Dürrhennersdorf () ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz. Sie erstreckt sich im Tal des Großschweidnitzer Wassers in der Oberlausitz, nahe der Grenze zu Tschechien und gehört der Verwaltungsgemeinschaft Neusalza-Spremberg an.

Geografie und Verkehr Die Gemeinde Dürrhennersdorf liegt im westlichen Teil des Landkreises, etwa 7 km südlich von Löbau am Nordrand des Lausitzer Berglandes zwischen dem Kuhberg (433,6 m), dem Seidelberg (424,7 m), dem Hutberg (422,5 m) und dem Hölleberg (347,1 m). Die Bundesstraße 96 und die Grenze zur Tschechischen Republik verlaufen südlich des Gemeindegebietes. Der Bahnhof Dürrhennersdorf befindet sich an der Bahnstrecke Ebersbach–Löbau, die jedoch außer für den Güterverkehr und Sonderfahrten stillgelegt ist. Nordöstlich des Dorfes beginnt der Höllengrund, ein enges Tal des Großschweidnitzer Wassers.

Von 1892 bis 1945 führte die Schmalspurbahn Taubenheim–Dürrhennersdorf über Schönbach und Oppach nach Taubenheim/Spree.

Geschichte mini|Karte von Oberreit mit Ausschnitt von Dürrhennersdorf von 1821–22 mini|Karte von Oberreit mit Dürrhennersdorf um 1845 Dürrhennersdorf wurde 1306, wie die meisten Dörfer in der Umgebung, unter das Obergericht Löbau gestellt, damals Heinrickesdorpp geschrieben, was auf einen Lokator Heinrich hinweist. Dieses Jahr gilt auch als erste urkundliche Erwähnung des Ortes. Im Jahre 1631 im Dreißigjährigen Krieg wurde Dürrhennersdorf geplündert.

Im Frühjahr 1940 kamen die polnischen Eheleute Anton und Josefa Mielniczuk als Zwangsarbeiter auf das Rittergut des Ortes. Ihr Sohn Kazimierz wurde von der deutschen Hebamme Gertrud Landgraf aufgezogen – entgegen den NS-Weisungen zur Behandlung von „Fremdvölkischen“ – und damit rette sie sein Leben.Ursula Höntsch: Kazio und seine Mütter, in: Die Stunde Null, Berlin 1966, S. 140

Am Ende des Zweiten Weltkrieges nach der Sprengung des Bahnviaduktes und der Kleinbahnbrücke wurde Dürrhennersdorf zwangsweise zur vorläufigen Endstation für zahlreiche Vertriebene und Flüchtlinge aus dem Sudetenland und Schlesien. Einige blieben für immer hier.

Ortsnamenformen 1306: Heinrickesdorpp, 1348: Henrichisdorf, 1419: Heynerßdorff dorre, 1448: Heinirsdorff, 1483: Heinerßdorff, 1503: Dorrheynerßdorff, 1569: Dorrenhennerßdorf, 1657: Dürrhennersdorff

Verwaltungszugehörigkeit 1777: Bautzener Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Neusalza, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1777 19 besessene Mann,22 Gärtner, 66 Häusler 1834 870 1871 1.100 1890 969 1910 978 1925 1.311 1939 1.321 1946 1.609 1950 1.724 1964 1.523 1990 1.203 2000 1.272 2007 1.163 2009 1.148 2012 1.046 2013 1.018

Gemeindegliederung Ortsteile sind Dürrhennersdorf und Neuschönberg.

Politik Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 werden alle 10 Sitze des Gemeinderates von der Freien Wählervereinigung gehalten. Ist nur ein Wahlvorschlag zur Wahl zugelassen, haben die Wähler die Möglichkeit händisch Namen auf den Wahlzettel zu schreiben. Davon hat 2024 ein Wähler Gebrauch gemacht. +letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freie Wählervereinigung1099,9764,1436,2Einzelvorschläge–0,1nicht zulässigCDU––335,9860,9SPD–––––2,9Wahlbeteiligung72,1 %66,7 %58,2 %

Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2022 Daniel Herklotz. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Daniel HerklotzHerklotz81,42015Albrecht GubschGubsch98,8200876,1200197,8 Sehenswürdigkeiten mini|Rittergut Dürrhennersdorf: Pferdestall Umgebindehäuser Schützenhaus (Gaststätte mit Vereinsraum und Kegelbahn)https://www.schuetzenhaus-duerrhennersdorf.de/ Park mit jährlich stattfindenden kulturellen Veranstaltungenhttps://www.park-duerrhennersdorf.de/

Die Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Dürrhennersdorf erfasst.

Söhne und Töchter der Gemeinde Karl Eduard Hofmann (1792–1860), ein Freund und Mitarbeiter Beethovens, Klavierlehrer in Prag Richard Petri (1823–1906), Oberstaatsanwalt, Abgeordneter des Sächsischen Landtags Oskar Schwär (1890–1968), Heimatdichter und Forscher des Oberlausitzer Brauchtums Willi Hennig (1913–1976), Biologe Siegfried Hauptmann (1931–2011), Chemiker Wolfgang Böhmer (1936–2025), Mediziner und Politiker (CDU), 2002–2011 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Ort in der Oberlausitz Kategorie:Ort im Landkreis Görlitz Kategorie:Ersterwähnung 1306