mini|hochkant|Wappen derer von Steinberg im Wappenbuch des Westfälischen Adels Die Familie von Steinberg war ein altes niedersächsisches Adelsgeschlecht, das aus dem Hildesheimer Uradel stammte und bereits im 12. Jahrhundert reiche Besitzungen im Leinebergland innehatte. Mit dem Hochstift Hildesheim entstand ein stiftisches Junkertum, zu dem die Herren vom Stenberge zählten. Das Geschlecht ist 1911 im Mannesstamm erloschen.
Geschichte Zu Bodo von Steinberg, der die Bodenburg erbaute und zum Stammsitz seines Geschlechts gemacht haben soll, gibt es keine Belege mehr.
Urkundlich erscheint die Familie erstmals 1182 mit Conradus de Steinberche,Urkundenbuch des Hochstifts Hildesheim und seiner Bischöfe 1, Nr. 418 der um 1200 bischöflich hildesheimischer Ministeriale war und auf der Bodenburg lebte. Unter seinen Söhnen und Enkeln verzweigte sich das Geschlecht in sechs Nebenlinien, von denen drei Bedeutung erlangten und das Mittelalter überstanden: Bodenburg-Brüggen (das Gut Brüggen war ebenfalls seit etwa 1180 im Besitz der Familie), Bodenburg-Bornhausen (Bornhausen blieb bis ins 17. Jahrhundert im Familienbesitz), Alfeld (Leine) Der Ahnherr des Alfeldischen Zweiges, Konrad II. von Steinberg, hatte einen freien Burgmannssitz in Alfeld und umfangreiche Besitzungen in der Umgebung zu Lehen bekommen. Dort wurden die Herren von Steinberg über fünf Generationen zu den mächtigsten Vasallen des Stifts – neben den Herren von Saldern, von Adelebsen, von Wrisberg, von Schwicheldt, von Rutenberg, von Alten und von Cramm.
Einzelne Vertreter mini|Schlussstein der Steinbergkapelle im Hildesheimer Dom Der Bischof, ihr Lehns- und Landesherr, war aufgrund der Verschuldung des Stifts auf sie angewiesen. Die Brüder Cord, Lippold und Heinrich V. von Steinberg erhielten für das geliehene Geld weitere Besitzungen.
Der Ritter Burchard der Ältere von Steinberg urkundete 1339–1376. Er machte dem Kloster Lamspringe umfangreiche Schenkungen und gehörte auch zum Wohltäter des Hildesheimer Franziskanerklosters St. Martini. Nach seinem Tod 1379 wurde er in einem Hochgrab im Franziskanerkloster beigesetzt. Die Grabplatte mit dem in voller Rüstung dargestellten Ritter ist erhalten.Inschriftenkatalog: Stadt Hildesheim
Lipold von Steinberg stiftete eine Kapelle des Hildesheimer Domes, die nach ihm benannt wurde.
Heinrich V. († 1430) wurde 1399 von Bischof Johann mit dem Dorf Gardessen (Gerzen) belehnt. Als seine Söhne Heinrich VI. und Dietrich ihr Erbe antraten, kam es zum Streit mit den Bürgern von Alfeld. Bischof Magnus von Sachsen-Lauenburg gestattete ihnen daher 1451 den Bau einer hölzernen Burg am Zusammenfluss von Wespe und Leyna, der Wispemündung. Die Burg nannten sie Wispenstein.
Christoph „der Obriste“ (Nr. 34 bei Behrens, † 1570) und Söldnerführer stellte sich gegen die Protestanten. Gegen die von Christoph von Steinberg geführten Truppen des Schmalkaldischen Bundes unterlag Herzog Heinrich der Jüngere 1542 vor Wolfenbüttel und flüchtete nach Frankreich.
1561 erwarb Siewert von Steinberg das Gut Imbshausen, das bis 1777 in der Familie blieb.
Spätere Stammfolge
1888 wurde die Familie mit Ernst von Steinberg, Kammerherr und Mitglied des preußischen Herrenhauses, in den preußischen Grafenstand erhoben und starb 1911 mit ihm im Mannesstamme aus. Seine Universalerbin war seine älteste Tochter, Jutta Gräfin von Steinberg ⚭ 1905 Burghard von Cramm. Einer ihrer 7 Söhne war der Tennisspieler Gottfried von Cramm. Die Güter Brüggen, Bodenburg, Wispenstein und Harbarnsen gingen damit auf die Freiherren von Cramm über.
Wappen mini|hochkant|Wappen derer von Steinberg Blasonierung: In Gold ein schwarzer rechtsspringender Bock. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken ein schwarzer offener Flug, je mit einem nach außen absteigenden goldenen Balken belegt.Spiessen (1901–1903), S. 121.
Alternativ wird als Helmzier eine goldene Säule, oben besteckt mit drei grünen Pfauenfedern, zwischen einem offenen von Gold und Schwarz übereck geteilten Flug dargestellt.
Literatur Conrad Berthold Behrens: Stamm=Baum Des Hochwohlgebohrnen Hauses der Herren von Steinberg, Hannover und Wolfenbüttel 1697 (Google Bücher). Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon. Friedrich Voigt, Band 8: Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn. Leipzig 1868, S. 627 (Google Bücher). Leopold von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Band 2: L–S, Berlin 1856, S. 478 f. (digitale-sammlungen.de). Birgit Schlegel: Die Ritter von Steinberg in Northeim und Umgebung, In: Heimat und Museumsverein für Northeim und Umgebung e. V. (Hrsg.): Northeimer Jahrbuch 2022 – Zeitschrift für Heimatforschung, Denkmalpflege und Naturschutz, 87. Jg., Northeim 2022, , S. 30–37. Johann Siebmacher: Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch, 4tes Supplement, Nürnberg 1767, Tfl. 25 (digitale-sammlungen.de). Max von Spiessen: Wappenbuch des Westfälischen Adels, mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 121 (hhu.de); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 305 (hhu.de). Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band XIV, Band 131 der Gesamtreihe, S. 67–68, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2003,
Einzelnachweise
Kategorie:Niedersächsisches Adelsgeschlecht Kategorie:Ersterwähnung 1182 Kategorie:Stammliste