Conviasa (Akronym für: Consorcio Venezolano de Industrias Aeronáuticas y Servicios Aéreos; dt: Venezolanisches Konsortium der Luftfahrtindustrie und der Luftverkehrsdienste) ist die staatliche Fluggesellschaft Venezuelas mit Sitz in Maiquetía und Basis auf dem Flughafen Caracas.

Conviasa untersteht dem Ministerium für Wasser- und Luftverkehr. Die Fluggesellschaft gehört der venezolanischen Regierung (80 %) und der Regionalregierung von Nueva Esparta (20 %). Zwischenzeitlich hatte Conviasa ihren Sitz im Ostturm des Parque Central in Caracas.

Geschichte

Anfänge Im Januar 1997 stellte die ehemalige staatliche Fluggesellschaft Venezuelas wegen anhaltender finanzieller Probleme den Betrieb ein. Im Mai 2001 wurden Ideen für eine neue staatliche Fluggesellschaft vorgeschlagen, das Projekt wurde jedoch im Dezember 2002 bis zum 1. Oktober 2003 auf Eis gelegt. Am 30. März 2004 unterzeichnete der damalige Präsident von Venezuela, Hugo Chávez, ein Dekret, welches die Fluggesellschaft formell etabliert hat. Dieses wurde am nächsten Tag amtlich bekannt gegeben.

Am 28. November 2004 fand der Jungfernflug mit einer de Havilland Canada DHC-7 von Charallave nach Flughafen Isla de Margarita statt. Am 10. Dezember startete die Fluggesellschaft formal den nationalen und internationalen Flugbetrieb. Zuerst wurde Conviasa vom nun nicht mehr bestehendem Ministerium für Produktion und Handel (Ministerio de la Producción y el Comercio) betrieben, dann wurde die Fluggesellschaft vom Ministerium für Infrastruktur übernommen.

Am 17. April 2006 ersetzte José David Cabello Rondon Wilmer Castro Sotelo als Chef von Conviasa. Am 30. Juni 2006 wurde Wilmer von Ramon Alonzo Carrizalez Rengifo als Minister für Infrastruktur abgelöst. Am 18. Juli 2006 wurde Franklin Fernandez Martinez Präsident von Conviasa.

Entwicklung seit 2010 Nach dem Absturz einer ATR 42 am 13. September 2010 hat die venezolanische Regierung alle Flüge von Conviasa einstellen lassen, um eine technische Überprüfung der Flotte der Airline durchzuführen. Die Fluggesellschaft erklärte, die vorübergehende Aussetzung würde bis zum 1. Oktober 2010 in Kraft bleiben. Flüge wurden danach wieder aufgenommen.

Im April 2012 wurde Conviasa aufgrund von Sicherheitsbedenken in die Liste der Betriebsuntersagungen für den Luftraum der Europäischen Union aufgenommen. Im Juli 2013 wurde dieses Verbot aufgehoben, Conviasa durfte seither wieder Flüge in die EU durchführen.

Im August 2013 musterte Conviasa als einer der letzten Betreiber dieses Subtyps ihren einzigen Airbus A340-200 aus.One less A340 in the skies as Conviasa retires its sole A340-200. In: ch-aviation.com (englisch) abgerufen am 17. August 2013.

Im August 2016 wurde berichtet, dass über 80 Prozent der Conviasa-Piloten ihren Arbeitsplatz aufgrund niedriger und ausstehender Zahlungen gekündigt haben und die Airline ihren Betrieb danach auf rund 16 Flüge pro Tag reduzieren musste. Darüber hinaus wurden einige Flugzeuge des Unternehmens für mehrere Monate ungenutzt gelagert.

Am 5. Mai 2017 sah sich Conviasa dazu gezwungen, alle internationalen Geschäfte auszusetzen, da keine Fremdwährungen für die internationale Flugzeugversicherung zur Verfügung standen. Ebenfalls im Mai 2017 hat Wamos Air ihren Vertrag mit Conviasa kurzfristig gekündigt. Wamos Air betrieb eine einzige Boeing 747-400 für Conviasa zwischen Caracas und Madrid.

Am 5. Mai 2017 musste Conviasa den Flugbetrieb vorübergehend einstellen. Die Airline konnte die Versicherungsprämie nicht mehr bezahlen.

Ziele Conviasa bedient mehrere Ziele innerhalb Venezuelas. Derzeit verfolgt Conviasa einen Expansionsplan, um insbesondere die Länder der ALBA besser mit Venezuela zu verbinden.

Flotte Aktuelle Flotte Mit Stand April 2025 besteht die Flotte der Conviasa aus 24 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 17,0 Jahren:

Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen Sitzplätze(First/Business/Eco) Durchschnittsalter ATR 42-400 1 inaktiv 48 (-/-/48) 29,4 Jahre Airbus A319 ACJ 1 Geschäftsreiseflugzeug VIP 24,0 Jahre Airbus A340-200 2 31,0 Jahre Airbus A340-300 1 inaktiv 255 (8/28/219) 27,5 Jahre Airbus A340-600 3 1 inaktiv 22,9 Jahre Embraer ERJ-190 15 9 inaktiv 114 (-/-/114) 12,3 Jahre Embraer Lineage 1000 1 Geschäftsreiseflugzeug VIP Gesamt 24 - 17,0 Jahre Für die Zukunft ist die Beschaffung von Comac C919 angesetzt.

Ehemalige Flugzeugtypen Zuvor betrieb Conviasa unter anderem auch folgende Flugzeugtypen:

ATR 42-300/400 ATR 72-200 Airbus A340-200 Boeing 737-200 Boeing 737-300 Boeing 747-400 Bombardier CRJ-700

Zwischenfälle Conviasa verzeichnete in ihrer Geschichte zwei Flugzeugverluste, bei denen auch jeweils Todesopfer zu beklagen waren:

Am 15. Dezember 2005 mussten die Piloten mit einer de Havilland Canada DHC-7 (Luftfahrzeugkennzeichen YV-1003) mit 36 Passagieren und 4 Besatzungsmitgliedern an Bord eine Bauchlandung auf dem Flughafen von Porlamar durchführen, weil das Fahrwerk nicht komplett ausgefahren werden konnte. Nachdem das Flugzeug anderthalb Stunden über Porlamar gekreist war, um Treibstoff zu verbrennen, setzte es auf, ohne dass es zu Verletzten kam..

Am 30. August 2008 verunglückte eine Boeing 737-200 der Conviasa mit dem Kennzeichen YV102T beim Landeanflug auf Latacunga in Ecuador. Die Maschine befand sich aus Caracas kommend auf einem Überführungsflug und kollidierte vermutlich aufgrund der Missachtung von Regularien des Anflugverfahrens durch die Piloten mit dem Vulkan Illiniza. Alle drei Menschen an Bord – die Besatzung – kamen ums Leben.

Am 13. September 2010 stürzte eine ATR 42-300 der Conviasa mit dem Kennzeichen YV1010 auf dem Conviasa-Flug 2351 von Puerto Ordaz nach Porlamar mit 51 Insassen an Bord kurz nach dem Start ab; bei dem Unglück starben 17 Menschen. (englisch) 15. September 2010 Nach einer Notfallmeldung hatte die Besatzung versucht, zum Flughafen von Puerto Ordaz zurückzukehren. Wie Augenzeugen jedoch berichteten, berührte das Flugzeug dabei eine Hochspannungsleitung und stürzte in ein Fabrikgelände (siehe auch Conviasa-Flug 2350).Crash: Conviasa AT42 near Puerto Ordaz on Sep 13th 2010, loss of control, avherald.com (englisch) 13. September 2010, abgerufen am 2. März 2021.

Siehe auch Liste von Fluggesellschaften

Weblinks

Webpräsenz der Conviasa (spanisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Fluggesellschaft (Venezuela) Kategorie:Fluggesellschaft mit ehemaligem Betriebsverbot in der Europäischen Union Kategorie:Maiquetía Kategorie:Unternehmensgründung 2004 Kategorie:Abkürzung