Jurgis Kunčinas (* 13. Januar 1947 in Alytus; † 13. Dezember 2002 in Vilnius) war ein litauischer Schriftsteller, Übersetzer und Germanist.

Leben Jurgis Kunčinas studierte Germanistik an der Universität Vilnius, wurde aber 1968 zwangsexmatrikuliert, als er sich weigerte, am obligatorischen Wehrkundeunterricht teilzunehmen. Seinen Wehrdienst musste er bei der sowjetischen Luftwaffe ableisten. Danach arbeitete er als Übersetzer für Zeitungen und als Erzieher in einem Arbeiterwohnheim, als Transportarbeiter und Krankenpfleger, in einer Wetterstation und als Reiseleiter.

Werke Ab 1977 veröffentlichte er sechs Lyrikbände, sieben Bände mit Kurzprosa sowie Essays und sechs Romane. Seit den 1980er Jahren arbeitete er als freischaffender Schriftsteller und Übersetzer und übertrug Bücher von Günter Grass, Heinrich Böll, Friedrich Dürrenmatt, Siegfried Lenz und Hans Fallada ins Litauische.

Seine Werke wurden ins Englische, Russische, Lettische, Schwedische, Estnische, Polnische, Belarussische und Deutsche übersetzt; die Bibliothek seiner Geburtsstadt trägt heute seinen Namen.

Veröffentlichungen At My Friend's, Erzählungen, Vilnius, Verlag des litauischen Schriftstellerverbandes, 2003 Bilė und andere; Roman, Vilnius, Vaga, 2002 Jeden Tag in den Krieg, Roman, Vilnius, Verlag des litauischen Schriftstellerverbandes, 2000 Menestrels in Maxi-Mänteln, Erzählungen, Vilnius: Verlag des litauischen Schriftstellerverbandes, 1996 Pjūti Fjūūt! Or the Manor of Untruths, Roman, Vilnius: Verlag des litauischen Schriftstellerverbandes, 2004 Takas per girią (Der Waldweg), Gedichte. Vilnius: Vaga, 1977 Atidėtas rugsėjis (Der verschobene September), Gedichte, Vilnius, Vaga, 1984 Liepų ratas (Der Lindenkreis), Gedichte, Vilnius, Vaga, 1988 Labas, sraige, kur eini? (Hallo Schnecke, wohin des Weges?), Kindergedichte, Vilnius, Vyturys, 1989 Vaizdas į mėnulį (Die Mondansicht), Erzählungen, Vilnius, Vaga, 1989 Vainikas „Soscinei“ (Ein Kranz für die Hauptstadt), Essays, Vilnius, Vaga, 1989 Atgimimo kryžius (Das Kreuz der Wiedergeburt), Gedichte, Alytus, 1990 Namai be žiburių (Häuser ohne Lichter), Gedichte, Vilnius, Vaga, 1991 Glisono kilpa (Glissonsschlinge), Roman, Kaunas, Nemunas, 1992 Tūla, Roman, Vilnius, Verlag des litauischen Schriftstellerverbandes, 1993 Baltųjų sūrių naktis (Die Nacht der weißen Käse), Erzählungen für Kinder, Vilnius, Amžius, 1995 Didžiosios Žiurkės šešėlis (Der Schatten der großen Ratte), Stadtgeschichten, Vilnius, Spauda, 1996 Laba diena, pone Enrike! (Servus, Herr Enrike!), Erzählungen, Vilnius, Vaga, 1996 Kilnojamosios Röntgeno stotys (Mobile Röntgenstationen), Roman, Vilnius, Alma littera, 1998 Blanchisserie arba Žvėrynas-Užupis (Blanchisserie oder Žvėrynas-Užupis), Roman, Vilnius, Tyto alba, 1997 Ašutai iš gyvenimo švarko (Roßhaar aus dem Frack des Lebens), Satiren, Vilnius, Seimas-Verlag „Valstybės žinios“, 1998 Niekieno namai (Das Niemandshaus), Erzählungen, Alytus: Alytaus naujienos, 1999 Laisvė yra brangi (Die Freiheit ist teuer), Satiren, Vilnius, Seimas-Verlag „Valstybės žinios“, 2001 Grožio niekad negana (Schönheit gibt es nie genug), Satiren, Vilnius, Pasviręs pasaulis, 2001

Deutsche Ausgaben Mobile Röntgenstationen. Roman, aus dem Litauischen von Klaus Berthel, Athena Verlag, Oberhausen 2002. ISBN 3-89896-120-6 Jurgis Kunčinas. Autorenheft anläßlich der Teilnahme Litauens als Gastland an der 54. Buchmesse Frankfurt, Books from Lithuania, Vilnius 2002 Blanchisserie oder Von Mäusen, Moder und Literatursalons. Roman, aus dem Litauischen von Berthold Forssman, Athena Verlag, Oberhausen 2004. ISBN 3-89896-196-6

Auszeichnungen 1993 Preis des litauischen Schriftstellerverbandes für das beste Buch des Jahres (für seinen Roman Tūla) 1994 Preis der Zeitschrift Nemunas für seine Prosa 1996 Literaturpreis der Stadt Vilnius

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