Suicide Squad (dt. „Selbstmordkommando“, freier „Himmelfahrtskommando“) ist der Titel einer Reihe von Comicserien, die der US-amerikanische Verlag DC-Comics seit 1987 veröffentlicht.

Die Serie, die eine Mischung aus Action- und Agentengeschichten mit einigen Science-Fiction-Elementen darstellt, handelt von den Erlebnissen einer geheimen Regierungsorganisation, die sich aus Strafgefangenen mit außerordentlichen Fähigkeiten rekrutiert, denen im Austausch für die Teilnahme an riskanten Geheimdienstoperationen Straffreiheit zugesagt wird. Der Name Suicide Squad auf den Heftcovern – der nur als Titelzug der Hefte benutzt wurde, während die Gruppe sich in der Handlung im Innern der Hefte stets nur Task Force X nennt – macht dabei die hohe Wahrscheinlichkeit kenntlich, von einer dieser Operationen nicht lebendig zurückzukehren.

Als Vorbilder von Suicide Squad gelten vor allem der Kinofilm Das dreckige Dutzend sowie die Fernsehserie Mission: Impossible.

Serien unter dem Titel „Suicide Squad“ Die erste Serie unter dem Titel Suicide Squad wurde im Mai 1987 gestartet. Sie erschien im monatlichen Rhythmus bis Juni 1992 und erreichte insgesamt 66 Ausgaben. Hinzu kamen ein sogenanntes Annual, das im Jahr 1988 veröffentlicht wurde, und die Sonderausgabe Doom Patrol and Suicide Squad Special #1, die ebenfalls 1988 erschien. Die gesamte Serie wurde von den Autoren John Ostrander und Kim Yale verfasst. Die optische Gestaltung der Hefte besorgten wechselnde Künstler, namentlich die Zeichner Geoff Isherwood, Luke McDonnel, John K. Snyder III. und Grant Miehm sowie der Tuscher Karl Kesel. Die Veröffentlichung der Serie in einer deutschen Übersetzung kam entgegen von Ankündigungen des Norbert Hethke Verlags, Suicide Squad unter dem Titel Strafbataillon in einer entsprechenden Übertragung verlegen zu wollen, nicht zustande.

Von November 2001 bis Oktober 2002 erschien eine zweite Serie unter dem Titel Suicide Squad. Diese Serie, die nur zwölf Ausgaben erreichte, bevor sie eingestellt werden musste, wurde von dem Autor Keith Giffen verfasst und von dem Zeichner Paco Medina grafisch ins Bild gesetzt.

Zwischen November 2007 und Juni 2008 brachte DC-Comics eine auf acht Ausgaben angelegte Miniserie über die Suicide Squad auf den Markt. Diese ist abweichend auch als Suicide Squad. Raise the Flag bekannt geworden. Als Autor kehrte John Ostrander zurück, der hier einige offengebliebene Handlungsstränge der ursprünglichen Serie zu Ende führte. Die Zeichnungen besorgte Javier Pina.

Eine vierte „Suicide-Squad“-Serie wurde von September 2011 bis Juli 2014 veröffentlicht und erreichte 30 Ausgaben. Autor dieser Serie war Adam Glass. Die Zeichnungen wurden von Federigo Dalocchio und Ransom Getty übernommen.

Eine bis heute laufende fünfte Suicide-Squad-Serie (New Suicide Squad) wurde im Juli 2014 gelauncht und läuft bis in die Gegenwart. Betreut wird diese von dem Autor Sean Ryan und dem Zeichner Jeremy Roberts.

Darüber hinaus erschienen Geschichten über eine Vorversion der Suicide Squad bereits gut zwanzig Jahre vor dem Anlaufen der ersten eigenen Serie unter diesem Titel in den 1960er Jahren als Backup-Stories in einigen Ausgaben der Anthologieserie The Brave and the Bold. Autor dieser Geschichten war der Science-Fiction-Schriftsteller Robert Kanigher, während die Zeichnungen von dem Künstler Ross Andru besorgt wurden. Die erste dieser Geschichten erschien in The Brave and the Bold #25. Insgesamt erschienen sechs Geschichten in den Heften #25–27 und 37–39.

Weitere Suicide-Squad-Geschichten erschienen in einzelnen Ausgaben von Serien wie Legends (#3–5; 1986), Superboy (#13; 1995), Checkmate, 52 oder Chase (#2 und #3; 1998). In den meisten dieser Hefte treten Mitglieder der Squad als Gaststars auf und erleben gemeinsame Abenteuer mit den Titelhelden der jeweiligen Serie.

Handlung der „Suicide-Squad“-Geschichten in The Brave and the Bold Die Suicide-Squad-Geschichten, die in The Brave and the Bold erschienen, erzählten von einem Quartett von Geheimagenten, das auf der ganzen Welt Abenteuer besteht. Das Team setzt sich zusammen aus dem Offizier Rick Flag Jr., seiner Freundin Karin Grace, dem Arzt Dr. Hugh Evans und ihrem Kumpanen Jess Bright.

Die Geschichten dieser Reihe – die als „Silver-Age“-Version der Suicide Squad bekannt ist – sind sehr Science-Fiction- bzw. Fantasy-lastig. So schildern sie Abenteuer, bei denen die Squad-Mitglieder auf Dinosaurier, Riesen und Ungeheuer treffen.

Im letzten Abenteuer dieser Suicide Squad in The Brave and the Bold #39 wird Dr. Evans während einer Mission getötet, während Bright von sowjetischen Einheiten gefangen genommen und einer Gehirnwäsche unterzogen wird, aus der er als der bestialische Koshchei hervorgeht. Grace – die heimlich schwanger ist – und Flag, die entkommen können, beenden ihre Beziehung am Ende der Geschichte.

1988 wurde die Geschichte dieser „ersten“ Suicide Squad in dem Heft Secret Origins #14 weiter vertieft und mit der Geschichte der modernen Squad verknüpft: Es wird gezeigt, wie er nach seiner letzten Mission für die alte (aus Abenteurern ohne Superkräfte bestehende) Suicide Squad als Teamleader für die neue (größtenteils aus Superwesen bestehende) Squad angeworben wird. Außerdem wird in diesem Heft enthüllt, dass das Einsatzkommando der sogenannten Suicide Squadron, dessen während des Zweiten Weltkriegs spielende Abenteuer Robert Kanigher, der Erfinder der „Silver Age“-Squad, in den 1970er Jahren in der Reihe „The War that Time Forgot“ in der Serie Star-Spangled War Stories erzählt hatte, innerhalb der fiktiven Welt des DC-Universums der Vorgänger der modernen Suicide Squad war: Dieses Team hatte sich – wie die moderne Squad und anders als die „Silver Age“-Squad – aus Kriminellen (speziell kriminellen Angehörigen der US-Armee) zusammengesetzt, die als entbehrlich erachtet wurden, so dass die Führung sie guten Gewissens auf Himmelsfahrteinsätze schicken konnte. Leiter dieses Teams war, wie man in diesem Heft erfährt, Flags Vater Rick Flag senior.

In der Miniserie DC New Frontier von 2004 wurde nachträglich eine nicht-kanonische Neuinterpretation der „Silver Age“-Version der Squad vorgelegt: Hier erscheint das Team um Flag als eine Gruppe von angehenden Raumfahrern während der Präsidentschaft von John F. Kennedy, die während eines Testfluges, mit dem sie sich auf eine Reise zum Mars vorbereitet, zu Tode kommt.

Handlung der 1. „Suicide Squad“-Serie (1987–1992)

Die moderne Neuinterpretation des „Suicide Squad“-Stoffes wurde erstmals 1986 in der Miniserie Legends vorgestellt. Hier wird beschrieben, wie die US-Regierung, um ein wirksames Werkzeug zur Abwendung von Bedrohungen der Sicherheit und der nationalen Interessen der USA – besonders solche, die von Wesen mit Superkräften ausgehen – in die Hand zu bekommen und ihre Abhängigkeit von dem (denkbarerweise vergänglichen) Wohlwollen von Superhelden wie Superman zu verringern, die Gründung eines Einsatzkommandos aus Meta-Wesen (d. h. Wesen mit Superkräften) in Auftrag gibt.

Mit der administrativen Leitung und Aufsicht über dieses Unternehmen wird die undurchsichtige und durchsetzungsfähige Geheimdienstfunktionärin Amanda Waller beauftragt. Waller, die – wie sich später herausstellt – diejenige war, die der Regierung die Idee zur Gründung eines solchen Teams eingegeben hatte und den ihr erteilten Auftrag somit selbst herbeigeführt hat, entscheidet sich dazu, die neue Einheit, die offiziell als 'Task Force X' („Einsatzkommando X“) bezeichnet wird aus Strafgefangenen mit Superkräften zu rekrutieren: Diesen wird im Austausch dafür, dass sie sich dafür verpflichten, an einzelnen gefährlichen Kommandomissionen oder – dies ist bei dem Großteil der Teammitglieder der Fall – über einen längeren Zeitraum an diversen Missionen solcher Art teilzunehmen, das Angebot unterbreitet, ihre Gefängnisstrafen erlassen zu bekommen. Häftlinge, die hierauf eingehen, werden in das Gefängnis Belle Reve verlegt, hinter dessen Fassade sich das Hauptquartier der neuen Black Ops-Einheit verbirgt. Aufgrund der gefährlichen Natur der Einsätze, die der Task Force übertragen werden, und der hohen Wahrscheinlichkeit bei diesen auf der Strecke zu bleiben, wird diese von den Teammitgliedern und ihren Auftraggebern auch ironisch als „Suicide Squad“, Selbstmordkommando, bezeichnet.

Die Existenz der Task Force X gilt innerhalb der fiktiven Welt, in der ihre Geschichten spielen, als Regierungsgeheimnis, so dass die Gruppe stets im Verborgenen handelt.

Intradiegetisch hat der DC-Verlag das „Suicide Squad“-Konzept auch als Mittel verwendet, um zu erklären, weshalb die Widersacher diverser Superhelden-Figuren in seinem Verlagsprogramm (so z. B. Batman, Green Arrow, Flash und Black Canary) sich fast immer bereits kurze Zeit nach einer ihrer Niederlagen gegen den Superhelden, dem sie als Gegner-Figur zugeordnet sind, und der auf ihre Niederlage meist folgenden Verhaftung und Verbringung in ein Gefängnis oder (besonders bei Batman-Widersachern) eine Nervenheilanstalt des DC-Universums (wie das Arkham Asylum) wieder auf freiem Fuß befinden und dem betreffenden Superhelden erneut das Leben schwer machen. Das als „Drehtür“-Effekt bekannt gewordene, in Endlosschleife weiterlaufende Handlungsmuster, dass die schurkischen Antagonisten der DC-Helden meist nur kurze Zeit eingesperrt bleiben, um ihre heroischen Pendants bald erneut heimzusuchen, wird also damit erklärt, dass diese kurz nach ihrer Inhaftierung für die Squad rekrutiert werden und so aus der Haft freikommen, um dann, nach einem oder mehreren Einsätzen mit der Squad und ihrer Entlassung aus dieser – oder noch während ihrer Zugehörigkeit zu dieser, zwischen zwei Einsätzen – sich erneut ihren persönlichen kriminellen Privatprojekten zuwenden und so erneut in Konflikt mit ihren alten Superhelden-Nemesissen geraten.

Während das Gros der Squad aus Berufskriminellen und Soziopathen mit fragwürdigen charakterlichen Eigenschaften besteht, werden der Truppe als Aufsichtspersonen auch einige aufrechte und integere Charaktere hinzugefügt: So der Berufsoffizier Rick Flag Jr. (derselbe Rick Flag, der im Mittelpunkt der „Suicide Squad“-Geschichten, die 1959/1960 in The Brave and the Bold erschienen waren), der in den meisten Heften der Serie als Kommandoführer der Squad auf ihren Einsätzen fungiert, der Geheimagent Nemesis (alias Tom Tresser) und der geläuterte Attentäter Bronze Tiger. Waller erteilt dem Team als Direktorin seine Aufträge (bzw. übermittelt die Aufträge der Regierung) und hat die Oberaufsicht über dieses inne, nimmt aber so gut wie nie an den Missionen des Teams teil.

Die Einsätze der Squad führen diese meist gegen feindliche Staaten, Verbrechersyndikate oder terroristische Gruppen. Um die kriminellen Mitglieder während ihrer Einsätze unter Kontrolle zu halten, ihren Gehorsam gegenüber den Anweisungen von Waller und Flag sicherzustellen sowie eine „Desertion“ aus dem Dienst der Squad zu verhindern, tragen die meisten von ihnen mit Sprengstoff versehene Halsbänder, die explodieren und den Träger töten, wenn er diese gewaltsam zu entfernen versucht oder wenn diese von der Kommandozentrale der Squad in Belle Reeve per Fernzündung aktiviert werden (z. B. wenn Waller und ihre Mitarbeiter, die die meisten Einsätze per Funk und mit Radarortung überwachen, feststellen, dass das betreffende Teammitglied „auszureißen“ versucht).

Stamm-Mitglieder der Squad, die in fast allen Geschichten der Serie auftreten, sind außer Rick Flag, Bronze Tiger und Nemesis Auftragskiller (ein Widersacher von Batman), der Dieb Captain Boomerang (ein Schurke des Superhelden The Flash) und der gestürzte osteuropäische Fürst und Dieb Count Vertigo (ein Widersacher des Bogenschützen-Superhelden Green Arrow).