Scooter [] ist eine deutsche Dance- und EDM-Band. Frontmann ist H. P. Baxxter. Seit 1993 ist die Band international erfolgreich und verkaufte in über 50 Ländern mehr als 30 Millionen Tonträger. Die Gruppe wurde mit Musikpreisen wie dem Echo ausgezeichnet und war mit 23 Stücken in den Top Ten der deutschen Singlecharts vertreten.
Geschichte Vorgeschichte (1986–1993) mini|Scooter in den 1990ern: Rick J Jordan, Ferris Bueller, H. P. Baxxter Der Frontmann von Scooter, H. P. Baxxter, lernte 1986 Rick J. Jordan, damals Keyboarder in mehreren hannoverschen Bands, über eine Kleinanzeige kennen. Sie gründeten zusammen mit Baxxters Schwester Britt und dem Schlagzeuger Slin Tompson (Nils Enghusen, ehemals The P.O.X.) die Synthie-Pop-Band „Celebrate the Nun“. Nach der Auflösung der Gruppe richtete sich Jordan in seinem Keller sein erstes Tonstudio ein. H. P. Baxxter begann beim Indie-Label Edel Music zu arbeiten und lernte dort den Manager Jens Thele kennen. 1993 gründeten H. P. Baxxter, Rick J. Jordan, Jens Thele und Baxxters Cousin Sören Bühler (Künstlername: Ferris Bueller) die Remix-Band „The Loop“. Diese veröffentlichte Remixe für Marky Mark, Holly Johnson und RuPaul.
Anfänge (1994–1998) Bei der Produktion des Tracks Vallée de Larmes entstand Scooter. Die Hauptsequenz des Tracks erinnerte an eine Kirmes und den bekannten Autoscooter. Der Track erschien Februar 1994 auf CD und erreichte in den deutschen Dance-Charts Platz 8. Im Mai wurde Hyper Hyper veröffentlicht, dessen gleichnamige Vocals auf Annihilating Rhythm des schottischen Acts Ultra-Sonic basiert. Dieser Titel war stilbildend für viele der später produzierten Stücke Scooters. Hyper Hyper erreichte europaweit die Top 5. Die nachfolgenden Hits Move Your Ass!, Friends, Endless Summer und Back in the UK erreichten die Top 5 der Charts. Mit Back in the UK gelang Scooter der Einstieg in die britischen Charts.
Das im Januar 1995 veröffentlichte Debütalbum … and the Beat Goes On! erreichte Platz 25. Die Folgealben Our Happy Hardcore und Wicked!, die beide 1996 veröffentlicht wurden, waren kommerziell erfolgreicher, die zweite Single-Auskopplung aus Our Happy Hardcore, Let Me Be Your Valentine, erreichte Platz 14 der Charts. Rebel Yell war eine Coverversion von Billy Idols gleichnamigem Hit von 1984. Mit Wicked! drosselten Scooter die bpm-Zahl deutlich. Die erste Auskopplung I’m Raving (basierend auf der Ballade Walking in Memphis von Marc Cohn aus dem Jahr 1991) erreichte Platz 4, die Ballade Break It Up Platz 15. In zahlreichen Songs fanden sich immer wieder entliehene Passagen aus der Radiosendung The Steve Mason Experience, die wöchentlich auf BFBS ausgestrahlt wurde, insbesondere aus den Gesangspassagen des gelegentlichen Gastes MC Mystic Man.
Im Folgejahr gelang mit dem Song Fire einer der höchsten Neueinstiege in die Singlecharts, welcher außerdem als Entrance- und Touchdown-Theme von Düsseldorf Rhein Fire bekannt wurde. Das Album Age of Love wurde veröffentlicht, und mit der Age-of-Love-Tour startete die erste Scooter-Hallentour. Ende des Jahres 1997 erschien mit No Fate ein eher ruhiges Stück. Die Single erreichte Platz 39 der Charts.
Von 1998 bis 2002 mini|Scooter in Moskau (2000) (von links: H. P. Baxxter, Rick J. Jordan, Axel Coon) 1998 verließ Ferris die Band und wurde durch Axel Coon ersetzt. Kurz darauf wurde How Much Is the Fish? veröffentlicht. Der Song wurde in Deutschland ein großer Erfolg. Die zweite Single-Auskopplung des im Juli 1998 veröffentlichten Albums No Time to Chill wurde als Doppel-A-Single veröffentlicht. Sowohl für We Are the Greatest, als auch für I Was Made for Lovin’ You (Cover des gleichnamigen Hits der US-amerikanischen Rockband Kiss von 1979) wurde ein eigenes Musikvideo gedreht. Die Single war allerdings kein kommerzieller Erfolg.
Die nächste Single-Auskopplung des Albums war Call Me Mañana. Diese erschien Anfang 1999 und enthielt wieder eine bekannte Melodiepassage aus James Brown Is Dead von L. A. Style. Die Album-Version enthielt dieses Sample nicht. Gegen Ende des Jahres wurde ein weiteres Album mit dem Titel Back to the Heavyweight Jam veröffentlicht. Es brachte Scooter in Deutschland zum ersten Mal eine Gold-Auszeichnung für eine LP ein. Singles waren Faster Harder Scooter und Fuck the Millennium. Letzteres wurde für den Single-Release völlig umstrukturiert und hat mit der Album-Version nur noch einige Textstellen gemein. Hier wurde ebenfalls eine bekannte Melodie eingebaut: Wheels von Jimmy Torres aus dem Jahr 1960, von dem bereits dutzende Coverversionen existieren.
Die Single I’m Your Pusher (basierend auf Flieger, grüß mir die Sonne), die im Mai 2000 erschien, wurde zum Titelsong der VIVA on Road Tour 2000 und war die erste Auskopplung aus dem folgenden Album Sheffield. Unter dem Pseudonym Ratty veröffentlichten Scooter im Jahr 2000 außerdem die Single Sunrise (Here I Am). Der Titel wurde in den Großraum-Techno-Clubs ein Hit. Rattys Nachfolge-Track Living on Video wurde kein großer Erfolg. Für das Projekt Pop 2001 steuerte Scooter eine Coverversion des 1978er Hits Am Fenster der Band City bei.
Im Mai 2001 wurde die nächste Single, Posse (I Need You on the Floor), veröffentlicht, die es bis auf Platz 7 in Deutschland schaffte. Auch das nächste Album We Bring the Noise! konnte sich durchsetzen. Die zweite Single-Auskopplung, Aiii Shot the DJ, schaffte es auf Platz 29. Im dazugehörigen Videoclip gibt es einen Gastauftritt des Komikers und Musikers Helge Schneider. Im Dezember wurde die Single Ramp! (The Logical Song), eine Coverversion des Supertramp-Songs The Logical Song veröffentlicht. Bei der darauffolgenden Tour Anfang 2002 musste Coon ins Krankenhaus. DJ Jay Frog vertrat ihn. Kurz darauf trennte sich Axel Coon von Scooter und wurde durch Jay Frog ersetzt.
Von 2002 bis 2006 mini|Scooter (2004) (von links: Jay Frog, H. P. Baxxter, Rick J. Jordan) Im Februar 2002 wurde unter dem Pseudonym 3 A.M. die Single Nessaja zunächst ohne Gesang von Baxxter auf Kontor Records veröffentlicht. Es enthält eine Textstelle aus einem gleichnamigen Lied von Peter Maffays Musicalreihe Tabaluga. Im April 2002 erschien auch die Version mit Baxxters Stimme. Der Song landete auf Platz eins der deutschen Single-Charts. Im März 2003 veröffentlichte die Band das Album The Stadium Techno Experience.
Im März 2004 nahm die Gruppe an der Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 2004 teil, wo sie ihren Song Jigga Jigga! vortrugen. Sie erreichten den zweiten Platz hinter Max Mutzke. Im Februar bekamen Scooter zum zweiten Mal den Echo in der Kategorie Dance Act National verliehen. 2004 tourte die Band mit der We-Like-It-Loud-Tour zum zehnjährigen Bandbestehen durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Dezember 2004 veröffentlichte Scooter die Nachfolge-Single von Shake That! (eine Coverversion von Shake Your Booty von KC and the Sunshine Band) mit dem Titel One (Always Hardcore), die die Top 10 der Charts erreichte. Diese Single enthält eine nachgespielte Melodie aus Cappellas Move on Baby (1994). Die Vocals und eine weitere, dezente Melodie basieren außerdem auf dem Happy-Hardcore-Song Always Hardcore (Radio Mix) (dessen Vocals wiederum auf Pearl Jams Alive basieren) von Bodylotion (Neophyte) aus dem Jahre 1996.
2004 veröffentlichten sie auch ihr Studioalbum Mind the Gap, das unter anderem eine Coverversion des Songs Stripped von Depeche Mode in allen Versionen des Albums enthielt. Derselbe Song erschien auch auf ihrem späteren Livealbum Excess All Areas. 2007 produzierten sie für den Song eine Orchester-Version, die als Download veröffentlicht wurde. Im März 2005 kam die Single Suavemente in den Handel, die den gleichnamigen Merengue-Hit von Elvis Crespo sampelt. Im September 2005 gab Scooter zum ersten Mal ein Konzert in den USA. In der Allstate Arena in Chicago war die Gruppe nach drei lokalen DJs und Aquagen sowie den Benassi Brothers der Hauptact und spielte vor 8000 Fans. Hier wurde auch die Single Hello! (Good to Be Back) vorgestellt, die im Oktober 2005 veröffentlicht wurde. Das Album Who’s Got the Last Laugh Now? erschien im November. Ende Dezember folgte die 33. Single Apache Rocks the Bottom!. Im März 2006 startete Scooter im deutschsprachigen Raum ihre Who’s-Got-the-Last-Laugh-Now?-Tour in Hannover, die mit einem Konzert in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg vor über 5000 Fans endete. Hier wurde eine Live-DVD aufgenommen, die im Juni 2006 veröffentlicht wurde.
Von 2006 bis 2014 mini|Scooter (2008) (von links: Rick J Jordan, H. P. Baxxter, Michael Simon) mini|hochkant|Scooter (2008) Ab August 2006 war der Hamburger DJ und Produzent Michael Simon Mitglied der Band. Er ersetzte Jay Frog. Im Dezember desselben Jahres präsentierte die Band ihre Single Behind the Cow, die Platz 17 der deutschen Charts erreichte. Das Album The Ultimate Aural Orgasm wurde im Februar 2007 veröffentlicht und stieg auf Platz 6 der Albumcharts ein. Im März erschien die zweite Singleauskopplung, Lass uns tanzen, die es auf Platz 19 der Single-Charts schaffte. Im April folgte eine Club-Tour. Im August 2007 trat die Band als Live-Act bei der Hochzeit von Gülcan und Sebastian Kamps auf. Die Single The Question Is What Is the Question? erreichte Platz 5 der deutschen Singlecharts.
Im November 2007 erschien das 13. Scooter-Album Jumping All Over the World. Eine Woche zuvor erschien bereits die Singleauskopplung And No Matches. Damit wurde erstmals wieder seit 1996 ein zweites Studioalbum innerhalb eines Jahres veröffentlicht. Die Single erreichte Platz 9 der deutschen Charts. Im Februar 2008 wurde als dritte Singleauskopplung Jumping All Over the World veröffentlicht. Die Single wurde zur Albumversion leicht verändert und erreichte Platz 15 der deutschen Singlecharts. Ende März begann die Jumping All Over the World Tour in Karlsruhe und endete Mitte April in Köln.
Die vierte Singleauskopplung, eine komplett überarbeitete Version von I’m Lonely, erlangte Platz 8 in den deutschen Singlecharts. Im April 2008 wurde das Album Jumping All Over the World in England veröffentlicht und erreichte sowohl Platz 1 in den offiziellen englischen Albumcharts als auch eine Platinauszeichnung für 300.000 verkaufte Alben. Die Gruppe wurde mit dem Golden Music Award für das Album ausgezeichnet. Es stellt für Scooter einen Chartrekord dar: Kein anderes Album der Band blieb so lange in den Charts (38 Wochen).
Für einen weiteren Verkaufsschub sorgte die Wiederveröffentlichung des Albums unter dem Titel Jumping All Over the World - Whatever You Want. Die neue Version enthielt neben der überarbeiteten Version von I’m Lonely sieben alte Tracks; erfolgreiche Scooter-Singles wurden unter dem Projektnamen Hands on Scooter von diversen Künstlern wie der Bloodhound Gang oder den Klostertalern neu interpretiert. Der Song Beweg dein Arsch von Sido erschien als Single, die die deutschen Top 20 erreichte. Eine zweite CD des Albums enthielt sämtliche Top-Ten-Hits der Band und den neuen Song Jump That Rock (Whatever You Want), der, ebenfalls als Single veröffentlicht, auf Platz 11 der deutschen Charts kletterte.
mini|Scooter (2012) Im August 2009 veröffentlichte Scooter die Single J’adore Hardcore als Auskopplung aus dem neuen Album Under the Radar Over the Top. Das Stück erreichte Platz 12 in den deutschen Singlecharts. Neben dem Album erschien im Oktober 2009 auch die zweite Auskopplung Ti Sento, eine Cover-Version des gleichnamigen Songs der italienischen Band Matia Bazar aus dem Jahr 1985. Der Gesang stammt von der Originalinterpretin Antonella Ruggiero. Der Song erreichte Platz 10 der Charts. Im November wurde die Single The Sound Above My Hair veröffentlicht.