mini|Iva Zanicchi (1972) Iva Zanicchi (* 18. Januar 1940 in Ligonchio, Provinz Reggio Emilia) ist eine italienische Sängerin, Fernsehmoderatorin und Schauspielerin. Sie gewann dreimal das Sanremo-Festival. Für die italienische Partei Popolo della Libertà war sie von 2008 bis 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments.
Karriere Musik, Film und Fernsehen Zanicchi nahm erstmals 1961 an einem Gesangswettbewerb teil, beim Festival von Castrocaro erreichte sie 1962 das Finale und wurde vom Label Ri-Fi Records unter Vertrag genommen. Ihr Debüt hatte die Sängerin mit der Single Zero in amore / Come un tramonto, wobei beide Lieder von Gorni Kramer für sie geschrieben wurden. Ein erster Erfolg gelang ihr 1964 mit Come ti vorrei, einer italienischen Version des Liedes Cry to Me von Solomon Burke. Beim Sanremo-Festival 1965 präsentierte sie (zusammen mit Gene Pitney) I tuoi anni più belli, verfehlte jedoch das Finale; außerdem nahm sie an Un disco per l’estate teil und veröffentlichte das erste, selbstbetitelte Album.
mini|Zanicchi und Claudio Villa, Sanremo 1967 Schon 1966 kehrte Zanicchi nach Sanremo zurück und konnte diesmal mit La notte dell’addio (mit Vic Dana) das Finale erreichen. Es folgten Teilnahmen an Un disco per l’estate, dem Festival di Napoli und Scala reale (Canzonissima). Bei letztgenannter Show war sie in der „Mannschaft“ von Claudio Villa, mit dem sie anschließend auch beim Sanremo-Festival 1967 Non pensare a me präsentierte. Damit gelang ihr der erste Sieg im Festival (im Jahr des Suizids von Luigi Tenco). Als zweites Album erschien Fra noi, auf dem auch das Lied Ci amiamo troppo enthalten war, ein Cover von River Deep – Mountain High von Ike und Tina Turner.
Nach einer wenig erfolgreichen Sanremo-Teilnahme 1968 (mit Per vivere von Umberto Bindi, präsentiert zusammen mit Udo Jürgens) gelang Zanicchi bereits 1969 der zweite Sieg: Das Lied Zingara, präsentiert zusammen mit Bobby Solo, war als Favorit ins Rennen gegangen und konnte den Erwartungen entsprechen. Die Version von Solo erreichte im Anschluss auch die Chartspitze. Zanicchi hingegen erhielt die Möglichkeit, Italien beim Eurovision Song Contest 1969 zu vertreten, wo sie mit Due grosse lacrime bianche den 13. Platz (von 16) erreichte. Beim Sanremo-Festival 1970 war Zanicchi wieder unter den Favoriten und landete mit L’arca di Noè (an der Seite von Songwriter Sergio Endrigo) auf dem dritten Platz.
Auch bei Canzonissima hatte sie 1970 mit Un uomo senza tempo Erfolg; das Lied war auf dem Album Iva senza tempo enthalten, während der zweite Wettbewerbsbeitrag Un fiume amaro das Album Caro Theodorakis einleitete, das vollständig von Mikis Theodorakis geschrieben wurde. Im Jahr darauf arbeitete Zanicchi hingegen mit Charles Aznavour zusammen, was im Album Caro Aznavour mündete. Ebenfalls 1971 erschien das Album Shalom, das traditionelle jüdische Lieder enthielt. Ein großer Charterfolg war unterdessen dem Lied La riva bianca, la riva nera beschieden, das die Sängerin bei Un disco per l’estate und Festivalbar präsentiert hatte. Nach dem weiteren Hit Coraggio e paura (enthalten auf dem Album Fantasia 1972) nahm sie 1973 mit Mi ha stregato il viso tuo wieder an Canzonissima teil (das Lied war auf Dall’amore in poi enthalten).
mini|200px|links|Zanicchi und Cristiano Malgioglio, Sanremo 1974 Nach weiteren Albenveröffentlichungen ging Zanicchi beim Sanremo-Festival 1974 mit Ciao, cara, come stai? ins Rennen und konnte zum dritten Mal gewinnen. Bis heute ist sie die einzige Sängerin mit drei Festival-Siegen. 1975 hatte sie mit dem von Roberto Carlos geschriebenen Testarda io einen kleineren Hit und brachte das Album Io sarò la tua idea heraus, das Federico García Lorca gewidmet war. Mit dem Kinderlied Mammatutto kehrte die Sängerin 1976 noch einmal in die Charts zurück, beim Sanremo-Festival 1977 trat sie als Gast in Erscheinung. Nach einer Reihe weiterer Alben beendete sie 1979 die Zusammenarbeit mit ihrer Plattenfirma Ri-Fi.
Beim Sanremo-Festival 1984, zehn Jahre nach ihrer letzten Teilnahme, erreichte sie mit Chi (mi darà) den neunten Platz, konnte aber mit dem Album Quando arriverà nicht an frühere Erfolge anschließen. 1985 debütierte sie als Moderatorin im Fernsehquiz Facciamo un affare auf Canale 5. Während sie ihre Tätigkeit im Fernsehen fortführte, auch für die Rai, gab sie die Musik nicht auf und veröffentlichte Alben wie Care colleghe (1987), Nefertari (1988) oder Come mi vorrei (1991). Daneben trat sie 1998 auch im vielbeachteten Film Die entfesselte Silvesternacht von Marco Risi als Schauspielerin in Erscheinung.
2001 erschien Zanicchis Autobiografie Polenta di castagne. Beim Sanremo-Festival 2003 erreichte sie mit Fossi un tango den letzten Platz, anschließend veröffentlichte sie ein Tango-Album. Bei ihrer zehnten Sanremo-Teilnahme 2009 mit Ti voglio senza amore verfehlte Zanicchi das Finale. 2009 und 2013 erschienen weitere Alben. Mit Voglio amarti gelang der Sängerin beim Sanremo-Festival 2022 ein 18. Platz.
Politik mini|Offizielles Foto 2004 war Zanicchi Kandidatin der Forza Italia für einen Sitz im Europäischen Parlament. Mit 35.000 Wählerstimmen verpasste sie zunächst den Einzug ins Parlament. Im Mai 2008 rückte sie als Vertreterin der Nachfolgepartei PdL auf den Platz von Mario Mantovani nach, der sein Parlamentsmandat aufgab, um einen Sitz im italienischen Senat anzunehmen. In den Wahlen von Juni 2009 wurde sie von den Wählern bestätigt. Als EU-Parlamentarierin war sie in der Periode 2009 bis 2014 Mitglied der Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten) und Stellvertretende Vorsitzende im Entwicklungsausschuss. Sie war Mitglied in der Delegation in der Paritätischen Parlamentarischen Versammlung AKP-EU. Als Stellvertreterin war sie im Ausschuss für Kultur und Bildung sowie in der Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten. Nachdem sie 2014 nicht wiedergewählt worden war, erklärte Zanicchi ihren Rückzug aus der Politik.
Diskografie
Alben
Weitere Alben 1965: Iva Zanicchi 1967: Fra noi 1968: Unchained Melody 1970: Iva senza tempo 1972: Fantasia 1973: Le giornate dell’amore 1973: Dolce notte santa notte 1974: Io ti propongo 1974: ¿Chao Iva còmo estas? 1975: Io sarò la tua idea 1976: Confessioni 1976: The Golden Orpheus ’76 (live in Bulgaria) 1976: Cara Napoli 1978: Con la voglia di te 1978: Playboy 1980: D’Iva 1980: D’Iva (in spagnolo) 1981: Iva Zanicchi 1981: Nostalgias 1982: Yo, por amarte 1984: Quando arriverà 1984: Iva 85 1987: Care colleghe 1988: Nefertari 1991: Come mi vorrei 2003: Fossi un tango 2009: Colori d’amore
Singles (Italien)
Weitere Singles 1963: Zero in amore / Come un tramonto 1963: Tu dirai / Sei ore 1964: Come ti vorrei / La nostra spiaggia 1964: Credi / Resta sola come sei 1964: Come ti vorrei / Chi potrà amarti 1965: I tuoi anni più belli / Un altro giorno verrà 1965: Accarezzami amore / Mi cercherai 1965: Caro mio / Non tornar mai 1966: La notte dell’addio / Caldo è l’amore 1966: Fra noi / Gold Snake 1966: Ma pecché / Tu saje a verità 1966: Monete d’oro / Ci amiamo troppo 1967: Quel momento / Dove è lui 1967: Le montagne (ci amiamo troppo) / Vivere non vivere 1967: Dolcemente / Come stai bene e tu? 1968: Per vivere / Non accetterò 1968: Amore amor / Sleeping 1968: Senza catene / Diverso dagli altri 1969: Due grosse lacrime bianche / Tienimi con te 1969: Un bacio sulla fronte / Accanto a te 1969: Che vuoi che sia / Perché mai 1969: Vivrò / Estasi d’amore 1972: Ma che amore / Il mio bambino 1972: Nonostante lei / Non scordarti di me 1972: Alla mia gente / Dall’amore in poi 1972: La mia sera / Il sole splende ancora 1973: I mulini della mente / Basterà 1973: Le giornate dell’amore / Chi mi manca é lui 1973: White Christmas / Natale dura un giorno (mit Fred Bongusto) 1974: L’indifferenza / Sarà domani 1975: Io sarò la tua idea / Jesus 1976: I discorsi tuoi / Confessioni 1977: Arrivederci padre / Che uomo sei 1977: Munasterio ’e Santa Chiara / ’O destino 1977: Mal d’amore / Selvaggio 1978: Con la voglia di te / Sei contento 1979: Per te / Pronto 113 1979: La valigia / Ditemi 1979: A parte il fatto / Capirai 1981: Ardente / E tu mai 1983: Aria di luna / Amico 1984: Chi (mi darà) / Comandante 1984: Quando arriverà / Sera di vento 1985: Da domani senza te / Aria di luna 1987: Volo / Uomini e no 2001: Ho bisogno di te 2009: Ti voglio senza amore
Filmografie 1966: La notte dell’addio 1967: Una ragazza tutta d’oro 1979: La carpa del amor 1998: Die entfesselte Silvesternacht (L’ultimo capodanno) 2005–2010: Caterina e le sue figlie (Fernsehserie, drei Staffeln) 2017: W gli sposi
Weblinks
Offizielle Website Iva Zanicchi bei Rockol.it
Belege
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