Aruba [] (offiziell niederländisch: Land Aruba, Papiamentu: Pais Aruba) ist die erste der drei ABC-Inseln (Aruba, Bonaire, Curaçao), die geologisch und geographisch zu Südamerika gehören und Teil der Kleinen Antillen in der südlichen Karibik sind. Die Insel liegt 25 Kilometer nördlich von Venezuela. Sie ist neben Curaçao und Sint Maarten sowie den Niederlanden (bestehend aus den Niederlanden in Europa sowie Bonaire, Sint Eustatius und Saba in der Karibik) eines der vier gleichberechtigten Länder des Königreiches der Niederlande. Wie die anderen Länder hat auch Aruba eine eigene Verfassung, Währung und Regierung. Die Insel genießt vollkommene innere Autonomie, ist aber kein souveräner Staat, besitzt also keine äußere Souveränität. Aruba gehört nicht zum Schengen-Raum.

Geographie Aruba ist die westlichste und kleinste der drei ABC-Inseln. Sie ist überwiegend flach, max. 30 km lang und max. 9 km breit. Der höchste Berg ist der Jamanota mit . Der hohe Hooiberg ist auf der Insel von überall sichtbar. Die Küste der Insel zeichnen kilometerlange weiße Strände aus; der Osten ist durch teilweise bizarre Felsküsten geprägt.

Flora und Fauna

Die Landschaft ist durch Kakteen, Aloen und Divi-Divi-Bäume (Caesalpinia coriaria) geprägt. Der Nationalpark Arikok im Süden erhält die natürliche Vegetation der Insel. mini|Landschaft im Inneren Arubas

Klima Das Klima auf Aruba ist tropisch-maritim mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 27 °C und minimalen saisonalen Unterschieden. Im Januar liegt die Durchschnittstemperatur bei 27 °C, im Juli bei 29 °C. Ein Großteil des durch den vorherrschenden Ostwind mitgetragenen Regens fällt bereits über den südlichen Inseln der Kleinen Antillen (Windward Islands), sodass das Klima auf Aruba sehr trocken ist. Der Jahresniederschlag liegt zwischen 250 mm und 510 mm. Die Regenzeit dauert von Oktober bis Dezember.

Infolge des geringen Jahresniederschlags muss Trinkwasser über eine Meerwasserentsalzungsanlage gewonnen werden.

Bevölkerung Demografie Für Zwecke der Volkszählung ist Aruba in acht Regionen unterteilt, die jedoch keine Verwaltungsfunktionen haben. Diese werden noch weiter in 57 Zonen untergliedert.Aruba Central Bureau of Statistics: Statistical Yearbook 2012, S. 109

Region Flächein km² Einwohner1991 Einwohner2000 Einwohner2010Einwohner 2020 Noord / Tanki Leendert 34,62 10.056 16.944 21.49524.193 Oranjestad West 9,29 8.779 12.131 13.97613.735 Oranjestad Oost 12,88 11.266 14.224 14.31814.923 Paradera 20,49 6.189 9.037 12.02413.834 San Nicolas Noord 23,19 8.206 10.118 10.4339.940 San Nicolas Zuid 9,64 5.304 5.730 4.8504.235 Santa Cruz 41,04 9.587 12.326 12.87015.236 Savaneta 27,76 7.273 9.996 11.51811.955im Ausland lebend115 Aruba 178,91 66.660 90.506 101.484108.166 Nach der Volkszählung 2010 waren von insgesamt 101.484 Einwohnern 48.242 Männer und 53.243 Frauen, was einen Frauenanteil von 52,5 % ergibt. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung lag bei 37,3 Jahren. Der seit den 1990er Jahren anhaltende Trend der Bevölkerungszunahme erreichte seinen Höhepunkt im Jahr 2019, mit 109.241 Einwohnern. Infolge der COVID-19-Pandemie sank die Einwohnerzahl auf 107.566 im Jahr 2023. Davon waren 50.559 Männer und 57.007 Frauen. Der traditionell deutlich höhere Anteil der Frauen stieg nunmehr auf 53,0 %. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung betrug 42,5 Jahre.

Bevölkerungsstruktur Die Bevölkerung Arubas stammt von Ureinwohnern, von Europäern (vor allem von Niederländern), in geringerem Maße von sephardischen Juden und von afrikanischen Sklaven ab. Die Ureinwohner gehörten zu dem südamerikanischen Stamm der Arawak-Indianer. Archäologische Reste von Knochen und Gebrauchsgegenständen verweisen auf eine Verwandtschaft zwischen den südamerikanischen Arawaken und den Einwohnern Arubas. Nachdem die meisten Indianer aus Aruba nach Santo Domingo (Hispaniola) gebracht wurden, um in den Minen zu arbeiten, wurde Aruba im Auftrag des spanischen Königs durch Juan Martín de Ampués besiedelt. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts schrieb A.O. Exquemelin, dass die WIC auf Aruba einen Sergeant und 15 Soldaten stationiert hätten und dass die Insel durch Indianer, die Spanisch sprächen, bewohnt sei. Zweifellos bestand die Bevölkerung der drei Inseln Curaçao, Aruba und Bonaire in diesen Jahren mehrheitlich aus Indianern und stationierten Soldaten der Niederländischen Westindien-Kompanie. Schon mit der Blüte des afrikanischen Sklavenhandels wurde die Basis der Sprache des Papiamentu gelegt.

Im Jahr 1806 bestand nach Angaben des Kommandeurs Van den Broek mehr als die Hälfte der Familienoberhäupter Arubas aus indianischen Familienoberhäuptern.

Die heutige Bevölkerung Arubas besteht neben den Arubanern aus 40 weiteren Nationalitäten. Die Arubaner bilden ungefähr 80 % der Bevölkerung. Die größte Gruppe der übrigen Einwohner von Aruba stellen die Niederländer mit 10 % dar. Der Rest ist einigen anderen Europäern und einem großen Teil Südamerikanern zuzurechnen.

Sprachen Die Amtssprache Arubas ist Niederländisch; Verkehrssprache, auch mit Ämtern, ist zusätzlich Papiamento, die auf den ABC-Inseln verbreitete Kreolsprache.

Im Jahr 2010 wurde erhoben, welche Sprache jeweils zu Hause gesprochen wird. Es ergaben sich folgende Anteile der 101.053 Einwohner: 68,6 % Papiamentu 13,6 % Spanisch 7,1 % Englisch 6,0 % Niederländisch 1,4 % Chinesisch 1,6 % (noch) keine Sprache 1,7 % andere Sprachen

Der Anteil des Spanischen ist durch die Nähe zu Venezuela bedingt. Englisch ist durch den Tourismus wichtig geworden; es ist in der Schule Wahlfach ab der 4. Jahrgangsstufe.

Religion Die Mehrheit der Bevölkerung gehört mit 75,7 % der römisch-katholischen Kirche an, 6,3 % zählen zu anderen Glaubensgemeinschaften. (Stand: 2012)

Bildung Auf Aruba gibt es 34 Schulen sowie vier Universitäten, die Universiteit van Aruba (UA), das Instituto Pedagogico Arubano (IPA), die Aureus University School of Medicine und die Xavier University School of Medicine.

Geschichte Aruba wurde 1499 von Spaniern „entdeckt“ und besiedelt. Von einer Entdeckung kann im strengen Sinne nicht gesprochen werden, da der Kontinent Amerika bereits mindestens 15.000 Jahre früher vom Homo sapiens besiedelt wurde (siehe bspw. Besiedlung Amerikas). 1636 erwarben die Niederlande die Insel. Im 19. Jahrhundert wurde sie im Zuge des Goldrausches wirtschaftlich interessant. Savaneta ist die älteste Stadt der Insel.

Im Zweiten Weltkrieg hatten die Inseln Aruba und Curaçao die weltgrößten Erdölraffinerien. Am 16. Februar 1942 wurden sie deswegen von deutschen und italienischen U-Booten mit Bordkanonen angegriffen, dem ersten Beschuss des amerikanischen Kontinents durch die Achsenmächte während des Zweiten Weltkrieges.

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts verhalf der boomende Tourismus der Insel zu einem weiteren Aufschwung.

Aruba schied 1986 aus dem Land Niederländische Antillen aus und erhielt den Status eines autonomen Landes innerhalb des Königreichs der Niederlande (status aparte). Die politische und gesellschaftliche Struktur des Landes entwickelte sich daher früher als bei den anderen karibischen Ländern eigenständig.

Die Bestrebungen zur vollständigen Unabhängigkeit von den Niederlanden wurden auf Bitten des Landes Aruba im Jahr 1990 vorübergehend eingefroren.

Politik mini|Königreich der Niederlande mit Stellung Arubas Ministerpräsident ist seit März 2025 Mike Eman.

Das Königreich der Niederlande ist aus dem Kolonialreich der Niederlande entstanden. Nach der Unabhängigkeit Indonesiens 1949 umfasste dies noch Suriname in Südamerika sowie die karibischen Inseln, die damals als Niederländische Antillen zusammengefasst waren. Suriname wurde 1975 unabhängig, während die Niederländischen Antillen im Jahr 2010 aufgelöst wurden (Aruba wurde schon 1986 ein eigenständiges Land).

Wirtschaft Von 1825 bis etwa 1915 war auf Aruba die Goldgewinnung der größte Wirtschaftszweig. Arubas größte Stadt nach der Hauptstadt Oranjestad ist St. Nicolas. Sie entwickelte sich in der Zeit der Goldgewinnung zu dieser Größe. 1924 siedelte sich die Lago Oil & Transport Company auf Aruba an. Die Erdölindustrie auf den ABC-Inseln wuchs in den 1920er Jahren sehr schnell und führte zu einer starken Veränderung der Wirtschaftsstruktur. St. Nicolas entwickelte sich nach der Eröffnung der Lago-Ölraffinerie Mitte der 1920er Jahre zum Wirtschaftszentrum der Insel.

Während des Zweiten Weltkriegs spielten die Raffinerien eine wichtige strategische Rolle: Sie sicherten den Energienachschub für die USA. Nach 1945 verlor die Erdölindustrie an Bedeutung. Die Raffinerie, einst eine der größten der Welt, wurde 1985 geschlossen. 1990 unter amerikanischer Firmenleitung wieder eröffnet, wurde der neue Betrieb auf die Raffinerie, Umladung und Lagerung von Öl spezialisiert. Die Ölindustrie hat danach ihre zentrale Bedeutung für die Wirtschaft Arubas wiedergewonnen. Bis 2009, als die Erdölraffination und -lagerung eingestellt wurde, war Öl das wichtigste Produkt Arubas.

Daneben existieren auf Aruba viele Offshore-Banken und Datenverarbeitungsfirmen. Seit Aruba auf dem Index der OECD als Steueroase steht, da seine finanziellen Strukturen einer großangelegten Steuerhinterziehung und Geldwäsche förderlich sind, hat die Regierung viele Schritte unternommen, um den „Steuersparern“ diese Möglichkeiten zu nehmen und somit den Auflagen der OECD gerecht zu werden. Seit dem 1. Juli 2005 gehört Aruba als assoziiertes Gebiet der Niederlande zum Besteuerungsabkommen der EU. Somit sind großangelegte Steuerhinterziehung und Geldwäsche nicht mehr möglich.

Die Landwirtschaft hat, bis auf den Anbau von Aloe, geringe Bedeutung, da unter anderem das Klima mit viel Sonne, tropischen Temperaturen, aber wenig Regen einen schlechten Boden hinterlässt. Die Industrie beschränkt sich weitestgehend auf die Herstellung von Produkten aus der Aruba-Aloen-Pflanze. Das Klima und die trockene Erde sind besonders geeignet für die Aloe-Kultur. Seit 1999 gibt es auch eine Brauerei, die Brouwerij Nacional Balashi.

Arubas Haupthandelspartner sind die Niederlande, die USA sowie Kolumbien und Venezuela.

Die offizielle Währung ist der Aruba-Florin (AWG). Ein Florin besteht aus 100 Cents. Es gibt Münzen zu 5, 10, 25 und 50 Cents sowie zu einem, zweieinhalb und fünf Florins. Die quadratische 50-Cent-Münze, „yotin“ genannt, ist vermutlich die bekannteste Münze Arubas. Mit einer Sondermünze aus Silber mit einem Nominal von 5 Florin wurde 2010 der California-Leuchtturm (Vuurtoren California), eine Sehenswürdigkeit und ein Wahrzeichen der Insel, gewürdigt.Gedenk-Münze 5 Florin

Unternehmen + Anzahl von Unternehmen im Vergleich Region 2002 2012 % Ausgabe September 2013Noord/Tanki Leendert 404 580 43,6 %Oranjestad West 704 780 10,8 %Oranjestad Oost 840 789 − 6,1 %Paradera 111 170 53,2 %Santa Cruz159 209 31,4 %Savaneta 113 130 15,0 %San Nicolas Noord 64 63 − 1,6 %San Nicolas Zuid 153 126 −17,6 % Total 2548 2847

Energieversorgung WEB Aruba, Strom- und Wasserversorgung. AruGas Gasversorgung

Medien Amtliches Mitteilungsblatt ist das Afkondigingsblad van Aruba. Die Tele Aruba N.V. ist ein ansässiges Rundfunk- und Fernsehunternehmen.

Tourismus Der Tourismus ist seit dem Ende der Ölindustrie Hauptwirtschaftszweig und wichtigster Devisenbringer Arubas. Aruba wird jährlich von rund 1,5 Millionen Touristen besucht, die sich zum größten Teil in den Ballungszentren des Tourismus westlich der Hauptstadt aufhalten. Von den gesamten Touristenzahlen entfielen seit dem Jahr 2000 ungefähr 40 % auf den Kreuzfahrttourismus. Letzterer vollzog bis 2019 eine Steigerung um 69,8 %, während diese bei den Hotelgästen im gleichen Zeitraum 55 % betrug. Beide Tourismuszweige erreichten im Jahr 2019, vor Beginn der COVID-19-Pandemie, ihre Höhepunkte. Die Gesamtzahl der Touristen betrug 2019 1.950.945, wovon 1.118.944 auf Hotelgäste entfielen, 823.001 auf Kreuzfahrtgäste.