Anouschka Bernhard (* 5. Oktober 1970 in Waiblingen; † 15. Januar 2026) war eine deutsche Fußballspielerin und ‑trainerin.
Spielerkarriere Vereine Bernhard spielte von 1989 bis 1993 zunächst für den VfL Sindelfingen, zuletzt in der Gruppe Süd der seinerzeit zweigleisigen Bundesliga. Anschließend, von 1993 bis 1998, zuletzt in der ersten Saison der eingleisigen Bundesliga, für den FSV Frankfurt, für den sie von Januar bis Juni 2000 nochmals aktiv wurde. Während ihrer Frankfurter Vereinszugehörigkeit gewann sie mit der Mannschaft zweimal die Deutsche Meisterschaft und einmal den nationalen Vereinspokal.
Auswahl-/Nationalmannschaft Als Spielerin der Auswahlmannschaft des Hessischen Fußball-Verbandes gewann sie zweimal den Länderpokal. Am 22. Mai 1994 wurde in Herborn die Auswahlmannschaft des Fußball-Verbandes Mittelrhein mit 3:0 und am 15. April 1995 in Pfingstberg-Hochstädt die Auswahlmannschaft des Badischen Fußballverbandes mit 2:0 bezwungen.Kicker Almanach 1999 – Seite 496 – COPRESS Verlag ISBN 3-7679-0499-3.
Für die A-Nationalmannschaft bestritt sie innerhalb von sechs Jahren 47 Länderspiele, in denen ihr ein Tor gelang. Sie debütierte am 30. Juni 1991 in Lüdenscheid beim 2:0-Sieg im Testspiel gegen die Nationalmannschaft Chinas mit Einwechslung in der 52. Minute für Silvia Neid. Ihr einziges Länderspieltor erzielte sie am 9. Juni 1995 in Karlstad beim 6:1-Sieg über die Nationalmannschaft Brasiliens im letzten Spiel der Gruppe A während der vom 5. bis 18. Juni 1995 in Schweden ausgetragenen Weltmeisterschaft. Zuvor nahm sie mit der Nationalmannschaft an zwei Europameisterschaften teil; 1993 in Italien verlor sie mit ihrer Mannschaft das Spiel um Platz 3 mit 1:3 gegen die Nationalmannschaft Dänemarks, gewann jedoch zwei Jahre später im eigenen Land den Titel.
Trainerkarriere Nach ihrer aktiven Karriere trainierte sie den FSV, später die Studentinnen-Nationalmannschaft. Von 2003 bis 2011 war sie als Jugendkoordinatorin (U7 bis U13) bei Hertha BSC tätig. 2009 schloss sie die Ausbildung zum Fußballlehrer als Zweitbeste hinter Holger Stanislawski ab. Seit dem 1. März 2011 war sie Trainerin der deutschen U16- und U17-Juniorinnen. Am 29. Juni 2012 konnte die von ihr trainierte U17-Mannschaft die Europameisterschaft gewinnen. Nachdem sich die Mannschaft für die EM 2013 erstmals nicht qualifizieren konnte, gelang im Dezember 2013 der erneute Titelgewinn bei der vorgezogenen Endrunde, wodurch sich die Mannschaft auch für die Weltmeisterschaft 2014 qualifizierte. Im Mai 2016 konnten die von ihr trainierten U17 Juniorinnen des DFB zum insgesamt fünften Mal den Titel des Europameisters gewinnen. Bei der Weltmeisterschaft 2016 in Jordanien schied ihre Mannschaft im Viertelfinale mit 1:2 gegen die Auswahl Spaniens aus dem Turnier aus. Die Europameisterschaft 2017 wurde im Finale gegen die Auswahl Spaniens mit 3:2 im Elfmeterschießen hingegen gewonnen.
2020 verließ sie den DFB auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Sie wurde nachfolgend als Verbandssportlehrerin des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) vorgestellt.
Am 15. Januar 2026 starb Anouschka Bernhard nach schwerer Krankheit.
Erfolge Nationalmannschaft Weltmeisterschaftsfinalist 1995 Europameister 1995, Vierter 1993 Auswahlmannschaft Hessen Länderpokal-Sieger 1994, 1995 FSV Frankfurt Deutscher Meister 1995, 1998 DFB-Pokal-Sieger 1996, -Finalist 1998 DFB-Supercup-Sieger 1995 als Trainerin U17-Europameister: 2012, 2014, 2016, 2017
Weblinks
Informationen zu Bernhard
Einzelnachweise
Kategorie:Fußballnationalspieler (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer an einer Fußball-Weltmeisterschaft (Deutschland) Kategorie:Fußballeuropameister (Deutschland) Kategorie:Fußballspieler (VfL Sindelfingen) Kategorie:Fußballspieler (FSV Frankfurt) Kategorie:Deutscher Meister (Fußball) Kategorie:DFB-Pokal-Sieger Kategorie:Fußballtrainer (FSV Frankfurt) Kategorie:Sportler (Waiblingen) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1970 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Frau