Pete Sampras (* 12. August 1971 in Washington, D.C.) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Tennisspieler.
Sampras, Sohn griechischer Einwanderer, der Vater von der Insel Kos und die Mutter aus Salacia auf der Peloponnes, gewann in seiner Karriere insgesamt 14 Grand-Slam-Turniere im Einzel. Damit hielt er von 1999 bis 2009 den Rekord für die meisten Grand-Slam-Titel, bis er von Roger Federer übertroffen wurde. Er war sechs Jahre hintereinander am Jahresende die Nummer 1 der Weltrangliste (1993–1998), stand insgesamt 286 Wochen an deren Spitze und war 1990 mit 19 Jahren jüngster Sieger der US Open.
In seiner 15 Jahre langen Karriere gewann er insgesamt 64 Turniere im Einzel und zwei im Doppel, darunter siebenmal Wimbledon, fünfmal die US Open und zweimal die Australian Open. Nur der Erfolg bei den French Open blieb ihm verwehrt. Zusätzlich war er fünfmal ATP-Weltmeister, gewann 11 Turniere der sogenannten Super-9-Serie (heute ATP Tour Masters 1000), gewann mit den USA zweimal den Davis Cup und wurde sechsmal zum Spieler des Jahres gewählt. In seiner Bilanz stehen 762 gewonnenen Spielen 222 Niederlagen gegenüber. Mit seinen 14 Grand-Slam-Erfolgen belegt er Platz 4 der Rekordliste und mit seinen 286 Wochen als Nummer 1 der Welt belegt er Platz 3.
Tenniskarriere Jugendzeit und erste Profijahre (1971–1992) Schon in jungen Jahren entdeckte Sampras seine Leidenschaft für den Tennissport, doch erst nach dem Umzug seiner Familie nach Palos Verdes, einem Vorort von Los Angeles, war es ihm möglich, den Sport regelmäßig zu betreiben. Der Kinderarzt und begeisterte Tennisspieler Pete Fischer erkannte das Talent des damals neunjährigen Sampras und wurde in den Folgejahren eine Art Mentor für ihn. Er engagierte verschiedene Trainer, um mehrere Aspekte in Sampras' Tennisspiel zu verbessern. Der Arzt selbst, den Sampras später als „verrückten Wissenschaftler“The New York Times: von Peter de Jonge beschrieb, kümmerte sich maßgeblich um die mentale Ebene des Spiels. So schärfte Fischer Sampras ein immer kontrolliertes und wenig emotionales Verhalten auf dem Tennisplatz ein und vermittelte ihm die historische Bedeutung der Grand-Slam-Turniere. Der junge Sampras studierte unter Anleitung Fischers die Spiele der bekanntesten Tennisprofis der Vergangenheit, und vor allem Rod Laver (den er im Alter von elf Jahren persönlich traf) beeindruckte Sampras mit seiner Spielart und seinen Erfolgen.ESPN.com „Who's Pete Sampras?“ von Larry Schwartz, World Traveler „In Pursuit of Perfection“ von Joel Drucker Schon bald erreichte Sampras erste Erfolge auf der Juniorentour, und obwohl Pete Fischer darauf bestand, dass Sampras in Turnieren antreten sollte, in denen auch weitaus ältere und erfahrenere Spieler spielten, hatte er sich bald zu einem der am besten eingestuften Spieler seiner Altersgruppe entwickelt. Zu dieser Zeit spielte Sampras eine solide beidhändige Rückhand, die ihm ein sicheres Grundlinienspiel ermöglichte. Doch Fischer überzeugte den damals 14-Jährigen davon, in Zukunft eine einhändige Rückhand zu spielen, und formte aus ihm einen klassischen Serve-and-Volley-Spieler. Kurz vor seinem Wechsel auf die Profitour in der Saison 1988 erreichte Sampras das Viertelfinale der US Open im Junioreneinzel (wo er in der ersten Runde auch den an Nummer 1 gesetzten Landsmann Michael Chang schlug) und das Halbfinale im Doppel. Im gleichen Jahr wurde der 16-jährige Sampras auch für den Junior-Davis-Cup-Wettbewerb nominiert.
In seiner ersten Saison auf der ATP-Tour spielte Sampras zehn Turniere, wobei der Halbfinaleinzug bei einem Turnier in Schenectady der größte Erfolg war. Er beendete seine erste Profisaison (bei der er nur an US-amerikanischen Turnieren teilnahm) auf Platz 97 der Tennisweltrangliste und war damit einer der jüngsten Spieler der Tennisgeschichte, der eine Saison unter den besten 100 Spielern beenden konnte. In der folgenden Saison weitete Sampras seinen Spielplan auch auf die wichtigsten Turniere in Australien und Europa aus. Er gewann 18 seiner 37 Spiele in dieser Saison und konnte sich um 16 Plätze in der Weltrangliste verbessern. Unter anderem erreichte er dabei das Viertelfinale in Adelaide und Indianapolis. An der Seite von Jim Courier gewann er die Italian Open im Doppel, und bei den US Open spielte er sich nach einem Zweitrundensieg über Titelverteidiger Mats Wilander bis ins Achtelfinale. Wenige Wochen später trennte er sich von Fischer, von dem er sagte, er versuchte „sein Gehirn in meinen Körper einzupflanzen“.
Zur neuen Saison verpflichtete Sampras Joe Brandi als neuen Trainer. Schon bald konnte der Amerikaner bessere Resultate verzeichnen. So erreichte er bei den Australian Open das zweite Grand-Slam-Achtelfinale in Folge, und nach einem Halbfinale in Mailand gewann Sampras das erste Turnier seiner Karriere in Philadelphia. Nachdem er das Vorbereitungsturnier in Manchester eine Woche vor Wimbledon gewonnen hatte, galt er als Geheimtipp für das prestigeträchtige Turnier in London. Vor allem Fred Perry prophezeite Sampras einen großen Erfolg in Wimbledon. Doch Sampras unterlag in der ersten Runde dem Südafrikaner Christo van Rensburg in drei engen Sätzen. In den folgenden Wochen konnte Sampras, der mittlerweile den Sprung unter die besten 15 Spieler der Weltrangliste geschafft hatte, noch zweimal ein Halbfinale erreichen, bevor er bei den US Open antrat. Nicht unbedingt als Turnierfavorit angesehen, erreichte der an Position 12 gesetzte US-Amerikaner ohne Satzverlust das Achtelfinale, wo er den Österreicher Thomas Muster in vier Sätzen bezwang und ein Viertelfinalduell mit Ivan Lendl erreichte. Lendl hatte Sampras zehn Monate zuvor zu einigen Trainingseinheiten in sein Haus in Connecticut eingeladen. Sampras sprach später mit Bewunderung über die Trainingsleistung, die Lendl zeigte und seinem jungen Landsmann vermittelte. Doch bei den US Open war es Sampras, der die Oberhand behielt und Lendls Serie von sieben Finalteilnahmen in Folge bei diesem Turnier beendete. Auch die nächste US-Tennislegende John McEnroe fand kein wirksames Mittel gegen das Powertennis des 19-Jährigen und verlor schließlich in vier Sätzen. Im Finale traf Sampras auf den ein Jahr älteren Andre Agassi, der sich als Paradiesvogel schon einen Namen auf der ATP-Tour gemacht hatte, gegen Sampras aber chancenlos war und das Finale mit 4:6, 3:6 und 2:6 verlor. Im Alter von 19 Jahren und 28 Tagen war Sampras der jüngste US-Open-Sieger aller Zeiten, und er sagte später, dass er für diesen großen Erfolg noch nicht bereit gewesen sei, weder als Tennisspieler noch als Person.https://www.ne.jp/asahi/pete/sampras/archives/interview/IUST0009E.html Tatsächlich sollte es bis zu seinem nächsten Grand-Slam-Triumph fast drei Jahre dauern. Die Saison beendete Sampras nach seinem vierten Saisonsieg beim Grand-Slam-Cup in Deutschland auf Platz 5 der Weltrangliste.
Die Saison 1991 verlief für Sampras ähnlich erfolgreich wie die Vorsaison, allerdings ohne großen Erfolg bei den Grand-Slam-Turnieren. Insgesamt erreichte der US-Amerikaner acht Finalteilnahmen auf der ATP-Tour und konnte vier dieser Spiele für sich entscheiden, darunter auch zum ersten Mal in seiner Karriere die saisonabschließende ATP-Weltmeisterschaft. Bei den US Open bezog Sampras nach seiner Viertelfinalniederlage von seinem Gegner Jim Courier und von Landsmann Jimmy Connors deutliche Kritik, als er in der anschließenden Pressekonferenz von der Erleichterung sprach, dass ihm der Druck (der auf ihm als Titelverteidiger gelastet habe) nach der Niederlage vom Rücken genommen sei. Nach dem Turnier trennte er sich von seinem Trainer Joe Brandi und engagierte Tim Gullikson, der schon als Trainer von Tennisprofis wie Martina Navrátilová, Mary Joe Fernández und Aaron Krickstein gearbeitet hatte. Am Ende des Jahres stand Sampras auch erstmals im Davis-Cup-Kader der USA für das Endspiel gegen die französische Mannschaft. Sampras verlor allerdings beide Einzel und die USA das Finale mit 1:3. Die Saison beendete er auf Platz 6 der Weltrangliste.
miniatur|Pete Sampras im August 1992 Gulliksons Bemühungen, aus Sampras, der sich in seiner bisherigen Karriere sehr auf seinen starken Aufschlag verlassen hatte, einen kompletteren Spieler zu machen, zeigten in der Saison 1992 erste Erfolge. So konnte der US-Amerikaner erstmals auch bei Sandplatzturnieren, die er zuvor weitgehend gemieden hatte, gute Resultate erringen und unter anderem bei den French Open das Viertelfinale erreichen. Einige Wochen später zeigte Sampras, dass er sein prinzipiell gut geeignetes Spiel auf dem „heiligen Rasen“ auch erfolgreich umsetzen konnte – er erreichte beim dritten Grand-Slam-Turnier der Saison das Halbfinale. Mit zwei erfolgreichen Grand-Slam-Turnieren im Rücken und einer Siegesserie von zehn Spielen aus den letzten Vorbereitungsturnieren in Cincinnati und Indianapolis startete Sampras bei den US Open. Nach zwei Fünfsatzsiegen in frühen Turnierrunden besiegte er den Weltranglistenersten Jim Courier im Halbfinale und zog in das Endspiel gegen den Schweden Stefan Edberg ein. Sampras konnte den ersten Satz gewinnen, vergab aber weitere Möglichkeiten und ging nach vier Sätzen als Verlierer vom Platz. Später sagte Sampras, dass er nach der Niederlage nächtelang nicht habe schlafen können und ihm das Spiel klargemacht habe, wie wichtig der Erfolg insbesondere bei den Grand-Slam-Turnieren für ihn sei. Im Saisonverlauf gewann Sampras fünf seiner sieben Turnierendspiele und beendete die Saison auf Platz 3 der Weltrangliste. Im Dezember verhalf er den USA mit dem vorentscheidenden Doppelerfolg an der Seite von John McEnroe zum zweiten Davis-Cup-Sieg der letzten drei Jahre.
An der Spitze der Tenniswelt (1993–1998) Nach der Niederlage gegen Edberg arbeiteten Gullikson und Sampras weiter an der Verbesserung seines Spiels. In den ersten Monaten der Saison 1993 scheiterte Sampras nur einmal vor dem Halbfinale, unterlag bei den Australian Open eben dort erneut Stefan Edberg. Nach seinem dritten Saisonsieg in Tokio erreichte Sampras mit einem Endspielsieg über Brad Gilbert erstmals die Spitzenposition in der Weltrangliste. Bei den French Open folgte der erneute Einzug ins Viertelfinale. Ohne Probleme erreichte Sampras auch in Wimbledon das Viertelfinale, wo er Landsmann Agassi in fünf Sätzen bezwingen konnte. Nach einem Dreisatzsieg über Boris Becker schlug er im Endspiel Jim Courier in vier Sätzen und fuhr den zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere ein. Bis zu den US Open gelang Sampras keine weitere Finalteilnahme, aber in Flushing Meadows selbst gab Sampras auf dem Weg zu seinem zweiten Erfolg beim wichtigsten amerikanischen Tennisturnier nur zwei Sätze ab. Im letzten Saisondrittel festigte er seine Spitzenposition in der Weltrangliste mit den Saisontiteln sieben und acht in Lyon und Antwerpen. Allerdings verlor er das Endspiel der ATP-Weltmeisterschaft gegen den Deutschen Michael Stich.