mini|Logo der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Der Alfried-Krupp-Förderpreis (Eigenschreibweise: Alfried Krupp-Förderpreis) ist ein Wissenschaftspreis, der seit 1986 von der gemeinnützigen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung vergeben wird. Er würdigt junge Professoren der Natur- und Ingenieurwissenschaften an einer Universität in Deutschland. Der Alfried-Krupp-Förderpreis ist mit 1,1 Mio. Euro dotiert.
Geschichte Im Januar 1968 nahm die Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ihre Tätigkeit auf. Von Beginn an waren die Förderung wissenschaftlicher Einrichtungen, Forschungsvorhaben und Publikationen sowie die Aus- und Weiterbildung wichtige Arbeitsfelder. Um vielversprechende Forscher in einer frühen Phase ihrer Laufbahn zu unterstützen, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen, richtete die Stiftung Mitte der 1980er-Jahre den Alfried-Krupp-Förderpreis für junge Hochschullehrer ein.
Im Herbst 1986 wurde der Förderpreis erstmals vergeben. Er war zunächst mit 870.000 Mark dotiert, die 1999 auf eine Million Mark aufgestockt wurden. Seit 2005 war der Preis mit einer Million Euro dotiert. Damit handelte es sich um die höchste Dotierung einer von einer privaten Stiftung an Wissenschaftler vergebenen Auszeichnung. Ab 2025 ist der Preis mit 1,1 Mio. Euro dotiert.
2020 wurde die Vergabe aufgrund der globalen Corona-Pandemie ausgesetzt.
Organisation Kriterien Der Alfried-Krupp-Förderpreis wird an Universitätsprofessoren der Natur- und Ingenieurwissenschaften einschließlich der Medizin und Psychologie vergeben. Kandidaten sollten nicht älter als 38 Jahre sein und müssen ihre Befähigung zu Forschung und Lehre durch die befristete oder unbefristete Erstberufung auf eine W2- oder W3-Professur an einer Universität in der Bundesrepublik Deutschland nachweisen. Juniorprofessuren und Professuren an Fachhochschulen und anderen Einrichtungen sind nicht berechtigt.
Vorschlag Es ist nicht möglich, sich um den Alfried-Krupp-Förderpreis zu bewerben. Vorschlagsberechtigt sind Einzelpersonen, Universitäten und andere Forschungsinstitutionen. Entscheidend ist die fachliche Qualifikation der vorschlagenden Person. Grundsätzlich soll nur jeweils eine Person pro Universität empfohlen werden, damit sich Einrichtungen auf einen Kandidaten verständigen.
Vergabe Der Wissenschaftliche Beirat schlägt dem Kuratorium der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung in einer Auswahlsitzung die Preisträger vor. Von 1986 bis 2025 wurde die Auszeichnung 39-mal an insgesamt 45 Einzelpersonen vergeben, darunter 16 Frauen und 29 Männer.
Förderung Der Alfried-Krupp-Förderpreis ist mit 1,1 Mio. Euro dotiert, die über einen Zeitraum von fünf Jahren gewährt werden. Das Preisgeld ist an die Person des Preisträgers gebunden und kann unkompliziert verwendet werden, beispielsweise für Personal sowie einmalige und fortlaufende Sach-, Verbrauchs- und Reiseaufwendungen. Die Finanzierung von Verwaltungsdienststellen ist ausgeschlossen.
Preisträger 1986: Gerhard Erker, Westfälische Wilhelms-Universität Münster 1987: Ursula Gather, Universität Dortmund 1987: Stefan Kaufmann, Universität Ulm 1987: Heinrich Kurz, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen 1988: Walter Thiel, Bergische Universität-Gesamthochschule Wuppertal 1989: Lutz-Henning Block, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 1989: Dietrich Kabelitz, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1990: Angela D. Friederici, Freie Universität Berlin 1991: Lutz Heide, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 1992: Albrecht Böttcher, Technische Universität Chemnitz 1993: Klaus Martin Wegener, Universität Dortmund 1994: Christiane Gatz, Universität Bielefeld 1995: Onur Güntürkün, Ruhr-Universität Bochum 1996: Roland A. Fischer, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 1997: Frank Mücklich, Universität des Saarlandes 1998: Heike Pahl, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 1999: Tim Christian Lüth, Humboldt-Universität zu Berlin 2000: Elke Scheer, Universität Konstanz 2000: Bernhard Breit, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2001: Dirk Görlich, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2002: Stefanie Dimmeler, Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main 2002: Gregor Markl, Eberhard-Karls-Universität Tübingen 2002: Joachim Spatz, Ruprechts-Karls-Universität Heidelberg 2003: Jens Niemeyer, Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg 2004: Ina Schieferdecker, Technische Universität Berlin 2005: Heike Allgayer, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg 2006: Frank Glorius, Philipps-Universität Marburg 2007: Birgit Liss, Universität Ulm 2008: Katja Windt, Jacobs University Bremen 2009: Kathrin Bringmann, Universität zu Köln 2010: Jana Zaumseil, Universität Erlangen 2011: Hendrik Bluhm, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen 2012: Christian Koos, Karlsruher Institut für Technologie 2013: Karsten Borgwardt, Eberhard-Karls-Universität Tübingen 2014: Benedikt Wirth, Westfälische Wilhelms-Universität Münster 2015: Sami Haddadin, Leibniz-Universität Hannover 2016: Benjamin Judkewitz, Charité Berlin 2017: Alexander Szameit, Universität Rostock 2018: Julian Stingele, Ludwig-Maximilians-Universität München 2019: Christian Groß, Max-Planck-Institut für Quantenoptik, Eberhard Karls Universität Tübingen 2021: Monika Aidelsburger, Ludwig-Maximilians-Universität München 2022: Lucas T. Jae, Ludwig-Maximilians-Universität München 2023: Zeynep Akata Schulz, Eberhard Karls Universität Tübingen 2024: Kerstin Göpfrich, Universität Heidelberg 2025: Georgia Chalvatzaki, Technische Universität Darmstadt 2026: Raphael Wittkowski, RWTH Aachen University
Weblinks Website der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung
Einzelnachweise
Kategorie:Wissenschaftspreis (Deutschland) Kategorie:Hochschulwesen (Deutschland) Kategorie:Erstverleihung 1986 Kategorie:Hochschulpreis