mini|Rudolf Koller,Bildnis von Arnold Böcklin, 1847, Kunsthaus Zürich, Moserbau 2rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-imagerahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage skin-invert-image|Unterschrift Unterschrift Arnold Böcklin Arnold Böcklin (* 16. Oktober 1827 in Basel; † 16. Januar 1901 in San Domenico bei Fiesole; heimatberechtigt in Basel, Ehrenbürger der Stadt Zürich) war ein Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer des Symbolismus. Er gilt als einer der bedeutendsten bildenden Künstler des 19. Jahrhunderts in Europa. Laut der Einschätzung von Christian Klemm ist Böcklin der «begabteste und eigenwilligste unter den Schweizer Künstlern des letzten Jahrhunderts».Christian Klemm: Schweizer Maler des 19. Jahrhunderts. In: Ders: Kunsthaus Zürich, Herausgegeben vom Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft, Zürich und Banque Paribas (Suisse) S. A. Genf. Zürich 1992, ISBN 3-908184-07-X. S. 44. Der Bilderzyklus Die Toteninsel mit fünf Varianten des gleichen Motivs stellt seine bekannteste Arbeit dar und wird als ikonisches Werk eingestuft.

Das Kunstmuseum Basel besitzt mit über 90 Werken die grösste Sammlung aus dem Œuvre des Künstlers. Mehr als ein Dutzend Werke wurden dem Museum zudem als Deposita der Sammlung Gottfried Keller-Stiftung anvertraut.

Leben mini|Geburtshaus von Arnold Bocklin, Gerbergasse 4, Basel Böcklin war der Sohn des Seidenfabrikanten Christian Friedrich Böcklin (1802–1880) und der Ursula Böcklin-Lippe (1800–1861). Er wuchs in der Steinenvorstadt in Basel auf. Früh zeigte er Interesse an architektonischen und technischen Fragen sowie literarischen und kulturhistorischen Stoffen. Er erhielt in Basel Zeichenunterricht und studierte von 1845 bis 1847 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Johann Wilhelm Schirmer, Theodor Hildebrandt und Rudolf Wiegmann. 1847 unternahm er mit Rudolf Koller, mit dem er in Düsseldorf zusammenwohnte, eine Studienreise nach Belgien, wo ihn die Arbeiten von Peter Paul Rubens stark beeindruckten. Weitere Reisen führten ihn in die Schweiz und in die Niederlande. Nach einem Aufenthalt beim Schweizer Landschaftsmaler Alexandre Calame ging er 1848 mit Rudolf Koller nach Paris und tätigte Studien im Louvre. Es folgte eine Tätigkeit im Atelier von Johann Gottfried Steffan. Bis 1850 arbeitete er in Basel, wo er seine ersten charakteristischen Landschaftsbilder malte.

Von 1850 bis 1857 arbeitete er mit Unterbrechungen in Rom, wo er sich mit den alten Meistern auseinandersetzte. Während seines dortigen siebenjährigen Aufenthaltes stand er unter starkem Einfluss von Gaspard Dughet und Franz-Dreber. 1853 heiratete Böcklin Angela Pascucci (1836–1915). Seine Ehefrau sollte das Modell vieler seiner Gemälde werden. Das Paar bekam vierzehn Kinder, acht starben bereits im Kindesalter. 1857 siedelte die Familie nach Basel über. Die Tochter Clara wurde Ehefrau des Bildhauers Peter Bruckmann, der Sohn Carlo Architekt und Maler.

1856 hielt sich Arnold Böcklin in München auf und erhielt 1858 – nach Empfehlung durch Anselm Feuerbach – vom hannoverschen Konsul in Palermo Karl Wedekind den Auftrag, in dessen Villa in Hannover den Speisesaal auszumalen. Durch das Bild Pan im Schilf wurde er im März 1859 weithin bekannt. Von 1860 bis 1862 lehrte er, gefördert von Graf Adolf Friedrich von Schack, als Professor an der Grossherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar. Die Jagd der Diana war 1862 seine erste grosse Auftragsarbeit. mini|hochkant|links|Arnold Böcklin, Foto: Jakob Höflinger, circa 1869

1861 war er in Rom und besuchte Neapel und Pompeji. In dieser Zeit vollendete er seinen unverkennbaren Stil mit den deutlichen Konturen und der intensiven Leuchtkraft seiner Farben, durch die er in seinen Gemälden eine Welt von mythologischen Fabelwesen veranschaulichte. mini|hochkant|Selbstbildnis mit fiedelndem Tod, 1872, Alte Nationalgalerie, Berlin mini|hochkant|Selbstporträt, 1873, Hamburger Kunsthalle Von Rom kehrte Böcklin mit seiner Familie 1866 erneut nach Basel zurück. Jacob Burckhardt vermittelte ihm 1868 den Auftrag, für Karl Sarasin einen Gartensaal seines Hauses in Basel mit drei Fresken auszustatten. Böcklin forderte Rudolf Schick auf, ihn bei der Ausführung zu unterstützen. Innerhalb von zwei Monaten wurden die drei Wandbilder Rast auf der Flucht nach Ägypten, König David mit der Harfe und Der Gang nach Emmaus fertiggestellt.Nikolaus Meier: Carl Sarasin(-Vischer)-Sauvain (1815–1886): Industriepatriarch, Politiker und Auftraggeber Arnold Böcklins, doi:10.5169/seals-169064#63. In: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, Band 47 (1990) Heft 1. Sie befinden sich heute im Kunstmuseum Basel. mini|hochkant|Arnold Böcklin, Büste von Adolf von Hildebrand, 1897 Hans Sandreuter war Böcklins engster Schüler; manche Kritiker warfen ihm zu Lebzeiten vor, ein Böcklin-Epigone zu sein.

1871 schuf Böcklin sechs Masken für die Gartenfassade der Kunsthalle Basel und hielt sich im gleichen Jahr bis 1874 in München auf, wo er 1872 das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod malte.

Vom Herbst 1874 bis zum April 1885 lebte er in Florenz, meist im Palazzo dei Pittori, einem Atelierhaus von Wladimir von Swertschkoff. Hier entstand der Werkzyklus, bestehend aus fünf Fassungen des Bildes Die Toteninsel zwischen 1880 und 1886.

1875 kaufte Louis Sussmann-Hellborn Böcklins Gemälde Meeresidylle (auch Triton und Nereide) für 10'000 Mark ab (später in der Nationalgalerie, seit 1945 verschollen).

Böcklin hatte lebenslang die Sehnsucht zu fliegen., Radio Bayern 2, 16. Januar 2014 Seinen ersten Flugapparat konstruierte er um 1855Neben meiner Kunst : Flugstudien, Briefe und Persönliches (1909) – S. 31 ff. und testete ihn in Rom. Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingsfürst, damals Monsignore und später deutscher Kurienkardinal in Rom, erwirkte bei Papst Pius IX. die Erlaubnis, den Flugapparat in der grossen Halle der päpstlichen Reitschule auszuprobieren. Die damalige Inquisition erwirkte einen Haftbefehl gegen Böcklin; dieser floh aus Rom.Herbert Rosendorfer: Eine Anmerkung zu Gregorovius

mini|hochkant|Atelier an der jetzigen Böcklinstrasse 17 in Zürich Um 1883 hielt sich Böcklin in Berlin auf und scheiterte auf dem Tempelhofer Feld mit dem Versuch eines motorlosen Fluges.. In: NZZ Format.

mini|hochkant|Bildnis Gottfried Keller, Gemälde von Arnold Böcklin, 1889, Gottfried Keller-Stiftung, Inventarnummer GKS521, Depositum im Kunsthaus ZürichBildnis Gottfried Keller, 1889 von Arnold Böcklin (1827–1901). In: Schweizerische Eidgenossenschaft, Eidgenössisches Departement des Innern EDI, Bundesamt für Kultur BAK, Museen und Sammlungen des Bundes, Bundeskunstsammlung Gottfried Keller-Stiftung. Abgerufen am 3. März 2025. 1885 bis 1892 wohnte er in Hottingen bei Zürich, wo er sich an der heutigen Böcklinstrasse 17 vom Zürcher Architekturprofessor Georg Lasius ein Ateliergebäude errichten liess. Gottfried Keller war dort oft zu Gast. Nach einem Schlaganfall 1892 liess er sich mit seiner Frau und seinen Söhnen bei Florenz nieder und bezog später sein Anwesen Villa Bellagio in Fiesole. Die «Stadlerische Kunstschule» von Louise Stadler übernahm das Atelier von Böcklin.Stadlerische Kunstschule in Zürich mini|hochkant|Hans Krause, Sammelbild „Arnold Böcklin“, Stollwerck Chocolade mini|hochkant|Arnold Böcklin, Foto: Fratelli Alinari, Florenz, 1897 Zu seinem 70. Geburtstag wurden 1897 seine Werke in der Kunsthalle Basel gezeigt,1897, Jubiläumsausstellung in Basel. desgleichen 30 Jahre später, also 1927, zu seinem 100. Geburtstag.siehe Katalog Arnold Böcklin. Ausstellung zur Feier des 100. Geburtsjahres. Kunsthalle Basel, 10. April bis 6. Juni 1927. Zum Ehrenkomitee (Schirmherrschaft) gehörten u. a. Bundesrat Ernest Chuard und Regierungspräsident Friedrich Aemmer. mini|hochkant|Arnold Böcklin mit seiner Frau Angela und seinem Sohn Carlo, Foto: Carlo Brogi, circa 1900 mini|hochkant|Grab von Arnold Böcklin auf dem Cimitero degli Allori in Florenz

Böcklin starb auf seinem Anwesen und wurde am 18. Januar 1901 auf dem protestantischen Friedhof Cimitero Evangelico agli Allori bei Florenz beigesetzt. Das Grab hatte sein Sohn Carlo entworfen; es trug die Inschrift aus der Ode «Exegi monumentum…» (3,30) von Horaz «Non omnis moriar»: «Nicht ganz werde ich sterben» (gemeint ist: «Nicht alles an mir stirbt»).

Auf demselben Friedhof ist auch Karl Stauffer bestattet. Die Gemeinde benannte eine Zufahrtsstrasse zum Anwesen Via Arnold Böcklin. August Bösch führte sein Atelier in Zürich weiter.

Zum 100. Todestag Böcklins 2001 wurde sein Ateliergebäude in Zürich instand gesetzt. Die Stiftung Künstleratelier Arnold Böcklin beauftragte die Abklärung der Gartengeschichte und einen Pflegeplan für den damals vernachlässigten Ateliergarten.

Im gleichen Jahr zeigte das Kunstmuseum Basel in einer umfassenden Retrospektive Werke von Böcklin.

Zitat

Werke Neben Ferdinand Hodler, Max Klinger und Lovis Corinth ist Böcklin einer der Hauptvertreter des deutschen Symbolismus, der mit der dominierenden akademischen Malerei und dem vorherrschenden Naturalismus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brach. Böcklin gehörte auch zur bevorzugten Auswahl zeitgenössischer Künstler, die das «Komité zur Beschaffung und Bewertung von Stollwerckbildern» der Kölner Schokoladenfabrik Stollwerck für Entwurfsaufträge vorschlug.Detlef Lorenz: Reklamekunst um 1900. Künstlerlexikon für Sammelbilder. Reimer-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-496-01220-X Surrealisten wie Giorgio de Chirico, Salvador Dalí und Max Ernst sahen in Böcklin einen ihrer Vorläufer und würdigten ihn als «genialen und ironischen Künstler».

Die drei Wandmalereien im Treppenhaus des Naturhistorischen Museums in Basel entstanden zwischen 1868 und 1870.Wandmalereien von Arnold Böcklin, 1868 bis 1870, Treppenhaus Naturhistorisches Museum Basel

Zu den bedeutendsten Werken des Künstlers zählen die fünf Varianten der Villa am Meer, das Selbstbildnis mit fiedelndem Tod (1872) und die fünf Varianten der Toteninsel (1880–1886). Im Jahr 1877 schuf Böcklin das Gemälde Schlafende Diana, von zwei Faunen belauscht, ausgestellt im Museum Kunstpalast in Düsseldorf, 1896 das Bild Der Krieg, das heute in der Galerie Neue Meister in Dresden präsentiert wird, 1897 die zweite Version Der Krieg, im Moserbau des Kunsthauses Zürich als Depositum der Gottfried Keller-Stiftung ausgestellt.

Mandate 1888 bis 1890 war Arnold Böcklin Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission, ab 1890 im Stiftungsrat der 1890 von Lydia Welti-Escher gegründeten Gottfried Keller-Stiftung.

Bilder (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen zu Lebzeiten mini|Arnold Böcklin, Jubilaeum-Ausstellung in der Kunsthalle Basel 1897 mini|Öffentliche Kunstsammlung Basel: Böcklinsaal im Museum an der Augustinergasse, 1907 1897: Die hervorragendsten Werke von Arnold Böcklin in Heliogravur, Grafische Sammlung ETH ZürichAUSSTELLUNGEN VON 1891–2024. 1897. In: Graphische Sammlung ETH Zürich, Ausstellungen Archiv, abgerufen am 18. November 2024. 1897: Böcklin-Jubiläums-Ausstellung, Kunsthalle Basel (Basler Kunstverein) 1897–1898: Akademie-Ausstellung von Werken Arnold Böcklins zur Feier seines 70. Geburtstages, Königliche Akademie der Künste, Berlin 1898: Ausstellung von Werken Arnold Böcklins zur Feier seines 70. Geburtstages, Hamburger Kunsthalle Einzelausstellungen postum 1902: Böcklin-Ausstellung im Leipziger Kunstverein, Leipzig 1913: Kunst-Salon Fritz Gurlitt. 1888–1913, Berlin 1927: Arnold Böcklin, Ausstellung zur Feier des 100. Geburtsjahres, Kunsthalle, Basel 1925: Landschaftsstudien von Arnold Böcklin, Kunsthaus Zürich 1951: Arnold Böcklin. Ausstellung zum Gedächtnis an seinen 50. Todestag, Kunsthalle Basel (Basler Kunstverein) 1977: Arnold Böcklin, 1827–1901. Ausstellung zum 150. Geburtstag, Mathildenhöhe, Darmstadt 1987: Arnold Böcklin: Werke aus dem Kunstmuseum Basel, Nationalmuseum für Westliche Kunst, Tokyo 2001: Arnold Böcklin, Musée d’Orsay, Paris 2001: Arnold Böcklin, Kunstmuseum, Basel