Abenberg (, fränkisch: OhmbärchE. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach. S. 1. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „ōmbęəχ“.) ist eine Stadt im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).

Geografie und Klima Lage Die Stadt liegt rund 25 Kilometer südwestlich von Nürnberg und zehn Kilometer westlich der Kreisstadt Roth, am Nordrand des Fränkischen Seenlands, großräumig gesehen zwischen der Frankenhöhe im Nordwesten, Nürnberg im Norden und der Fränkischen Alb im Süden und Osten. Die kleinen Flussläufe im Stadtbereich entwässern über die Rednitz/Regnitz zum Main. Südlich von Abenberg liegt das Spalter Hügelland.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat 14 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Gießübel, Küchelbach, Marienburg, Schnepfenmühle und Ziegelmühle zählen zum Gemeindeteil Abenberg.E. Wagner: Stadt und Landkreis Schwabach. S. 2 f.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Abenberg, Aurau (Gemarkungsteil 0), Dürrenmungenau, Ebersbach, Obersteinbach ob Gmünd (Gemarkungsteil 0) und Wassermungenau. Die Gemarkung Abenberg hat eine Fläche von 8,396 km². Sie ist in 2888 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2907,08 m² haben.

Klima Der Jahresniederschlag beträgt durchschnittlich 740 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 49 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der März, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2,2-mal mehr Niederschläge als im März. An nur 20 % der Messstationen werden höhere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte mini|hochkant=1.65|Stadtansicht Abenberg (Herbst 2005)

Ortsname Der Ortsname wurde zwischen 1057 und 1075 erstmals als „Abinberch“ erwähnt, eine weitere Nennung erfolgte 1099 als „Auenberg“. Die erste Schreibweise in der heutigen Namensform „Abenberg“ erfolgte in einer Urkunde aus dem Jahr 1152. Das althochdeutsche Grundwort Berg steht für eine größere Anhöhe, eine Bodenerhebung oder eine bewachsene Höhe, in späterer Zeit auch für eine Burg. Das Bestimmungswort ist der Personenname Abbo. Der Ortsname bedeutet also „Siedlung zum Berg bzw. Burg eines Abbo“.E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach. S. 1 f.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. S. 19.

Geschichte Die Grafschaft Abenberg entstand unter den Ottonen zwischen 1002 und 1024. Der Ort wurde um 1040 von Wolfram von Abenberg gegründet. Innerhalb der nächsten 150 Jahre kamen aus dem Geschlecht der Abenberger Hochstiftsvögte von Bamberg, der Würzburger Bischof Reginhard, eine Äbtissin zu Kitzingen und andere hohe Würdenträger. Stilla von Abenberg († um 1140) wurde 1927 seliggesprochen. An der Wende zum 13. Jahrhundert erlosch die männliche Linie der Abenberger. Durch Heirat kam Abenberg um 1236 an die Burggrafen von Nürnberg und damit an die Hohenzollern. Anfang 1200 existierte relativ kurz das Kloster Abenberg. Um 1260 wurde das oppidum Abenberg angelegt. Der Eichstätter Bischof Reinboto erwarb 1296 die Burg und den Ort und baute Abenberg weiter aus. 1299 erhielt Abenberg das Stadtrecht, 1356 wurde es eichstättisches Pflegamt. Die Stadt war Amtssitz des Hochstiftes Eichstätt und zählte ab 1500 zum Fränkischen Reichskreis.

Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden mindestens elf Frauen aus Abenberg als vermeintliche Hexen hingerichtet.Stürzl, Zur Hexenverfolgung im Oberen Stift des Hochstifts Eichstätt. Nachtrag zu: Hinrichtungen wegen Hexerei in Eichstätt. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde. Selbstverlag, München. 2016 S. 129.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Abenberg 169 Anwesen. Das Hochgericht und die Stadtherrschaft übte das eichstättische Pflegamt Abenberg aus. Grundherren waren: das Kastenamt Abenberg (165 Anwesen: 1 Ganzhof, 155 Häuser, 3 Tafernwirtschaftsgüter, 3 Tafernwirtschaften, 1 Badhaus, 1 Schmiedgütlein, 1 Ziegelhütte), das Fürstentum Ansbach (Kastenamt Windsbach: 1 Köblergut; Kastenamt Schwabach: 1 Haus), der Nürnberger Eigenherr von Haller (1 Ganzhof) und ein Herr Otter aus Schwabach (1 Haus). Neben den Anwesen gab es noch herrschaftliche Gebäude (Schloss, Kastenamtshaus, Forsthaus, Fallmeisterei, Zehntstadel), kommunale Gebäude (Rathaus, Schulhaus, zwei Hirtenhäuser, Backhaus, Bräuhaus, zwei Armenhäuser, fünf Torturmhäuser, Schießhaus, Wasserspritzenhaus) und kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Pfarrhaus).F. Eigler: Schwabach. S. 381. Hier wurden abweichend 170 Anwesen angegeben.

Das Pflegamt Abenberg wurde zugunsten Bayerns 1803 säkularisiert und fiel im selben Jahr an das Fürstentum Ansbach (Hauptlandesvergleich Bayern/Preußen), mit welchem es 1806 (Vertrag von Paris, Februar) endgültig durch Tausch an das Königreich Bayern gelangte. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 der Steuerdistrikt Abenberg gebildet, zu dem Marienburg gehörte. 1811 entstand die Munizipalgemeinde Abenberg, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Pleinfeld (1858 in Landgericht Roth umbenannt) zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Spalt (1919 in Finanzamt Spalt umbenannt). Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) erhielt Abenberg den Status Stadt II. Klasse. Ab 1862 gehörte Abenberg zum Bezirksamt Schwabach (1939 in Landkreis Schwabach umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Roth (1879 in Amtsgericht Roth umbenannt), seit 1970 ist das Amtsgericht Schwabach zuständig. 1932 wurde das Finanzamt Spalt aufgelöst und Abenberg dem Finanzamt Schwabach zugewiesen.F. Eigler: Schwabach. S. 466. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 8,420 km².

Die Burg Abenberg wurde von ihrem letzten Besitzer 1959 der Stadt Frankfurt vermacht, die dieses Geschenk aber nicht annahm. In den Jahren 1982 bis 1984 erwarb die Stadt Abenberg die Burg und renovierte sie von Grund auf. Heute befindet sich dort das Haus fränkischer Geschichte, das Klöppelmuseum Abenberg und ein Hotel mit Gaststätte. Die Burg wird für Ausstellungen sowie für öffentliche und private Veranstaltungen genutzt.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1971 ein Teil der aufgelösten Gemeinde Obersteinbach ob Gmünd eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kam die Gemeinde Ebersbach dazu. Gebietsteile von Aurau folgten am 1. Juli 1972. Die Eingliederung von Beerbach, Dürrenmungenau und Wassermungenau schloss die Reihe der Eingemeindungen am 1. Mai 1978 ab.

Bevölkerungsentwicklung Gemeinde Abenberg Jahr 1987 1991 1995 2000 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017Einwohner 4619 4739 5089 5493 5568 5532 5516 5471 5458 5446 5454 5445 5492 5541 5554 5502Häuser 1228 1681 1688 1694 1704 1712Quelle

Ort Abenberg (=Gemeinde Abenberg bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 1063 1125 1331 1406 1441 1502 1443 1459 1495 1569 1450 1429 1405 1507 1487 1531 1725 1793 1792 2311 2303 2315 2427 2796 2631HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2017 als Wohngebäude. 257 217 279 287 284 279 294 359 483 705Quelle Abenberg: 1046 Einwohner, 251 Feuerstellen; Marienburg (S. 57): 17 E., 6 F. Abenberg: 1106 Einwohner, 211 Häuser; Marienburg: 19 E., 6 H. Abenberg: 1397 Einwohner; Marienburg: 34 E. Abenberg: 1367 Einwohner; Marienburg: 76 E. Abenberg: 1446 Einwohner, 272 Wohngebäude; Marienburg: 123 E., 15 Wgb. Abenberg: 1335 Einwohner, 265 Wohngebäude; Marienburg: 70 E., 14 Wgb.

Politik Stadtrat Der Stadtrat besteht aus dem ersten Bürgermeister und 20 Räten; zusätzlich gehört qua Amt der Erste Bürgermeister dem Gremium an. Die vergangene Stadtratswahl am 8. März 2026 führte zu folgendem Ergebnis:Stadtratswahl am 8. März 2026, Stadt Abenberg, Amtliches Endergebnis Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Sitze 2020 CSU 32,0 % 67 SPD 23,6 % 55 Grüne 8,5 % 22 Freie Wähler 15,5 % 34 Abenberger Bürgerliste 20,5 % 42

Bürgermeisterin Seit Mai 2020 ist die von der SPD vorgeschlagene parteilose Susanne König Bürgermeisterin der Stadt. Sie gewann bei der Stichwahl am 29. März 2020 mit 62,8 % der gültigen Stimmen die Stimmenmehrheit und setzte sich damit gegen ihren Mitbewerber Jens Meyer (37,2 %, parteilos, von der CSU vorgeschlagen) durch. Bei der Stichwahl am 22. März 2026 gewann sie mit knappem Vorsprung vor Manfred Lunkenheimer (49,95 %, parteilos, von der ABB vorgeschlagen). Ihr Vorgänger war Werner Bäuerlein (parteilos).

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Abenberg hat eine gelb-rote Gemeindeflagge.

Kommunale Allianz KABS Abenberg ist Teil der Kommunalen Allianz KABS, die 2007 von den politischen Gemeinden Kammerstein, Abenberg, Büchenbach und Spalt gegründet wurde. Seit Dezember 2014 ist die Gemeinde Rohr ebenfalls der Allianz beigetreten. Neben einer intensiven Zusammenarbeit der Verwaltungen und gemeindlichen Einrichtungen, insbesondere auch der Betrieb eines Wertstoffhofes in Büchenbach, ist die Sicherung der gemeindlichen Schulstandorte ein wichtiges Thema.Kommunale Allianz KABS

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Burg Abenberg mini|Rathaus am oberen Tor mini|Pfarrkirche St. Jakobus

Museen Klöppelmuseum Haus Fränkischer Geschichte auf Burg Abenberg

Bauwerke

Ensemble Altstadt Abenberg mit Stadtbefestigung Burg Abenberg Kloster Marienburg Schloss Dürrenmungenau Rathaus (1732–1744 von Gabriel de Gabrieli) Stillaplatz mit Stillabrunnen und Bürgerhaus Pfarrkirche St. Jakobus Klosterkirche St. Peter mit Epitaph der Stilla von Abenberg im Kloster Marienburg sowie Gruft der Augustinerinnen (1488–1806) im Kloster Klöppelschule

Bodendenkmäler

Druidenstein im Abenberger Wald

Sport mini|Golfplatz als Standort eines Kreuzsteins Nördlich von Abenberg befindet sich ein 27-Loch-Golfplatz.Golf Club Abendberg

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft In Abenberg wird Land- und Forstwirtschaft betrieben. Es gibt (Stand 2025) zwei Gewerbegiete, eines „An der Spalterstraße“ und eines im Ortsteil Wassermungenau. Der größte Arbeitgeber im produzierenden Gewerbe ist der Lebensmittelhersteller Hans Henglein & Sohn, der an seinem Hauptsitz in Wassermungenau ein Werk mit mehreren Hundert Mitarbeitern betreibt.

Verkehr Zehn Kilometer östlich von Abenberg besteht in der Kreisstadt Roth Bahnanschluss in Richtung Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt. Über die Anschlussstelle Schwabach-West gelangt man auf die Autobahn Bundesautobahn 6 Nürnberg–Heilbronn.

Die Staatsstraße 2220 über einen Kreisverkehr der Bundesstraße 466 nach Windsbach (9 km westlich) bzw. nach Rothaurach (6,5 km östlich). Die Kreisstraße RH 39 führt nach Obersteinbach ob Gmünd (3 km südlich), die Kreisstraße RH 2 führt an der Neumühle vorbei nach Kammerstein zur B 466 (6 km nördlich).

Durch Abenberg führt die Nürnberg-Bodensee-Route des Jakobsweg und der Fernwanderweg Rangau-Pfalz-Weg. Ebenso der Rund-Fernwanderweg Burgen und Schlösser. Am südlich gelegenem Kloster Marienburg endet der Stilla-Weg aus Wolframs-Eschenbach.

Öffentliche Einrichtungen Bildungseinrichtungen Zwei katholische Kindergärten in Abenberg und je ein evangelischer Kindergarten in Wassermungenau und Dürrenmungenau Volksschule (Grund- und Hauptschule) Mädchen-Realschule Kloster Marienburg Volkshochschule Abenberg Öffentliche Bücherei Abenberg

Pflegeeinrichtungen Seniorenzentrum St. Josef der Caritas

Persönlichkeiten Johannes Schopper (1529–1540), 27. Abt des Heilsbronner Klosters Ludwig Joseph Gerstner (1830–1883), Politiker, Jurist und Professor für Staatswirtschaft Georg Schwarz (1873–1948), Reichstags- und Landtagsabgeordneter Adelheid Geck (1937–2025), Musikwissenschaftlerin, Komponistin und Professorin Hans Büchler (1940–2019), Politiker (SPD) und Mitglied des Bundestages

Literatur