mini|Sizzla, 2005
Sizzla Kalonji (eigentlich Miguel Orlando Collins; * 17. April 1976 in Saint Mary im Nordosten Jamaikas)nach Biografie auf laut.de, siehe unter Weblinks; abgerufen am 24. Juli 2008. ist Reggae- und Dancehall-Musiker.
Leben Privat
Miguel Orlando Collins wurde 1976 im Kingstoner Stadtviertel August Town geboren. Aufgewachsen ist er in den Ghettos von Saint Mary Parish im Nordosten Jamaikas und kam dort in Berührung mit der Reggae- und Dancehall-Kultur. Collins zeigte schon früh Interesse an Technik und Elektronik und arbeitete bei verschiedenen Soundsystems als Techniker. Er begann eine Ausbildung als Mechatroniker, die er jedoch nicht beendete.Biografie. Answers.com Offizielle Biografie auf der Website von Sizzla Miguel Collins ist das zweitgeborene von sechs Kindern. Seine Eltern waren gläubige Rastafari. Collins selber nahm die Religion seiner Eltern ebenfalls an. Mitte der 1990er Jahre trat er dann der Bobo-Ashanti-Bewegung bei, eine Gruppe der Rastafari-Religion, die sich auf den Rasta-Heiligen Prince Emmanuel Charles Edwards stützt. Edwards wird von dieser Bewegung als Priester des Höchsten Gottes betrachtet. Andere Bobo-Ashanti-Reggae-Interpreten sind etwa Anthony B. oder Capleton. Seine Musik und Texte bekamen immer mehr Einflüsse dieser Splitterkultur. bei. Anfang 2000 studierte Sizzla Architektur an der University of Technology, Jamaica in Saint Andrew.
Karriere
mini|Sizzla live 2007
Seine musikalische Karriere begann er als Solokünstler mit einer Reihe nie veröffentlichter Singles. Beeinflusst wurde er hauptsächlich durch die Musik von Buju Banton, der mit seinem Album „Til Shiloh“ (1995) eine erste musikalische Verschärfung der Reggae-Musik eingeleitet hatte, und von Shabba Ranks. Für diese beiden Künstler trat er auch im Vorprogramm auf. Er ging in der Folgezeit mit dem Reggae-Künstler Luciano auf Tour und wurde schließlich vom Saxophonisten Dean Fraser entdeckt. Er arbeitete mit dem Caveman Hi-Fi Soundsystem zusammen, als er mit Bobby Dixon, genannt Bobby Digital, zusammentraf. Mitte der 1990er unterschrieb er einen Plattenvertrag beim Label Xterminator Records, wechselte dann aber zu Digital B.
Sein erstes Album erschien 1995 unter dem Namen Burning Up, blieb aber noch recht erfolglos. 1995 veröffentlichte er den Titel No White God, der ihn schließlich schlagartig bekannt machte. Den internationalen Durchbruch schaffte er mit dem Nummer-1-Album Black Woman & Child (1997) mit Bobby Digital. Seit dieser Zeit veröffentlicht er jährlich mehrere Alben, verteilt über verschiedene Plattenfirmen. Ende der 1990er veröffentlicht er so genannte „slack tunes“, pornografische Lieder, die explizit den geschlechtlichen Aspekt thematisieren, und erregt so den Unmut der Reggae-Kultur.. Offizielle Biografie auf der Website von Sizzla
Während seiner Studienzeit ab 2000 wurde er von höheren Bobo Ashanti wegen seiner sogenannten Slack-Liriks (gewaltverherrlichende und inhaltlich sexuelle Texte) ermahnt. Danach nahm er sich textlich zurück, um die verunsicherten Fans nicht zu enttäuschen. Er änderte die Ausrichtung seiner Musik. Der sexuelle Aspekt wurde fallen gelassen, dafür schrieb er nun sozialkritische und „positive Texte“, die jedoch an einigen Stellen auch weiterhin zur Gewalt aufriefen und den Schusswaffengebrauch verherrlichten, jedoch in einem anderen Zusammenhang.[ Biografy] auf Allmusic
Im März 2005 wurde seine Wohnung im Rahmen der „Operation King Fish“ von britischen und jamaikanischen Spezialeinheiten der Polizei durchsucht. In seiner Wohnung wurden automatische Waffen gefunden; Sizzla und 30 seiner Gefolgsleute wurden verhaftet, er selbst als Drahtzieher einer kriminellen Organisation namens „Judgement Yard“ angeklagt, Vorwürfe, die allerdings später fallengelassen wurden.. Offizielle Biografie auf der Website von Sizzla. „Judgement Yard“ wird von ihm als „Familie“ tituliert, die aus loyalen Freunden bestehe.. Offizielle Biografie auf der Website von Sizzla
Kontroverse über homophobe Liedtexte und Äußerungen
Sizzla besitzt in seinem Song-Repertoire sogenannte Battyman-Tunes, in denen abwertende Ausdrücke für homosexuelle Männer verwendet werden und teilweise offen zur Gewalt gegen sie aufgerufen wird. Einige Texte Sizzlas wurden in Deutschland von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien als gewaltverherrlichend und jugendgefährdend eingestuft, weshalb 2009 die beiden Sizzla-Alben Rastafari und Kings of Dancehall indiziert wurden.Sizzla Lyrics – Nah Apologise.. In: judgementyard.org. In: judgementyard.org.Sizzla Lyrics – Get to the Point. In: judgementyard.org. In Pump Up Her Pum Pum heißt es unter anderem: Shot Battybwoy My Big Gun Boom!!! In: judgementyard.org. Deutsch: Erschieße den Arschjungen [Schwulen], [du] mein großes Gewehr, Bumm!!!
In einer Pressekonferenz nach dem Summerjam Festival 2007 in Köln erklärte er: „Gehst du zu anderen Männern, ziehst du [das Ansehen deiner Mutter] in den Schmutz. Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann. […]“LSVD fact sheet: Sizzla muss draußen bleiben. (PDF; 8 kB) LSVD, 2. Mai 2008.
In einem Interview in der Riddim 01/08 erklärt Sizzla: „Selbst wenn wir singen, kill Battyman, dann ziehen wir nicht los und bringen Menschen um. Das ist kein Aufruf zur Gewalt. […] Wir können es [aber] nicht hinnehmen, dass kleine Jungs vergewaltigt werden, genauso wenig dass minderjährige Mädchen missbraucht werden.“
Im Rahmen der Stop the Murder Music Kampagne wurde versucht, Auftritte von Sizzla zu verhindern.Coalition seeks ejection of reggae stars over anti-gay lyrics, CBC News, 25. September 2007
Er unterschrieb jedoch 2007 den Reggae Compassionate Act (kurz: RCA), in welchem er sich auf „Respekt gegenüber Andersdenkenden als Grundlage für seine Arbeit“ festlegt. Sizzla hatte allerdings, nach Informationen des LSVD auch nach der Unterzeichnung auf seiner Europatournee 2007 und in Jamaika, noch die kritisierten Texte im Programm, wobei er teilweise das Publikum die inkriminierten Textteile singen ließ. Später bestritt er sogar wiederholt die Unterzeichnung. Petertatchell.netBeenie Man, Sizzla and Capleton renounce homophobia. In: The Guardian, 14. Juni 2007 Die Agentur „contour-music“, die in der Vergangenheit Konzerte von Sizzla in Deutschland organisiert hatte, hat 2010 angekündigt, den Sänger nicht mehr zu vertreten.
Aufgrund von Sizzlas Äußerungen sowie Meldungen der deutschen Botschaft in Jamaika erwirkte das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium, dass der Künstler im Schengener Informationssystem zur Zurückweisung bzw. zur Nichteinreise für den Schengenraum ausgeschrieben wurde. Deshalb durfte er einige Zeit in der Europäischen Union nicht mehr auftreten. Allerdings wurde das Einreiseverbot nach 2008 nicht verlängert. Trotz der seinerzeit noch bestehenden Ausschreibung gelang es Sizzla, nach Österreich einzureisen und dort am 12. Mai 2008 im „Planet Music“ ein Konzert zu geben.Offener Brief der HOSI Wien an die Stadt Wien. HOSI Wien, 16. Mai 2008. Bei einem in Spanien geplanten Auftritt wurde Sizzla sofort am Flughafen Madrid verhaftet und zurückgeschickt.Spanien verweigert Sizzla die Einreise. queer.de, 2. Juni 2008
2009 und 2010 wurden einige Konzerte in Deutschland, unter anderem die Teilnahme am Chiemsee Reggae Summer 2010, auf Grund des öffentlichen Drucks abgesagt, da der Veranstalter wegen angekündigter Demonstrationen linker Gruppierungen Sicherheitsbedenken hatte. Andere Konzerte fanden trotz vereinzelt starker, andernorts geringer oder völlig ohne Proteste statt.Robert Maus: Massiver Protest im U-Club. In: Westdeutsche Zeitung, 24. November 2009.Darf Sizzla in München Hass verbreiten? queer.de, 3. November 2009Robert Maus: U-Club: Demonstration gegen Sänger und für mehr Toleranz. Westdeutsche Zeitung online, 25. November 2009; abgerufen am 25. November 2009.Robert Maus: Umstrittenes Konzert: Säure-Anschlag auf den U-Club. Westdeutsche Zeitung online, 29. November 2009; abgerufen am 1. Dezember 2009.
Im Jahr 2013 wurde Sizzla vor seinem Auftritt auf dem Sting Festival in Portmore, Jamaika, bei welchem er seit Jahren einen der Hauptacts darstellt, mehrmals von Seiten der Organisation gewarnt, homophobe Songs während des Auftrittes zu performen. Nachdem er sich auf der Bühne öffentlich dazu geäußert hatte, wurde ihm ein lebenslanges Auftrittsverbot auf dieser Veranstaltung erteilt.Festivalleitung verbannt Künstler. Jamica Gleaner.
Diskografie
Alben
1995 – Burning Up – RAS Records Inc. 1997 – Black Woman & Child – Digital-B 1997 – Praise Ye Jah – XTerminator 1998 – Good Ways – Digital-B 1998 – Freedom Cry – VP Records 1998 – Kalonji – XTerminator 1998 – Reggae Max – Jet Star Records 1999 – Be I Strong – VP Records 1999 – Royal Son of Ethiopia – Greensleeves Records 2000 – Words of Truth – VP Records 2000 – Bobo Ashanti – Greensleeves Records 2000 – Liberate Yourself I – Kariang Records 2000 – Liberate Yourself II – Kariang Records 2001 – Rastafari Teach I Everything – Greensleeves Records 2001 – Black History – Charm 2001 – Taking Over – VP Records 2002 – Ghetto Revolution – Greensleeves Records 2002 – The Story Unfolds – The Best Of – VP Records 2002 – Blaze Up the Chalwa – Charm 2002 – Da Real Thing – VP Records 2002 – Blaze Fire Blaze – Whodat Records 2002 – Hosanna – Reggae Central 2003 – Rise to the Occasion – Greensleeves Records 2003 – Light of My World – Charm 2003 – African Children – Fire Ball Records 2003 – Ever So Nice – White Label 2003 – Red Alert – Jet Star Records 2004 – Brighter Day – Kingston Records 2004 – Life – Greensleeves Records 2004 – Speak of Jah – Bogalusa 2004 – Kings of Dancehall Vol. III: Sizzla – Charm (indiziert) 2004 – Jah Knows Best – Sanctuary Records 2005 – Soul Deep – Greensleeves Records 2005 – Burning Fire – Penitentiary Records 2006 – Ain’t Gonna See Us Fall – VP Records 2006 – Waterhouse Redemption – Greensleeves Records 2006 – Jah Protect – Penitentiary Records 2006 – The Overstanding – Damon Dash Music Group 2006 – Esta Loca „Bless the Mixtapes“ – Dance Factory 2007 – I-Space – Greensleeves Records 2007 – Children of Jah – Penitentiary Records 2008 – Rastafari – Penitentiary Records (indiziert) 2008 – Stand Tall – Greensleeves Records 2009 – Ghetto Youth-Ology – Greensleeves Records 2010 – Crucial Times – Greensleeves Records 2011 – Sons of Jamaica – PMI Jet Star 2011 – The Scriptures – John John Records 2011 – Welcome to the Good Life – VP Records 2012 – The Chant – John John Records 2012 – In Gambia – VP Records 2013 – The Messiah – VP Records 2014 – Radical – VP Records 2014 – Born a king
Singles, Dubplates (Auswahl)
1994: We Want Love – (XTerminator) 1994: Mothers of Nations – (XTerminator) 1995: I’m Not Sure – (Exterminator) 1995: Holding Firm – (Star Trail) 1995: Life’s Road – (XTerminator) 1995: Judgement Morning – (XTerminator) 1995: Big & Bold – (Digital B) 1995: True God – (XTerminator) 1995: Blasphime – (XTerminator) 1995: Have No White God – (XTerminator) 1996: No Time to Gaze – (Digital B) 1996: Black Woman And Child – (Digital B) 1996: Dem a Wonder – (XTerminator) 1996: Did You Ever – (XTerminator) 1996: Purified Woman – (Cell Block 321) 1997: Praise Ye Jah – (XTerminator) 1997: Healing of the Nation – (Kariang Records) 1997: From Long Time – (Kariang Records) 1997: Woman Mi Love – (XTerminator) 1997: Kings of the Earth – (XTerminator) 1997: Homeless – (XTerminator) 1998: Real – (XTerminator) 1998: Pull the Resources – (Brickwall) 1998: Till It Some More – (XTerminator) 1998: Mockries & Phrase – (Digital B) 1999: Strength & Hope – (XTerminator) 1999: Rain Showers – (XTerminator) 1999: The World – (XTerminator) 1999: Love of a Lifetime – (Digital B) 1999: Good Looking & Pretty – (Xterminator Uk.) 1999: Love Is All – (Xterminator Uk.) 1999: Anytime Now – (Greensleeves Records) 1999: Why Boast – (XTerminator) 1999: In This Time – (Greensleeves Records)