unbekannte CGI-Herausforderung heraus. John Lasseter, der Produzent des Films, wusste um diese Schwierigkeit und ordnete intensive Recherchen an. Er schickte seine gesamte Crew in den Tauchurlaub, um als Vorbereitung auf die Animationsarbeiten Video- und Fotomaterial im Riff zu sammeln. Des Weiteren reisten die Macher nach Sydney, denn die im Film vorkommende Stadt sollte sehr realitätsnah dargestellt werden, so dass der Zuschauer gleich mit ihr vertraut sein würde. Auf der Tagesordnung standen außerdem Museumsbesuche, um die dort ausgestellten Fischexemplare genauestens unter die Lupe zu nehmen. Zu weiteren Studien wurde außerdem im Studio in Kalifornien ein Aquarium mit allen im Film relevanten Zierfischen eingerichtet. So sollte vor allem die Bewegung, aber auch das Verhalten der Fische untersucht werden.
Die ersten Gehversuche am Computer erwiesen sich jedoch als schwierig. Das Problem war, die Unterwasserwelt mit ihrer eigenen Optik wirklichkeitsgetreu darzustellen, erste Sequenzen erinnerten eher an milchigen Nebel. Zufriedenstellende Ergebnisse wurden erst erreicht, als das Meer durch viele Details wie die im Wasser schwimmenden Partikel, zahlreiche Lichtüberlagerungen und die einzelnen Strömungen in seiner ganzen Komplexität nachempfunden wurde. Nun sahen die Sequenzen derart realistisch aus, dass der Look ein wenig zurückgefahren werden musste, um den Vorstellungen einer Fantasiewelt, die es bei aller Genauigkeit immer noch sein sollte, zu entsprechen. Um die verschiedenen Wasserkonsistenzen darzustellen, wurden im Film verschiedene Unterwasserfarben verwendet. Als Nemo zu seinem ersten Schultag aufbricht, ist das Wasser in einem kristallklaren Türkisgrün gehalten, das im weiteren Verlauf des Films immer dunkler wird. Die Farbe ändert sich von Schwarz über Blau immer mehr in das Hafengrün Sydneys, je weiter die Handlung voranschreitet.