mini|Kartenspieler beim Duell. Yu-Gi-Oh! ist ein Sammelkartenspiel des japanischen Unternehmens Konami. Das Spiel wurde im Februar 1999 in Japan veröffentlicht. (PDF; 47 kB), S. 37 Außerhalb Asiens wurden die Karten von 2002 bis Ende 2008 vom amerikanischen Unternehmen Upper Deck als exklusiver Vertriebspartner vertrieben, nach einem Rechtsstreit übernahm Konami auch hier wieder den Vertrieb.Konami Europe (15. April 2009): . Abgerufen am 17. Mai 2009 Es existieren seit 1999 mehr als 12.421 verschiedene Karten (Stand: 6. April 2024), deren Zahl sich regelmäßig durch Erweiterungssets erhöht. Bis 2006 wurden 15,88 Milliarden Karten verkauft. Konami bewarb sich daraufhin für einen Eintrag des Spiels im Guinness-Buch der Rekorde als meistverkauftes Kartenspiel.Animaxis.com (21. Juni 2006): . Abgerufen am 17. Mai 2009 Im Jahr 2011 waren es 25,1 Milliarden verkaufte Karten.
Ursprünglich war das Sammelkartenspiel als Merchandisingartikel zum gleichnamigen Manga Yu-Gi-Oh! gedacht, der von 1996 bis 2004 im japanischen Magazin Shōnen Jump erschien, und der von 2000 bis 2004 auch als Anime verfilmt wurde. Heute erfreut sich das Spiel weltweit großer Beliebtheit, so dass in vielen Ländern, darunter Japan, der USA und Deutschland nationale Turniere ausgetragen werden, aber auch internationale Wettkämpfe., Turnierinformationen, Abruf: 18. Januar 2009
Konzeption des Spiels Die Spieler, Duellanten genannt, besitzen jeweils ein Deck mit Karten und wechseln sich während eines Duells mit ihren Zügen ab, die ihrerseits in mehrere Phasen unterteilt sind und für die unterschiedliche Regeln gelten. Jeder Spieler beginnt das Duell mit 8000 Lebenspunkten und einem Deck aus mindestens 40 Karten und höchstens 60 Karten, aus dem die Starthand, bestehend aus fünf Karten, gezogen wird.
Ein Match besteht aus maximal drei Duellen. Sieger ist, wer zwei Duelle für sich entscheiden kann oder ein Duell bei zwei Unentschieden. Fusions-, Synchro-, Xyz- und Link-Monsterkarten befinden sich in einem eigenen Stapel, dem Extradeck, dies besteht aus maximal 15 Karten. Ziel des Duells ist es, die gegnerischen Lebenspunkte auf 0 zu reduzieren. Man hat auch verloren, wenn man während der Draw Phase oder, weil ein Effekt dies erfordern würde, keine Karte mehr ziehen kann. Außerdem gibt es einige wenige Karten, mit denen alternative Siegbedingungen möglich sind (z. B. die Exodia-Karten).
Im Vergleich zur Serie unterscheiden sich die Regeln teilweise recht deutlich, so sind beispielsweise eigentlich nicht existierende Karten oder abgewandelte existierende Karten oder auch unmögliche Kartenkombinationen zu sehen, die den Spielverlauf oftmals drastisch ändern. In der Serie starten die Protagonisten auch mit nur 4000 Lebenspunkten, was gerade jüngere Spieler dazu veranlasst, ebenso nur mit diesem Startwert zu spielen.
Spielfeld Das Spielfeld besteht je Spieler aus mehreren Zonen: 1 Extradeckzone (früher Fusionsdeckzone. Wurde umbenannt, nachdem 2008 die Synchromonster eingeführt wurden) 1 Extramonsterkartenzone (Einführung mit Link-Monstern) 1 Friedhof (rechts neben dem Friedhof ist eine Kartenzone für die Karten, die aus dem Spiel entfernt bzw. verbannt wurden. Dafür ist auf der Unterlage kein eigenes Feld vorgesehen.) 1 Deckzone 5 Monsterkartenzonen 5 Zauber-/Fallenkartenzonen (davon 2 Pendelzonen für die 2014 eingeführten Pendelmonster) 1 Spielfeldzone (für Spielfeldzauberkarten)
Spielphasen
Draw Phase: In dieser Phase zieht man die oberste Karte seines Decks. Seit dem 14. Juli 2014 darf der Spieler, der das Duell eröffnet, keine Karte ziehen; er beginnt also mit 5 Karten, statt wie bisher mit 6.
Standby Phase: In dieser Phase werden manche Effekte gemäß ihrem Effekttext ausgeführt. Ansonsten passiert in dieser Phase nichts.
Main Phase 1: In dieser Phase kann man Monster beschwören und Zauber- und/oder Fallenkarten setzen. Es kann dabei nur ein Monster als Normal- oder Tributbeschwörung beschworen oder verdeckt gesetzt werden. Man kann nur eine Pendelbeschwörung durchführen. Die Anzahl der Spezialbeschwörungen sind dagegen nicht begrenzt, wozu die Ritual-, Fusions-, Synchro-, Xyz- und Linkbeschwörungen zählen. Die Kampfposition von Monstern, die nicht in diesem Spielzug beschworen wurden, kann einmal geändert werden.
Battle Phase: In dieser Phase können eigene Monster gegnerische Monster attackieren. Sind keine Monster auf dem gegnerischen Feld, können die Lebenspunkte des Gegners direkt angegriffen werden. Dabei erhält der Gegner Schaden in Höhe der Angriffspunkte (ATK) des attackierenden Monsters. Während des ersten Spielzugs des Spielers, der das Duell eröffnet, kann jedoch noch nicht angegriffen werden.
Main Phase 2: Identisch mit der Main Phase 1. Da die Main Phase 2 nur nach der Battle Phase stattfindet, wird im ersten Spielzug die Main Phase 2 übersprungen.
End Phase: In dieser Phase werden manche Effekte gemäß ihrem Effekttext ausgeführt. Sollten sich in dieser Phase mehr als sechs Karten auf der eigenen Hand befinden, müssen so viele Karten auf den Friedhof abgelegt werden, bis man nur noch 6 Karten auf der Hand hat. Das Reduzieren der Handkarten ist die letzte Aktion des Spielzugs.
Anschließend beginnt der Zug des nächsten Spielers.
Deckarten In dem Sammelkartenspiel von „Yu-Gi-Oh!“ gibt es verschiedene Deckarten, um einen Spieler zu besiegen, z. B.:
Burn-Deck: Dieses Deck verfolgt die Strategie, die Lebenspunkte des Gegners mit Karteneffekten auf 0 zu verringern, es vermeidet dabei Angriffe mit Monstern und spielt Karten mit hoher DEF. Gegen solche Decks helfen Karten, die den Schaden reduzieren, annullieren oder auf den Gegner zurückwerfen.
Shift-Deck: Das Shift-Deck verfolgt die Strategie, möglichst viele Karten aus dem Spiel zu verbannen, um die Handlungsfähigkeit des Gegners massiv einzuschränken und dadurch Vorteile zu erwirtschaften und diese für sich zu nutzen.
Beatdown-Deck: Beatdown-Decks setzen darauf viele starke Monster zu beschwören, um die Lebenspunkte des Gegners durch viele Angriffssalven auf 0 zu bringen. Control-Deck: Solche Decks können auf vielseitige Weise aufgebaut sein, sie versuchen über einen Längeren Spielverlauf die Oberhand über die Partie zu gewinnen, indem sie dem Gegner die Ressourcen nehmen und ihn mit Effekten aufhalten, um so das Spiel schlussendlich für sich zu entscheiden.
FTK (first turn kill): In der ersten Runde, bevor der Gegner am Zug ist, kann man ihn besiegen. Konami bemüht sich stets, solche Decks und/oder solche Combos zu unterbinden, da diese dem eigentlichen Spielprinzip widersprechen („Yu-Gi-Oh! should be fast, fun and exciting“ zu dt. „Yu-Gi-Oh! soll schnell, spaßig und aufregend sein“).
OTK (one turn kill): In einer Runde kann man die Life Points des Gegners, meist durch Angriffe, auf 0 bringen. Oft werden dafür sehr viele Monster in einer Runde beschworen (swarming) und Zauber- oder Fallenkarten des Gegners beseitigt.
Deck-Destruction-Deck: Hier wird das Deck des Gegners vernichtet, indem etwa Karten mit Effekten vom Deck auf den Friedhof gelegt werden.
Exodia-Deck: Dieses Deck baut darauf auf, möglichst schnell alle 5 Karten der Exodia-Serie (Exodia die Verbotene, Linker/Rechter Arm der Verbotenen, Linkes/Rechtes Bein der Verbotenen) zu ziehen, um so mit dem Effekt von Exodia die Verbotene das Duell sofort zu gewinnen.
F.I.N.A.L.-Deck: Man kann das Spiel in 5 Runden gewinnen, wenn man die Fallenkarte Schicksalstafel (F) ausspielt und jede weitere Runde von der Hand oder dem Deck eine Zauberkarte Geisternachricht (I, N, A, L) aktiviert.
Final Countdown-Deck: Man gewinnt das Duell in 20 Zügen bzw. 10 Runden, wenn die gleichnamige Zauberkarte Letzter Countdown erfolgreich aktiviert wird. Anti-Deck: Diese Deckart spielt darauf, die im Moment auf Turnieren am häufigsten anzutreffende Decks (Meta-Decks) zu stören und zu blockieren und ihn somit bestenfalls zu besiegen. Dies geschieht z. B. mit Karten, die Spezialbeschwörungen verhindern können.
Meta-Deck: Ein Meta-Deck ist ein Deck, das momentan Turniere gewinnt bzw. die Chance auf einen Sieg hat und sehr oft gespielt wird. Diese Art von Decks trifft man am häufigsten an, da sie eine dem Spielprinzip entsprechende Strategie durchzuführen suchen. Die Stärke und Beständigkeit eines Meta-Decks wird in sogenannte „Tier“-Stufen eingeteilt. Ist ein Deck in einem Format besonders durchsetzungsfähig, so ist es ein höheres „Tier“ als andere Meta-Decks.
Außerdem kann man Decks anhand von Monstertypen (Unterweltler, Aqua, Pyro, Drachen, Maschinen, Zombie etc.), Kombinationen von Monstertypen und Themen (Karakuri-Machina-Plant, Zombie-Plant etc.), Eigenschaften (Licht, Finsternis, Wind, Feuer, Wasser, Erde), Themen (X-Säbel, Schwarzflügel, Ewig Infernal, Ritual, Fusion, Synchro, Finstere Welt, Karakuri, Geistertrick etc.) oder auch anhand des Namens der Karten (was im Hinblick auf die Schreibweise der japanischen Namen der Karten oftmals deutlich wird) zusammenstellen.
Jedes Deck hat seine eigene Taktik, Stärken und Schwächen. Die Strategiemöglichkeiten werden ständig erweitert, da immerzu neue Erweiterungen des Kartenspiels erscheinen.
Kartentypen Die Karten lassen sich drei Grundtypen zuordnen – Monster-, Zauber- und Fallenkarten –, von denen der Spieler 40-60 Karten zu einem Deck zusammenstellt. Die meisten „guten“ Decks bestehen aus 40 Karten. Jede Karte darf insgesamt höchstens dreimal im Main Deck, Side Deck und/oder Extra Deck enthalten sein, wobei die Anzahl der einzelnen Karten durch die Banned & Restricted List, zu dt. Limitierte und Verbotenen Kartenliste, vierteljährlich aktualisiert und dem momentanen Meta Game angepasst wird.
Monsterkarten Im Gegensatz zu Zaubern oder Fallen sind Monsterkarten in eigene Kartenarten einzuteilen:
Normale Monster: Kein Effekt, stattdessen steht in der Textbox ein Flavortext. Effektmonster: Besitzen durch den aufgedruckten Effekt besondere Fähigkeiten. Ritualmonster: Um ein Ritualmonster zu beschwören, muss die im Kartentext aufgeführte Ritualzauberkarte aktiviert werden. Anschließend müssen Monster (im Normalfall) von der eigenen Hand bzw. der eigenen Spielfeldseite als Tribut angeboten werden, deren gemeinsame Stufe gleich (oder größer) der Stufe des Ritualmonsters ist. Ritualmonster können auch Effektmonster sein. Fusionsmonster: Fusionsmonster werden aus dem Extra Deck beschworen. Dazu benötigt man Karten, welche fusionieren können (z. B. Polymerisation), sowie die auf dem Fusionsmonster aufgeführten Materialmonster, außer der Effekttext des Fusionsmonster besagt etwas anderes. Die verwendeten Monster werden im Normalfall auf den Friedhof gelegt. Fusionsmonster können auch Effektmonster sein. Synchromonster: Synchromonster werden aus dem Extra Deck beschworen. Dazu wird die auf der Karte vermerkte Anzahl von aufgedeckten Empfänger- und Nicht-Empfänger-Monster von der eigenen Spielfeldseite benutzt. Die Stufe der geforderten Monster muss dabei gleich der Stufe des Synchromonsters sein. Synchromonster können auch Effektmonster sein. Xyz-Monster (Ik-Seez gesprochen): Xyz-Monster werden aus dem Extra Deck beschworen. Dazu müssen (normalerweise 2 oder mehr) offene Monster mit der gleichen Stufe von der eigenen Spielfeldseite „überlagert“ werden. Bei der Beschwörung bleiben die Materialmonster auf dem Spielfeld (werden laut Regelheft und Spielmechanik aber nicht als solche behandelt), werden unter das Xyz-Monster gelegt und können auch für deren Effekte dienen; Besitzt ein Xyz-Monster keine Xyz-Materiale mehr, können seine Effekte solange nicht mehr benutzt werden. Xyz-Monster besitzen keine Stufe, sondern einen Rang. Dieser Rang entspricht der Stufe der verwendeten Xyz-Materialmonster. Xyz-Monster können auch Effektmonster sein.