Der Dresdner Sportclub 1898 e. V. ist ein Sportverein in Dresden. Er wurde 1990 als Nachfolger des erfolgreichen SC Einheit Dresden gegründet und führt die Tradition des 1898 gegründeten Dresdner SC fort. Der Verein wurde 1943 und 1944 Deutscher Meister im Fußball, am bekanntesten ist seine Frauen-Volleyballmannschaft, die sechsmal deutscher Meister und einmal Europapokalsieger wurde. Der Verein hat (Stand: 1. Januar 2026) 5196 Mitglieder.
Heimspielstätte der Fußballabteilung des Vereins, die in der Sachsenliga spielt, ist das Heinz-Steyer-Stadion im Dresdner Stadtteil Friedrichstadt.
Geschichte Verein mini|hochkant|Wasserspringer Jesco Tilmann Helling vom Dresdner SC vor einem Sprung
Der Dresdner SC wurde am 30. April 1898 in der Gaststätte des Dresdner Hotels „Stadt Coblenz“ gegründet. Die ältere Wurzel des heutigen DSC ist aber der am 11. Dezember 1843 als einer der ersten deutschen Sportvereine gegründete Dresdner TV, der sich ab 1865 ATV Dresden nannte. Der früheste Vorgängerverein des DSC-Fußballs ist der am 18. Oktober 1873 gegründete Dresden English Football Club, welcher der weltweit erste Sportverein außerhalb Großbritanniens war, der Fußball nach den noch heute gültigen Regeln spielte.
Die erfolgreichsten Sportler waren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Leichtathleten mit sechs Weltrekorden Rudolf Harbigs, die Boxer, die Männerhockeymannschaft, die Frauenhandballmannschaft sowie die Männerfußballmannschaft, die in den Jahren 1943 und 1944 Deutscher Fußballmeister wurde. Ebenso wurden Faustball, Radsport, Schwimmen, Skisport und Tischtennis im Dresdner SC betrieben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein 1945 zunächst als Sportgemeinschaft Friedrichstadt neu gegründet. Es folgten weitere Umbenennungen sowie Ein- und Ausgliederungen von Abteilungen in andere Vereine. Nach der politischen Wende in der DDR durfte der Dresdner SC am 31. März 1990 neu gegründet werden. Folgende Sportarten wurden beim DSC und seinen Vorgänger- bzw. Nachfolgevereinen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgeübt: Fußball, Hockey, Kanusport, Schach, Rudern, Gewichtheben, Volleyball, Handball, Faustball, Fechten, Kegeln, Turnen, Wasserspringen, Schwimmen, Leichtathletik, Radsport, Wasserball, Eishockey, Bergsteigen, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Sportakrobatik, Fitnesssport, Taekwon-Do, Gesundheitssport, Golf, Tanzsport und Tischtennis. Einzelsportler des Dresdner SC gewannen 87 olympische Medaillen (44 × Gold, 29 × Silber, 14 × Bronze) sowie mehrere hundert Welt- und Europameistertitel und nationale Titel.
Die momentan erfolgreichsten Abteilungen des Vereins sind Volleyball und Wasserspringen.
Ein Museum ist geplantStefan Schramm: In: dnn-online.de. 30. April 2013, abgerufen am 13. September 2015. und zurzeit als Online-Museum präsent.Homepage Sportmuseum Friedrichstadt. In: dsc-museum.de
Kurzchronik mini|Historische Vereinsfahne des Dresdner SC mini|Wappen der BSG Rotation Dresden
Am 11. Dezember 1843 wurde der Dresdner Turnverein (DTV) gegründet, der sich 1865 in Allgemeiner Turnverein (ATV) zu Dresden umbenannte. In Dresden lebende Engländer gründeten am 18. März 1874 den Dresden English Football Club. Im Januar 1893 machte sich die Fußballabteilung des 1877 gegründeten Turnvereins (TV) Löbtau als Neuer Dresdner Fußball-Club (NDFC) selbständig. Am 30. April 1898 erfolgte die Gründung des Dresdner Sport-Clubs (DSC) durch ehemalige Mitglieder des Dresden English FC und des Neuen Dresdner FC. 1945 wurden der ATV Dresden und der Dresdner SC verboten und aufgelöst. Während der ATV Dresden nicht unter einem anderen Namen neugegründet wurde, erhielt der Dresdner SC mit der Sportgemeinschaft (SG) Friedrichstadt einen direkten Nachfolgeverein. Im April 1950 wurde die SG Friedrichstadt verboten und aufgelöst. Es kam zum Zwangsanschluss der Leistungsfußballabteilung der SG Friedrichstadt an die Betriebssportgemeinschaft der Vereinigten Volkseigenen Betriebe (BSG VVB) Tabak Dresden. Allerdings absolvierte ein Teil der ehemaligen Spieler der SG Friedrichstadt im Mai 1950 ein Freundschaftsspiel (nach anderen Quellen zwei oder drei Freundschaftsspiele) unter dem Namen BSG VVB Tabak Dresden. Der Großteil der Leistungsfußballabteilung der ehemaligen SG Friedrichstadt schloss sich Hertha BSC an, wo die Saison 1950/51 als Hertha BSC/DSC Berlin gespielt wurde. Sieben Spieler wechselten im Juli 1951 weiter zur TSG Heidelberg 1878, wo sie sich am 30. April 1952 als Dresdner SC Heidelberg selbständig machten. Dieser Verein heißt seit dem 28. Juni 1968 Heidelberger SC. Der Großteil der Fußballabteilung, so auch fast der komplette Juniorenbereich, wechselte im April 1950 zur Sportgemeinschaft Mickten, die am 1. Mai 1950 der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Sachsenverlag Dresden angeschlossen wurde. Im August 1950 erfolgte die Umbenennung der BSG Sachsenverlag Dresden in Betriebssportgemeinschaft (BSG) Rotation Dresden. Die Leistungsfußballabteilung der BSG Rotation Dresden schloss sich schließlich im Dezember 1954 dem am 21. November 1954 gegründeten Sportclub (SC) Einheit Dresden an, der als neues Dresdner Leistungszentrum im Februar 1955 auch die Reste des seit 1945 verbotenen ATV Dresden übernahm. Am 6. Januar 1966 machte sich die Fußballabteilung des SC Einheit Dresden als Fußballspielvereinigung (FSV) Lokomotive Dresden selbständig. Nach der politischen Wende erfolgte am 31. März 1990 die Gründung des Dresdner Sportclub (DSC) 1898, dem sich am 19. April 1990 der SC Einheit Dresden und am 1. Juli 1990 die FSV Lokomotive Dresden anschlossen. Aus finanziellen Gründen wurde am 2. Dezember 1998 der Dresdner Sportclub (DSC) Fußball 98 gegründet, dem sich die Fußballabteilung des Dresdner SC 1898 am 1. Februar 1999 anschloss. Ebenfalls aus finanziellen Gründen wurde am 10. Juli 2004 der Dresdner Sport-Club (DSC) Friedrichstadt gegründet, der sich jedoch ebenso wie der Dresdner SC Fußball 98 am 1. Juli 2007 wieder dem Dresdner SC 1898 als neue Fußballabteilung anschloss.
Sportarten Volleyball
Die Frauenvolleyballabteilung des Vereins spielt seit der Saison 1997/98 in der Volleyball-Bundesliga. Das Team gewann seitdem sechsmal die deutsche Meisterschaft (1999, 2007, 2014, 2015, 2016 und 2021), siebenmal den DVV-Pokal (1999, 2002, 2010, 2016, 2018, 2020 und 2025) sowie einmal den Challenge-Cup (2010) auf europäischer Ebene.
Fußball mini|DSC-Mannschaft 1921 mini|hochkant|Programmheft zum Tschammerpokalfinale 1940 mini|Liga und Platzierung des Dresdner SC
Anfänge bis 1945 Die größten Vereinserfolge der DSC-Fußballer waren 1940 und 1941 der Gewinn des deutschen Pokals (damals Tschammerpokal) und 1943 und 1944 die deutsche Fußballmeisterschaft. Der Dresdner SC wurde damit letzter gesamtdeutscher Deutscher Meister vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Im heimischen, vereinseigenen Stadion Ostragehege verfolgten bis zu 60.000 Zuschauer die Spiele der konstant spielstärksten sächsischen Mannschaft um die Nationalspieler Helmut Schön und Richard Hofmann sowie Torwart Willibald Kreß. Helmut Schön schoss in 16 Länderspielen 17 Tore. Später wurde er Bundestrainer der DFB-Auswahl (1964–1978).
Saison Liga Kl. Platz Tore Punkte 1933/34 Gauliga Sachsen 1 1. Platz 76:21 34-6 1934/35 Gauliga Sachsen 1 2. Platz 53:18 26-10 1935/36 Gauliga Sachsen 1 2. Platz 38:17 25-11 1936/37 Gauliga Sachsen 1 4. Platz 31:27 20-16 1937/38 Gauliga Sachsen 1 4. Platz 46:26 23-13 1938/39 Gauliga Sachsen 1 1. Platz 41:19 26-10 1939/40 Gauliga Sachsen 1 1. Platz 39:9 18-2 1940/41 Gauliga Sachsen 1 1. Platz 126:22 42-2 1941/42 Gauliga Sachsen 1 2. Platz 78:33 28-8 1942/43 Gauliga Sachsen 1 1. Platz 136:14 36-0 1943/44 Gauliga Sachsen 1 1. Platz 102:17 32-4 1944/45 Gauliga Sachsen 1 – 23:1 5-1
Fußballnationalspieler des DSC:
Rudolf Berthold (1 Spiel 1928) Walter Dzur (3, 1940–1941) Richard Gedlich (2, 1926–1927) Martin Haftmann (1, 1927) Richard Hofmann (19, 6 für SC Meerane 07,1927–1933) Georg Köhler (5, 1925–1928) Willibald Kreß (16 für DSC und Rot-Weiß Frankfurt, 1929–1934) Hugo Mantel (5 für DSC und Eintracht Frankfurt, 1927–1933) Friedrich Müller (2, 1931) Arno Neumann (1, 1908) Herbert Pohl (2, 1941) Karl Schlösser (1, 1931) Helmut Schön (16, 1937–1941) Helmut Schubert (3, 1941) Kurt Stössel (1, 1931)
Trainer: (unvollständig)
1914: John Cameron 1925–1928: Lorenz Polster 1928–1932: Jimmy Hogan 1932–1933: Hans Sauerwein 1933–1935: Albert Eschenlohr 1935–1936: Hans-Josef Kretschmann 1935–1944: Georg Köhler
DDR-Zeit Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden gemäß der Kapitulationsbestimmungen alle Vereine aufgelöst (Siehe auch Entwicklung des Vereinsfußballs in der DDR). Ehemalige Mitglieder des DSC gründeten daraufhin die SG Dresden-Friedrichstadt. 1949 wurde die Mannschaft sächsischer Meister und qualifizierte sich damit für die 2. Ostzonenmeisterschaft, in der sie im Viertelfinale an Union Halle mit 1:2 scheiterte. In der Saison 1949/50 spielte die SG in der DDR-Oberliga. Als am letzten Spieltag die Meisterschaft in einem umstrittenen Spiel gegen Horch Zwickau mit einer 1:5-Niederlage verspielt wurde, wechselte ein Großteil der Mannschaft auf Initiative von Helmut Schön zu Hertha BSC nach West-Berlin oder zur TSG 78 nach Heidelberg, die daraufhin in DSC Heidelberg umbenannt wurde. Der Rest der Mannschaft schloss sich der SG Mickten an, die im gleichen Jahr in BSG Sachsenverlag, danach in BSG Rotation und schließlich 1954 in SC Einheit Dresden umbenannt wurde.
Nach 1990