mini|hochkant|Grab von Alexei Okladnikow in Nowosibirsk Alexei Pawlowitsch Okladnikow (; * in Konstantinowschtschina, heute Distrikt Schigalowski, Oblast Irkutsk; † 18. November 1981 in Nowosibirsk) war ein russischer Archäologe, Historiker und Ethnograph.
Leben Alexei Okladnikow stammte aus einem Dorf in der Taiga nahe des Oberlaufs der Lena. Sein Vater war Lehrer in der Dorfschule, seine Mutter Wächterin; seine Vorfahren hatten sich als Jäger betätigt. Ab 1925 studierte er an der Pädagogischen Fachschule und am Pädagogischen Institut in Irkutsk; anschließend war er am dortigen Museum tätig. Im Jahr 1934 wechselte er an die Leningrader Abteilung des Instituts für Archäologie der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (seit 1991 St. Petersburger Institut für Geschichte der Materiellen Kultur der Russischen Akademie der Wissenschaften). Dort absolvierte er die Aspirantur und arbeitete von 1938 bis 1961 am Institut, wo er bis zum Leiter der Leningrader Abteilung aufstieg. Im Jahr 1947 verteidigte er seine Dissertation, die sich mit der Geschichte Jakutiens befasste.Zum Werdegang bis 1961 Leo S. Klejn: Das Phänomen der sowjetischen Archäologie. Geschichte, Schulen, Protagonisten. Peter Lang, Frankfurt 1997, ISBN 3-631-30646-6, S. 348–350.
Ab 1962 war er Professor an der 1959 gegründeten Staatlichen Universität Nowosibirsk. Seit dem 26. Juni 1964 war er korrespondierendes Mitglied, ab 26. November 1968 Mitglied der sowjetischen Akademie der Wissenschaften. 1973 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der British Academy gewählt. Zu seinen Schülern gehörten Soja Alexandrowna Abramowa, Olga Djakowa, Walentina Kosenkowa, Swetlana Fedossejewa und Sergei Astachow.
Okladnikow wurde zweimal (1950 und 1973) mit dem Staatspreis der UdSSR sowie mit dem Leninorden ausgezeichnet. 1978 wurde er Held der sozialistischen Arbeit. Seinen Namen trägt die Okladnikow-Höhle im Altai.
Die Kunsthistorikerin Jelena Okladnikowa ist Okladnikows Tochter.
Forschungen Sowohl in seinen frühen Jahren in Irkutsk als auch nach seinem Umzug nach Leningrad führte Okladnikow verschiedene archäologische Forschungen in Sibirien durch. Zu seinen Ausgrabungen gehört das neolithische Dorf Kondon in Ostsibirien, wonach die Kondon-Kultur benannt wurde. Hinzu traten verschiedene Untersuchungen in Zentralasien und der Mongolei.
Ihm wird allerdings eine unprofessionelle Arbeitsweise vorgeworfen, die zu vielen fehlerhaften Details in seinen Publikationen führe.Leo S. Klejn: Das Phänomen der sowjetischen Archäologie. Geschichte, Schulen, Protagonisten. Peter Lang, Frankfurt 1997, ISBN 3-631-30646-6, S. 351.
Werke Der Hirsch mit dem goldenen Geweih (, 1964). Dt. Ausgabe Wiesbaden 1972 Alexei Okladnikov: The Soviet Far East in antiquity. An archaeological and historical study of the maritime region of the U.S.S.R. University of Toronto Press, 1965 Alexei Okladnikov: Art of the Amur: Ancient Art of the Russian Far East. New York, 1982.
Literatur Leo S. Klejn: Das Phänomen der sowjetischen Archäologie. Geschichte, Schulen, Protagonisten. Aus dem Russischen von D. Schorkowitz (= Gesellschaften und Staaten im Epochenwandel. Band 6). Peter Lang, Frankfurt 1997, ISBN 3-631-30646-6, S. 348–352. Aleksander K. Konopatskii: Aleksei P. Okladnikov: the great explorer of the past. 2 Bände, Archaeopress, Oxford. Band 1: A biography of a Soviet archaeologist (1900s–1950s), 2019, ISBN 9781789692044. Band 2: A biography of a Soviet archaeologist (1960s–1980s), 2021, ISBN 978-1-78969-707-0.
Weblinks
А.П. Окладников beim Institut für Archäologie und Ethnographie der Russischen Akademie der Wissenschaften (russisch) SUB Göttingen
Einzelnachweise
Kategorie:Hochschullehrer (Staatliche Universität Nowosibirsk) Kategorie:Prähistoriker Kategorie:Ethnograph Kategorie:Träger des Leninordens Kategorie:Träger des Staatspreises der UdSSR Kategorie:Held der sozialistischen Arbeit Kategorie:Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der British Academy Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Mann