Mein 20. Jahrhundert (Original Az én XX. századom) war der erfolgreiche Erstlingsfilm der ungarischen Filmregisseurin Ildikó Enyedi, der anlässlich der 42. Internationalen Filmfestspiele von Cannes 1989 die Goldene Kamera für den besten Nachwuchsfilm erhielt.

Inhalt Der Film beginnt 1880 mit der Geburt der beiden Zwillingsschwestern Lili und Dóra. Einige Jahre später werden sie in geheimnisvoller Weise voneinander getrennt, als sie in den winterlichen Straßen von Budapest Schwefelhölzchen verkaufen. Künftig gehen sie unterschiedliche Lebenswege, die einander allerdings mehrfach kreuzen. Dóra wird zur Femme fatale, zur sexuellen Genießerin, während sich ihre jungfräuliche Schwester zur politischen Anarchistin entwickelt.

Im Orient-Express, am 31. Dezember 1900, verknüpfen sich die Schicksale der beiden wieder – unwissentlich verlieben sie sich in denselben Mann (der in der Folge verwirrt seine Partnerin einmal liebeserfahren und dann wieder als puritanisch erlebt). Verwoben in die Geschichte des Zwillingspaares ist der technische und soziale Zeithintergrund, etwa die zunehmende Nutzung der Elektrizität, oder die Debatte um die Emanzipation der Frau. Die verklemmte Lili hört etwa, reichlich beunruhigt, einen Vortrag Otto Weiningers über die zwei möglichen Rollen der Frau, Hure oder Jungfrau/Mutter.

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Kategorie:Filmtitel 1989 Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Ungarischer Film