mini|Wiener Apfelstrudel mini|Germknödel mit Vanillesauce mini|Salzburger Nockerln in Salzburg mini|Zwetschkenknödel mit Zimt und Zucker mini|Topfenstrudel mini|Buchteln in einer eckigen Backform Mehlspeise ist ein Begriff der altbayrischen,Typisch bayrische Gerichte. koenigssee.berchtesgadeninfo.de pfälzischenpfalz-info.com, österreichischen und böhmischen Küche (tschechisch moučník), bei dem es sich um einen Oberbegriff für diverse Süßspeisen, Gebäcke, Kuchen und Torten handelt, die als Haupt- oder Nachspeise serviert werden können.

Begriffsgeschichte Historisch waren Mehlspeisen sättigende, fleischloseIngrid Haslinger: Die Wiener Mehlspeisküche. In: Julia Danielczyk/Isabella Wasner-Peter (Hrsg.): „Heut’ muß der Tisch sich völlig bieg’n“. Wiener Küche und ihre Kochbücher. Wien 2007, S. 49–57. Hauptgerichte aus Mehl, aber auch anderen GetreideerzeugnissenErhard Gorys: Das neue Küchenlexikon. 7. Auflage. dtv, München 2001, ISBN 3-423-36245-6, S. 362. oder anderen stärkehaltigen Lebensmitteln.Mehlspeisen. In: Brockhaus. Band 14. 20. Auflage. F. A. Brockhaus, Leipzig 2001, ISBN 3-7653-3674-2, S. 435. Sie entstanden durch die rigorosen Fastengebote der katholischen Kirche, da an rund 150 Tagen im Jahr Gläubige kein Fleisch essen durften und Fisch häufig sehr teuer war. Diese Tradition der meist herzhaften Mehlspeisen lässt sich im Österreichischen und Süddeutschen Raum bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen.Franz Maier-Bruck: Vom Essen auf dem Lande. Kremayer & Scheriau, Wien 1999, ISBN 3-218-00662-7, S. 603. 1798 definierte Johann Christoph Adelungs Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart eine Mehlspeise als „eine jede aus Mehl bereitete Speise“.

Zu den Mehlspeisen zählten Schmarren, Strudel, Schmalzgebäcke, Nocken, Nudeln,Mehlspeise. In: Johann Georg Krünitz: Oeconomische Encyclopädie. Breie, Puddinge und Knödel sowie die „Bouillie“ (eine Mehlspeise aus feinem Mehl, das mit Milch oder Rahm und Zucker in der Pfanne gebacken wird).

Heutiger Sprachgebrauch In Wien wurden um 1900 diese deftig-bäuerlichen Speisen nach dem Geschmack der Großstadt weiterentwickelt, und zunehmend luftiger und süßer. Im Zuge dessen wanderten die Mehlspeisen an das Ende der Speisenfolge. Die Versüßung der Mehlspeise bedeutete damit die Erfindung der süßen Nachspeise, die zu der Zeit nicht üblich war.Heinz-Dieter Pohl: Mehlspeise. In: Derselbe: Die österreichische Küchensprache. Praesens Verlag, Wien 2007, ISBN 978-3-7069-0452-0, S. 103. Seither wird der Begriff für süße Nachspeisen, insbesondere, aber nicht ausschließlich, nach Art der Wiener Küche verwendet.Mehlspeisen. In: Robert Habs, Leopold Rosner: Appetit-Lexikon. Badenweiler 1997 (EA: Wien 1894). Dazu zählen etwa Buchteln, Palatschinken, Koche, Dalken, sowie süße Schmarren, Strudel, Knödel, Nockerl und Tascherl. Neben Mehl bestehen Mehlspeisen heute vor allem aus Grieß, Reis, Erdäpfeln und Weißbrot als stärkehaltige Stoffe, sowie Eiern, Zucker, Milch, Butter, Früchten. Allen Mehlspeisen ist gemein, dass sie durch Backen, Braten oder Kochen zubereitet werden.

Literatur Hannes Etzlstorfer (Hrsg.): Die süße Lust. Geschichte(n) der Mehlspeise. Verlag Bibliothek der Provinz, Weitra 2013.

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