mini|250px|Hermann August Theodor TunicaGemälde im Maleratelier von Johann Christian Ludwig Tunica, mit Frau, Sohn und Tochter. An der Wand ist das Gemälde Die Heilige Cecilie zu sehen.
Hermann August Theodor Tunica (* 9. Oktober 1826 in Braunschweig; † 11. Juni 1907 ebenda) war ein deutscher Bildnis-, Historien- und Tiermaler.
Leben Tunica war ein Sohn des Malers Christian Tunica und dessen Frau Johanne Auguste Dorothee (geborene Weiß; 1801–1879). Er wurde zunächst von seinem Vater in der Malerei unterwiesen, besuchte das Progymnasium und für ein halbes Jahr das Obergymnasium und trat zu Ostern 1842 in die Malschule von Heinrich Brandes am Collegium Carolinum ein. Seine Vorliebe galt der Tiermalerei und hier besonders die Darstellung des Pferdes nach der Natur. Diese Tiere durfte er, mit der Erlaubnis des Herrn von Girsewald, im Herzoglichen Marstall und auf den Gestüt in Bad Harzburg studieren und porträtieren. Im Juni 1848 kam er über Brüssel nach Paris, wo er bis zum Oktober blieb und in Versailles die Schlachtenbilder von Horace Vernet studierte und kopierte. Anschließend bereiste er Berlin, München und kehrte nach Braunschweig zurück.
Hier fertigte er ein Bildnis des Herzogs Wilhelm, umgeben von seinem Gefolge, das der Herzog erwarb, und das von Emil Schulz als Lithographie vervielfältigt wurde. 1855 hielt er sich erneut in Paris auf und besuchte 1856 Dresden und München. 1857 ließ er sich dauerhaft in Braunschweig nieder und unternahm von dort aus noch einige landschaftliche Studienreisen in die Bayrischen, in die Tiroler und die Schweizer Berge (Alpen), wo er nach der Natur malte. In Braunschweig war er zunächst als freischaffender Maler, geriet jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und litt und Depressionen, so dass er zeitweise in eine Anstalt eingeliefert werden musste. Nach seiner Entlassung übernahm er 1875 den Zeichenunterricht an der Jahnschen Realschule (gegründet von Hermann Günther) und später war er bis 1887 Zeichenlehrer an der Sophienschule von Fräulein Morich. Am 25. April 1881 wurde Tunica zu Hofmaler des Braunschweiger Herzogs ernannt. 1904 gab er seine Stellung als Lehrer auf. Er blieb unverheiratet und hatte keine Kinder.
Nach seinem Tod veranstaltete das Städtische Museum Braunschweig eine Ausstellung der Bilder und Skizzen aus seinem Nachlass.
Werke (Auswahl) Tunica schuf zahlreiche Porträts und große Historienbilder für das herzogliche Schloss um 1850:Herzog Wilhelm mit Gefolge 1854: Herzog Wilhelm mit Gefolge in der Uniform seiner Aschersleber Husaren 1855: Herzog Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel in der Schlacht bei Minden 1856: Erbprinz Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig bei Hastenbeck 1857: Tod des Herzogs Friedrich Franz bei Hochkirch 1858: Herzog Christian bei Fleurus 1858: Herzog Wilhelm bei der Parade in Nordstemmen, wie er König Georg V. sein Northeimer Kürassierregiment vorführt (kam ins Schloss Sibyllenort) 1863: Heinrich der Löwe trifft in Palästina mit Sultan Kilidsch Arslan zusammen 1879: Einzug Herzog Rudolf Augusts in Braunschweig am 16. Juni 1671 1880: Die Zerstörung Bardowicks durch Heinrich den Löwen 1883: Die Heimkehr Friedrich Wilhelms in Braunschweig am 22. Dezember 1813 1888: Wald mit Wildbach Lebensrettung des Kaiser Max durch Herzog Erich den älteren in der Schlacht bei Regensburg Porträts König Friedrich Wilhelm IV. König Georg V.
Literatur Britta Berg: Tunica, Hermann August Theodor. In:
Karl Wilhelm Mügel: Tunica, Hermann August Theodor. In:
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Braunschweig) Kategorie:Geboren 1826 Kategorie:Gestorben 1907 Kategorie:Mann