Der Landkreis Grafschaft Diepholz war bis 1977 ein Landkreis in Niedersachsen. Sein Verwaltungssitz lag in Diepholz.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1977 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Grafschaft Hoya und Nienburg/Weser in Niedersachsen, an den Kreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen sowie an die Landkreise Osnabrück und Vechta, beide wiederum in Niedersachsen.
Geschichte
Zum Zwecke von Einsparungen bei den öffentlichen Haushalten wurde am 1. Oktober 1932 in Preußen eine Kreisreform durchgeführt, bei der zahlreiche kleinere Kreise aufgelöst wurden. Dabei wurden im Regierungsbezirk Hannover unter anderem die beiden Kreise Diepholz und Sulingen zusammengeschlossen. Der ursprünglich für den neuen Kreis vorgesehene Name Sulingen wurde durch Beschluss des Preußischen Staatsministeriums vom 27. September 1932 in Grafschaft Diepholz geändert.Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen vom 1. August 1932 (§§ 51, 55), Preuß. Gesetzsammlung Nr. 43/1932, S. 260Erlass des Preußischen Staatsministeriums vom 27. September 1932; Ministerialblatt für die preußische innere Verwaltung 1932, S. 1036
Die Gebietsreformen im Raum Diepholz begannen am 1. Januar 1967 mit dem Zusammenschluss der vier Wagenfelder Gemeinden. Am 1. März 1974 wurde der Landkreis durch das Hannover-Gesetz um die Gemeinden Borstel und Staffhorst aus dem Landkreis Nienburg/Weser erweitert. Außerdem wurde durch eine Reihe von Gemeindefusionen die Zahl der Gemeinden von ursprünglich 71 auf 36 reduziert.
Im Zuge einer Kreisreform ging der Landkreis Grafschaft Diepholz am 1. August 1977 zusammen mit dem westlichen Teil des Landkreises Grafschaft Hoya im heutigen Landkreis Diepholz auf. Die Gebietskörperschaft „Landkreis Grafschaft Diepholz“ war damit nach 45 Jahren aufgelöst.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1933 48.261 1939 49.143 1950 81.349 1960 72.500 1970 75.800 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1972 S. 26 1977 76.100 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1978 S. 52
Politik Landräte 1932–1934 Jochen-Hilmar von Wuthenau (1887–1965) 1935–1940 Max Spießbach 1941–1943 Udo Veltkamp 1943–1945 Wilko Freiherr von Wintzingerode (zeitweise im Wehrdienst, Verwaltung von Nienburg aus) 1946–1956 Friedrich Hanker, DP 1956–1968 Ludwig Gefe, CDU (Landwirt in Hüde, erhielt 1969 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse)Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 361. 1968–1977 Heinrich Jürgens, FDP
Verwaltung Die Kreisverwaltung mit ihren verschiedenen Fachämtern war im Kreishaus in Diepholz untergebracht. Chef der Verwaltung war bis 1945 der jeweilige Landrat (s. o.) und ab 1946 der jeweilige Oberkreisdirektor.
Oberkreisdirektoren 1946–1959 Hans Brunow 1959–1976 Udo Veltkamp
Gemeinden 400px|mini|Der Landkreis Grafschaft Diepholz in der Abgrenzung von 1932 bis 1974 Die folgende Tabelle enthält alle Gemeinden, die jemals dem Landkreis Grafschaft Diepholz angehörten, und alle Eingemeindungen:territorial.de: Landkreis Grafschaft Diepholz GemeindeeingemeindetnachDatum derEingemeindungAnmerkung Affinghausen Aldorf Barnstorf 1. März 1974 Anstedt Scholen 1. März 1974 Aschen Diepholz 1. März 1974 Bahrenborstel Barenburg, Flecken Barnstorf Barver Bensen Sudwalde 1. März 1974 Bockstedt Drentwede 1. März 1974 Borstel bis zum 1. März 1974 im Landkreis Nienburg/Weser Brake Mellinghausen 1. März 1974 Brockum Cantrup Neuenkirchen 1. März 1974 Cornau, Flecken Drebber 1. März 1974 Dickel Diepholz, Stadt Donstorf Eydelstedt 1. März 1974 Dörpel Eydelstedt 1. März 1974 Dörrieloh Varrel 1. März 1974 Drebber neu gebildet am 1. März 1974 Dreeke Barnstorf 1. März 1974 Drentwede Düste Eydelstedt 1. März 1974 Ehrenburg neu gebildet am 1. März 1974 Eydelstedt Freistatt Groß Lessen Sulingen 1. März 1974 Heede Diepholz 1. März 1974 Hemsloh Holzhausen Bahrenborstel 1. März 1974 Hüde Jacobidrebber Drebber 1. März 1974 Kirchdorf Klein Lessen Sulingen 1. März 1974 Kuppendorf Kirchdorf 1. März 1974 Lembruch Lemförde, Flecken Lindern Sulingen 1. März 1974 Maasen Mallinghausen Schwaförden 1. März 1974 Mariendrebber Drebber 1. März 1974 Marl Mellinghausen Menninghausen Sudwalde 1. März 1974 Neuenkirchen Nordsulingen Sulingen 1. März 1974 Ohlendorf Mellinghausen 1. März 1974 Päpsen Siedenburg 1. März 1974 Quernheim Rathlosen Sulingen 1. März 1974 Rechtern Barnstorf 1. März 1974 Rehden Sankt Hülfe Diepholz 1. März 1974 Scharringhausen Kirchdorf 1. März 1974 Schmalförden Ehrenburg 1. März 1974 Scholen Schwaförden Schweringhausen Ehrenburg 1. März 1974 Siedenburg, Flecken Staffhorst bis zum 1. März 1974 im Landkreis Nienburg/Weser Stemshorn Stocksdorf Ehrenburg 1. März 1974 Ströhen Wagenfeld 1. März 1974 Sudwalde Sulingen, Stadt Varrel Wagenfeld neu gebildet am 1. Januar 1967 Wagenfeld-Bockel Wagenfeld 1. Januar 1967 Wagenfeld-Förlingen Wagenfeld 1. Januar 1967 Wagenfeld-Haßlingen Wagenfeld 1. Januar 1967 Wagenfeld-Neustadt Wagenfeld 1. Januar 1967 Wehrbleck Wesenstedt Ehrenburg 1. März 1974 Wetschen Wohlstreck Eydelstedt 1. März 1974
Kfz-Kennzeichen
Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen DH zugewiesen. Es wird bis heute für den Landkreis Diepholz ausgegeben.
Literatur Hans Gerke: Regionalgeschichtliche Entwicklung. In: Landkreis Diepholz. Lebensraum, Verwaltungseinheit I. (Redaktion: Hans Gerke; Hrsg.: Landkreis Diepholz), Diepholz 1984, S. 20–26 Gerhard Lutosch: Die Siedlungsnamen des Landkreises Diepholz. Ihr Alter und ihre Bedeutung. (Hrsg.: Landkreis Diepholz), Syke 1983, 245 S. m. 1 Foto (des Verfassers) und 1 Topographischen Übersichtskarte Hermann Greve: Bibliographie des Landkreises Diepholz unter Einschluss der Samtgemeinden Harpstedt (Landkreis Oldenburg), Eystrup und Grafschaft Hoya (Landkreis Nienburg) sowie Riede (Samtgemeinde Thedinghausen, Landkreis Verden). (Hrsg.: Landkreis Diepholz), Syke und Diepholz, 1984, XXXVIII und 453 S. (mit 3505 Titeln) m. Abb.
Siehe auch Kreisreformen in Preußen Kreisreformen in der Bundesrepublik Deutschland bis 1990
Weblinks Projekt „Grafschaft Diepholz“
Einzelnachweise
Grafschaftdiepholz Grafschaftdiepholz Kategorie:Geschichte (Landkreis Diepholz) Kategorie:Geschichte (Diepholz) GrafschaftDiepholz Kategorie:Aufgelöst 1977