Die Schlacht in der Bucht von Manila fand am 1. Mai 1898 während des Spanisch-Amerikanischen Krieges statt. Das Asiengeschwader der Vereinigten Staaten unter Commodore George Dewey traf auf die spanische Pazifikflotte unter Konteradmiral Patricio Montojo.
Bei der Schlacht wurde das gesamte spanische Geschwader vernichtet. Die Schlacht wurde in der Bucht von Manila, auf den Philippinen, ausgefochten und war die erste nennenswerte Kampfhandlung des Spanisch-Amerikanischen Krieges.
Vorgeschichte Admiral Montojo, der zügig auf die Philippinen versetzt worden war, stand lediglich eine Anzahl veralteter Schiffe zur Verfügung. Seine Bemühungen, seine Position im Einsatzgebiet zu verbessern, waren von geringem Erfolg. Die Korruption in den Reihen der spanischen Kolonialbürokratie arbeitete allen seinen Bemühungen entgegen. So wurde zum Beispiel Sprengstoff, der für Seeminen vorgesehen war, stattdessen an Baufirmen abgegeben, und eine von Madrid versprochene Verstärkung bestand aus zwei spärlich ausgestatteten Aufklärungskreuzern.
Trotz dieser Schwierigkeiten entschied Montojo, seine Schiffe außerhalb der Reichweite der spanischen Festungskanonen – der Hafen war von vier Batterien geschützt – in seichtem Gewässer zu ankern. Seine Überlegung war, einerseits die Angehörigen seiner Besatzung, die in der Umgebung der Geschütze wohnten, nicht mit einem Bombardement auf die Stadt zu gefährden, andererseits, den Überlebenden seiner Flotte im Ernstfall die Möglichkeit zu geben, an Land schwimmen zu können.
Die Schlacht Bei Tagesanbruch des 1. Mai führte George Dewey an Bord des Kreuzers Olympia ein kleines Geschwader von Schiffen in die Bucht von Manila. Bei der Durchfahrt explodierten zwei Minen, die jedoch keinen nennenswerten Schaden verursachten. Um 5:10 Uhr am Morgen eröffneten die Spanier das Feuer. Um 5:30 Uhr erhielt Gridley, der Kommandant der Olympia, mit den Worten „Sie dürfen feuern, wenn bereit“ den Feuerbefehl und begann das Artilleriegefecht, das letztlich in der Vernichtung der spanischen Pazifikflotte mündete.
mini|Die Schlacht in der Bucht von Manila, die Olympia im Zentrum mini|Den Helden von Cavite gewidmetes Denkmal in Cartagena für die in der Schlacht in der Bucht von Manila bzw. bei der Verteidigung Cubas und der Philippinen gegen die USA etwa 5.000 gefallenen spanischen Seeleute und Marinesoldaten
Das US-Geschwader setzte sich in einer Linie vor die spanischen Schiffe und Festungen und feuerte seine gesamten Backbordwaffen ab. Danach zogen die Schiffe sich ein wenig zurück, wendeten und feuerten mit ihren Steuerbordwaffen. Dieses Manöver wurde fünf Mal wiederholt, wobei die Entfernung zum Gegner immer weiter verringert wurde. Die meisten der spanischen Schiffe waren danach entweder zerstört oder ergaben sich. Die spanische Flotte kämpfte zwar energisch, war aber, da die Schiffe vollkommen veraltet waren, letztlich chancenlos gegen die modernen US-amerikanischen Schiffe mit ihren gut gedrillten Besatzungen.
Die elf spanischen Schiffe und fünf Landbatterien wehrten sich insgesamt zweieinhalb Stunden. Die US-amerikanischen Schiffe zogen sich um 7:45 Uhr zurück und griffen gegen 10:40 Uhr erneut an, bis die Spanier um 12:40 Uhr ihre Aufgabe signalisierten.
Das Ergebnis des Kampfes war eindeutig. Dewey gewann die Schlacht mit nur einem Gefallenen unter seinen Besatzungsmitgliedern. Ein Ingenieur auf der nicht direkt beteiligten McCulloch hatte einen Herzanfall.
Die Folgen Das spanische Bestreben, Dewey mit einem Entlastungsgeschwader (englisch Camara’s Flying Relief Column „Camaras Fliegende Unterstützungskolonne“) anzugreifen, verzögerte sich mehrmals und kam schließlich nie zustande. So ging der Seekrieg auf den Philippinen in eine Serie von Zuschlagen-und-Verschwinden-Angriffen mittels Torpedobooten über, eine Taktik, die während des gesamten restlichen Feldzuges unverändert durchgeführt wurde. Obwohl die Spanier einige Schläge gegen die US-amerikanische Dominanz erzielten, gab es dennoch keinen US-amerikanischen Gefallenen, der mit direktem spanischen Feuer in Verbindung zu bringen war.
Am 2. Mai landete Dewey mit seinen Streitkräften, den Marines, bei Cavite. Dort vervollständigte er die Zerstörung der spanischen Flotte und ihrer Verteidigungsgeschütze. Zudem richtete er einen Posten ein, der die spanischen Hospitäler schützen sollte.
Der Widerstand der Festung war als schwach zu bezeichnen. Die Olympia feuerte einige Schüsse auf das Arsenal von Cavite, woraufhin dessen Magazin plötzlich explodierte. Dabei wurden einige Insassen getötet und viele weitere verwundet. Dieser Volltreffer beendete das Feuer der Batterien endgültig. Nach dem Fall Manilas wurde das spanische Entlastungsgeschwader, das nur bis zum Suezkanal gekommen und dort aufgehalten worden war, zum Schutz der spanischen Atlantikküste zurückbeordert.
In Erinnerung an George Deweys Führungsrolle während der Schlacht in der Bucht von Manila wurde eine spezielle Auszeichnung, bekannt als die Dewey-Medaille, an alle Offiziere und Seeleute ausgegeben, die unter dem Kommando des Admirals gestanden hatten. Dewey wurde später mit einer Beförderung ausgezeichnet und in den Rang des Admiral of the Navy erhoben, den außer ihm niemand in der Geschichte der United States Navy innehatte.
Beteiligte Schiffe Vereinigte Staaten an der Schlacht beteiligt: Olympia, Flaggschiff, geschützter Kreuzer Baltimore, geschützter Kreuzer Raleigh, geschützter Kreuzer der Cincinnati-Klasse Boston, geschützter Kreuzer der Atlanta-Klasse Concord, Kanonenboot der Yorktown-Klasse Petrel, Kanonenboot
nicht an der Schlacht beteiligt: McCulloch, Kutter der Zollbehörde, (sollte sich aus der Hauptschlacht heraushalten, da sie nur über eine leichte Bewaffnung und eine unzureichende Panzerung verfügte; ihr Chefingenieur starb bei der Schlacht an einem Herzanfall) Nanshan, Kohlefrachter Zafiro, Versorgungsschiff
Spanien an der Schlacht beteiligt: Reina Cristina, Flaggschiff, Ungeschützter Kreuzer der Alfonso-XII.-Klasse, 3042 ts, sechs 163-mm-Kanonen, 16 kn Castilla, Ungeschützter Kreuzer der Aragon-Klasse, 3289 ts, vier 150-mm-, zwei 120-mm-Kanonen, nur noch schwimmende Batterie Don Antonio de Ulloa, Ungeschützter Kreuzer der Velasco-Klasse, 1152 ts, nur zwei 120-mm-Kanonen, teilweise desarmiert, in Reparatur Don Juan de Austria, Ungeschützter Kreuzer der Velasco-Klasse, 1152 ts, vier 120-mm-Kanonen, 13 kn Isla de Luzón, Geschützter Kreuzer der Isla-de-Luzón-Klasse, 1030 ts, sechs 120-mm-Kanonen, 14 kn Isla de Cuba, Geschützter Kreuzer, wie vor Marques del Duero, Kanonenboot der Fernando-el-Catolico-Klasse, 492 ts, eine 163-mm-, zwei 120-mm-Kanonen, 10 kn
nicht an der Schlacht beteiligt: Velasco, Ungeschützter Kreuzer der Velasco-Klasse, desarmiert, in Reparatur El Coreo, Kanonenboot, 560 ts, drei 120-mm-Kanonen General Lezo, Kanonenboot der General-Concha-Klasse, 520 ts, desarmiert Argos, Kanonenboot, 508 ts, eine 88-mm-Kanone Mindanao, Transportschiff, 1900 ts
Deweys Berichte mini|240px
Siehe auch Schlacht von Manila Spanisch-Amerikanischer Krieg Philippinisch-Amerikanischer Krieg Zeittafel des Philippinisch-Amerikanischen Krieges
Literatur Michael Blow: A Ship to Remember. The Maine and the Spanish-American War. Morrow, New York NY 1992, ISBN 0-688-09714-6. Antonio Carrasco García: En Guerra con Los Estados Unidos. Cuba, 1898. Almena Ediciones, Madrid 1998, ISBN 84-922644-2-X. Frank Freidel: The Splendid Little War. Little, Brown, Boston MA u. a. 1958. Richard Hill: Der Krieg der Panzerschiffe. Brandenburgisches Verlagshaus, Berlin 2001, ISBN 3-89488-139-9. Albert A. Nofi: The Spanish-American War, 1898. Combined Books, Conshohocken PA 1996, ISBN 0-938289-57-8.
Weblinks
Website zur Hundertjahrsfeier des Spanisch-Amerikanischen Krieges
Spanische Website (in Spanisch)
Belege
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