Schöneck/Vogtl. ist eine Stadt im sächsischen Vogtlandkreis und befindet sich rund 25 Kilometer südöstlich von Plauen. Mit ist sie die höchstgelegene Stadt des Vogtlandes und ist dem so genannten Musikwinkel zuzurechnen. Die Abkürzung „Vogtl.“ im Ortsnamen steht für „Vogtland“. Aufgrund der Höhenlage und der ausgedehnten Wälder sind die Gemeindeteile Eschenbach, Kottenheide und Schöneck/Vogtl. (Hauptort) seit 1962 staatlich anerkannte Erholungsorte.

Geographie Lage Aus naturräumlicher Sicht liegt Schöneck nicht im Vogtland, sondern im Westerzgebirge. In Schöneck befindet sich der westliche Endpunkt des Erzgebirgskamms. Die entlang dieses Kamms verlaufende Wasserscheide zwischen den linken Elbzuflüssen Eger einerseits und Mulde sowie Saale andererseits biegt auf dem Stadtgebiet nach Süden zum Hauptkamm des Elstergebirges ab. Auf dem Stadtgebiet entspringen die Zwickauer Mulde und die Zwota.

Nachbargemeinden

Stadtgliederung Die Stadt entwickelte sich durch schrittweise Eingliederung von sieben ehemaligen Dörfern der Umgebung. Neben dem Hauptort Schöneck hat die Stadt noch folgende Ortsteile:vgl. auch Stadt Schöneck – Ortsteile Ortsteil eingemeindet Einwohner (ca.) Fläche (km2) eigene Gemarkung Ortsbeirat (Mitglieder) Arnoldsgrün 1996 380 8,0556 ja ja (4) Eschenbach 1950 110 5,3779 ja nein Gunzen 1995 200 6,0071Der Fläche wird auch der Ortsteil Zwotental zugerechnet ja ja (5) Korna 1950 30 2,0591 ja nein Kottenheide 1956 60 0keine eigene Gemarkung, Fläche zählt zum Hauptort Schöneck nein nein Schilbach 1995 230 6,0071 ja ja (5) Tannenhaus 1939 … 0keine eigene Gemarkung, Fläche zählt zum Hauptort Schöneck nein nein Zwotental 1995 50 0Ist der Fläche von Gunzen zugerechnet nein nein Zudem gibt es auf der Flur Gunzen die Wüstung Pechtelsgrün.

Geschichte Bis zum 15. Jahrhundert mini|Burg Schöneck, Infotafel Geschichte Die Besiedlung von Stadt und Burg Schöneck als mittelalterlicher Herrensitz begann vermutlich im Zeitraum zwischen 1180 und 1200. Als erster Besitzer von Burg (castrum Schoennecke) und Ort Schöneck wurde im Jahr 1225 Albertus de Schoenegge schriftlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert sind Burg und Ort Schöneck im Besitz der Vögte von Plauen. 1327 trug Vogt Heinrich der Ältere von Plauen seine Herrschaft dem König Johann von Böhmen zu Lehen auf. Neben anderen Ortschaften kam damit auch Schöneck zur Krone Böhmens. Im Jahr 1370 erhob Kaiser Karl IV. Schöneck zur Stadt und verlieh ihr die gleichen Rechte, wie sie die Stadt Elbogen in Böhmen besitzt. Vom selben Jahr datiert der Nachweis, dass die Schönecker Thosse die Burgherrschaft besitzen. Diese adlige Familie ging aus den Herren von Schöneck hervor. In der Folgezeit kamen Burg und Stadt Schöneck im Jahr 1397 an den Grafen Günter von Schwarzburg und 1422 durch die von König Sigismund veranlasste Verpfändung an die Wettiner. Dadurch wechselte die Burgherrschaft Schöneck von böhmische in sächsische Herrschaft, wobei die Freiheiten und Rechte von Schöneck nicht angetastet und in Zukunft immer wieder bestätigt wurden. Bereits 1430 verpfändeten Kurfürst Friedrich von Sachsen und Herzog Sigismund von Sachsen Schloss, Amt und die Vogtei Schöneck und Schönbach an die Gebrüder von Wolffersdorff. 1437, erhielt der erste bürgerliche Kanzler des Heiligen Römischen Reichs Kaspar Schlick, Burggraf zu Eger und Elbogen (heute Loket), das Schloss Schöneck mit allem Zubehör durch Verpfändung von den Wettinern.Regest 12064 in Regesta Imperia – Regest 12064 Später wurde ihm die Burgherrschaft als rechtes Erbe und Lehen zuerkannt. Seinen Nachfolgern wurde 1466 die Burg Schöneck samt Zubehör als Gesamtlehen von den sächsischen Kurfürsten zugesprochen.„Mathes und Wentzel Schlick, Vettern, Herren zu Weißkirchen, hatten am 23. März 1466 von Ghurfiirst Ernst und Herzog Albrecht zu Sachsen das Schloß Schöneck mit Zugehör zu Gesamtlehen erhalten“; vgl. von Raab, Regesten I, Nr. 744, S. 170. aus: Leipziger Schöffensspruchsammlung Bd. 1, Forschungsinstitut für Rechtsgeschichte Leipzig, Hrsg. von Dr. jur. Guido Kisch, Vlg. S. Hirzel, Leipzig Der nochmals 1487 erwähnteErich Wild: Geschichte von Markneukirchen: Stadt und Kirchspiel, in: Beilageheft zur 34. Jahresschrift des Vereins für vogtländische Geschichte und Altertumskunde, Vogtländischer Heimatverlag Franz Neupert G.m.b.H., 1925. Daraus zitiert: „1487, Oktober 3. Wenzlaw Schlick, Burggraf zu Eger etc. und Friedrich von Reitzenstein, Hauptmann zu Vogtsberg und Plauen, schlichten die zwischen den Bürgern von Schöneck und denen von Wohlbach über die Wacht zu St. Peter auf der Kottenheide entstandenen Streitigkeiten. D. Newnkirchen auf mitboch nach Michaelis. Gedr. Marbach, Schöneck II, 37. 97a. Ebenda S. 450“. Dazu die Anmerkung: Im Gegensatz zur folgenden bekannten Historie werden die Schlicks indirekt noch bis 1542 als Besitzer erwähnt (Grenzstreitigkeiten mit Nachbarorten). Ebenda S. 465 Nachfahre Wenzel (Wenzlaw) Schlick verkaufte das Schloss Schöneck „mit allen Zugehörungen“ 1499 an Hans von Scheuben aus Eger. Dabei gibt es Kaufstreitigkeiten, denn Schlick hat das Schloss an zwei Interessenten verkauft. Im Jahr 1534 verkauften die Vormünder Adams von Scheuben für ihr Mündel die Herrschaft Schöneck, bestehend aus Schloss, Gut und Städtchen, an den ernestinischen Kurfürsten Johann Friedrich. Nach 1542 wurde sie in das Amt Voigtsberg integriert.

16. bis 19. Jahrhundert mini|Stadtbrand Schöneck (Vogtl.) 1856, Infotafel Im Schmalkaldischen Krieg wurde Stadt und Burg Schöneck 1546 von den kaiserlichen Truppen eingenommen und verwüstet. Drei Jahre später veräußerte der böhmische König Ferdinand seinem Kanzler Heinrich von Plauen zum Dank für die im Schmalkaldischen Krieg geleisteten Dienste u. a. Schloss und Stadt Schöneck. Seitdem gehörte Schöneck zum Amt Plauen. Durch die Niederlage der Ernestiner im Schmalkaldischen Krieg kamen die drei vogtländischen Ämter Pausa, Plauen und Voigtsberg im Jahr 1547 in Besitz der böhmischen Krone. 1548 kauften die Herren von Plauen die Ämter als böhmisches Lehen zurück; 1559 verpfändeten sie sie an den sächsischen Kurfürsten August von Sachsen. Weil das Pfand nicht wieder eingelöst wurde, verblieb Schöneck beim Kurfürstentum Sachsen. Durch die häufigen Verpfändungen und Herrschaftswechsel wurde die Burg Schöneck stark in Mitleidenschaft gezogen. Im Jahr 1580 wurden Teile der Unterburg abgetragen und stattdessen ein kurfürstliches Jagdschloss erbaut.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden Burg und Stadt Schöneck hart getroffen. 1632 plünderten die Truppen unter General Heinrich von Holk die Stadt, zerstörten die Burganlage und brannte den Ort nieder.Zill, Günter: Die ehemalige Burgherrschaft Schöneck, 1999; S. 147; Verlag Beier & Beran, 183 Seiten 1655 erwarb der Rat der Stadt Schöneck die Obergerichte im Weichbild der Stadt, im Stadtwald Haselbrunn und über einige Güter in Eschenbach, sowie die Schriftsässigkeit.

Von 1657 bis 1718 lag Schöneck im albertinischen Sekundogeniturfürstentum Sachsen-Zeitz. 1680 wurde die Stadt erneut zerstört und auch im Siebenjährigen Krieg entstand durch einquartiertes österreichisches Militär im Jahr 1761 ein Brand, der große Teile der Stadt vernichtete und auch die Burgreste betraf. 1765 wurden die letzten Reste des Schlosses, der alte Bergfried, abgetragen und die Steine zum Wiederaufbau der Stadt verwendet. Erhalten blieb nur der Burgberg „Alter Söll“. Der letzte große Stadtbrand war 1856.

Seit dem 17. Jahrhundert wurden in Schöneck Geigen gebaut. Dieses Handwerk brachten Exulanten aus Böhmen mit, die dort wegen ihres protestantischen Glaubens verfolgt wurden. 1730 wurde in Schöneck eine Geigenbauerinnung gegründet. Bis ins 20. Jahrhundert wurden neben Geigen weitere Musikinstrumente wie Flöten, Saxophone und elektrische Instrumente in der Stadt produziert. Die Stadt Schöneck gehörte um 1791 bis 1856 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Voigtsberg.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 74 f. Nach 1856 war die Stadt Sitz des Gerichtsamts Schöneck. Ab 1875 gehörte Schöneck zur Amtshauptmannschaft Oelsnitz.

20. Jahrhundert mini|Stadtplan von Schöneck (um 1921) mini|Stadtkern mit Stadtkirche St. Georg und dem Felsen Alter Söll (2008) Nach mehreren Stadtbränden (1632, 1680, 1761 und 1856) fand Schöneck in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schließlich den Weg in die Industrialisierung. So wurde 1865 die Herstellung von Zigarren in Heim- und Fabrikarbeit eingeführt. 1875 erhielt Schöneck mit der Eröffnung der Bahnstrecke Chemnitz–Aue–Adorf Anschluss an das Schienennetz. Die Bedeutung des Bahnhofs stieg mit der Eröffnung der Bahnstrecke Zwotental–Klingenthal (1875) und der Bahnstrecke Falkenstein–Muldenberg (1892). Bis zum Ersten Weltkrieg wuchs die Bevölkerung stetig an. Im Jahr 1912 weihte die Stadtverwaltung ein Amtsgerichts-Gebäude ein, das in den späten Jahren des 20. Jahrhunderts zur Paracelsus-Klinik umgewandelt wurde. Im Gebäude befand sich von Anfang März 1933 bis mindestens zum 19. April 1933 ein frühes Konzentrationslager für politische Gegner des NS-Regimes.

In den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges beschossen die Amerikaner die Stadt mit Artillerie und besetzten sie kampflos.Geschichte der Stadt Schöneck auf der Homepage

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Eschenbach eingegliedert. Zwischen 1950 und 1996 wurden sieben umliegende Ortschaften nach und nach in die Stadt eingemeindet. Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Stadt Schöneck/Vogtl. im Jahr 1952 zum Kreis Klingenthal im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der 1990 als sächsischer Landkreis Klingenthal fortgeführt wurde und 1996 im Vogtlandkreis aufging.

Im Jahr 1962 wurde die Stadt Schöneck/Vogtl. Staatlich anerkannter Erholungsort. Der erste Skilift an der Hohen Reuth entstand 1967. Neun Jahre später wurde dort ein Ferienheim erbaut. Das 1985 eingeweihte FDGB-„Ferien- und Erholungsheim Karl Marx“ auf der Hohen Reuth gehörte mit 1000 Betten zu den größten Neubauten dieser Art in der DDR. Später wurde es als IFA-Hotel fortgeführt.www.kammloipe.de Seit 1969 wurde die Zigarrenindustrie auf die Branche Musikelektronik umprofiliert. Am 1. Juni 1992 entstand die TechniSat Vogtland GmbH in Schöneck/Vogtl., die seitdem HDTV-Receiver, Entschlüsselungsmodule, Multischalter, Einkabellösungen und Sat-Installationsprodukte produziert. Der Standort sollte eigentlich zum 31. Dezember 2025 geschlossen werden, wurde jedoch daraufhin vom Bremer Raumfahrtunternehmen OHB übernommen.mdr.de abgerufen am 2. November 2025 Zwischen 1995 und 1996 erfolgte der Umbau des IFA-Ferienparks und der Neubau von Sportstätten und eines Erlebnisbades. Am 9. Dezember 2006 wurde das Skigebiet „Skiwelt Schöneck“ und im Jahr 2015 die „Bikewelt Schöneck“ eingeweiht.Geschichte der Stadt Schöneck

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1998 31. Dezember): Jahr Einwohner 1834 1.680 1890 3.270 1912 4.896 1971 3.722 1983 3.500 1998 3.951 1999 3.913 2000 3.889 2001 3.802 Jahr Einwohner 2002 3.775 2003 3.752 2004 3.721 2007 3.603 2008 3.524 2012 3.343 2013 3.318 2016 3.198 2021 3.060 Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen

Gedenkstätten Auf dem Friedhof erinnern vier Grabstätten mit einer Gedenktafel an zwei sowjetische, einen französischen und einen polnischen Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und in Schöneck zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden.

Politik

mini|Rathaus Schöneck/Vogtl. Stadtrat Seit der Stadtratswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 16 Sitze des Stadtrates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: CDU: 5 Sitze Freie Wähler Schöneck/Vogtland (FW): 4 Sitze AfD: 3 Sitze Bürger für Schöneck (BFS): 3 Sitze SPD: 1 Sitz