mini|Die Zürcher Altstadt mit Fraumünster, Münsterbrücke, dem Turm von St. Peter und dem Grossmünster, von der Quaibrücke mini|Häuser am Münsterhof
Zürich (zürichdeutsch Züri ,ortsnamen.ch – das Portal der schweizerischen Ortsnamenforschung. , , Rumantsch Grischun ) ist eine schweizerische Stadt, politische Gemeinde sowie Hauptort des gleichnamigen Kantons. Der Bezirk Zürich ist mit dem Stadtgebiet identisch.
Die Stadt Zürich ist mit Einwohnern (Stand ) die grösste Stadt der Schweiz und weist eine Bevölkerungsdichte von Einwohnern pro Quadratkilometer auf. Das Umland ist ebenfalls dicht besiedelt; die städtische Bebauung und Infrastruktur setzt sich im Nordosten und Nordwesten der Stadt sowie entlang des Zürichsees nahtlos fort. Im Kerngebiet der Agglomeration Zürich (einschliesslich der Stadt) leben über eine Million Menschen,Klemens Rosin: In: stadt-zuerich.ch, 12. Februar 2015, abgerufen am 1. Oktober 2026. in der ganzen Agglomeration etwa 1,45 Millionen (Stand 2022),Räume mit städtischem Charakter der Schweiz 2020. Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 2. August 2024 (Stand 31. Dezember 2022). – Das BFS hat die Raumgliederung in sogenannte «Metropolräume» aufgegeben. Die letzte verfügbare Zahl für den «Metropolraum Zürich» bezieht sich auf das Jahr 2012: Damals lebten in diesem Gebiet 1,88 Mio. Menschen. (Metropolraum Zürich. In: Statistisches Jahrbuch der Stadt Zürich 2014.). ein Sechstel der Schweizer Bevölkerung.
Die Stadt liegt im östlichen Schweizer Mittelland, an der Limmat am Ausfluss des Zürichsees. Ihre Einwohner werden Zürcher genannt (bzw. Stadtzürcher zur Differenzierung von den übrigen Einwohnern des Kantons).
Das aus der römischen Siedlung entstandene Zürich wurde 1262 freie Reichsstadt und 1351 Mitglied der Eidgenossenschaft. Die Stadt des Reformators Huldrych Zwingli wurde 1519 zu einem Zentrum der Reformation (neben Wittenberg, Genf und Strassburg). Bis heute gilt sie als Ausgangspunkt der weltweiten reformierten Kirche und der Täufer. Die Stadt erlebte im Industriezeitalter ihren Aufstieg zur heutigen Wirtschafts- und Finanzmetropole der Schweiz und zur Global City.
Mit ihrem Hauptbahnhof, dem grössten Bahnhof der Schweiz, und dem Flughafen (auf dem Gebiet der Gemeinde Kloten) ist die Stadt Zürich ein kontinentaler Verkehrsknotenpunkt. Aufgrund der ansässigen Grossbanken (u. a. UBS und Zürcher Kantonalbank) und Versicherungen (Zurich Insurance Group und Swiss Re) ist sie ein internationaler Finanzplatz und der grösste Finanzplatz der Schweiz, gefolgt von Genf und Lugano. Daneben beherbergt die Stadt mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität Zürich die zwei grössten universitären Hochschulen der Schweiz. Trotz der vergleichsweise geringen Einwohnerzahl wird Zürich zu den Weltstädten gezählt. Zürich ist das wichtigste Zentrum der Schweizer Medien- und Kreativbranche. Mit seiner Lage am Zürichsee, seiner gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt und einem vielseitigen Kulturangebot und Nachtleben ist es zudem ein Zentrum des Schweizer Tourismus.
Seit Jahren wird Zürich neben Basel und Genf als eine der Städte mit der weltweit höchsten Lebensqualität und zugleich neben Genf mit den höchsten Lebenshaltungskosten weltweit gelistet. Zürich ist nach Monaco und Genf die Stadt mit der dritthöchsten Millionärsdichte weltweit.
Stadtname und Aussprache Der Name Zürich wird auf Schweizer Hochdeutsch mit kurzem ü ausgesprochen (),Vgl. Die Aussprache des Hochdeutschen in der Schweiz. Eine Wegleitung. Im Auftrag der Schweizerischen Siebs-Kommission hrsg. von Bruno Boesch. Schweizer Spiegel Verlag, Zürich 1957, S. 39; Duden. Die deutsche Rechtschreibung. Hrsg. von der Dudenredaktion. 26. Auflage. Dudenverlag, Berlin/Mannheim/Zürich 2013, S. 1206. auf bundesdeutschem Hochdeutsch mit langem ü (). Die zürichdeutsche Lautung kennt mit Züri kurzes ü und lautgesetzlichen Schwund von auslautendem ch. In der vierten Landessprache der Schweiz, Rätoromanisch, lautet der Stadtname auf Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran und Rumantsch Grischun , auf Vallader und Putèr .Zürich im Dicziunari Puter, udg.ch, abgerufen am 29. Januar 2024. Die aus der Römerzeit überlieferte lateinische Form ist .
Der Ortsname findet sich erstmals auf dem Grabstein des Lucius Aelius Urbicus aus der Zeit 185 bis 200 n. Chr. als bezeugt, was als zu lesen ist. Das Substantiv ist aus diesem Adjektiv rekonstruiert.Zürcher Siedlungsnamenbuch (2022), unter Zürich. Die deutsche Lautung wird erstmals um 700 fassbar, als der Geograph von Ravenna in seiner «Cosmographia» den Ort Ziurichi nennt; die Schreibung «iu» dürfte hier den i-Umlaut und damit die Lautung ü bezeichnen.
Zur ursprünglichen Bedeutung des Namens gibt es verschiedene Annahmen. Diejenige Erklärung, welche die bisher am weitesten verbreitete Anerkennung geniesst, leitet Zürich vom Personennamen Tūros her, der um das Suffix -īcon erweitert ist, womit der Ortsname «dem Tūros zugehörig» im Sinne von «Siedlung des Tūros» bedeutete.Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 992 f.Manfred Niemeyer (Hrsg.): Deutsches Ortsnamenbuch. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2012, ISBN 978-3-11-018908-7, S. 719, doi:10.1515/9783110258028. Hinsichtlich der Sprache des Personennamens dachte die ältere Forschung an Venetisch oder Illyrisch, wogegen man ihn heute als keltisch deutet. Eine 2011 publizierte Erklärung von Wulf Müller verwirft die Pänultima-Betonung des lateinischen Ortsnamens (also die Betonung auf dem i), setzt Erstbetonung an (also auf dem u) und postuliert auf dieser Grundlage eine Ableitung von einem Flussnamen *Turos, was die Benennung eines ehemaligen Sihlarms gewesen sein soll. Nach einer 2019 von Theo Vennemann publizierten These soll der Ortsname Zürich in einem Zusammenhang mit den im mitteleuropäischen Raum häufigen Ortsnamen auf Dürr-, Dürk-, Türk- stehen, für die er einen gemeinsamen vaskonischen Ursprung postuliert.Die Basis *turi finde sich noch heute im Baskischen in der Form iturri, wo sie Quelle bedeutet, und die häufige «Endung» auf /k/ wird als Genitivus locativus gedeutet, im modernen Baskisch ko. Weitere Beispiele im deutschen Sprachraum seien dreimal Türkheim (Elsass, Unterallgäu und Schwäbische Alb), Unter- und Obertürkheim am Neckar, Thüringen (Vorarlberg), Türkenfeld, Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz), Bad Dürrnberg, Ölbronn-Dürrn, Bad Dürrheim, Düren, Bad Dürrenberg, Dürnbach, Dürrbrunn u. a. m. Im westeuropäischen Gebiet – ohne i-Umlaut – entsprechen diesen nach der vennemannschen Hypothese die Namen Dorres, Turgy, Turre, Turrione (beide Sardinien), Tyringham (England) und andere. Die Existenz des «Vaskonischen» ist in der Wissenschaft allerdings kaum anerkannt; vgl. das Zürcher Siedlungsnamenbuch (2022) unter Zürich. Zürich bedeute demnach «bei der Quelle».Theo Vennemann: Zum Namen Zürichs und anderer Quell- und Brunnorte. In: Raum und Sprache; Festschrift für Elvira Glaser. Hrsg. von Andreas Nievergelt und Ludwig Rübekeil. Heidelberg 2019, S. 555–576. Wissenschaftlich nicht mehr haltbar ist die ältere Erklärung, wonach sich der Name von den urkeltischen Wörtern *dur ‚laufendes Wasser‘ und *acum ‚Wohnort, Ansiedlung‘ ableite und damit für ‚Wasserstadt‘ stünde.Heinrich Meyer: Die Ortsnamen des Kantons Zürich. Aus den Urkunden gesammelt und erläutert. Zürcher und Furrer, Zürich 1849, S. 102 (mit Verweis auf Ludwig Ettmüller).Mit Nennung von Gegenargumenten Felix Stähelin: Besprechungen. In: Zeitschrift für schweizerische Geschichte. 21, 1941, S. 121 f. Namenerklärungen des Humanismus waren volksetymologisch. Heinrich Pantaleon leitete den Ortsnamen 1578 von mittellateinisch Duregum beziehungsweise deutsch Zürych her und deutete ihn als «Zweireich», weil die Limmat in alter Zeit die Grenze der beiden Reiche Alemannien und Burgund gewesen sei.Schweizerisches Idiotikon, Band , Spalte 152, Artikel Rīch (Digitalisat). Spätmittelalterliche Chronisten legten dem Ortsnamen den Namen eines angeblichen Königs namens zugrundeJohann Caspar Bluntschli: Geschichte der Republik Zürich. Erster Band, 2. Auflage. Schulthe, Zürich 1870, S. 2 f. oder führten ihn auf den Beinamen Taurica der römischen Göttin Diana zurückLeo Cunibert Mohlberg: Das Zürcher Psalterium (Car C 161 = N° 324) und das darin enthaltene sogenannte Schatzverzeichnis des Grossmünsters, mit vorläufigen Bemerkungen zur ältesten Kirchengeschichte Zürichs. In: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte. Band 5, 1943, , S. 31–51, hier S. 39 f. (Scan – E-Periodica).. In Anspielung auf die geografischen und historischen Gegebenheiten wird Zürich informell als die «Limmatstadt» oder die «Zwinglistadt» bezeichnet. Mit Bezugnahme auf das Wirken der Zürcher Aufklärer im 18. Jahrhundert, unter anderem Johann Jakob Bodmer, Johann Jakob Breitinger und Johann Caspar Lavater sowie auf die Schweizerische Landesausstellung von 1883 findet sich überdies die Benennung «Limmat-Athen».unicom: Aufklärer im «Limmat-Athen». Universität Zürich. 3. Oktober 2006.Limmat-Athen beleuchtet im festlichen Glanze durch den Diamant, oder Zürich und die Schweiz. Landes-Ausstellung im Jahre 1883. J. A. Preuss, Zürich , doi:10.3931/e-rara-20617, Digitalisat. In: e-rara.ch, abgerufen am 16. November 2016.Niklaus Bigler: Von Mostindien bis Mutzopotamien. Ortsnamen im «Postheiri». In: Festgabe für Peter Dalcher. Hrsg. von der Redaktion des Schweizerdeutschen Wörterbuchs. Zürich 1987, S. 41–53 (idiotikon.ch [PDF; 5,2 MB]).
In neulateinischen Texten des 16. bis 18. Jahrhunderts wird Zürich oft genannt; als Adjektiv («Zürcher») wird gebraucht (siehe Tiguriner). Humanistische Gelehrte hatten die von den Römern gefürchteten Tiguriner fälschlicherweise mit Zürich in Verbindung gebracht.Friedrich Salomon Vögelin: Zürich in römischer Zeit. Zürich 1890, S. 86–93 (online).
Geografie
Zürich liegt auf am unteren (nördlichen) Ende des Zürichsees im Tal der Limmat und im unteren Tal der Sihl, eingebettet zwischen den Höhen von Uetliberg im Westen und Zürichberg im Osten. Die Limmat entspringt dem See, während die westlich des Sees fliessende Sihl nördlich der Zürcher Altstadt beim Platzspitz in die Limmat mündet. Die Altstadt erstreckt sich beidseits der Limmat, die zunächst nordwärts fliesst und dann in einem Bogen allmählich nach Westen abbiegt.mini|Zürich 1824, mit dem Schanzengraben als westlicher Begrenzung, nahe der Sihl. Dem Verlauf des einstigen Fröschengrabens (zwischen Schanzengraben und Limmat) folgt die heutige Bahnhofstrasse.
Die einstige Stadt reichte nicht bis zur Sihl, sondern hatte als westliche Abgrenzung den im 17. und 18. Jahrhundert angelegten Schanzengraben (siehe Abbildung: Stadtplan von Heinrich Keller). Damals wurde Wasser aus dem See abgeleitet und in einem Graben ausserhalb der Bastionen und Bollwerke zur Limmat geführt. Noch früher erstreckte sich die Stadt im Westen nur bis zum Fröschengraben, der ungefähr parallel zur Limmat verlief. Dieser Graben wurde 1864 zugeschüttet, um Raum für den Bau der Bahnhofstrasse zu schaffen, die vom heutigen Paradeplatz bis zum Rennweg dem Verlauf des einstigen Grabens folgt.
Topografie mini|Zürich, zwischen See, Uetliberg (rechts) und Zürichberg (unten links). Unten rechts mündet die Sihl in die Limmat. Das Gemeindegebiet der Stadt Zürich nimmt eine Fläche von 91,88 km² ein, wovon 3,95 km² auf den Zürichsee entfallen. Es umfasst den oberen Teil des Natur- und Siedlungsraums Limmattal im nördlichen Schweizer Mittelland. Die kanalisierte und teilweise begradigte Limmat fliesst nicht etwa in der Mitte des Tales, sondern stets entlang dem rechten (nordöstlichen) Talrand. Mit wird an der Limmat bei Oberengstringen der niedrigste Punkt des Gemeindegebietes erreicht.