Die Anrampungsneigung Δs (in der Schweiz sekundäre Längsneigung ΔiNorm VSS 40 120: Linienführung; Quergefälle in Geraden und Kurven, Quergefällsänderung, Ausgabe 2019-03) ist ein Fachbegriff im Straßenbau und bezeichnet die auf die Neigung der Gradiente bezogene Längsneigung eines Fahrbahnrandes. Sie tritt in Verwindungsbereichen (Wechsel der Querneigung der Fahrbahn) auf.

Sie wird aus dem Abstand zwischen Fahrbahnrand und Drehachse a, Querneigungsänderung Δq und der Länge des Verwindungsbereichs l berechnet:

Die Mindestlänge der Verwindungsstrecke ergibt sich damit zu:

Grenzwerte für Deutschland Das für Landstraßen einschlägige technische Regelwerk Richtlinien für die Anlage von Landstraßen (RAL) gibt Mindest- und Höchstwerte für die Anrampungsneigung je nach Entwurfsgeschwindigkeit vor. Hieraus lassen sich Mindest- und Höchstlängen des Verwindungsbereichs berechnen.

Entwurfsklassemax Δs [%]min Δs [%] bei q ≤ 2,5 %EKL 1/EKL 20,80,1 * aEKL 31,00,1 * aEKL 41,50,1 * a

Auf Autobahnen gelten folgende Grenzwerte der Richtlinien für die Anlage von Autobahnen (RAA):

Entwurfsklassemin Δs [%]max Δs [%] bei a < 4,00 mmax Δs [%] bei a ≥ 4,00 mEKA 1/EKA 20,10 * a0,225 * a0,9EKA 3 0,25 * a1,0

Für Innerortsstraßen gelten die Grenzwerte der RASt:

Straßentypmax Δs [%]min Δs [%]angebaute Stadtstraßekeine Vorgabe0,1 * aanbaufreie Hauptverkehrsstraße mit vzul = 50 km/h0,50 * a2,0 (a ≥ 4,0 m)0,1 * aanbaufreie Hauptverkehrsstraße mit vzul = 70 km/h0,40 * a1,6 (a ≥ 4,0 m)0,1 * a

Grenzwerte für die Schweiz In der Schweiz sind in der Norm VSS 40 120 folgende Grenzwerte definiert: Strassentypmax Δi [%]min Δi [%] bei p ≤ 3,0 %Hochleistungsstrassen1,00,1 * aÜbrige Strassen ausserhalb besiedelter Gebiete1,50,1 * aÜbrige Strassen innerhalb besiedelter Gebiete2,00,1 * a

Siehe auch

Straßenentwässerung Höhenplan Trassierungselement

Literatur

Günter Wolf: Straßenplanung, Werner Verlag, 2005, ISBN 3-8041-5003-9

Einzelnachweise

Kategorie:Straßenentwurf