mini|Denkmalgeschützte Scheune

Geichsenhof (fränkisch: Geiksa-huhfE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 80. Dort folgendermaßen transkribiert: „geiksəhūf“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Neuendettelsau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Geichsenhof liegt in der Gemarkung Aich.

Geografie Unmittelbar nördlich des Weilers fließt das Heiligenbächl, das 200 Meter weiter östlich als rechter Zufluss in die Aurach mündet. Im Norden, jenseits der Bundesautobahn 6, liegen der Lerchenbuck () und der Hirtenbuck (). Beim Ort gibt es eine Gruppe von drei Feldulmen, die als Naturdenkmal ausgezeichnet ist. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Aich (0,9 km nördlich), nach Altendettelsau zur Kreisstraße AN 19 (1,7 km westlich) und zur Staatsstraße 2410 (0,2 km südlich bzw. 0,8 km südöstlich). Über die Kreisstraße AN 14 gelangt man nach Neuendettelsau (Ortsmitte 1,7 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde erstmals in einem Kaufbrief 1259 als „Geseze“ erwähnt,G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. S. 296. 1402 war der Name „Geyssenhoff“. Daraus kann man schließen, dass auf dem Hof ursprünglich Geißen gehalten wurden.E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach. S. 80 f.

Ursprünglich war der Geichsenhof Eigentum der Herren von Pfefferbalg. 1259 verkaufte Heinrich Pfefferbalg, von Schulden gedrückt, den Hof an Edelwinus, dem neunten Abt des Klosters Heilsbronn. Das Kloster bewirtschaftete den Hof jahrhundertelang bis zur Auflösung 1578 in eigener Regie. Aus dem Jahr 1369 wird berichtet, dass zum Hof 400 Schafe, 6 Pferde, 5 Kühe, 3 Kälber gehörten und dass er schuldenfrei war.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Bd. 2, S. 195 ff.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurde für Geichsenhof eine Mannschaft verzeichnet, die das Klosterverwalteramt Heilsbronn als Grundherrn hatte. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 7. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 730. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Hof 1636 niedergebrannt und die Eigentümer getötet. Er verödete und fiel dem Amt anheim. Erst 1657 fanden sich zwei Käufer (Georg Appold und Hans Geiger), die den Hof mit 136 Morgen Ackerland, 14 Tagewerk Wiesen, 9 Morgen Waldung für 66 Gulden erhielten mit der Verpflichtung, im ersten Jahr 4 Simra Korngült zu geben, dann jährlich 1 Simra mehr, bis 10 Simra erreicht waren. Dem konnten die Besitzer nicht nachkommen, schließlich fiel der Hof 1669 wieder an die Herrschaft zurück. Sieben Jahre später wurde er für 180 Gulden verkauft.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Bd. 2, S. 197.

An den zuständigen Ämtern hatte sich bis Ende des 18. Jahrhunderts nichts geändert. Unter der preußischen Verwaltung (1792–1806) des Fürstentums Ansbach erhielt der Geichsenhof bei der Vergabe der Hausnummern die Nr. 28 des Ortes Aich.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 857. Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 975.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Bd. 2, Sp. 292.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Geichsenhof dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Aich und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Aich zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach. Bd. 2, S. 963. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde diese am 1. Januar 1972 nach Neuendettelsau eingemeindet.

Bau- und Bodendenkmäler Geichsenhof 2: eine Scheune im Fachwerkbau mit Krüppelwalmdach, gebaut um 1700 mesolithische Freilandstation und eine neolithische Siedlung

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1836 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2007 2013Einwohner 15 19 19 28 31 38 28 28 32 22 31 21 38 47HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1836 und von 1885 bis 1987 als Wohngebäude. 2 2 3 6 6 6 5 5 5 Quelle Dort fälschlicherweise mit 14 E. angegeben. Da aber laut Volkszählung von 1871 die Gde. Aich 299 E. hat, ergibt sich eine Differenz von 17 E. und somit 31 E. für Geichsenhof. auf: neuendettelsau.eu Gemeindeverwaltung Neuendettelsau (Hrsg.): Neuendettelsau. Informationen, Behördenwegweiser. Neuendettelsau 2014, S. 7.

Religion Geichsenhof ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und war ursprünglich nach St. Peter (Petersaurach) gepfarrt, ab 1812 war die Pfarrei St. Michael (Weißenbronn) zuständig und seit 1834 die Pfarrei St. Nikolai (Neuendettelsau). Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach St. Vitus (Veitsaurach) gepfarrt, seit 1976 ist die Pfarrei St. Franziskus (Neuendettelsau) zuständig.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Neuendettelsau Kategorie:Weiler im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 1259