mini|Ein Graffito mit Jim Morrison und Janis Joplin, zwei der wichtigsten Mitglieder des „Klubs“ Als Klub 27 (auch Club 27; englisch meist 27 Club oder Forever 27 Club) wird in uneinheitlicher Abgrenzung eine Reihe von Musikern bezeichnet, die im Alter von 27 Jahren starben. Vor allem stammen diese aus Rock- und Bluesmusik und starben durch selbstzerstörerische Ursachen wie Drogenmissbrauch und Suizid. Mit dem Klub 27 ist häufig die Vorstellung verbunden, dieses Alter sei für Musiker besonders gefährlich. Verschiedene Theorien und Spekulationen ranken sich um die Ursachen der frühen Tode und mögliche Zusammenhänge. Wissenschaftliche Quellen bezeichnen, auch auf Basis statistischer Untersuchungen, eine Häufung von Musikertoden im Lebensalter von 27 Jahren hingegen als Mythos, basierend auf selektiver Wahrnehmung.

Den engsten, stets inkludierten Kern des Klubs bilden vier berühmte US-amerikanische Musiker, nämlich die drei Anfang der 1970er verstorbenen Künstler Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison sowie Kurt Cobain, nach dessen Tod 1994 das Konzept des Klub 27 erstmals formuliert wurde und einige Verbreitung fand. Meist hinzugezählt werden zwei Briten – Brian Jones († 1969), der somit zum ersten „Mitglied“ des Klubs wurde, und Amy Winehouse, die nach ihrem Tod im Jahr 2011 dem Klub 27 zu einem Popularitätsschub und allgemeiner Bekanntheit verhalf. Diese sechs werden im Kontext der verschiedenen Erweiterungen auch die Big Six des Klubs genannt oder anderweitig als seine Hauptmitglieder ausgewiesen. Jones wird in manchen US-fokussierten Listen weiterhin weggelassen, die zum Teil den Bluesmusiker Robert Johnson († 1938) als sechstes (oder ansonsten siebtes) Mitglied hinzufügen.

Verschiedene Auflistungen ergänzen weitere Musiker, häufig beispielsweise die Amerikaner Alan Wilson († 1970), Ron McKernan († 1973) und Kristen Pfaff († 1994) sowie die Waliser Pete Ham († 1975) und Richey James Edwards (verschwunden 1995). Im weit gefassten Sinne umfasst der Klub alle namhaften Musiker, die in diesem Alter starben. Viele Listen erweitern den Klub um andere „Stars“: durch Schauspieler (wie Anton Yelchin, † 2016) und andere Künstler (etwa den Maler Jean-Michel Basquiat, † 1988), manchmal auch durch Sportler und weitere Prominente.

Dem Klub wurden bereits mehrere Ausstellungen gewidmet, und neben dem Vertrieb von Merchandising-Produkten griffen auch Romane, Filme und Bühnenstücke das Thema auf.

Geschichte Brian Jones, Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison starben in den Jahren 1969 bis 1971, durch die Todestage von Jones (3. Juli 1969) und Morrison (3. Juli 1971) zudem innerhalb eines Zeitraums von genau zwei Jahren. Doch in der breiten Öffentlichkeit wurde zunächst keine Verbindung zwischen dem gemeinsamen Todesalter gezogen. Der Zusammenhang wurde zwar hin und wieder bemerkt,siehe etwa: blieb aber eher eine Randnotiz ohne Konstruktion eines „Klubs“. Beispielsweise schrieb die Journalistin Nesta Roberts im September 1971 in einem Bericht über das von Fans verehrte Grab Jim Morrisons:

Erst mit dem Tode Kurt Cobains, knapp zweieinhalb Jahrzehnte nach den anderen, verbreitete sich die Vorstellung eines „Klub 27“ in der öffentlichen Wahrnehmung. Der Hendrix- und Cobain-Biograf Charles R. Cross macht hierfür einerseits die wachsende Bedeutung der Medien – namentlich von Internet, Fernsehen und Zeitschriften –, andererseits eine Interview-Antwort von Cobains Mutter mitverantwortlich. Diese hatte gegenüber einem Reporter der Aberdeener Zeitung The Daily World gesagt:

Im Nachruf der New York Times bezog Autor Timothy Egan das Zitat auf „rock stars like Jimi Hendrix, Janis Joplin and Jim Morrison who died young after having problems with drugs“. Das Sterbealter von 27 Jahren erwähnte Egan nicht. Auch Cross vermutet, dass sich Cobains Mutter auf Hendrix, Joplin und Morrison bezog, und zwar eben auf das gemeinsame Todesalter; weitere Autoren teilen seine Auffassung. Dagegen gehen Josh Hunter und Eric Segalstad, Verfasser eines Sachbuches zu den „27ern“, davon aus, dass es um einen tragischen Ausschnitt aus der Familiengeschichte geht: Zwei Onkel und ein Großonkel von Kurt waren ebenfalls durch Suizid gestorben.

Das Zitat wurde in der Newsweek-Ausgabe vom 18. April 1994 veröffentlicht, von Associated Press weltweit verbreitet, von Radio-DJs diskutiert und fand Widerhall in Internetforen und später auch in Blogs. Hier entwickelten sich Theorien wie die, dass Cobain seinen Freitod bewusst mit 27 gewählt habe, um dem Klub beitreten zu können. Trotzdem blieb die Bekanntheit des Klubs vorerst begrenzt. Rund zwei Monate später starb Kristen Pfaff, Bassistin in der Grunge-Band Hole von Cobains Frau Courtney Love, ebenfalls mit 27 an einer Überdosis. The Seattle Times widmete diesem Tod und seinen Konsequenzen mehrere Artikel, die auch ihr Alter erwähnten – nicht aber einen Klub 27.

In den folgenden Jahren wuchs die Bekanntheit des Klubs; nach der Jahrtausendwende eben auch durch Cross’ Biografien von Cobain (erschienen 2001) und Hendrix (2006) und die 2007 von ihm erhobene Behauptung, es gebe eine klare statistische Häufung von Musikertoden im Alter von 27 Jahren.New York Times: Really? The Claim: For Famous Musicians, 27 Is a Dangerous Age In den späten 2000er Jahren gab es bereits vielfache Rezeption in der Populärkultur mit Filmen, Büchern und Ausstellungen zum Thema. Der Klub fand auch Erwähnung bei Ausführungen zu anderen Themen, etwa einem Buch über die jugendliche Gegenkultur.Christopher Gair: The American Counterculture S. 9 Zum 28. Geburtstag von Britney Spears am 2. Dezember 2009 titelte die Online-Boulevardzeitung TMZ.com Britney Defeats Curse You Didn't Know Existed; die Zeitung ging also nicht von einer breiten Bekanntheit des Klub 27 aus. Diese stieg sprunghaft an mit der Berichterstattung über den Tod von Amy Winehouse im Jahr 2011.

Personen des „Klub 27“ Der „Klub 27“ hat seit Cobains Tod keine allgemein anerkannte Definition erfahren, sodass unterschiedliche Auffassungen existieren, wer dazugehört. Vor dem Tod von Winehouse wurden meist die fünf anderen besagten Musiker genannt, im engsten Sinne eingeschränkt auf die amerikanischen Musiker, also unter Ausschluss von Jones. Alternativ werden weitere Musiker aufgenommen, häufig beispielsweise Robert Johnson.

Im weiten Sinne werden alle bekannten Musiker und teils auch andere Künstler eingeschlossen, die im Alter von 27 starben. Dieses Todesalter soll nach diversen Quellen bei erfolgreichen Musikern besonders häufig auftreten, doch dies ist gemäß statistischen Untersuchungen sehr umstritten.

Hauptmitglieder Die folgenden sechs Musiker werden in allen oder den meisten Listen als dem Klub 27 zugehörig genannt:

Foto Name Todestag Alter Offizielle Todesursache Rolle in der Musik80px 27 Jahre und125 Tage ertrunken in einem Schwimmbecken,genaue Todesumstände wurden nicht aufgeklärt Gründungsmitglied der Rolling Stones, Gitarrist und Multi-Instrumentalist 80px 27 Jahre und295 Tage erstickt an Erbrochenemnach einer Überdosis Alkohol und Schlaftabletten Rockgitarrist, Sänger und Songschreiber 80px 27 Jahre und258 Tage Überdosis Heroin Leadsängerin und Songschreiberin mehrerer Rock- und Blues-Bands 80px 27 Jahre und207 Tage Herzversagen,genaue Todesumstände wurden nicht aufgeklärt Sänger, Songschreiber und Videoregisseur von The Doors 80px 27 Jahre und44 Tage Suizid mit einer Schusswaffe unter Heroineinfluss Sänger, Songschreiber und Gitarrist von Nirvana 80px 27 Jahre und312 Tage Alkoholvergiftung Soul-Sängerin und Songschreiberin

Weitere Musiker, die im Alter von 27 Jahren starben

Die nachstehende Liste gibt einen Überblick über eine Reihe von Musikern, die im Alter von 27 Jahren starben und von verschiedenen Quellen zum Klub 27 gezählt wurden. Beim häufig hinzugefügten Richey James Edwards wird der Tag seines spurlosen Verschwindens am 1. Februar 1995 als Todestag angenommen.