Gosenbach ist ein Stadtteil im Westen der Stadt Siegen.

Geografie Er grenzt im Nordwesten an den Stadtteil Oberschelden, im Osten an Siegen und im Süden an Niederschelden. Gosenbach ist ca. 3 km² groß und liegt in einem engen von Nordosten nach Südwesten verlaufenden Tal, welches vom Gosenbach durchflossen wird. In der Ortsmitte mündet der aus Oberschelden kommende Scheldebach in den Gosenbach.

Der niedrigste Punkt befindet sich am Talausgang des Gosenbachs an der Grenze zu Niederschelden und hat eine Höhe von . Der höchste Punkt ist der Gipfel der Roten Kirche und hat eine Höhe von . Die Niederschlagsmenge beträgt etwa 1.000 mm pro Jahr.

Geschichte Gosenbach wurde am 25. November 1347 als „Gosinbach“ erstmals urkundlich erwähnt. In der Urkunde ist von einem Hof zu Gosenbach die Rede.Siegener Urkundenbuch. Band I, Siegen, 1887, S. 188–189, Nr. 305. Der Selbacher Hof im Ortsgebiet wurde 1347 erstmals erwähnt. Er war im Besitz des alten Adelsgeschlechts der Selbacher. Der zweite große Gosenbacher Hof war der Wildenburger Hof.

Der Bergbau hat in Gosenbach eine lange Geschichte, die erst 1942 endete, als die letzte Grube, Storch & Schöneberg geschlossen wurde. Die Gesamtteufe betrug zuletzt 1162,7 m, zur Zeit der Stilllegung die tiefste Eisenerzgrube Europas. Erst später wurde sie durch die Gruben Pfannenberger Einigkeit und Eisenzecher Zug übertroffen. Neben den Erzgruben bestand zwischen 1417/1444 und 1927 die Gosenbacher Hütte, in der das Gosenbacher Erz verhüttet wurde.

1958 wurde die neue Kirche des Ortes eingeweiht, für die das alte Maschinenhaus der Grube Storch & Schöneberg fünf Jahre lang umgebaut wurde.

Bis 1878 gehörte Gosenbach als eigenständige Gemeinde dem Amt Weidenau an, zwischen 1878 und 1966 dem Amt Eiserfeld und wurde zum 1. Juli 1966 in die neue Stadt Eiserfeld eingemeindet, die wiederum am 1. Januar 1975 in die Stadt Siegen eingemeindet wurde.

Wappen

Einwohnerzahlen Einwohnerzahlen des Ortes:Otto Schaefer: Der Kreis Siegen. Siegen 1968.siegen.de: (regelmäßig aktualisiert) Jahr Einwohner 1600 20 1700 39 1800Heimatverein Gosenbach: Auf den Spuren der Bergleute im Gosenbacher Bergrevier. Heimat- und Verschönerungsverein Gosenbach, 1997. 102 1818 106 1880 921 1885Westfälisches Gemeindelexikon. 1887, S. 108–109. 1027 1890 1125 1895 1079 Jahr Einwohner 1905 1430 1910 1557 1925genealogy.net: Amt Eiserfeld 1545 1933 1627 1939 1588 1950 2050 1962 2389 1965Volkhard Wrage: Erfolg der Territorialreform. Duncker & Humblot, Berlin 1975, S. 16. (Schriftenreihe der Hochschule Speyer Band 56) 2481 Jahr Einwohner 1961 2386 1994Hartmut Eichenauer: (PDF; 12,2 MB), ca. 1995 2839 2000 2646 2004 2565 2006 2489 2008 2455 2009 2416 2010 2417 Jahr Einwohner 2011 2406 2012 2405 2013 2341 2014 2312 2015 2300 2016 2293

Infrastruktur Gosenbach verfügt über einen Sport-, einen Bolz- und mehrere Tennisplätze. Im Ort stehen eine Turnhalle und eine Schulsportanlage zur Verfügung. Daneben hat Gosenbach eine eigene Grundschule. Industrie gibt es im Gosenbacher Süden in Richtung Niederschelden. Zudem befindet sich in Gosenbach ein Kriegerehrenmal von 1914/1918 und eine am 30. August 1953 eingeweihte Kriegsgräberstätte.Kriegsgräberstätte Siegen - Gosenbach

Durch den Ort führt die Landstraße 533, die von Niederschelden nach Achenbach führt. Im Ort selbst zweigt die L 907 nach Oberschelden ab. Gosenbach ist über die Auffahrt Siegen an die Bundesautobahn 45 angeschlossen. Der nächste Bahnhof befindet sich in Niederschelden.

Neben der 1979 neu eingefassten Gosenbach-Quelle hat der Heimat- und Verschönerungsverein Gosenbach zwei Latene-Schmelzöfen nachgebaut.gosenbach.de: , abgerufen am 3. November 2017 Zur Gosenbach-Quelle und zu den Öfen findet man nähere Informationen auf dort aufgebauten Schautafeln.

Persönlichkeiten Paul Preußer (1893–1942), Parteifunktionär (NSDAP) Hermann Weber (1902–1969); Politiker Hermann Achenbach (1902–1985); Ministerialbeamter Fritz Zimmermann (1929–2015); ehemaliger Fußballspieler Burkhard Jung (* 1958); Politiker

Der Lehrer und Prähistoriker Otto Krasa (1890–1972) lehrte in Gosenbach an der evangelischen Volksschule und erforschte die Vorgeschichte des Siegerlandes. Er schrieb die Chronik der Gemeinde Gosenbach und wurde 1970 zum Ehrenbürger der Stadt Eiserfeld ernannt.

Einzelnachweise

Weblinks

www.gosenbach.de

Kategorie:Stadtteil von Siegen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Siegen-Wittgenstein) Kategorie:Ersterwähnung 1347 Kategorie:Gemeindeauflösung 1966