Bundesautobahn 83 (Abkürzung: BAB 83) – Kurzform: Autobahn 83 (Abkürzung: A 83) – war der Projektname einer in den 1970er-Jahren geplanten Autobahn von Lauffen am Neckar über Ludwigsburg, Stuttgart, Tübingen, Hechingen, Villingen-Schwenningen nach Hüfingen. Sie sollte den Fernverkehr der parallel verlaufenden B 27 aufnehmen.

Beim Lauffener Landturm sollte ein Autobahndreieck die Verbindung von der inzwischen ebenfalls verworfenen Odenwald-Neckar-Alb-Autobahn (A 45) herstellen. In Stuttgart wäre die A 83 zwischen Zuffenhausen (Stelle des heutigen Teilers von B 10 und B 27) und Heslach unterbrochen gewesen.

Die Ausführung wurde verworfen, die zwischen 1979 und 1994 eröffnete „neue B 27“ zwischen Stuttgart-Möhringen und Tübingen liegt allerdings im geplanten Verlauf der A 83 und ist autobahnähnlich ausgebaut (Gelbe Autobahn), ebenso im weiteren Verlauf der Abschnitt von Bodelshausen nach Balingen und von Bad Dürrheim nach Donaueschingen.

Anfang Mai 2013 regte Donaueschingens Oberbürgermeister Thorsten Frei an, den Abschnitt der B 27 zwischen Bad Dürrheim und Hüfingen zur Autobahn hochzustufen. Damit wurde eine schnellere Realisierung des vierstreifigen Ausbaus zwischen Donaueschingen-Mitte und Hüfingen erhofft.Badische Zeitung vom 8. Mai 2013: Kniff soll B27-Ausbau beschleunigen (abgerufen am 3. Juni 2013) Auf ähnliche Weise soll auch der Freiburger Stadttunnel realisiert werden, dort wird die B 31 zur A 860 hochgestuft.

Im Bedarfsplan des Vierten Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 15. November 1993Bundesgesetzblatt Jg. 1993, Teil I, S. 1877 war für die Verbindung Leipzig – Chemnitz die Bezeichnung als A 83 vorgesehen. Diese Strecke wurde als Verlängerung der Bundesautobahn 72 realisiert.

Planungsgeschichte In der Weimarer Republik war im Plan zum sogenannten „Spitzennetz“ die Linie Eberbach – Heilbronn – Stuttgart – Tübingen – Hechingen – Donaueschingen – Tengen – Singen – Stein am Rhein (Schweiz) mit einem Abzweig bei Thayngen über Schaffhausen nach Zürich in der 2. Ausbaustufe vorgesehen.Vorentwurf zu einem Kraftwagenstraßennetz Deutschlands – Spitzennetz Im Autobahngrundnetz vom Mai 1934 war lediglich die der heutigen A 81 und teilweise der A 7 entsprechenden Strecke Bad Hersfeld – Fulda – Würzburg – Heilbronn – Stuttgart enthalten. Erst ab 1938 war an eine Verlängerung dieser Linie über Donaueschingen nach Schaffhausen gedacht, die hier ebenfalls im Wesentlichen der Trasse der heutigen A 81 entsprach. Lediglich zwischen Donaueschingen und Schaffhausen lehnte sich die Streckenführung an die Reichsstraße 27 an. Eine weitere parallel führende Autobahn auf der später als A 83 projektierten Linie zwischen Lauffen, Stuttgart, Tübingen und Donaueschingen war nicht geplant.

Der Ausbauplan für die Bundesfernstraßen des Gesetzes vom 27. Juli 1957Bundesgesetzblatt, Jg. 1957, Teil I, S. 1189 sah zwar noch keinen Bau einer Bundesautobahn vor, doch war die Bundesstraße 27 zwischen der Anschlussstelle Ludwigsburg-Nord, Stuttgart, Tübingen, Rottweil, Donaueschingen und Schaffhausen in das „Blaue Netz“ der neu oder auszubauenden Bundesstraßen aufgenommen.Ausbauplan für die Bundesfernstraßen. Aufgestellt vom Bundesminister für Verkehr. Bundesdruckerei, Bonn 1957, Anlage 1

Der Bedarfsplan des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 30. Juni 1971Bundesgesetzblatt Jg. 1971, Teil I, S. 873 enthielt ebenfalls noch keine Bundesautobahnplanung. Dafür war allerdings der vierstreifige Neubau der B 27 vorgesehen. Das Vorhaben gliederte sich in folgende Teilprojekte:

KurzbezeichnungAbschnittAusbauStandB 27nördlich Bietigheim-Bissingen (Dreieck mit der „Autobahn 13“, später A 45) – südlich Bietigheim-BissingenvierstreifigStufe II)B 27südlich Bietigheim-Bissingen – Tamm (Kreuz mit der „Autobahn 23“, später A 81) – nördlich LudwigsburgvierstreifigStufe IB 27nördlich Ludwigsburg – Kornwestheim – Stuttgart-Zuffenhausen bzw. Stuttgart-Stammheim (Kreuz mit der B 10), später A 80, sowie mit der B 29, später A 87vierstreifigStufe IIB 27Stuttgart-Degerloch – Stuttgart-Fasanenhof (Kreuz mit der „Autobahn 21“, später A 8) – Leinfelden-EchterdingenvierstreifigfertiggestelltB 27nLeinfelden-Echterdingen – Filderstadt (Dreieck mit der B 312, später Bundesautobahn 85) – Aichtal (Dreieck mit der B 312, später A 85) – Tübingen (Dreieck mit der B 27/B 464 nördlich von Tübingen; Kreuz mit der B 28 in Tübingen)vierstreifiglaufendes VorhabenB 27Tübingen – nördlich Dußlingen (Kreuz mit der B 28n, später A 84) – nördlich HechingenvierstreifigStufe IB 27nördlich Hechingen – Wessingenvierstreifig1. Fahrbahn fertiggestellt, 2. Fahrbahn in Stufe I)B 27Wessingen – südlich Balingen (B 463)vierstreifigStufe IB 27südlich Balingen – Kreuz Villingen-Schwenningen (A 81)vierstreifigStufe IIB 27Kreuz Villingen-Schwenningen – südlich Villingen-Schwenningen (B 311, heute: B 523)vierstreifigStufe IB 27südlich Villingen-Schwenningen – Bad Dürrheimvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IB 27Bad Dürrheim – nördlich Donaueschingen (Kreuz mit der „Autobahn 84“, später A 86) – Hüfingen (B 31)vierstreifigStufe I

Mit der Neustrukturierung des Netzes der Bundesautobahnen, die mit Wirkung ab 1. Januar 1975 eingeführt wurde, wurde der gesamte Streckenzug unter der einheitlichen Bezeichnung als „Bundesautobahn 83“ zusammengefasst.

In der Netzkarte der Bundesregierung vom 1. Januar 1976 ergab sich bereits eine Änderung: die Planung der A 45 um Stuttgart wurde modifiziert, so dass sich eine nördliche Verlängerung der Trasse der A 83 über Besigheim nach Lauffen erforderlich machte.

Der Bedarfsplan des Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 5. August 1976Bundesgesetzblatt Jg. 1976, Teil I, S. 2093 brachte für die Bundesautobahn 83 in der Trassierung eine weitere Änderung: zwischen Lauffen (A 45) und nördlich Bietigheim-Bissingen war nicht mehr der Bau einer Autobahn, sondern lediglich der zweistreifige Neubau der B 27n angedacht. Zudem änderte sich die Dringlichkeit von Abschnitten der A 83. Es ergab sich folgendes Bild:

AbschnittAusbauStandnördlich Bietigheim-Bissingen – Tamm (Kreuz mit der A 81) – nördlich LudwigsburgvierstreifigStufe Ianördlich Ludwigsburg – südlich Kornwestheimvierstreifigmöglicher weiterer Bedarfsüdlich Kornwestheim – Stuttgart-Zuffenhausen bzw. Stuttgart-Stammheim (Kreuz mit der A 80/A 87)vierstreifigStufe IaStuttgart-Degerloch – Stuttgart-Fasanenhof (Kreuz mit der A 8)  – Leinfelden-EchterdingenvierstreifigfertiggestelltLeinfelden-Echterdingen – Filderstadt (Dreieck mit der A 85) – Aichtal (Dreieck mit der A 85)vierstreifiglaufendes VorhabenAichtal – Rübgarten (B 464)vierstreifigStufe IaRübgarten (B 464) – Tübingen (B 28)vierstreifig1. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ia, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IbTübingen – nördlich Dußlingen (Kreuz mit der A 84) – NehrenvierstreifigStufe IaNehren – Mössingen – Bad SebastiansweilervierstreifigStufe IbBad Sebastiansweiler – nördlich Hechingenvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Iavierstreifigfertiggestelltsüdlich Hechingen – Wessingenvierstreifig1. Fahrbahn fertiggestellt, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IaWessingen – Balingen – SchömbergvierstreifigStufe IbSchömberg – Kreuz Villingen-Schwenningen (A 81)vierstreifigmöglicher weiterer BedarfKreuz Villingen-Schwenningenvierstreifigunter VerkehrKreuz Villingen-Schwenningen – nördlich Villingen-Schwenningen (B 523)vierstreifig1. Fahrbahn fertiggestellt, 2. Fahrbahn als möglicher weiterer Bedarfnördlich Villingen-Schwenningen (B 523)  – südlich Villingen-Schwenningen (B 311, heute B 523)vierstreifig1. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ia, 2. Fahrbahn als möglicher weiterer Bedarfsüdlich Villingen-Schwenningen – südlich Bad Dürrheimvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ibsüdlich Bad Dürrheim – Kreuz mit der A 86 – nördlich Donaueschingenvierstreifig1. Fahrbahn als laufendes Vorhaben, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ibnördlich Donaueschingen – östlich Donaueschingenvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe Ib

Mit dem Zweiten Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen in den Jahren 1971 bis 1985 vom 25. August 1980Bundesgesetzblatt Jg. 1980, Teil I, S. 1614 kam das Aus für die A 83. Die Planungen beschränkten sich auf den Aus- und abschnittsweisen Neubau der Bundesstraße 27:

KurzbezeichnungAbschnittAusbauStandB 27Verlegung zwischen Kirchheim am Neckar, Walheim und BesigheimzweistreifigStufe IB 27Bietigheim-Bissingen – Tamm (A 81)vierstreifiglaufendes VorhabenB 27Aichtal – Rübgartenvierstreifiglaufendes VorhabenB 27Rübgarten – Tübingenvierstreifig,Stufe IB 27vierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IB 27Nehren – Mössingen – Bad SebastiansweilervierstreifigStufe IB 27Bad Sebastiansweiler – nördlich Hechingenvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn als laufendes VorhabenB 27Wessingen – nördlich EngstlattvierstreifigStufe IB 27Engstlatt – Balingenvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IB 27Balingen – SchömbergzweistreifigStufe IB 27nördlich Villingen-Schwenningen  – südlich Villingen-Schwenningen (OU)zweistreifigStufe IB 27südlich Villingen-Schwenningen – südlich Bad Dürrheimvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IbB 27vierstreifig1. Fahrbahn fertiggestellt, 2. Fahrbahn als laufendes Vorhaben

Die B 314 zwischen Blumberg (B 27), Stühlingen und Lauchringen sollte zweistreifig (Dringlichkeitsstufe I) weitestgehend neu errichtet oder ausgebaut werden.

Das Dritte Gesetz zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen vom 21. April 1986Bundesgesetzblatt Jg. 1986, Teil I, S. 557 führte zu keiner Wiederaufnahme der A 83 in den Bedarfsplan. Vorgenommen war weiterhin der Aus- und Neubau der Bundesstraße 27:

KurzbezeichnungAbschnittAusbauStandB 27Verlegung zwischen Kirchheim am Neckar, Walheim und BesigheimzweistreifigStufe IB 27Bietigheim-Bissingen – Tamm (A 81)vierstreifiglaufendes VorhabenB 27Aichtal – Rübgartenvierstreifiglaufendes VorhabenB 27Rübgarten – Tübingenvierstreifig,Stufe IB 27vierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IB 27Nehren – Mössingen – Bad SebastiansweilervierstreifigStufe IB 27Bad Sebastiansweiler – nördlich Hechingenvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn als laufendes VorhabenB 27Wessingen – nördlich EngstlattvierstreifigStufe IB 27Engstlatt – Balingenvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IB 27Balingen – SchömbergzweistreifigStufe IB 27nördlich Villingen-Schwenningen  – südlich Villingen-Schwenningen (OU)zweistreifigStufe IB 27südlich Villingen-Schwenningen – südlich Bad Dürrheimvierstreifig1. Fahrbahn unter Verkehr, 2. Fahrbahn in Dringlichkeitsstufe IbB 27vierstreifig1. Fahrbahn fertiggestellt, 2. Fahrbahn als laufendes Vorhaben

Südlich Donaueschingen war ein Neu- oder Ausbau der B 27 bis auf eine Ausnahme (Bereich Riedböhringen, zweistreifig als laufendes Vorhaben) nicht mehr vorgesehen. Die B 314 zwischen Blumberg (B 27), Stühlingen und Lauchringen sollte zweistreifig (Dringlichkeitsstufe I) weitestgehend neu errichtet oder ausgebaut werden.

Im Bedarfsplan des Vierten Gesetzes zur Änderung des Fernstraßenausbaugesetzes vom 15. November 1993Bundesgesetzblatt Jg. 1993, Teil I, S. 1877 war die A 83 in Baden-Württemberg weiterhin nicht enthalten. Stattdessen wurde die Bezeichnung für die Strecke Leipzig (Dreieck mit der A 140, heute A 38) – Borna – Chemnitz (Kreuz mit der A 4/A 72) vergeben. Der Aus- und Neubau der Bundesstraße 27 hatte folgende Projekte zum Gegenstand: