mini|Stephen Batchelor (2006) Stephen Batchelor (* 7. April 1953 in Dundee, Schottland) ist ein britischer Buddhist und Autor, bekannt durch seine säkulare und agnostische Herangehensweise an den Buddhismus. Zu seinen bekanntesten Publikationen gehört das zwischenzeitlich in der 10. Auflage erschienene Buch Buddhismus für Ungläubige. Er leitete das Sharpham College für Buddhistische Studien in England und ist Mitherausgeber der Zeitschrift Tricycle.
Leben und Wirken Stephen Batchelor wurde in der schottischen Region Tayside (Angus) geboren. Als er drei Jahre alt war, zog seine Familie kurzzeitig nach Toronto, Kanada, wo sich seine Eltern trennten.Biographie über Stephen Batchelor, auf Encyclopedia.com In England wuchs er in Watford, nordwestlich von London, bei seiner Mutter Phyllis (geb. 1913) zusammen mit seinem Bruder David (geb. 1955) Biografie auf prabook.com, einem späteren Künstler, in einer humanistisch geprägten Umgebung auf. Nach Abschluss des Gymnasiums in Watford begann er im Alter von 18 Jahren im Februar 1972 eine Reise über Land nach Indien.Winton Higgins: The Flexible Appropriation of Tradition: Stephen Batchelor’s Secular Buddhism. Journal of Global Buddhism Vol. 18 (2017) 51–67 globalbuddhism.org
Batchelor studierte bei Geshe Ngawang Dhargyev, Dharamsala in Indien von 1972 bis 1975Winton Higgins: The Flexible Appropriation of Tradition: Stephen Batchelor’s Secular Buddhism. Journal of Global Buddhism Vol. 18 (2017): 51–67, auf hier S. 51, dem ein Anschluss-Studium von 1975 bis 1979 bei Geshe Rabten in der Schweiz folgte.Lama Thubten Yeshe: Denken und Sein. Geist und geistige Vorgänge. edition tara libre 2002 & 2012, auf hier S. 9Biographie über Stephen Batchelor, auf Encyclopedia.com Während seines Schweizaufenthaltes als buddhistischer Mönch unterzog er sich einer Lehranalyse in Zollikon, Zürich bei Dora Kalff (1904–1990) und setzte sich mit der Tiefenpsychologie (Analytische Psychologie) von C. G. Jung und der Sandspieltherapie von Kalff auseinander.Mark Epstein: Going to Pieces Without Falling Apart: A Buddhist Perspective on Wholeness. Broadway Books, New York 198, ISBN 978-0-307-83009-8, auf hier „Introduction“Marjorie L. Silverman: A Critical Examination Of The Agnostic Buddhism Of Stephen Batchelor. Dissertationsschrift McGill University, Montreal, QC, 2002, auf central.bac-lac.gc.ca hier S. 10 1.1 Biographical Information Zeitweise, genauer von 1979 bis 1980, arbeitete er als Übersetzer für Geshe Thubten Ngawang am Tibetischen Institut in Hamburg.Marjorie L. Silverman: A Critical Examination Of The Agnostic Buddhism Of Stephen Batchelor. Dissertationsschrift McGill University, MontrealL, QC, 2002, auf central.bac-lac.gc.ca hier S. 8 1.1 Biographical Information
Von 1981 bis 1984 vertiefte er sich im Songgwangsa-Kloster, Südkorea in den Zen-Buddhismus bei Kusan Sunim. Im Kloster lernte er Martine Fages kennen, eine Französin, die im Jahre 1975 zur Nonne geweiht worden war.Winton Higgins: The Flexible Appropriation of Tradition: Stephen Batchelor’s Secular Buddhism. Journal of Global Buddhism Vol. 18 (2017): 51–67, auf hier S. 51 Er blieb bis zum Herbst 1984 in Korea, als er zu einer Pilgerreise zu buddhistischen Stätten in Japan, China und Tibet aufbrach.Biographie über Stephen Batchelor, auf Encyclopedia.comMarjorie L. Silverman: A Critical Examination Of The Agnostic Buddhism Of Stephen Batchelor. Dissertationsschrift McGill University, MontrealL, QC, 2002, auf central.bac-lac.gc.ca hier S. 11 1.1 Biographical Information
Nach dem Tod von Kusan Sunim ließen sich Batchelor und Martine Fages im Februar 1985 laizisieren und heirateten in Hongkong und kehrten dann nach England zurück.Biographie über Stephen Batchelor, auf Encyclopedia.comMartine Batchelor, Biografie und Bibliografische Hinweise, auf buddhastiftung.org
In England und schloss er sich der Sharpham North Community in Totnes in Devon an. Während der fünfzehn Jahre, die er in Sharpham lebte, wurde er Koordinator des Sharpham Trust (1992) und Mitbegründer des Sharpham College for Buddhist Studies and Contemporary Enquiry (1996). Während dieser Zeit arbeitete er als buddhistischer Seelsorger von HMP Channings Wood. Von 1990 an war er Lehrer im Gaia House meditation centre in Devon und ist seit 1992 Autor und Herausgeber der Zeitschrift Tricycle: The Buddhist Review.Marjorie L. Silverman: A Critical Examination Of The Agnostic Buddhism Of Stephen Batchelor. Dissertationsschrift McGill University, MontrealL, QC, 2002, auf central.bac-lac.gc.ca hier S. 8–12 1.1 Biographical Information
Seit August 2000 leben er und seine Frau Martine in Aquitanien in einer Ortschaft in der Nähe von Bordeaux. Biografie auf Tibet House US, 2021
Die Lehre im Wandel: Batchelors Positionen Batchelor sieht im Buddhismus eher eine sich ständig weiterentwickelnde Kultur des Erwachens als ein religiöses Glaubenssystem, das sich auf unveränderliche Dogmen gründet.Dan Clurman, Wes Nisker: Interview with Stephen Batchelor: Complementary Paths. Fall 1991, Vol 8#1, auf inquiringmind.comMark Knickelbine: Batchelor's Ten Theses of Secular Dharma. 23. November 2015, auf secularbuddhism Er hält vor allem die Lehre vom Karma und der WiedergeburtReincarnation: A Debate. Batchelor v. Thurman. Tricycle, Photographs by Sally Boon, Summer 1997, auf tricycle.org für ein Merkmal der alten indischen Zivilisation und nicht für das, was Siddharta Gautama im Kern lehrte. Der Buddhismus hat die vergangenen 2500 Jahre aufgrund seiner Fähigkeit überlebt, sich im Einklang mit den Bedürfnissen der unterschiedlichen asiatischen Kulturen neu zu erfinden, mit denen er im Lauf seiner Geschichte in Wechselwirkung trat. Jetzt, wo der Buddhismus auf die Moderne trifft, tritt er in eine entscheidende neue Entwicklungsphase ein. In seinen Schriften, Übersetzungen und Unterweisungen hinterfragt Stephen kritisch die Rolle des Buddhismus in der Welt von heute. Diese Hinterfragung hat ihm sowohl den Ruf als Häretiker eingebracht als auch den eines Reformers.Ralf Zwiebel, Gerald Weischede: Buddha und Freud - Präsenz und Einsicht. Über buddhistisches und psychoanalytisches Denken. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-40250-4, S. 78 f., auf books.google.de hier S. 78 8. Interview with Stephen Batchelor. (2015). Realizing Awakened Consciousness. doi:10.7312/boyl17074-009André van der Braak: Reimagining Zen in a Secular Age Charles Taylor and Zen Buddhism in the West. Brill, Leiden/Boston 2020, ISBN 978-90-04-43508-7, auf terebess.hu hier S. 181 f.
Publikationen (Auswahl)
A Secular Buddhism. Journal of Global Buddhism 13 (2012): 87-107, auf globalbuddhism.org
Confession of a Buddhist Atheist. Spiegel & Grau, New York 2016, auf pdfterebess.hu
Literatur Winton Higgins: The Flexible Appropriation of Tradition: Stephen Batchelor’s Secular Buddhism. Journal of Global Buddhism Vol. 18 (2017): 51–67, auf Ralf Zwiebel, Gerald Weischede: Buddha und Freud – Präsenz und Einsicht. Über buddhistisches und psychoanalytisches Denken. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2015, ISBN 978-3-525-40250-4, S. 78 f. Leandro Marques Durazzo: Post-religional perspective and secular Buddhism: Stephen Batchelor and the post-metaphysical religion. Perspectiva pós-religional e Budismo secular: Stephen Batchelor e a religião pós-metafísica. Horizonte, Belo Horizonte, vol. 13, no. 37, S. 592-604, Jan./Mar. 2015, DOI –10.5752/P.2175-5841.2015v13n37p592 Marjorie L. Silverman: A Critical Examination Of The Agnostic Buddhism Of Stephen Batchelor. Dissertationsschrift McGill University, MontrealL, QC, 2002, auf central.bac-lac.gc.ca Alan Wallace: Batchelor und Co.: Verzerrte Wahrnehmungen des Buddhismus. Tibet und Buddhismus 4/2011, S. 28–31, auf tibet.de Colin Edwards: Buddhism Without Beliefs. Stephen Batchelor. Buddhist Studies Review, (1999) 16(2), 246–250. https://doi.org/10.1558/bsrv.v16i2.14655
Weblinks
Persönliche Website von Stephen und Martine Batchelor Dennis Hunter: A Difficult Pill: The Problem with Stephen Batchelor and Buddhism’s New Rationalists. 13. Oktober 2010, auf info-buddhism.com
Einzelnachweise
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