mini|Bezirksteile Allach-Untermenzing ist der Stadtbezirk 23 der bayerischen Landeshauptstadt München.

Der Stadtbezirk besteht aus der ehemaligen Gemeinde Untermenzing und weitgehend aus der ehemaligen Gemeinde Allach. Er weist noch Reste eines dörflichen Erscheinungsbilds auf. Allach-Untermenzing besteht seit 1938 und gehört damit zu denjenigen Stadtbezirken, die alle Neugliederungen überstanden haben.

Lage Der Bezirk liegt im äußersten Nordwesten der Stadt und zieht sich beiderseits der Würm flussabwärts von der Bezirksgrenze zu Obermenzing (Stadtbezirk 21 Pasing-Obermenzing) im Süden, bis zur Stadtgrenze im Norden hin. Seit der Neugliederung 1992 bildet im Osten die Dachauer Straße die Grenze, nachdem die Bereiche des Rangierbahnhofes München-Nord, die auf Allacher Flur stehen, dem Stadtbezirk 10 Moosach zugeschlagen wurden.

Nachbarbezirke sind Feldmoching-Hasenbergl und Moosach im Osten, Pasing-Obermenzing im Süden sowie Aubing-Lochhausen-Langwied im Westen. Im Norden grenzt der Bezirk an die Gemeinde Karlsfeld.

Bezirksteile Allach mini|Die Aubinger Pfarrei vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert. In der Konradinischen Matrikel von 1315 erwähnte Filialen in rot, später erwähnte in violett, die Würm in blau. Langwied und Friedenheim gehörten teilweise zur Pfarrei. Von St. Quirin bis St. Ulrich (Laim) sind es gut 6,5 km Luftlinie.

Allach wurde erstmals urkundlich am 30. März 774 als „Ahaloh“ erwähnt. Der Name bedeutet Wald am Wasser, da aha Wasser und loh Wald bedeutet. Loh wurde im Laufe der Zeit zu -lach abgeschliffen. Bereits zum Zeitpunkt der urkundlichen Ersterwähnung ein landgerichtlicher Ort, behielt Allach diesen Status mit Ausnahme der Jahre 1678 bis 1702. Landschaftlich und politisch wurde Allach an Dachau angebunden. Erst nachdem das Landgericht München 1803 neu errichtet worden war, kam Allach zum Landgerichtsbezirk München. 1678 wurde Allach in die neu geschaffene Hofmark Menzing eingegliedert, die Anton von Berchem übertragen wurde. 1702, zwei Jahre nach dem Tod Berchems, fiel die Hofmark Menzing wieder an das Kurfürstentum zurück, so dass Allach seinen alten Status als landgerichtlicher Ort zurückerhielt. 1818 wurde Allach selbständige Gemeinde im modernen Sinn.

Nachdem 1867 die Bahnstrecke München–Treuchtlingen eröffnet worden war, wuchs Allach rasch. Es entstanden entlang der Bahnstrecke sowie aus Emissionsschutzgründen östlich des Dorfkernes um die Pfarrkirche St. Peter und Paul (heute Eversbuschstraße 195), (Windrichtung von Westen), Industrie- und Gewerbegebiete. So entstanden das Dampfsägewerk Kirsch, die Diamalt-Fabrik, die Firmen Krauss-Maffei und BMW (ab 1936 Motorenbau für Junkers). Allach wurde auf Grundlage des Vertrages vom 27. Oktober 1938 am 1. Dezember 1938 in die Stadt München eingemeindet.

Der Industrielle Franz Nagy sen. begann 1925 mit seinem Geschäftspartner, dem Porzellanmaler Karl Diebitsch mit der Produktion von Kunstporzellan. Diebitsch knüpfte einige Jahre später die Beziehungen zur Allgemeinen SS an. Die Porzellanmanufaktur Allach genannte Firma befand sich an der Lindenstraße 8, heute Reinhard-von-Frank-Straße 8.Benedikt Weyerer: München 1933–1945. Stadtrundgänge zur politischen Geschichte. Buchendorfer, München 1996, ISBN 3-927984-40-X, S. 221 f. Im Jahr 1939 übernahm die SS den Betrieb durch Enteignung. Die Manufaktur wurde dem zur Allgemeinen SS gehörenden Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft unterstellt. - Siehe Hauptartikel Porzellanmanufaktur Allach -

1938 entstand auch die ursprünglich als Autobahnabschnitt geplante Trockenbiotop Kies-Trasse. Während des Zweiten Weltkriegs befand sich in Allach an Stelle der heutigen Siedlung Ludwigsfeld das KZ-Außenlager München-Allach, ein Außenlager des Konzentrationslagers Dachau, überwiegend um dem BMW-Werk II kostengünstig Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Auf der nicht fertiggestellten Autobahn, die nördlich von Allach verlief, bestand ein Kriegsgefangenenlager mit 1300 Gefangenen.

miniatur|„Diamalt-Turm“ in Allach-Untermenzing mini|Zum Schwabenbächl 55 Entwurf eines Wappens für die Gemeinde Allach Nach dem Ersten Weltkrieg hatten Gemeinden über 4000 Einwohner das Recht, ein eigenes Wappen anzunehmen. Die Gemeinde Allach wollte 1934 – wie Untermenzing – ein Wappen annehmen.

Otto Hupp entwarf im Auftrag der Gemeinde und des Bayerischen Staatsministeriums des Innern das Wappen: In Silber ein grüner, von einem silbernen Querbach durchflossener Schildfuß, aus dem zwischen zwei grünen Eichbäumen ein goldener Bischofsstab aufwächst. Die Symbolik des Wappens vereinigt also die Erinnerung an die Loh mit der Zugehörigkeit zum Hochstift Freising und verbindet sie mit der Lage an der Würm.

Wohl 1934, ein genaues Datum trägt das Dokument nicht, wollte der Gemeinderat das Wappen dem Hauptstaatsarchiv zur Prüfung vorliegen. Danach geschah offenbar nichts mehr. Über die Gründe, die zum Stillstand des eigentlich vollständig durchlaufenen Verfahrens führten, kann nur spekuliert werden. Helmuth Stahleder vermutet, dass es die bereits vier Jahre spätere Eingemeindung war.Stahleder 2001, S. 17

Neue Stadtteile der ehemaligen Gemeinde Allach im heutigen Stadtbezirk Angerloh-Siedlung: Krauss-Maffei errichtete in der Rueß- und der Manzostraße 1952 bis 1972 eine privatwirtschaftlich geführte Werkssiedlung für ihre Werksangehörigen. Der Name Angerloh-Siedlung beschreibt die Lage der Siedlung südlich des Waldes Angerlohe. Beer-Siedlung: Ebenfalls südlich der Angerlohe errichtete der Bauunternehmer Korbinian Beer 1937 eine Einfamilienhaussiedlung. Die Beer-Siedlung war die letzte Siedlung der Gemeinde Allach vor deren Eingemeindung. Flaksiedlung: Ab 1957 wurde auf einem Gelände, das während des Zweiten Weltkrieges der Wehrmacht zum Aufstellen von Flugabwehrkanonen, abgekürzt Flak, diente, eine Siedlung nach Plänen des Architekten und Karikaturisten Ernst Maria Lang errichtet. Gerberau: Nachdem ab 1938 BMW sein Flugzeugmotorenwerk im nördlichen Teil des Allacher Forstes errichtet hatte, entstand westlich des Werkes und der Bahnlinie München–Ingolstadt eine BMW-Werkssiedlung. Sie wurde nach dem Oberbaurat Brückenbaudirektor Heinrich Gerber benannt. Nach dessen Entwurf wurde die 1944 zerstörte Halle des Münchner Hauptbahnhofs gebaut. Heinrich Gerber war auch Gründer des MAN-Stammwerkes Gustavsburg. Nachdem das Werk durch MAN übernommen worden war, erhielt die Siedlung den Namen Gerberau, der 1957 amtlicher Ortsname wurde. Gleichzeitig benannte der Stadtrat die Haupterschließungsstraße Gerberau nach ihm. Die Gerberau zeichnet sich durch eine eigene Infrastruktur aus. Vor 1960 lag die Gemeinde Karlsfeld erheblich näher als die Bebauungsgrenze Münchens. Im Oktober 1948 entstand eine Volksschule für die BMW-Wohnsiedlung Karlsfeld, die dann durch die von 1963 bis 1965 errichtete Verbandsvolksschule der Landeshauptstadt und der Gemeinde Karlsfeld ersetzt wurde. Der S-Bahnhof München-Karlsfeld befindet sich nicht komplett in Karlsfeld, sondern teilweise in der Gerberau auf Allacher Flur. Waldkolonie: Die sogenannte Waldkolonie entstand als Facharbeitersiedlung von Krauss-Maffei und wurde nach den ersten Handwerkern, die sich dort niedergelassen hatten, auch Sachsensiedlung genannt. Der Siedlungsbau war für die damalige Zeit (um 1900) sehr fortschrittlich. Man kanalisierte die Häuser, lange bevor der Rest Allachs an die städtische Kanalisation angeschlossen wurde. Die typischen Doppelhäuser waren klein, aber funktionell und jede Familie hatte einen kleinen Garten. Durch Abriss, Nachverdichtung und unsensible Renovierungen ist viel vom ursprünglichen Charme verloren gegangen.

Untermenzing Untermenzing entstand durch eine Teilung des am 6. November 817 erstmals urkundlich erwähnten Menzing. Der bereits als „Mezinga“ ersterwähnte Ort erhielt seinen Namen von einem Mann, der den Namen Manzo, Manzio, Menzio oder Mennisco trug.

In der Konradinischen Matrikel von 1315 ist erstmals die Rede von „duo menzing“. Damit gilt 1315 als Geburtsjahr Untermenzings, denn bis dahin dürften die aufgrund von Besitzübergaben erfolgten Ortsnennungen Obermenzing betroffen haben, nachdem nach dem Urbar von 1397 das Kloster Wessobrunn mit zwei Gütern im heutigen Untermenzing um den neuzeitlichen Ortskern mit der Pfarrkirche St. Martin (heute Eversbuschstraße 11) nennt und im heutigen Obermenzing dagegen elf Güter. Wenig später wurde Untermenzing der herzoglichen Hofmark Menzing einverleibt, die 1442 erstmals erwähnt wurde.

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Untermenzing beim Schwedeneinfall im Mai 1632 zu 50 Prozent zerstört: Die Schweden brannten 16 Häuser nieder. Als Baron Anton von Berchem 1676 die Hofmark Menzing übernahm, waren bereits wieder 31 Anwesen bewohnt, also so viele wie vor dem Dreißigjährigen Krieg. Nach Berchems Tod im Jahr 1700 übernahm Kurfürst Max II. Emanuel die Hofmark wieder in seinen direkten Besitz. Die Einwohnerzahl von Untermenzing blieb – im Gegensatz zu der von Allach – konstant: 1809 hatte sich die Zahl der Anwesen nur um vier auf 35 erhöht. 1818 wurde Untermenzing zur selbständigen Gemeinde erhoben.

Obwohl Untermenzing auch an der 1867 eröffneten Bahnstrecke München–Treuchtlingen liegt, konnte die Gemeinde nicht von einer industriellen Entwicklung profitieren, wie es Allach tat. Das hängt vor allem mit dem fehlenden Bahnhof zusammen, den Untermenzing als Haltepunkt der S-Bahn erst am 11. Dezember 2005 (PDF; 4,1 MB) des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes; Abgerufen am 10. Juni 2011 im Rahmen des Ausbaus der Strecke erhielt. Dennoch wuchs Untermenzing rasch: Während das Straßendorf 1855 erst 266 Einwohner zählte, stieg ihre Zahl bis 1900 auf 384 an. 1925 zählte man bereits 1662 und im Jahr der Eingemeindung 1938 4800 Einwohner. Untermenzing wurde auf Grundlage des Vertrages vom 27. Oktober 1938 am 1. Dezember 1938 in die Stadt München eingemeindet.

Wappen der ehemaligen Gemeinde Untermenzing 120px|rechts|Wappen

Nachdem der Gemeinderat am 30. Mai 1934 beschlossen hatte, ein Wappen anzunehmen und einen Entwurf zur Genehmigung einzureichen, erteilte das Ministerium des Innern am 1. Dezember 1934 die Genehmigung zur Führung des Wappens.

Blasonierung: „Geteilter Schild, obere Hälfte dreifaches Schach in Rot und Silber; untere Hälfte ein schwarzes unterschlächtiges halbes Mühlenrad auf Gold.“Helmuth Stahleder: Von Allach bis Zamilapark. München, 2001, S. 114.

Nach der Eingemeindung in die Stadt München 1938 besitzt der Stadtrat der Landeshauptstadt München sämtliche Rechte zur Verwendung und Führung des Wappens.

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