mini|Vorübergehendes Logo von 2021 bis 2025 zur Kulturhauptstadt Europas 2025Mario Steinebach: TU Chemnitz gibt sich mit Blick auf das Kulturhauptstadtjahr 2025 neues Logo. Technische Universität Chemnitz, 14. September 2021, abgerufen am 17. April 2022. mini|Symbolbild – Technische Universität Chemnitz alt=Hauptgebäude der TU Chemnitz von außen im Sommer|mini|Eduard-Theodor-Böttcher-Bau, TU-Hauptgebäude an der Straße der Nationen 62 Die Technische Universität Chemnitz (TU Chemnitz) ist eine deutsche Universität in Chemnitz, Sachsen.
Geschichte Die Universität ist historisch aus der 1836 gegründeten „Gewerbschule“ hervorgegangen.Hans-Joachim Hermes, Wolfgang Lambrecht, Stephan Luther: Von der Kgl. Gewerbschule zur Technischen Universität: Die Entwicklung der höheren technischen Bildung in Chemnitz 1836–2003. TU Chemnitz, Rektor, Chemnitz 2003, ISBN 3-00-012225-7, . Bereits ein Jahr später wurde der Königlichen Gewerbschule eine Baugewerkenschule angegliedert, der 1855 eine Königliche Werkmeisterschule folgte. Bereits bei der Gründung der Gewerbschule wurde dieser eine in Chemnitz bestehende Fabrikzeichenschule angegliedert, die 1858 haushaltstechnisch von der Gewerbschule getrennt wurde. Diese vier Schulen bestanden de facto nebeneinander und fanden ihre Vereinigung in der Person des Direktors. 1878 wurden diese Schulen in einem Schulverband unter dem Namen „Kasse der Technischen Staatslehranstalten“ organisatorisch zusammengefasst. Vor allem die Gewerbeschule, die 1900 in „Gewerbeakademie“ und 1929 in „Staatliche Akademie für Technik“ umbenannt wurde, erreichte in Deutschland hohe Anerkennung und eine Sonderstellung zwischen den Technischen Hochschulen und Fachschulen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verband als reine Fachschule unter dem Namen „Technische Lehranstalten“ 1947 wiedereröffnet. 1953 wurde am gleichen Standort und im selben Gebäude die Hochschule für Maschinenbau Karl-Marx-Stadt neu errichtet. Im Zuge der Bereinigung der Fachschullandschaft in der DDR wurde die alte Fachschule 1955 aufgelöst. Die Hochschule für Maschinenbau wurde 1963 in den Status einer Technischen Hochschule und 1986 in den Status einer Technischen Universität erhoben.
Für das seit 1951 obligatorische, mehrjährige marxistisch-leninistische Grundlagenstudium für Studenten aller Fachrichtungen in der DDR gab es auch an der TH/TU Karl-Marx-Stadt ein Institut für Marxismus-Leninismus. Es hatte später auch die laufenden ML-Schulungen der wissenschaftlichen Mitarbeiter, Dozenten und Professoren zu übernehmen.
1983 erfolgte die Eingliederung der Ingenieurschule für Maschinenbau Breitenbrunn und 1992 der „Pädagogischen Hochschule Zwickau“ und die Umbenennung der Hochschule in „Technische Universität Chemnitz-Zwickau“. Durch die Gründung der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (1993) und der Philosophischen Fakultät (1994) wurde das naturwissenschaftlich-technische Profil der Hochschule zudem stärker in Richtung einer Volluniversität ausgerichtet. 1997 erfolgte eine weitere Umbenennung und die Einrichtung erhielt ihren gegenwärtigen Namen „Technische Universität Chemnitz“. Im September des gleichen Jahres wurde der Beschluss der Sächsischen Staatsregierung zur Einstellung der Grundschullehrerausbildung in Chemnitz umgesetzt. Ab Wintersemester 1999/2000 werden in den Lehramtsstudiengängen keine Studenten mehr immatrikuliert. Die Lehrerausbildung wird laut Beschluss der Staatsregierung in Leipzig und Dresden konzentriert. Begleitet waren diese Beschlüsse von massiven Protesten aus den Reihen der Studenten aber auch der Philosophischen Fakultät.
2007 besuchte die thailändische Prinzessin Maha Chakri Sirindhorn die TU Chemnitz. Dort wurde Prinzessin Sirindhorn mit der Ehrenmedaille der TU Chemnitz ausgezeichnet. Bei einer Rede lobte die Prinzessin die Vernetzung zwischen dem King Mongkut’s University of Technology North Bangkok sowie weiteren Hochschulen ihres Landes mit der TU Chemnitz.
Im Jahr 2009, in dem aus der Philosophischen Fakultät die Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften ausgegründet wurde, hatte die Universität mehr als 10.000 Studenten und bestand aus 159 Professuren, die auf acht Fakultäten verteilt waren. Die TU Chemnitz ist nach der Universität Leipzig und der TU Dresden die drittgrößte Universität in Sachsen.
Im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder wurde an der TU Chemnitz das Exzellenzcluster MERGE – Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen bis 2017 gefördert. Nach Auslaufen der Überbrückungsfinanzierung am 31. Oktober 2019 wurde MERGE in eine Zentrale Einrichtung der Universität überführt.
Mit der Gründung des Zentrums für Lehrerbildung 2013 als zentrale Einrichtung zur Ausbildung von Grundschullehrern kehrte die Lehrerbildung an die Technische Universität zurück. 2014 wurde das Zentrum für Wissens- und Technologietransfer (ZWT) als Zentrale Einrichtung der Technischen Universität Chemnitz gegründet.
Die TU Chemnitz beteiligte sich erfolgreich an beiden Runden des Professorinnenprogramms, das von Bund und Ländern finanziert wird.Siehe In: tu-chemnitz.de, abgerufen am 26. August 2015. 2019 beteiligte sich die TU zum dritten Mal erfolgreich am Professorinnen-Programm und erhielt als einzige sächsische Hochschule das Prädikat „Gleichstellung ausgezeichnet“.
Seit April 2019 wird die TU Chemnitz im Rahmen des Programms WIR! – Wandel durch Innovation in der Region gefördert. Im Rahmen der Beteiligung an den beiden Verbundprojekten Smart Rail Connectivity-Campus und SmartERZ stehen bis zu 15 Mio. Euro bereit. Ziel des Smart Rail Connectivity-Campus ist der Aufbau eines Forschungscampus in Annaberg-Buchholz zur Erforschung des autonomen Zugverkehrs.
Ebenfalls 2019 erhielt die TU Chemnitz den Preis für Hochschulkommunikation für ihr kommunikatives Gesamtkonzept und ihr Eintreten gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit nach den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz 2018.
Die Technische Universität Chemnitz leitet seit 2021 die Universitätsallianz Across.Across. Our Alliance. Across – united in 10 universities and 10 countries. In: across-alliance.eu, Technische Universität Chemnitz, abgerufen am 26. Mai 2024.Across – European University for Cross-Border Knowledge Sharing. In: tu-chemnitz.de, abgerufen am 26. Mai 2024. Across ist ein Zusammenschluss von neun europäischen Universitäten in Grenznähe, die durch gemeinsame Studien- und Lernangebote, vereinfachte Mobilitätsmöglichkeiten (vor Ort, online und hybrid) sowie vielfältige gemeinsame Veranstaltungen mit Städten, Gemeinden und Bürgern das Bildungsangebot für Studierende und Lernende der Regionen erweitern und somit zur Sicherung der Lebensqualität in Grenzregionen beitragen.
2021 setzte sich die TU Chemnitz gemeinsam mit ihren Partnern beim Wettbewerb um den Standort für das Innovationszentrum für Wasserstofftechnologie des Bundes durch. Damit ist Chemnitz einer von vier Standorten für das Nationale Wasserstoff-Kompetenzzentrum – neben Duisburg, Pfeffenhausen sowie einem Konsortium in Norddeutschland. Die Anlage in Chemnitz wird „Hydrogen and Mobility Innovation Center“ (HIC) heißen und erhielt 2022 eine Aufstockung der Bundesmittel von 12,5 Millionen Euro auf insgesamt 72,5 Millionen Euro. Das HIC soll auf dem Technologie-Campus Süd der TU Chemnitz entstehen. Am 10. August 2022 schlossen sich die TU Chemnitz, die TU Dresden und die TU Bergakademie Freiberg zur „Sächsischen Wasserstoffunion“ zusammen. Damit wollen die Beteiligten künftig enger bei der Wasserstoffforschung sowie bei der Ausbildung entsprechender Fachkräfte kooperieren.
Zum Wintersemester 2024 waren noch etwas mehr als 8.000 Studierende an der TU Chemnitz eingeschrieben. 2015 waren es noch 11.410 Studierende.
Gliederung alt=Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude der TU Chemnitz von außen im Sommer.|mini|Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude der TU Chemnitz auf dem Campus an der Reichenhainer Straße
Fakultäten Fakultät für Naturwissenschaften Fakultät für Mathematik Fakultät für Maschinenbau Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik Fakultät für Informatik Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Philosophische Fakultät Fakultät für Human- und Sozialwissenschaften
Zentrale Einrichtungen Forschungscluster MERGE Forschungszentrum für Mensch und Technik (MeTech) Hochschuldidaktisches Zentrum Sachsen Universitätsbibliothek Zentrum für Fremdsprachen Zentrum für den wissenschaftlichen Nachwuchs Zentrum für Wissens- und Technologietransfer Forschungszentrum MAIN Internationales Universitätszentrum Universitätsrechenzentrum Zentrum für Lehrerbildung Zentrum für Sport und Gesundheitsförderung
An-Institute (Quelle: ) Cetex Institut für Textil- und Verarbeitungsmaschinen gemeinnützige GmbH Sächsisches Textilforschungsinstitut e. V. (STFI) TUCed – An-Institut für Transfer und Weiterbildung GmbH Zentrum für Kriminologische Forschung Sachsen e. V.
Campus mini|Mittelrisalit des Hauptgebäudes der TU Chemnitz. alt=Fassade des Hauptgebäudes der TU Chemnitz.|mini|Außenfassade des Böttcher-Baus der TU Chemnitz mit Figuren-Detail. alt=Große Eingangstür mit Plakette, auf der Technische Universität Chemnitz steht.|mini|Seit dem 150-jährigen Jubiläum der Ingenieurausbildung im Jahr 1986 trägt das Hauptgebäude der TU den Namen „Eduard-Theodor-Böttcher-Bau“. Die Plakette befindet sich an der Vorderseite des Böttcher-Bau am Eingang. alt=Eingangshalle mit Mitteltreppe, Säulen und Kreuzgewölbe.|mini|Eingangshalle des historischen Böttcher-Baus der TU Chemnitz mit Säulen und Kreuzgewölbe. alt=Kleines flaches Gebäude im Innenhof eines großen Gebäudes.|mini|Das „Alte Heizhaus“ im Innenhof des Böttcher-Baus der TU Chemnitz. Bedingt durch das starke Wachstum der Einrichtung sind die Gebäude der TU Chemnitz relativ weit über die Stadt verteilt, wobei der Uniteil Reichenhainer Straße den zentralen Campus darstellt. Man unterscheidet derzeit vier Uniteile:
Universitätsteil: Straße der Nationen 62 Im Zentrum von Chemnitz, gegenüber dem Hauptbahnhof, befindet sich der Universitätsteil Straße der Nationen 62, der die Gebäude Straße der Nationen 62 (Böttcher-Bau), Bahnhofstraße 8 (Patentinformationszentrum), Carolastraße 8 (Dezernat Personal, Dezernat Finanzen und Beschaffung) und die Alte Aktienspinnerei (Universitätsbibliothek und Universitätsarchiv) umfasst.
Eduard-Theodor-Böttcher-Bau Der Böttcher-Bau ist das Haupt- und zugleich älteste Gebäude der TU Chemnitz. Es gehört zum Universitätsteil: Straße der Nationen 62. Die Natursteinfassade des Gebäudes besteht aus Granit-, Porphyr- und Sandsteinelementen. Der markanteste Teil des historischen Gebäudes ist die vier Meter lange und 21 Meter hohe Gebäudefront im Mittelteil. Hinter den Haupteingangstüren befindet sich ein Vestibül mit einem historischen Kreuzgewölbe. Nach dem Treppenaufgang befindet sich zur Rechten das Studierendensekretariat.
Auf den oberen Etagen sowie in den weiteren Gebäudeteilen befinden sich die Universitätsleitung (Büro des Rektors, Büros der Prorektoren, Büro des Kanzlers), einige Dezernate der Verwaltung, das Universitätsrechenzentrum sowie die Fakultät für Informatik und das Institut für Chemie der Fakultät für Naturwissenschaften. Des Weiteren befinden sich im Böttcher-Bau eine Mensa sowie eine Cafeteria, die vom Studentenwerk Chemnitz-Zwickau betrieben werden. Ebenfalls in diesem Gebäude ist ein Teil des TUClab angesiedelt, die Start-up-Förderung der TU Chemnitz.