Schwarzach am Main (amtlich Schwarzach a.Main) ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Kitzingen.
Geografie Geografische Lage Die Gemeinde Schwarzach am Main liegt im nördlichen Zentrum des Landkreises Kitzingen im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken und ist ausschließlich von Orten umgeben, die ebenfalls im Landkreis liegen. Die Gemeinde wird vom Main geprägt, der die Fläche in einen größeren rechtsmainischen und einen kleineren linksmainischen Bereich teilt. Ganz im Norden beginnt die sogenannte Weininsel, die vom Main und dem Mainkanal zwischen Volkach und Gerlachshausen gebildet wird. Die Insel ragt ganz im Norden in das Gemeindegebiet hinein. → siehe auch: Weininsel mini|Die Gemeinde Schwarzach am Main: im Hintergrund Gerlachshausen, Klosterkirche, Stadtschwarzach Der Norden wird vom Gebiet der Stadt Volkach eingenommen, die Gemarkung des Gemeindeteils Dimbach liegt Schwarzach am Main am nächsten. Im Osten grenzt Wiesentheid-Reupelsdorf an die Gemarkungen von Schwarzacher Gemeindeteilen. Südöstlich ragt die Gemeinde Kleinlangheim mit ihren Gemeindeteilen Atzhausen und Haidt herein. Ganz im Süden ist die Gemarkung von Großlangheim zu finden. Über den sogenannten Klosterforst grenzt der Süden an das Gebiet der Großen Kreisstadt Kitzingen. Der gesamte Westen wird von Dettelbach eingenommen. Von Süden nach Norden grenzen die Gemarkungen Mainsondheim (rechtsmainisch), Dettelbach (linksmainisch) und Neuses am Berg (linksmainisch) an das Areal von Schwarzach. Sommerach bildet die Grenze im Nordwesten.
Die nächstgrößere Stadt ist das vom Rathaus der Gemeinde etwa 7 Kilometer entfernte Volkach nördlich von Schwarzach. Die Kreisstadt Kitzingen ist über 8 Kilometer entfernt. Nächste Großstadt ist das ungefähr 22 Kilometer entfernte Würzburg.
Mit einer Fläche von 2111 Hektar gehört Schwarzach zu den mittelgroßen Gemeinden im Landkreis, das angrenzende Kleinlangheim ist mit seinen 1909 Hektar nur unwesentlich kleiner. Mit den etwa 3600 Einwohnern gehört Schwarzach zu den bevölkerungsreicheren Orten im Landkreis, was aus der Lage zwischen den beiden Mittelzentren Kitzingen und Volkach resultiert. Die niedrige Bevölkerungsdichte von 171 Einwohnern je km², noch unter dem bayerischen Durchschnitt von 176 Einwohnern je km², ist durch die ländliche Siedlungsform erklärbar. Das Gemeindezentrum um Münsterschwarzach weist eine wesentlich höhere Dichte auf.
Geologie, Hydrologie, Böden Naturräumlich bildet die Gemeinde Schwarzach eine eigene Untereinheit. Die sogenannte Schwarzacher Talweitung (auch Schwarzacher Becken) ist Teil des Mittleren Maintals der Mainfränkischen Platten. Alle Gemeindeteile haben Anteil an diesem Naturraum, wobei das Zentrum der Gemeinde auch den Kern des Raumes bildet. Daneben ragt mit der Volkacher Mainschleife im Norden ein weiterer Naturraum des Mittleren Maintals in das Gemeindegebiet. Weiteren Anteil hat Schwarzach an folgenden Naturräumen (im Uhrzeigersinn): Dimbacher Flugsandgebiet, Albertshofener Flugsandgebiet im Steigerwaldvorland, sowie die Gäuplatten im Maindreieck ganz im Westen.Geographie Giersbeck: Karte 152 Würzburg, PDF, abgerufen am 8. Januar 2019.
Das Schwarzacher Becken präsentiert sich als beckenartige Maintalweitung. Diese Weitung entstand durch die Mündung dreier Bäche in den Main (Schwarzach, Castellbach, Silberbach). Sie schieben flache Schwemmkegel vor sich her, die am Mainufer einen außerordentlich flachen Anstieg verursachen. Im Westen wird die Fläche um einen mittelquartären Talmäander des Mains erweitert. Eine Besonderheit der Schwarzacher Talweitung ist das Lokalklima, das sich durch die hohe Frühjahrsfrostgefährdung von den umliegenden Arealen abhebt. Die Ostseite des Maines wird von Keupergesteinen dominiert, in Richtung Steigerwald nimmt der Anteil von Flugsanden mit Dünenbildung zu. Am Westufer überwiegt Muschelkalk. Ganz im Westen beginnen die Lehm- und Lösslehmböden des Maindreiecks.
Hydrologisch wird die Gemeinde vom Main dominiert, der das Gebiet von Norden nach Süden durchquert, wobei der Fluss auf der Höhe von Münsterschwarzach eine langgestreckte Linkskurve vollführt. Seit den 1950er besteht mit dem Mainkanal Volkach-Gerlachshausen ein von Menschen geschaffenes Gewässer. Es entstand, um die engen Windungen des Maines entlang der Mainschleife zu überwinden. Mehrere kleinere Flüsse streben dem Main zu. Neben den naturraumprägenden Bächen Schwarzach, Castellbach und Silberbach um Münsterschwarzach handelt es sich unter anderem auch um den kleineren Wenzelbach bei Hörblach oder den Etterswasengraben bei Gerlachshausen. Durch die wirtschaftliche Sand- und Kiesgewinnung entstanden um Hörblach mehrere Baggerseen, die heute auch einen bedeutenden Tourismusfaktor für die Gemeinde darstellen.
Klima Schwarzach am Main liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Zonen Deutschlands zählt. Dies ist auch ein Grund für den Weinanbau in der Region. Mit dem Lokalklima innerhalb der Talweitung ist es zu erklären, dass der Weinbau innerhalb der Gemeinde selbst keine große Rolle mehr spielt: Hier herrscht eine hohe Frühjahrsfrostgefährdung, die durch die Nebelarmut und die Kaltluftzufuhr entlang der Schwarzach ausgelöst wird. Klimaerhebungen für Schwarzach werden in der Wetterwarte in Würzburg durchgeführt.
Die Klimaklassifikation von Köppen rechnet die Gemeinde zur Cfb-Kategorie. (Klimazone C: warm-gemäßigtes Klima, Klimatyp: f: feucht-gemäßigtes Klima, Untertyp b: warme Sommer). Zwischen dem trockensten Monat Februar und dem niederschlagsreichsten Monat Juni liegt eine Differenz von 35 mm. Um im Durchschnitt 18,8 °C ist der Juli (wärmster Monat im Jahr) wärmer als der Januar (kältester Monat im Jahr).
Flächennutzung + Flächennutzung 2018Bayerisches Landesamt für Statistik: Statistik kommunal Schwarzach am Main, PDF-Datei, S. 13, abgerufen am 24. November 2020. Nutzung Hektar Siedlungsfläche 242 Verkehrsfläche 146 Vegetationsfläche 1593 Wasserfläche 130 Gesamtfläche 2111
Die Gemeinde Schwarzach am Main nimmt eine Fläche von insgesamt 2111 Hektar ein. Den weitaus größten Anteil an dieser Fläche nimmt mit 1593 Hektar die Vegetation ein. Davon entfallen 1167 Hektar (55,3 % der Gesamtfläche) auf landwirtschaftlich genutzte Flächen, wobei hier vor allem die Ackerbauflächen und wenige Weinbauareale genannt werden können. Wald im Süden, Südwesten und äußerten Osten des Gemeindegebiets hat eine Fläche von 298 Hektar.
Zweitgrößte Teilfläche bildet die Siedlungsfläche mit 242 Hektar und damit 11,5 % der Gesamtfläche. Immerhin 76 Hektar davon ist Wohnbaufläche. Industrie- und Gewerbeflächen sind insbesondere im Süden von Stadtschwarzach (einziges echtes Industriegebiet der Gemeinde) zu finden. Daneben zählen auch das Klostergelände und das Areal der LVFZ Schwarzenau als Gewerbeflächen. Daraus ist der relativ große Anteil solcher Flächen von 44 Hektar (2,1 % der Gesamtfläche) erklärbar. Die Verkehrsflächen fallen mit 146 Hektar zu Buche.
Mit dem Main und einigen kleineren Gewässern liegen 130 ha Gewässerflächen um den Ort. Hier sind insbesondere die im 20. Jahrhundert angelegten Baggerseen zur Sand- und Kiesgewinnung zu nennen. Eine besonders hohe Dichte solcher Seen ist um Hörblach entstanden. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche nimmt seit dem Jahr 2003 zu. Waren 2003 noch 1149 Hektar landwirtschaftlich genutzt, wurden 2016 bereits 1359 Hektar Fläche bebaut. Ein wesentlich geringerer Anstieg ist bei den Wohn- und Industrieflächen zu bemerken.
Schutzgebiete mini|Das Naturschutzgebiet Sandfluren bei Volkach, Schwarzach am Main und Sommerach Um Schwarzach existieren Schutzgebiete fast aller Schutzkategorien, wenn auch ihre Dichte wesentlich niedriger als in den nördlich angrenzenden Orten im Landkreis ist. Die meisten geschützten Flächen sind auch um Gerlachshausen, dem nördlichsten Gemeindeteil Schwarzachs zu finden. Hier grenzt das Landschaftsschutzgebiet Volkacher Mainschleife an die Gemarkung von Gerlachshausen. Eine besonders hohe Dichte an Schutzgebieten herrscht auch entlang des Maines, so sind solche Flächen vor allem um Schwarzenau ausgewiesen. Mit dem Staatswaldrevier Reupelsdorf ragt ein Stück eines weiteren Landschaftsschutzgebietes in die Flächeneinheit von Düllstadt im Nordosten des Gemeindegebietes. → siehe auch: Gerlachshausen#Schutzgebiete und Staatswaldrevier Reupelsdorf
Einziges Naturschutzgebiet auf Gemeindegebiet sind die Sandfluren bei Volkach, Schwarzach am Main und Sommerach. Sie ragen im äußersten Norden der Gemarkung entlang der Staatsstraße in Richtung Gerlachshausen und haben ihr Zentrum im Sommeracher Riedwald bzw. im Spessart. Zweck des Naturschutzgebietes ist die Sicherung von Sandmagerrasen und Sandgrasheiden in ihrer Verzahnung mit Waldrändern, Wiesen, Ackerflächen, Streuobstbeständen, Feuchtgebieten und Wasserläufen sowie der Schutz von Sanddünen und Flugsandflächen. → siehe auch: Sandfluren bei Volkach, Schwarzach am Main und Sommerach
Eine Besonderheit existiert mit dem sogenannten Hörblacher Seengebiet, das heute auch aus besonderen Gewässern für die Biotopentwicklung besteht. Kern der kleinen Seenplatte sind zwei Naturdenkmäler, die bereits seit den 1940er Jahren bestehen. Ein weiteres Naturdenkmal ist eine Wiese im äußersten Süden der Hörblacher Gemarkung, auf der seltene Riedgräser wachsen. Teile der Gemarkung sind außerdem als Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Einziges weiteres Naturdenkmal ist der Leitenberg bei Schwarzenau, der eine große Artenvielfalt besitzt. → siehe auch: Hörblacher Seengebiet
Gemeindegliederung Die Gemeinde Schwarzach am Main setzt sich, seit dem Abschluss der Gemeindegebietsreform 1973, aus insgesamt sechs Ortsteilen zusammen, die alle über eine eigene Gemarkung verfügen. Neben den Kirchdörfern Düllstadt, Gerlachshausen, Hörblach und Münsterschwarzach existieren das Pfarrdorf Schwarzenau und der (inoffizielle) Hauptort Stadtschwarzach, in dem das Rathaus und die Gemeindeverwaltung untergebracht sind. Die besondere Bedeutung von Stadtschwarzach wird dadurch unterstrichen, dass es sich bei dem Ort um eine ehemalige Marktgemeinde handelt, die bis 1818 sogar Stadtrechte besaß.
Das Zentrum der Gemeinde bildet der Verdichtungsraum entlang des Maines, der aus den Orten (von Norden nach Süden) Gerlachshausen-Münsterschwarzach-Stadtschwarzach besteht. Mit Stadtschwarzach und Münsterschwarzach (jeweils etwa 1000 Einwohner) sind auch die beiden bevölkerungsreichsten Orte hier zu finden. Einziger linksmainischer Ort ist Schwarzenau, das bereits seit dem 19. Jahrhundert über eine Brücke mit den anderen Orten verbunden ist und zuvor lange Zeit ein Fährrecht für die Mainüberfahrt besaß. mini|Die Lage der Gemeindeteile von Schwarzach innerhalb des Gemeindegebiets Die Gemarkungsgrößen tragen den historischen Begebenheiten Rechnung. Obwohl Stadtschwarzach heute die meisten Einwohner besitzt, ist seine Gemarkung die zweitkleinste der Gemeindeteile. Dies ist darauf zurückzuführen, dass Stadtschwarzach als Planstadt entstand und man im 13. Jahrhundert seine Gemarkung aus den bereits vorhandenen herausschnitt. Die kleinste Gemarkung weist heute Münsterschwarzach auf, das erst 1864 eine eigene Fläche erhielt und lange Zeit lediglich Sitz der Institution Kloster war. Gemeindeteil(zugl. Gemarkung) Tgk.(Teilgemeindekennziffer) Siedlungstyp Fläche(in km²) Einwohner(Stand 25. Mai 1987) Eingemeindung Koordinate Düllstadt 002 Kirchdorf 5,18 188 1. Oktober 1973 () Gerlachshausen 003 Kirchdorf 5,28 341 1. Oktober 1973 () Hörblach 004 Kirchdorf 4,56 375 1. April 1971 () Münsterschwarzach 005 Kirchdorf 0,83 828 1. Oktober 1973 () Schwarzenau 006 Pfarrdorf 3,59 517 1. April 1971 () Stadtschwarzach 001 (Hauptort) 1,67 941 1. April 1971 ()
Geschichte Geschichte der Gemeinde