Nicole „Nici“ Schmidhofer (* 15. März 1989 in Friesach, Kärnten) ist eine ehemalige österreichische Skirennläuferin aus Schönberg-Lachtal in der Steiermark. Sie startete im Weltcup hauptsächlich in den Disziplinen Abfahrt und Super-G. Ihre größten Erfolge waren der Super-G-Weltmeistertitel im Jahr 2017 und der Sieg im Abfahrtsweltcup der Saison 2018/19.

Biografie Bei der Juniorenweltmeisterschaften 2007 in Zauchensee und Flachau wurde Schmidhofer zweifache Juniorenweltmeisterin im Super-G und im Riesenslalom, gewann die Silbermedaille in der Kombination und die Bronzemedaille in der Abfahrt. Daraufhin konnte sie Mitte März 2007 beim Saisonfinale in Lenzerheide ihre ersten beiden Rennen im Weltcup bestreiten und mit Platz 14 im Super-G ihre ersten Weltcuppunkte holen. Am 28. und 29. März 2007 gewann sie in Innerkrems die Österreichischen Meisterschaften in der Abfahrt und im Super-G.

mini|links|hochkant|Nicole Schmidhofer (2008)

In der Saison 2007/08 ging Schmidhofer bei zwei Weltcupabfahrten an den Start und holte dabei mit Platz 28 in St. Anton ihre einzigen Weltcuppunkte. Besser lief es hingegen im Europacup, wo Schmidhofer ihr erstes Rennen mit der Abfahrt in Tarvis gewann und zudem jeweils Dritte in der Abfahrt und im Super-G in Caspoggio wurde. Damit belegte sie in der Saison 2007/08 Rang drei in der Abfahrtswertung und Platz vier in der Super-G-Wertung. In der Saison 2008/09 kam sie im Weltcup außer beim Saisonfinale in allen Abfahrten und Super-Gs zum Einsatz und konnte sich im Super-G viermal unter den schnellsten 20 klassieren. In Saalbach-Hinterglemm wurde sie am 23. März 2009 zum zweiten Mal Österreichische Meisterin im Super-G.

Ihr für über drei Jahre bestes Weltcupergebnis erreichte Schmidhofer am 20. Dezember 2009 im Super-G von Val-d’Isère, den sie zeitgleich mit Kathrin Zettel und Anna Fenninger auf Platz zwölf beendete. In der Saison 2009/10 blieb dies ihre einzige Platzierung unter den besten 20. Bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver startete sie im Super-G, kam aber nicht ins Ziel. In der Saison 2010/11 waren Schmidhofers beste Weltcupergebnisse die Plätze 14 und 15 in Abfahrt und Super-G von Zauchensee, während sie sonst nur selten unter die schnellsten 30 fuhr. Von Mitte Jänner bis Mitte Februar konnte sie wegen eines Innenbandeinrisses im rechten Knie, den sie im Abfahrtstraining in Cortina d’Ampezzo erlitten hatte, an keinen Rennen teilnehmen. Österreichischer Skiverband, 19. Jänner 2011, abgerufen am 23. September 2011. Nach der Saison 2011 stieg Schmidhofer nach fünf Jahren im A-Kader in den B-Kader des ÖSV ab.

Wegen eines Sturzes beim Abfahrtstraining in Zermatt Ende September 2011 (unverschobener Bruch des linken Sprungbeines und Muskelfaserriss an der rechten Oberschenkelrückseite) Österreichischer Skiverband, 26. September 2011, abgerufen am 26. September 2011. musste Schmidhofer in der Saison 2011/12 bis zum Jahreswechsel pausieren. Danach erreichte sie in den Weltcupabfahrten von St. Moritz den 19. und von Sotschi (Krasnaja Poljana) den 13. Platz. Dennoch wurde sie im Frühjahr 2012 aus den Kadern des ÖSV entlassen, weshalb sie sich im Sommer 2012 auf eigene Kosten auf die nächste Saison vorbereiten musste.

Nach guten Trainingsleistungen bekam Schmidhofer in der Saison 2012/13 weiterhin die Möglichkeit an Weltcuprennen teilzunehmen. Sie fuhr bis Mitte Jänner zweimal unter die schnellsten 20, ehe ihr am 20. Jänner 2013 mit Platz zwei im Super-G von Cortina d’Ampezzo überraschend ihr erster Weltcup-Podestplatz gelang. In der Saison 2013/14 war ein dritter Platz in der Abfahrt (fast auf den Tag genau ein Jahr später, u. zw. am 24. Jänner 2014, und das mit Start-Nr. 39 – wiederum in Cortina d’Ampezzo) ihr bestes Ergebnis, im darauf folgenden Winter der vierte Platz in der Weltmeisterschaftsabfahrt von Beaver Creek (6. Februar 2015). Nach fünf Top-10-Ergebnissen zu Beginn des Winters 2015/16, zog sich Schmidhofer am 22. Jänner 2016 im Abfahrtstraining in Cortina einen Kreuzbandriss zu und musste die Saison vorzeitig beenden. In der Saison 2016/17 feierte sie den bisher größten Erfolg ihrer Karriere, als sie am 7. Februar 2017 Gold im Super-G bei den Weltmeisterschaften in St. Moritz eroberte.

mini|links|Nicole Schmidhofer, nominiert als österreichische Sportlerin des Jahres 2017

Der erste Weltcupsieg gelang ihr am 30. November 2018 in der Abfahrt von Lake Louise. Nur einen Tag später konnte sie auch das zweite Rennen der Doppelabfahrt für sich entscheiden.Nicole Schmidhofer glänzt erneut in Lake Louise (1. Dezember 2018)Großartiges "Doppel" für Niki Schmidhofer (1. Dezember 2018) Im Jänner 2019 gelang der amtierenden Weltmeisterin in Garmisch-Partenkirchen auch der erste Weltcupsieg im Super-G. Bei den Weltmeisterschaften 2019 in Åre musste sie sich als Mitfavoritin in beiden schnellen Disziplinen mit den Rängen neun und elf geschlagen geben. Das rote Trikot der Weltcup-Führenden in der Abfahrtswertung konnte sie hingegen bis zum Saisonfinale in Soldeu verteidigen und gewann als erste Österreicherin seit Renate Götschl (2006/07) die Kristallkugel in dieser Disziplin. Nach dem Ende der alpinen Weltcupsaison nahm Schmidhofer auch an der Speedski-Weltmeisterschaft 2019 in Vars, Frankreich teil. In der Qualifikation stellte sie am 22. März 2019 mit 199,778 km/h einen neuen österreichischen Rekord auf und übertraf die Geschwindigkeit der bisherigen Rekordhalterin Conny Seebacher um rund 20 km/h.Schmidhofer knackt Österreich-Rekord auf kleinezeitung.at, abgerufen am 23. März 2019 Einen Tag später steigerte sie sich im Semifinale auf 212,014 km/h und im Finale auf 217,590 km/h, womit sie schließlich den vierten Platz belegte.

In der ersten Abfahrt der Saison 2020/21 in Val-d’Isère stürzte Schmidhofer schwer und wurde zunächst mit Verdacht auf Kreuz- und Seitenbandriss im linken Knie in die Klinik Hochrum bei Innsbruck überstellt. Eine spätere Diagnose ergab infolge eines Verrenkungsbruchs den kompletten Zerriss aller Bänder im linken Knie.

Ihr Onkel ist der Politiker Karl Schmidhofer.Kleine Zeitung: Politik intern: Nationalratsmandat von Krenn geht an Schmidhofer. Artikel vom 5. April 2019, abgerufen am 20. April 2019. Mentaltrainer von Nicole Schmidhofer war der bekannte Mentalist, Autor und ORF-Mentalexperte Manuel Horeth. Am 15. März 2023 gab sie ihren Rücktritt zum Ende der Saison, einen Tag später beim Super-G in Soldeu, bekannt. Zukünftig wollte sie sich auf ihre Ausbildung zur Reha-Trainerin fokussieren.

Nach dem Ende ihrer Karriere wurde Schmidhofer zur Saison 2023/24 Kamerafahrerin für den ORF bei Skirennen in der Abfahrt und im Super-G. Seit dem 12. Dezember 2025 ist sie zudem als Nachfolgerin von Alexandra Meissnitzer als Co-Kommentatorin bei den Speedbewerben der Damen im Einsatz.

Erfolge

Olympische Spiele Pyeongchang 2018: 12. Abfahrt, 18. Super-G

Weltmeisterschaften Schladming 2013: 11. Super-G Vail/Beaver Creek 2015: 4. Abfahrt St. Moritz 2017: 1. Super-G, 16. Abfahrt Åre 2019: 9. Abfahrt, 11. Super-G

Weltcup 12 Podestplätze, davon 4 Siege:

Datum Ort Land Disziplin 30. November 2018 Lake Louise Kanada Abfahrt 1. Dezember 2018 Lake Louise Kanada Abfahrt 26. Jänner 2019 Garmisch-Partenkirchen Deutschland Super-G 7. Dezember 2019 Lake Louise Kanada Abfahrt

Weltcupwertungen Saison Gesamt Abfahrt Super-G Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte 2006/07 104. 18 – – 41. 18 2007/08 124. 3 51. 3 – – 2008/09 70. 74 40. 17 26. 57 2009/10 81. 52 49. 8 28. 44 2010/11 91. 41 36. 22 38. 19 2011/12 86. 32 35. 32 – – 2012/13 45. 172 36. 23 8. 149 2013/14 20. 320 11. 198 12. 122 2014/15 30. 251 20. 120 12. 131 2015/16 49. 181 21. 113 23. 68 2016/17 15. 448 8. 208 7. 240 2017/18 17. 458 9. 198 7. 262 2018/19 5. 771 1. 468 2. 303 2019/20 13. 445 9. 228 3. 217 2021/22 109. 16 – – 45. 16 2022/23 53. 135 40. 15 19. 120

Europacup Saison 2007/08: 3. Abfahrtswertung, 4. Super-G-Wertung 4 Podestplätze, davon 1 Sieg: Datum Ort Land Disziplin 31. Jänner 2008 Tarvis Italien Abfahrt

Juniorenweltmeisterschaften Flachau/Altenmarkt 2007: 1. Super-G, 1. Riesenslalom, 2. Kombination, 3. Abfahrt, 29. Slalom Formigal 2008: 9. Super-G, 11. Riesenslalom Garmisch-Partenkirchen 2009: 3. Abfahrt, 9. Super-G

Weitere Erfolge Österreichische Meisterin in der Abfahrt 2007 und im Super-G 2007 und 2009 7 Siege in FIS-Rennen Speedski-Weltmeisterschaft Vars 2019: 4. in der Kategorie S1

Weblinks

Website von Nicole Schmidhofer

Einzelnachweise

Kategorie:Alpiner Skirennläufer (Österreich) Kategorie:Geschwindigkeitsskifahrer (Österreich) Kategorie:Weltmeister (Ski Alpin) Kategorie:Österreichischer Meister (Ski Alpin) Kategorie:Olympiateilnehmer (Österreich) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2010 Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Winterspiele 2018 Kategorie:Teilnehmer an der Prominenten-Millionenshow Kategorie:Sportler (Oberwölz) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1989 Kategorie:Frau