mini|hochkant|Alfred Newman (1958) miniatur|hochkant|Alfred Newman mit 13 Jahren Alfred Newman (* 17. März 1900 in New Haven, Connecticut; † 17. Februar 1970 in Hollywood) war ein US-amerikanischer Komponist. Er zählte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der amerikanischen Filmmusik und arbeitete hauptsächlich als Filmkomponist und Dirigent – sowie als einflussreicher Musikdirektor bei 20th Century Fox. Newman gewann insgesamt neun Oscars für seine Filmkompositionen.

Leben und Werk Newman zeigte schon als Kind Talent zum Klavierspiel. Er stammte aus einer armen russisch-jüdischen Familie und hatte neun Geschwister (u. a. Emil und Lionel Newman, ebenfalls Komponisten, sowie den Mediziner Irving Newman), doch Hilfe von verschiedenen Seiten machte es möglich, dass sein Talent kontinuierlich gefördert wurde. In einem Broadway-Kino wurde er als Wunderkind am Klavier präsentiert. Das meiste lernte er von dem polnischen Komponisten und Pianisten Sigismond Stojowski. Durch seine Lehren gewann er zweimal in Folge einen Musikwettbewerb.

Seine berufliche Laufbahn begann er als Musical-Dirigent. 1930 ging er von New York City nach Hollywood, um die Musik zu einem Film zu leiten und blieb auf Zureden des Produzenten Samuel Goldwyn. Zwanzig Jahre lang wirkte er bei 20th Century Fox als Chef der Musikabteilung und prägte dank seines großen Einflusses die musik-ästhetische Gestaltung der Filme dieses Studios. Etliche große Komponisten wie Bernard Herrmann, Hugo Friedhofer, Alex North oder David Raksin verdankten ihm immer wieder neue Aufträge. Newman experimentierte auch bereits in den Vierzigern mit neuen Aufnahmetechniken und nahm für das Mercury-Label mehrere Schallplatten auf, die damals als klangtechnische Referenzen galten.

Newmans Tätigkeiten als Manager und Dirigent liefen zu seiner Arbeit als Komponist immer parallel. Ab 1960 bis zu seinem Tod 1970 war er freischaffend tätig. In über 40 Jahren hat Newman mehr als 250 Filme mit Musik versehen. Bei 45 Nominierungen hat er neun Oscars gewonnen, davon nur einen für eigene Kompositionen, acht für zusammengestellte und bearbeitete Soundtracks.

Die bekannteste Komposition Newmans ist die Fanfare von 20th Century Fox, die bis heute zu Beginn von jedem Film des Studios gespielt wird. Als seine bedeutendsten Filmmusiken gelten Sturmhöhe, Das Lied von Bernadette, Das Gewand, Das war der Wilde Westen, Die größte Geschichte aller Zeiten und Airport.

Im Jahr 1939 stand er im Film Musik fürs Leben (They Shall Have Music), mit dessen Musik Newman 1940 zum Oscar nominiert wurde, auch vor der Kamera. Er spielt einen leicht weltfremden, herzensguten Musikschulleiter und Dirigenten, der sich der musikalischen Bildung ärmerer Kinder verschrieben hat. Seine wirtschaftlich hoffnungslose Lage wird am Ende durch ein Konzert mit dem Violinisten Jascha Heifetz und dessen finanzielle Unterstützung abgesichert.

Alfreds Söhne Thomas Newman und David Newman sind selbst zu sehr gefragten Filmmusikkomponisten aufgestiegen. Sein Neffe Randy Newman betätigt sich seit Jahrzehnten gleichermaßen als Sänger/Songwriter und als Komponist für Film- und Fernsehproduktionen.

Die Comicfigur Alfred E. Neumann aus dem MAD-Magazin soll nach Alfred Newman benannt worden sein.

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen 1935: Oscar mit Louis Silvers und Victor Schertzinger (Beste Filmmusik) für One Night of Love 1938: Oscarnominierung (Beste originale Filmmusik) für … dann kam der Orkan 1938: Oscarnominierung (Beste originale Filmmusik) für Der Gefangene von Zenda 1939: Oscarnominierung (Beste originale Filmmusik) für Mein Mann, der Cowboy 1939: Oscarnominierung (Beste adaptierte Filmmusik) für The Goldwyn Follies 1939: Oscar (Beste adaptierte Filmmusik) für Alexander’s Ragtime Band 1940: Oscarnominierung (Beste originale Filmmusik) für The Rains Came 1940: Oscarnominierung (Beste originale Filmmusik) für Sturmhöhe 1940: Oscarnominierung (Beste adaptierte Filmmusik) für Der Glöckner von Notre Dame 1940: Oscarnominierung (Beste adaptierte Filmmusik) für They Shall Have Music 1941: Oscarnominierung (Beste originale Filmmusik) für Im Zeichen des Zorro 1941: Oscar (Beste adaptierte Filmmusik) für Tin Pan Alley 1942: Oscarnominierung (Beste Filmmusik – Drama) für Die merkwürdige Zähmung der Gangsterbraut Sugarpuss 1942: Oscarnominierung (Beste Filmmusik – Drama) für Schlagende Wetter 1943: Oscarnominierung (Beste Filmmusik – Drama/Komödie) für Der Seeräuber 1943: Oscarnominierung (Bestes Musical) für My Gal Sal 1944: Oscar (Beste Filmmusik – Drama/Komödie) für Das Lied von Bernadette 1944: Oscarnominierung (Bestes Musical) für Coney Island 1945: Oscarnominierung (Bestes Musical) für Irish Eyes Are Smiling 1946: Oscarnominierung (Beste Filmmusik – Drama/Komödie) für The Keys of the Kingdom 1946: Oscarnominierung (Bestes Musical) für Jahrmarkt der Liebe (zusammen mit Charles Henderson) 1947: Oscarnominierung (Bestes Musical) für Centennial Summer 1948: Oscarnominierung (Beste Filmmusik – Drama/Komödie) für Captain from Castile 1948: Oscar (Bestes Musical) für Mother Wore Tights 1949: Oscarnominierung (Beste Filmmusik – Drama/Komödie) für Die Schlangengrube 1949: Oscarnominierung (Bestes Musical) für When My Baby Smiles at Me 1950: Oscarnominierung (Bester Song Through a Long and Sleepless Night) aus dem Film Neptuns Tochter 1951: Oscarnominierung (Beste Filmmusik – Drama/Komödie) für Alles über Eva 1952: Oscarnominierung (Beste Filmmusik – Drama/Komödie) für David und Bathseba 1952: Oscarnominierung (Bestes Musical) für On the Riviera 1953: Oscar (Bestes Musical) für With a Song in My Heart 1954: Oscar (Bestes Musical) für Madame macht Geschichte(n) (Call Me Madam) 1955: Oscarnominierung mit Lionel Newman (Bestes Musical) für Rhythmus im Blut 1961: Oscarnominierung mit Ken Darby (Bestes Musical) für Mandelaugen und Lotosblüten 1962: Oscarnominierung (Beste Filmmusik) für Das war der wilde Westen 1971: Grammy (Beste Instrumentalkomposition) für Airport Love Theme

Musikalische Leitung (Auswahl) 1938: Alexander’s Ragtime Band 1940: Tin Pan Alley 1946: Faustrecht der Prärie (My Darling Clementine) 1953: Madame macht Geschichte(n) (Call Me Madam) 1954: There’s No Business Like Show Business 1956: Carousel 1956: Der König und ich (The King And I) 1958: South Pacific 1967: Camelot – Am Hofe König Arthurs (Camelot)

Literatur Alfred Newman in William Darby und Jack Du Bois: American Film Music. Major Composers, Techniques, Trends, 1915–1990. McFarland, Jefferson 1990, ISBN 0-7864-0753-0, S. 74–115 (englisch, informativer Text zu Leben und Werk, illustriert mit Fotos (s/w) und zahlreichen Notenbeispielen, die ausführliche Filmografie umfasst die Filme Newmans als Hauptkomponist, als Ko- bzw. Sub-Komponist sowie als musikalischer Leiter) Alfred Newman in Christopher Palmer: The Composer In Hollywood. Marion Boyars, London, New York 1993, ISBN 0-7145-2950-8 (Paperback), S. 68–93 (englisch, kenntnisreicher Text über Newmans Leben und Werk in Hollywood) Alfred Newman in Tony Thomas: Film Score. The Art & Craft of Movie Music, Riverwood Press, Burbank 1991, ISBN 1-880756-01-3, S. 219–237, (englisch, der Band ist ebenfalls auf Deutsch greifbar bei Heyne unter dem Titel Filmmusik. Die großen Filmkomponisten – ihre Kunst und ihre Technik)

Weblinks

David Raksin Remembers His Colleagues: Alfred Newman (englisch, David Raksins kundige biografische Notizen über Newman; Raksin verfasste noch weitere Kurzbiografien über folgende Berufskollegen: Miklós Rózsa, Max Steiner, Erich Wolfgang Korngold, Franz Waxman, Aaron Copland, Hugo Friedhofer, Bernard Herrmann und Dimitri Tiomkin, die Texte finden sich auf der Website von American Composers Orchestra versammelt)

Einzelnachweise

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