mini|Johannes Dietlein (2024) Johannes Dietlein (* 19. Februar 1963 in Köln) ist ein deutscher Jurist, Buchautor und Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Leben

Johannes Dietlein studierte Rechtswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. 1988 absolvierte er seine erste juristische Staatsprüfung, 1992 seine zweite Staatsprüfung. 1991 wurde er in Münster mit einer Arbeit über grundrechtliche Schutzpflichten summa cum laude zum Dr. iur. promoviert und war anschließend am Kommunalwissenschaftlichen Institut der Universität Münster tätig. Von 1992 bis 1998 war er am Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre an der Universität Köln tätig, zuletzt als Akademischer Oberrat. Im Jahre 1998 habilitierte er sich dort mit einer Schrift zur Nachfolge im Öffentlichen Recht. 1999 nahm er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf an. Von 2004 bis 2006 war er Prodekan, von 2006 bis 2008 Dekan der Juristischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität. Zu seinen Schülerinnen und Schülern zählen u. a. Markus Thiel sowie Hannah Ruschemeier. Dietlein ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Söhne. Er ist der Sohn des früheren nordrhein-westfälischen Verfassungsgerichtspräsidenten Max Josef Dietlein sowie ein UrUr-Enkel des Leiters der ersten Düsseldorfer Augenklinik Albert Mooren.

Wirken

Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit liegt im Landesverfassungsrecht, im Kommunalrecht, im Wirtschaftsverwaltungsrecht sowie im Umweltrecht. Sein gemeinsam mit Johannes Hellermann verfasstes Lehrbuch zum Öffentlichen Recht in NRW erschien im Jahre 2024 in der 10. Auflage. Dietlein trat u.a. als Experte im Rahmen der Föderalismusreform I im Mai 2006 auf, bei der sein Vorschlag zur Neufassung des Art. 74 Abs. 1 Nr. 24 GG in den Verfassungstext übernommen wurde.

Dietlein ist langjähriges Vorstandsmitglied der Freiherr vom Stein-Akademie für Europäische Kommunalwissenschaften, deren Vorsitz er viele Jahre innehatte. Er engagierte sich ferner im Vorstand der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Vereinigung Düsseldorf sowie als Vorsitzender des Jagd- und Forstrechtsausschusses der Deutschen Gesellschaft für Agrarrecht. Zu den gesellschaftspolitischen Streitfragen der Jagd in Deutschland veröffentlichte Dietlein im Jahre 2024 ein Sachbuch im Kosmos-Verlag. Dietlein ist Mitherausgeber der KStZ (Kommunale Steuer-Zeitschrift), der ZfWG (Zeitschrift für Wett- und Glücksspielrecht) sowie der Zeitschrift NWVBl. (Nordrhein-Westfälische Verwaltungsblätter).

Mitgliedschaften Dietlein ist u. a. Mitglied der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer sowie des Deutschen Hochschulverbandes. Seit 1984 ist er Mitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Ripuaria Bonn im CV. Zudem ist er Mitglied des Düsseldorfer Heimatvereins Düsseldorfer Jonges.Neuaufnahmen, in "das tor", 02/2020, 86. Jahrgang, S. 7

Ehrungen und Auszeichnungen 1991 Auszeichnung für die Doktorarbeit durch die Universität MünsterMünsterische Zeitung vom 5. Dezember 1991 2009 Universitätsmedaille der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf 2019 Reinhard und Emmy Heynen-Preis

Schriften Die Lehre von den grundrechtlichen Schutzpflichten. Duncker & Humblot, Berlin 1992; 2. Auflage 2005, ISBN 3-428-11905-3 (Dissertation). Die Grundrechte in den Verfassungen der neuen Bundesländer. Zugleich ein Beitrag zur Auslegung der Art. 31 und 142 GG. Vahlen, München 1993, ISBN 3-8006-1790-0. Staatliche Eingriffe in Bankenbeteiligungen : zur verfassungsrechtlichen Problematik der Beschränkung des Anteilbesitzes der Banken sowie der Stimmrechtsbeschränkung bei wechselseitig gehaltenen Beteiligungen nach dem „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung von Transparenz und Beschränkung von Machtkonzentration in der deutschen Wirtschaft (Transparenz- und Wettbewerbsgesetz)“ von 30.01.1995. Vahlen, München 1997, ISBN 3-8006-2217-3. Nachfolge im Öffentlichen Recht – Staats- und verwaltungsrechtliche Grundfragen. Duncker & Humblot, Berlin 1999, ISBN 3-428-09792-0 (Habilitationsschrift). Examinatorium Staatsrecht. Heymann, Köln 2002; 2. Auflage 2005, ISBN 3-452-25975-7. Klaus Stern in Verbindung mit Johannes Dietlein und Michael Sachs: Das Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland. Bd. IV/1 und Bd. IV/2. Beck, München 2005 und 2011, ISBN 3-406-07020-5 und ISBN 978-3-406-53913-8. mit Markus Thiel: Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz (= Schriftenreihe des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz. Band 15). Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz, Mainz 2006, ISBN 3-937358-13-7. mit Johannes Hellermann: Öffentliches Recht in Nordrhein-Westfalen. Beck, München 10. Aufl. 2024, ISBN 978-3-406-79010-2. mit Thomas Dünchheim: Examinatorium allgemeines Verwaltungsrecht. 3. Auflage. Heymann, Köln 2007, ISBN 978-3-452-26009-3. mit Markus Ruttig: Glücksspielrecht Beck, München, 3. Auflage 2022, ISBN 978-3-406-78256-5 mit Markus Thiel: Zwangsfusion von Gemeinden: Eine Bestandsaufnahme der aktuellen Gebietsreformen in Rheinland-Pfalz (= Schriftenreihe der Freiherr vom Stein-Akademie für Europäische Kommunalwissenschaften. Band 6). Kommunal- und Schulverlag, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-8293-1067-3 mit Sascha Peters, Kommunale Selbstverwaltung im Föderalstaat, 2017, ISBN 978-3-8293-1308-7

Weblinks

Webseite von Johannes Dietlein (Universität Düsseldorf)

Einzelnachweise

Kategorie:Staatsrechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Staatsrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) Kategorie:Korporierter im CV Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1963 Kategorie:Mann Kategorie:Verwaltungsrechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Verwaltungsrechtler (20. Jahrhundert) Kategorie:Wirtschaftsrechtler (21. Jahrhundert) Kategorie:Wirtschaftsrechtler (20. Jahrhundert)