mini|Englisches Vollblut mit White Spotting W14 mini|Clydesdale, Sabino SB1 mini|Freiberger-Stute, W1, mit einigen farbigen Haaren mini|Camarillo White Horse, W4 mini|Vollblut-Hengst, W5 mini|Links, Pferd mit W14; rechts, Schimmel (kein White Spotting) mini|W20 erhöht den Weißanteil nur in Kombination mit anderen Scheckmustern. Dieser Hengst ist homozygot auf W20 getestet.

White Spotting, früher als „Dominant White“ bekannt, ist ein umfassender Begriff für verschiedene Scheckmuster bei Pferden, die durch Mutationen im KIT-Gen verursacht werden. Es gibt über 30 verschiedene bekannte Mutationen, die zu einer breiten Palette von Mustern führen, von kleinen weißen Flecken und Stichelhaaren bis hin zu nahezu komplett weißen Körpern. Diese Muster variieren stark und einige sind spezifisch für bestimmte Familien oder Pferderassen. Die weiße Farbe wird durch Leuzismus verursacht, das heißt, die Melanozyten, die die Farbstoffe produzieren, sind aufgrund einer Mutation nicht in der Haut angekommen.

Aussehen Ein Pferd mit White Spotting hat bereits von Geburt an weiße Scheckung bis komplett weißes Fell und rosa Haut. Verschiedene W-Varianten haben eine unterschiedliche Ausprägung. Die Augen des Pferdes sind braun, selten auch blau.Veterinary genetics laboratory: Dominant whiteThe Myth of True-Breeding White HorsesD. Douglas Householder: The Genetics of Equine Coat Color. Texas A&M University Department of Animal Science Equine Sciences Program, publication HRG-003 (undated)

Genetik Es wurde angenommen, dass es ein einzelnes White-Gen gibt, das einen dominanten Erbgang besitzt, inzwischen wurde jedoch festgestellt, dass mehrere verschiedene Mutationen des KIT-Gens zu weißer Farbe führen. Deshalb wurde „Dominant White“ schließlich zu „White Spotting“ umbenannt. Bisher bekannte Varianten sind Sabino (Sb1) und White Spotting (W1-W34).

Dasselbe Gen (KIT) ist beim Tobiano und bei stichelhaarigen Pferden mutiert. Es ist in der Regel nicht möglich, dass ein Pferd mehr als zwei Mutationen im KIT-Gen aufweist. Nahebei auf demselben Chromosom liegt der Extension-Locus des Pferdes, so dass die Fuchsfarbe oft über mehrere Generationen gemeinsam mit einem dieser Gene vererbt wird.

Einige dieser W-Gene sind in ihrer homozygoten Ausprägung in der frühen Embryonalentwicklung tödlich. Das heißt, sie führen zu einer Fehlgeburt in dieser Zeit. Bei anderen W-Genen ist nicht bekannt, welchen Einfluss die homozygote Ausprägung hat. Abgesehen davon sind von Pferden mit White Spotting keine speziellen gesundheitlichen Probleme bekannt.Bianca Haase, Samantha A. Brooks, Angela Schlumbaum, Pedro J. Azor, Ernest Bailey, Ferial Alaeddine, Meike Mevissen, Dominik Burger, Pierre-Andre ́ Poncet, Stefan Rieder, Tosso Leeb: Allelic Heterogeneity at the Equine KIT Locus in Dominant White (W) Horses. In: PLoS Genet. 3(11), S. e195. doi:10.1371/journal.pgen.0030195

W-Gene in der Übersicht +NameRasseUrsprungSB1viele Rassen, weit verbreitetunbekanntW1Freiberger„Cigale“, Stute, *1957W2Englisches Vollblut„KY Colonel“, Hengst, *1946W3Vollblutaraber„R Khasper“, Hengst, *1996W4Camarillo White„Sultan“, Hengst, *1912W5Englisches Vollblut„Puchilingui“, Hengst, *1984W6Englisches Vollblut„Marumatsu Live“, Stute, *2004W7Englisches Vollblut„Turf Club“, Stute, *2005W8Islandpferd„Þokkadís vom Rosenhof“, Stute, *2003W9HolsteinerunbekanntW10Quarter Horse„GQ Santana“, Hengst, *2000W11Süddeutsches Kaltblut„Schimmel“, Hengst, *1997W12Englisches VollblutName nicht bekannt, Hengst, *2010W13u. a. Quarter Horse, Friese, Paso PeruanounbekanntW14Englisches Vollblut„Shirayukihime“, Stute, *1996W15Vollblutaraber„Khartoon Khlassic“, Hengst, *1996W16Oldenburger„Celine“, Stute, *2003W17Ban'ei Keiba„Hakubahime“, ?, *2010W18Schweizer Warmblut„Colorina von Hoff“, Stute, *2009W19Vollblutaraber„Fantasia Vu“, Stute, *1990W20viele Rassen, weit verbreitetunbekanntW21Islandpferd„Ellert frá Baldurshaga“, Hengst, *2013W22Englisches Vollblut„Not Quite White“, Stute, *1989W23Arabisches Vollblut„Boomori Simply Stunning“, Hengst, *1989W24Italienischer Traber„Via Lattea“, Stute, *2014W25Englisches Vollblut„Laughyoumay“, Stute, *2001W26Englisches Vollblut„Marbrowell“, Stute, *1997W27Englisches Vollblut„Milady Fair“, Stute, *1960W28Deutsches Reitpony„Phantasio Spotty Dream“, Hengst, *2018W29momentan nicht vergeben-W30Berber„Aghilasse“, Hengst, *2000W31Quarter Horse, Paint Horse„Cookin Merada“, Hengst, *2004W32Quarter Horse, Paint HorseunbekanntW33American Standardbred„Lucy“, Stute, *2021W34viele Rassen, weit verbreitetunbekannt

Weitere Gene White Spotting ist Gegenstand intensiver Forschung. Es werden regelmäßig weitere Varianten entdeckt und veröffentlicht. Da der KIT-Lokus relativ instabil ist, werden auch in Zukunft neue Varianten entstehen.

Verwechslungsmöglichkeiten Weißisabelle: Zweimal durch das Cream-Gen aufgehellte Pferde unterscheiden sich vom Dominant Weißen Pferd durch ihre blauen Augen. Das Fell hat einen leicht goldenen oder silbernen Schimmer und ist nicht schneeweiß. Schimmel: hat dunkle Haut und schimmelt erst in den ersten Lebensjahren aus Maximale Schecken: Je nach Scheck-Gen unterschiedliche Augenfarbe, sonst wie White Spotting und teilweise nur durch Gentest zu unterscheiden

Siehe auch Fellfarben der Pferde Genetik der Pferdefarben

Weblinks W8: https://www.islandpferde-recherbusch.de/W8 W4: https://www.camarillowhitehorses.org/index.htm

Quellen

Kategorie:Fellfarbe Kategorie:Hippologie