Weitersburg ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Vallendar an. mini|Weitersburg, Luftaufnahme (2016)
Geographische Lage Die Gemeinde liegt am Fuße des Westerwaldes nördlich von Koblenz.
Gemeindeteile von Weitersburg sind Gummiwerk, Schnatzenmühle, Waldfriede (Gaststätte) und Wüstenhof, Hof und Gaststätte.
Geschichte Aufgrund von Bodenfunden ist eine Besiedlung schon in der frühen Eisenzeit (8. bis 5. Jahrhundert v. Chr.) erfolgt. Um das Jahr 100 n. Chr. entstand auf dem heutigen Gemeindegebiet das Kleinkastell Ferbach.
Urkundlich wird Weitersburg erstmals im Jahr 1202 als „Withersberg“ im Zusammenhang der Stiftung der Prämonstratenser-Abtei Sayn durch die Grafen von Sayn genannt.
Einwohnerstatistik Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Weitersburg, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten Jahr Einwohner 1815 386 1835 582 1871 668 1905 914 1939 1.082 1950 1.276 1961 1.424 Jahr Einwohner 1970 1.641 1987 2.048 1997 2.174 2005 2.163 2011 2.349 2017 2.44920222486 mini|400px|Einwohnerentwicklung von Weitersburg von 1815 bis 2017 nach nebenstehenden Daten
Konfessionsstatistik Mit Stand 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 70,6 % römisch-katholisch, 13,7 % evangelisch und 16,7 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik – Weitersburg Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Mit Stand August 2025 waren von den Einwohnern 44,9 % katholisch, 11,7 % evangelisch und 43,4 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Gemeindestatistik , abgerufen am 10. September 2025
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat in Weitersburg besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem. Die Erhöhung von 16 auf 20 Ratsmitglieder bei der Wahl 2024 erfolgte aufgrund der Wahlrechtsvorgaben wegen einer höheren Einwohnerzahl Weitersburgs.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat: Wahl SPD CDU Grüne FWG WGL Gesamt 2024 – – 3 11 6 20 Sitze 2019 – 7 – 9 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2014 3 6 – 7 – 16 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen 2009 4 6 – 6 – 16 Sitze 2004 6 10 – – – 16 Sitze
Bürgermeister Udo Wenz (FWG) wurde am 4. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Weitersburg. Da bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 kein gültiger Wahlvorschlag eingereicht wurde, oblag die Neuwahl des Bürgermeisters gemäß rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung dem Rat, der sich auf seiner konstituierenden Sitzung mehrheitlich für Udo Wenz entschied.
Der Vorgänger von Udo Wenz, Jochen Währ (FWG), hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt und kandidierte 2024 nicht erneut als Ortsbürgermeister.
Wappen Das Weitersburger Wappen hat eine sehr junge Geschichte. Das Innenministerium verlieh der Gemeinde Weitersburg am 5. Juni 1950 ihr offizielles Gemeindewappen. Die Blasonierung des zweigeteilten Wappenschildes zeigt in der oberen Hälfte einen, nach der heraldisch rechten Seite blickenden, goldenen Löwen auf rotem Grunde, während die untere Hälfte ein stilisiertes, auf einem Berg stehendes, rotes Gebäude auf goldenem Grunde darstellt. Bei dem Löwen handelt es sich um das Wappentier der Grafschaft Sayn, zu welcher der Sayner Klosterhof zu Weitersburg gehörte, der in der ersten urkundlichen Erwähnung Weitersburgs 1202 genannt wird. Das Gebäude steht für das ehemalige römische Gehöft, welches im Jahre 1896 in Weitersburg entdeckt wurde.
Sehenswürdigkeiten Kirche St. Marien und Mariengrotte mini|Weitersburg, St. Marien, Luftaufnahme (2016) Pfarrheim im Holzbaustil des Bregenzerwaldes oder auch Neue Vorarlberger Bauschule Heiligenhäuschen mini|Peter-Friedhofen-DenkmalPeter-Friedhofen-Denkmal Standort des Geburtshauses von Peter Friedhofen Johann-Wolfgang von Goethe Denkmal Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Weitersburg
Persönlichkeiten Weitersburg ist der Geburtsort von Peter Friedhofen, dem Gründer der Kongregation der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf. Von 1987 bis 1990 war der heutige Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters Kaplan in Bendorf St. Medard und Weitersburg St. Marien. Jutta Nardenbach (1968–2018), ehemalige Fußballspielerin der deutschen Nationalmannschaft (1989 und 1991 Europameisterin).
Wirtschaft und Infrastruktur Öffentliche Einrichtungen Weitersburg verfügt über eine Mehrzweckhalle, eine Grundschule, einen katholischen Kindergarten sowie eine Sport- und Freizeitanlage mit einem Kunstrasenplatz.
Verkehr Südwestlich der Gemeinde verläuft die B 42, die von Koblenz nach Bonn führt. Die A 48 mit der Anschlussstelle Bendorf/Neuwied (AS 11) liegt drei Kilometer entfernt. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in der Stadt Vallendar Es besteht eine stündliche Busanbindung nach Bendorf, Vallendar, Höhr-Grenzhausen und Koblenz.
Literatur Karl Wagner: Von Withersberg nach Weitersburg. Weitersburg – vorgestern, gestern, heute. Eine Dokumentation des Ortes in Wort und Bild. Weitersburg 1990.
Weblinks
Offizielle Internetpräsenz der Ortsgemeinde Weitersburg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mayen-Koblenz Kategorie:Ort am Mittelrhein Kategorie:Ersterwähnung 1202