Schönbach (, obersorbisch Šumbach) ist eine sächsische Gemeinde im Landkreis Görlitz, im Süden der Oberlausitz nahe der Grenze zu Nordböhmen (Tschechien).
Geografie und Verkehr mini|links|Dorfmitte Schönbach aus Richtung Beiersdorf mini|Blick vom Lochberg auf Schönbach Die Gemeinde Schönbach liegt im südwestlichen Teil des Landkreises, knapp 10 Kilometer südwestlich von Löbau im Lausitzer Bergland. Die Bundesstraße 96 und die Bahnstrecke (Dresden)–Bischofswerda–Zittau verlaufen südlich der Gemeinde.
Durch Schönbach verkehrte von 1892 bis 1945 die 12 Kilometer lange Schmalspurbahn Taubenheim–Dürrhennersdorf. Sie führte von Taubenheim/Spree über Oppach nach Dürrhennersdorf.
Geschichte Am 1. Mai 1306 wurde Schönbach als „Sconenbuch“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name bedeutet so viel wie „schöne Buchen am Bach“. Der Ort selbst dürfte mindestens 100 Jahre älter sein, denn um 1200 besiedelten fränkische Einwanderer das Gebiet der Oberlausitz. Der Ort unterstand ab 1419 als Ratsdorf der Stadt Löbau. Seit 1600 gab es zwei Rittergüter (Ober- und Niederschönbach). Um 1860 begann der regelmäßige Postverkehr mit der Postkutsche auf der Strecke Löbau–Schönbach–Neusalza-Spremberg.
Ortsnamenformen 1306: Sconenbuch, 1336/59: Schon(en)buch, 1419: Schonenbuch, 1495: Schonebach, 1499: Schonbach, 1502: Schonbuch, 1519: Schonenbuch, 1547: Schumbach, 1657: Schönbach, 1791: Ober-, Nieder-Schönbach, 1875: Schönbach b. Neusalza
Verwaltungszugehörigkeit 1777: Bautzener Kreis, 1843: Landgerichtsbezirk Löbau, 1856: Gerichtsamt Neusalza, 1875: Amtshauptmannschaft Löbau, 1952: Kreis Löbau, 1994: Landkreis Löbau-Zittau, 2008: Landkreis Görlitz
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1547 49 besessene Mann 1777 27 besessene Mann, 25 Gärtner, 80 Häusler 1834 1.365 1871 1.632 1890 1.656 1910 1.899 1925 1.803 1939 1.684 1946 2.050 1950 2.166 1964 1.958 1990 1.570 2000 1.418 2007 1.322 2009 1.276 2012 1.167 2013 1.17220141.15220151.133
Politik
Gemeinderat Seit der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 12 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:
Freunde der Feuerwehr (FdF): 7 Sitze CDU: 2 Sitze Region und Kultur (RuK): 3 Sitze +letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %Freunde der Feuerwehr754,0753,5642,7Region und Kultur324,3218,5219,5CDU221,6323,5435,2Grüne–––4,5––FDP–––––2,6Wahlbeteiligung77,7 %70,4 %53,8 %
Bürgermeister Bürgermeister Uwe Petruttis wurde im Juni 2015 wiedergewählt. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Uwe PetruttisPetruttis89,5201595,5200893,7200192,8 Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Umgebindehaus im Neudorf mini|Rittergut Schönbach Die Kulturdenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Schönbach (Sachsen) erfasst.
Hervorzuheben sind die Kirche Schönbach mit ihrem Bronzeglockengeläut (vier Glocken aus dem Jahr 1902) der Glockengießerei C. Albert Bierling Dresden, die noch immer ausschließlich per Hand geläutet werden, das strohgedeckte Umgebindehaus im Niederdorf, der stillgelegte Steinbruch und die historische Steinsäge im Neudorf.
Die Schönbacher Blumenfeste In den Jahren 1955 bis 1958 wurden vier „Blumenfeste“ veranstaltet. Nach 70.000 Gästen im Jahr 1956 und ca. 100.000 Gästen im Jahr 1957, erfreuten sich 1958 über 130.000 Gäste an den mit einer Vielzahl bunter Blumen geschmückten Festwagen, die jeweils ein Thema verkörperten. Die Veranstaltung war den Behörden bald zu groß und zu unpolitisch. Im Oktober 1958 wurde auf der Kulturkonferenz in Magdeburg das Ende der Veranstaltung eingeläutet. Im Jahre 2006 wurde anlässlich der 700-Jahr-Feier noch einmal ein Blumenfest veranstaltet.
Naturschutz
Wirtschaft und Infrastruktur In Schönbach sind verschiedene Firmen ansässig; die ALSA GmbH produzierte bis 2009 Einlegesohlen, die Firma Temedia hat sich auf medizinische Verbände und Kompressen spezialisiert. Nennenswert sind des Weiteren die Zentrale von Möbel Starke und eine Produktionsstätte der Gebr. Frindt GmbH.
Persönlichkeiten Friedrich Alfred Degner (1820–1894), Jurist Karl Friedrich Matthes (1829–1904), konservativer Politiker, MdL (Königreich Sachsen) Bruno Trenkler (1863–1926), Unternehmer Christine Holstein (Geburtsname Margarete Jähne, 1883–1939), Schriftstellerin Gottfried Rade (1891–1987), evangelischer Theologe, Abgeordneter des Provinziallandtages der Provinz Hessen-Nassau Armin Mitter (* 1953), Historiker
Literatur
Weblinks
Website der Gemeinde stillgelegt.de Bilder der stillgelegten Kleinbahnstrecke
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Oberlausitz Kategorie:Ort im Landkreis Görlitz Kategorie:Ersterwähnung 1306