Der Föderale Öffentliche Dienst Auswärtige Angelegenheiten, Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit (FÖD AA) (, ) ist das Außenministerium des Königreichs Belgien. Es ist für die belgische Außenpolitik, die Beziehungen mit der Europäischen Union, die Politik in Sachen Entwicklungszusammenarbeit und bestimmte Bereiche der Außenhandelspolitik zuständig. Die Hauptverwaltung in Brüssel ist die Schaltstelle für das Netzwerk der diplomatischen und konsularischen Vertretungen im Ausland.

Auftrag, Kernaufgaben und Vision (Quelle:Bestuursovereenkomst met betrekking tot de werking van de Federale Overheidsdienst Buitenlandse Zaken, Buitenlandse Handel en Ontwikkelingssamenwerking 2016–2018. ) Auftrag Der FÖD Auswärtige Angelegenheiten, Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit vertritt, verteidigt und fördert die Interessen Belgiens im Ausland, er stimuliert die Kohärenz des auswärtigen Handels und koordiniert die Europapolitik Belgiens als föderales Land. Der FÖD Auswärtige Angelegenheiten setzt sich für eine sichere, gerechte und wohlhabende Welt ein.

Kernaufgaben Die wichtigsten Aufgaben des FÖD AA lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Verteidigung der politischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen von Belgien Schutz und Hilfe für Belgier im Ausland sowie Hilfe für das diplomatische/internationale Korps in Brüssel Vorbereitung, Koordinierung und Befolgen aller Aspekte der belgischen Europapolitik Verteidigung der grundlegenden Werte wie Demokratie, Menschenwürde, Menschenrechte und Geschlechtergleichheit Mitwirkung an einer friedlichen und sicheren Welt über die Stärkung des multilateralen Systems (die Vereinten Nationen und andere) und der internationalen Rechtsordnung Mitwirkung an einer solidarischen internationalen Gesellschaft und an der Armutsbekämpfung, unter anderem über eine zielgerichtete und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit.

Vision

Der FÖD Auswärtige Angelegenheiten will als staatliche Organisation einen Mehrwert für die belgische und internationale Zivilgesellschaft darstellen. So ist der Föderale Öffentliche Dienst:

eine kundenorientierte Organisation, die die Bedürfnisse der Bürger und Benutzer berücksichtigt eine moderne, leistungsfähige und effiziente Organisation, die dazu imstande ist, die gesteckten Ziele schnell und effizient zu verwirklichen ein attraktiver, dynamischer und innovativer Arbeitgeber von motivierten Mitarbeitern, die jeden Tag ihr Bestes geben, weil sie mit eingebunden werden und Verantwortung tragen, die erforderliche Unterstützung bei ihrer persönlichen Entwicklung erhalten in einer angenehmen und sicheren Arbeitsumgebung, und denen es ermöglicht wird, Arbeit und Privatleben miteinander zu vereinbaren.

Zur Erfüllung seines Auftrags hat der FÖD unter anderem folgende Initiativen ergriffen:

Die belgische Diplomatie spielte oft eine Vorreiterrolle bei internationalen Übereinkommen auf dem Gebiet der Abrüstung, wie dem Ottawa-Abkommen von 1997« Timeline of the International Campaign to Ban Landmines » .ICBL. From the original on 9 October 2016. Retrieved 21 September 2016. und dem Oslo-Übereinkommen von 2008. 2010 führte Belgien den Vorsitz im Rat der Europäischen Union, wobei der FÖD AA die Koordinierung übernahm. Unser Land erzielte einen wichtigen Durchbruch in besonderen Dossiers wie dem europäischen Patent und dem Freihandelsabkommen mit Süd-Korea. Das nächste Mal wird Belgien den Vorsitz in der ersten Jahreshälfte von 2024 führenBeke, M. 2011. Review of the Belgian Rotating Presidency: From Political to Administrative Leadership (ARI). Elcano Royal Institute.. Auf Betreiben des damaligen Ministers für Entwicklungszusammenarbeit Alexander De Croo, hat Belgien 2017 die She Decides-Kampagne für Frauenrechte, insbesondere für Rechte im Bereich der reproduktiven und sexuellen Gesundheit, mitinitiiert. Die Regierungen von Belgien, den Niederlanden, Schweden und Dänemark organisierten im März 2017 in Brüssel eine Geberkonferenz für die Kampagne. Seitdem hat sich She Decides zu einer weltweiten Bewegung entwickelt. Von 2019 bis Ende 2020 war Belgien nichtständiges Mitglieder im UN-Sicherheitsrat. Bei der Abstimmung über den Sitz erhielt Belgien die Unterstützung von 181 Ländern, weit mehr als die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Belgien befasst sich mit Themen wie Schutz, Prävention und Effizienz.

Im November 2019 entsandte Belgien die bedeutendste Handelsdelegation, die je nach China reiste. Die Delegation stand unter der Leitung IKH Prinzessin Astrid und entstand aus der Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Außenhandel, den drei regionalen Institutionen für Außenhandel (Flanders Investment & Trade – FIT, hub.brussels und Agence Wallonne à l’Exportation – AWEX) und dem FÖD Auswärtige Angelegenheiten. 632 Geschäftsleute, Akademiker und Politiker nahmen an der Handelsdelegation teil.

Geschichte Das Außenministerium des Königreichs Belgien wird unter der ersten Regierung der Regentschaft am 26. Februar 1831 gegründet. Es nimmt seine Arbeit in dem gerade unabhängig gewordenen Staat neben vier anderen Ministerien auf, dem der Kriegsangelegenheiten, der Finanzen, des Innern und der Justiz. Gleichzeitig mit dem Ausbau der Hauptverwaltung werden die ersten diplomatischen Vertretungen eröffnet, zunächst in London und in Paris.

Zwischen 1830 und 1880 versucht das junge und neutrale Belgien sich auf internationaler Ebene zu etablieren. Dabei werden die Zuständigkeiten des Ministeriums von Anfang an auf Bereiche zugeschnitten, die auch heute noch wichtig sind: „Politische Angelegenheiten“, „Außenhandel“, „konsularische Dienstleistungen“. Die Konsulate leisten einen Beitrag zur wirtschaftlichen und handelspolitischen Expansion Belgiens und erforschen neue Märkte. Nach 1880 werden die belgischen Konsulate das Aushängeschild der außergewöhnlichen wirtschafts- und handelspolitischen Tätigkeit in Belgien infolge der industriellen Revolution. Das Ministerium verwaltet umfangreiche Investitionen, verhandelt Handelsabkommen und unterzeichnet erste Handelsverträge.

Während der zwei Weltkriege zieht das Ministerium ins Ausland um. Von 1914 bis 1918 befindet es sich in Le Havre, von 1940 bis 1945 in London. In den darauffolgenden Jahrzehnten werden die Aufgaben des Ministeriums weitgehend umgestaltet. Europa, Multilateralismus (internationale Zusammenarbeit) und Entwicklungszusammenarbeit sind neue wichtige Aufgabenbereiche, die auch in den Organisationsplan des Ministeriums aufgenommen werden.

1997 erfolgt der Umzug von der rue des Quatre Bras in Brüssel in die rue des Petits Carmes. Zur selben Zeit erfolgt eine Reorganisation, bei der der Schwerpunkt immer mehr auf multilaterale und thematische Themen (Menschenrechte, wissenschaftliche Themen, Waffenkontrolle, Umweltangelegenheiten) gelegt wird.

2000 führt die Kopernikus Reform zur Änderung einiger Begriffe: das „Ministerium“ wird ein „föderaler öffentlicher Dienst“, an dessen Spitze ein „Präsident des Direktionsausschusses“ und nicht mehr ein Generalsekretär steht. Der FÖD hat sich auch die Struktur des Föderalstaats in Belgien angepasst. Er spielt eine koordinierende Rolle bei der Erarbeitung und Vertretung der Standpunkte, die Belgien in europäischen und multilateralen Dossiers vertritt und die in Konzertierungen mit anderen föderalen Institutionen und den Regionen und Gemeinschaften in Belgien festgelegt werden.

Da Brüssel sich zu einer internationalen Hauptstadt mit der höchsten Anzahl diplomatischer Vertretungen der Welt entwickelt hat, ist der FÖD Auswärtige Angelegenheiten über seinen Protokolldienst ein wichtiger Ansprechpartner für die zahlreichen ausländischen Missionen in Belgien.

Organisation Zuständige Minister Minister der Auswärtigen Angelegenheiten, der Europäischen Angelegenheiten und der Entwicklungszusammenarbeit ist seit Februar 2025 Maxime Prévot. Minister der Landesverteidigung, beauftragt mit dem Außenhandel, ist Theo Francken.

Hauptverwaltung Die Hauptverwaltung ist wie folgt aufgegliedert:

Generaldirektion Bilaterale Angelegenheiten (DGB) Generaldirektion Konsularische Angelegenheiten (DGC) Generaldirektion Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe (DGD) Generaldirektion Europäische Angelegenheiten und Koordinierung (DGE) Generaldirektion Juristische Angelegenheiten (DGJ) Generaldirektion Multilaterale Angelegenheiten und Globalisierung (DGM) Stabsdienststelle Personal und Organisation Stabsdienststelle Haushalt und Verwaltungskontrolle Stabsdienststelle ICT Direktion Protokoll Direktion Strategie und Kommunikation

mini|alt=Organigramm FOD Auswärtige Angelegenheiten|Das Organigramm des Föderaler Öffentlicher Dienst Auswärtige Angelegenheiten, Außenhandel und Entwicklungszusammenarbeit

Generaldirektion Bilaterale Angelegenheiten (DGB) Die Generaldirektion Bilaterale Angelegenheiten (DGB) setzt sich für die belgischen Interessen ein. Sie fördert auf bilateraler Ebene – von Land zu Land – die ethischen Prinzipien und die gesellschaftlichen Werte von Belgien: Demokratie, Wohlbefinden, Menschenrechte und Achtung der Menschenwürde einzelner Personen. Sie widmet auch der Unterstützung der belgischen Wirtschaftsinteressen eine besondere Aufmerksamkeit.

Generaldirektion Konsularische Angelegenheiten (DGC) Die Generaldirektion Konsularische Angelegenheiten (DGC) unterstützt und begleitet die Tätigkeiten der belgischen Konsularabteilungen im Ausland. Diese Abteilungen:

übernehmen die Rolle der Gemeindeverwaltung für Belgier im Ausland und bearbeiten Angelegenheiten im Bezug auf Staatsangehörigkeit, Personenstand, notarielle Urkunden, Legalisationen, Reisepässe, Personalausweise, Wahlen … helfen Landsleuten, die im Ausland oder auf Durchreise in Schwierigkeiten geraten sind: Touristen, Belgier, die im Ausland inhaftiert sind, bei Kindesentführungen … stellen Visa aus für Ausländer, die sich in Belgien aufhalten oder sich dort niederlassen wollen.

Die Generaldirektion Konsularische Angelegenheiten erteilt auch Privatpersonen in Belgien Informationen und Rat in Sachen konsularische Angelegenheiten und sie steht permanent in Kontakt mit den belgischen Behörden, die für diese Bereiche zuständig sind (Justiz, Inneres, Gemeinden, Regionen und Gemeinschaften).

Generaldirektion Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe (DGD) Die Generaldirektion Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe (DGD) ist für die belgische Entwicklungszusammenarbeit zuständig und untersteht der Ministerin der Entwicklungszusammenarbeit.

Die belgische Entwicklungszusammenarbeit setzt sich für eine nachhaltige menschliche Entwicklung ein. Darüber hinaus wirbt sie für eine größere Unterstützung von der belgischen Öffentlichkeit für die Nord-Süd-Solidarität und will sie die Entwicklungspolitik fördern und stärken.

DGD entwickelt eine gemeinschaftliche Vision der Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen eines Dialogs mit allen öffentlichen Behörden, die einen Einfluss auf die Entwicklungspolitik haben, mit den Entwicklungsakteuren, die an der belgischen Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sind (NRO, wissenschaftliche Institute…) und mit den europäischen und internationalen Institutionen. DGD setzt diese Vision in einige Prioritäten für die Hauptverwaltung und für die Betroffenen vor Ort um. Eine zentrale Rolle spielen hierbei die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs).

Generaldirektion Europäische Angelegenheiten und Koordinierung (DGE) Die Generaldirektion Europäische Angelegenheiten bereitet die belgische Europapolitik vor, definiert, vertritt, verwaltet und überwacht sie. Sie sensibilisiert auch die Öffentlichkeit für die Europapolitik.

Die DGE spielt eine zentrale Rolle bei der belgischen Entscheidungsfindung in Absprache mit den föderalen Institutionen und den Behörden der Regionen und Gemeinschaften, damit Belgien auf der europäischen Bühne mit einer Stimme sprechen kann.

Generaldirektion Juristische Angelegenheiten (DGJ)