Ironman (amerikanische Aussprache: [], britische Aussprache: [], im Deutschen abweichende Aussprache: []) ist ein geschützter Markenname von Triathlon-Wettkämpfen, dessen Rechte bei der World Triathlon Corporation als Tochterunternehmen des US-amerikanischen Medienunternehmens Advance Publications und dem Investmentunternehmen Orkila Capital liegen. Vorbesitzer war die chinesische Wanda Group. Die World Triathlon Corporation ist weltweiter Marktführer unter den Triathlonveranstaltern.

Als Deonym wird der Begriff umgangssprachlich teilweise auch verallgemeinernd für Langdistanz-Triathlon-Wettbewerbe genutzt bzw. deren Distanz von 62 km ( Meilen) Schwimmen, 46 km (112 Meilen) Radfahren und einem Marathonlauf über 95 km (19 Meilen) als Ironmandistanz bezeichnet.

Geschichte und Organisation Geschichte Die wörtliche Übersetzung von Ironman lautet „eiserner Mann“. Der erste Wettbewerb über die Langdistanz im Triathlon fand 1978 auf Hawaii statt.

40 Years of Dreams – 2018 Ausgehend vom ersten Ironman Hawaii am 18. Februar 1978 gibt es bis heute weltweit 154 Rennen in 53 Ländern. Im Mai 2018 wurden Meredith Kessler und Mark Allen anlässlich des Ironman-Jubiläums 40 Years of Dreams (1978–2018) als «Greatest American Triathlete of All Time» ausgezeichnet.

Organisation 1990 verkaufte Valerie Silk, die den Ironman Hawaii seit 1981 verantwortete, die Veranstaltung inklusive der Rechte an dem Markenzeichen „Ironman“, das sie für 75 US-Dollar von einem Grafiker hatte entwerfen lassen, für rund 3 Millionen US-Dollar an James P. Gills, einen Augenarzt aus Florida und Triathlet der ersten Stunde, und dessen Firma World Triathlon Corporation (WTC). Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Silk alleine in den USA ein Netzwerk aus 21 Qualifikations-Wettkämpfen (unter unterschiedlichsten Namen überwiegend über kürzere Distanzen wie z. B. Wildflower Triathlon, Vineman Half, Muskoka Half, Eagleman Half, Gulf Coast Half, Desert Sun Half u. a.), 100 US-Amerikaner pro Jahr erhielten ihren Startplatz über eine seit 1983 bestehende Lotterie. Amerikaner hatten 1989 um einen Startplatz in Hawaii gewetteifert. Außerhalb der USA war zu diesem Zeitpunkt eine Qualifikation beim Ironman New Zealand (seit 1985), beim Japan Long Distance Triathlon am Lake Biwa (seit 1985), beim Ironman Canada in Penticton (seit 1986), beim Ironman Australia in Forster (seit 1988) und beim Ironman Europe im fränkischen Roth (seit 1988) möglich. 1992 wurde David Yates CEO der WTC, 1998 löste ihn Lew Friedland ab.

mini|Der Hersteller Timex vertreibt bereits seit 1986 Sportuhren mit dem Markenzeichen Ironman.

2003 nahmen weltweit Menschen an Wettkämpfen, die Lizenzgebühren für das M-Dot-Logo an Gills’ World Triathlon Corporation zahlten, teil und entrichteten dafür durchschnittlich 375 US-Dollar Startgeld. Der ursprüngliche Wettkampf hatte sich zum Lifestyle entwickelt: Timex verkaufte 60 verschiedene Varianten von Uhren mit dem Ironman-Logo. Fünfzehn verschiedene Sonnenbrillen aus dem Sortiment von Foster Grant zierten das M-Dot-Signet. Twinlab stellte Ironman-Energieriegel in mindestens sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen her. Wo man in einem Sportgeschäft auch hinschaute, sprang einem das Ironman-Logo ins Auge.

Lew Friedland verließ die World Triathlon Corporation als CEO, Jim Gills bat sieben Kandidaten, einen Business Plan für die Weiterentwicklung seines Unternehmens WTC auszuarbeiten. Ben Fertic, ein IT-Berater und erfolgreicher Teilnehmer des Ironman Hawaii 1996, überzeugte mit seinem Konzept und wurde neuer CEO.

Im Jahr 2008 nahmen bereits weltweit Menschen an Wettkämpfen mit dem M-Dot-Logo teil. Der Anstieg der Startgebühren in den fünf Jahren um 40 % störte nicht: Rennen waren oft innerhalb von Minuten ausgebucht. Laut Angaben der WTC beträgt das Jahreseinkommen seiner Teilnehmer durchschnittlich rund  US-Dollar. Die Lotterie, über die 200 Startplätze vergeben wurden, hatte 2007 über Teilnehmer, eine Handvoll Startplätze, die in einer Benefiz-Auktion über eBay versteigert wurden, erzielten jeweils mehr als  US-Dollar. Zusätzlich zu den Ironman-Rennen wurde mit Ironman 70.3 ein neues Format über die Hälfte der klassischen Hawaii-Distanz mit 2007 bereits 27 Events weltweit platziert.

2008 verkaufte Jim Gills die World Triathlon Corporation an die Investmentgesellschaft Providence. Als Kaufpreis war von 50 bis 80 Millionen US-Dollar die Rede. Neue Strategie wurde, nicht mehr nur das Recht zur Nutzung des Markenzeichens gegen die Zahlung von Lizenzgebühren an unabhängige Veranstalter zu vergeben, sondern Veranstaltungen selbst zu organisieren. Viele der bisherigen Lizenznehmer wurden in der Folge von der WTC aufgekauft. Seit Mai 2011 ist Andrew Messick, zuvor Präsident von AEG sports, neuer Geschäftsführer der WTC.WTC Names Andrew Messick Chief Executive Officer 2014 schüttete die WTC eine Dividende von 220 Millionen US-Dollar an ihre Eigner aus, nahm hierzu allerdings einen Kredit in Höhe von 240 Millionen US-Dollar auf.

Im August 2015 wurde der Kauf der WTC inklusive der Rechte an den Marken Ironman und Ironman 70.3 für 650 Millionen US-Dollar durch die chinesische Wanda Group bekannt gegeben.Ironman sold to Dalian Wanda (26. August 2015)Ironmade in China! Ironman an chinesischen Investor verkauft (27. August 2015) Anschließend wurde die WTC gemeinsam mit Infront Sports & Media in das neu gegründete Unternehmen Wanda Sports integriert. Präsident und CEO von Wanda Sports wurde Philippe Blatter, der Neffe des suspendierten FIFA-Präsidenten Sepp Blatter war wiederholt mit dem Vorwurf von Nepotismus und illegalen Absprachen u. a. bei Vergaben des Weltfußballverbands konfrontiert. Der operative Hauptsitz des Unternehmens liegt in Zug in der Schweiz. Auf Kritik u. a. durch den Initiator des Ironman Germany, Kurt Denk, stieß die Entlassung von Europachef Thomas Dieckhoff, die im Widerspruch zur ursprünglichen Aussage, am bewährten WTC-Management festhalten zu wollen, stand.

Im März 2020 wurde der Kauf der WTC inklusive der Rechte an den Marken Ironman und Ironman 70.3 für 730 Millionen US-Dollar durch das US-amerikanische Medienunternehmen Advance Publications verlautbart.

CEO Andrew Messick verließ Ironman 2023. Sein Nachfolger wurde Scott de Rue.

Regelwerk und Verhältnis zur ITU Seit 1982, als die ersten Teilnehmer von außerhalb den USA zum Ironman Hawaii zugelassen wurden, wurde der Ironman Hawaii unter dem Begriff Ironman World Championship ausgerichtet.Ergebnisliste Ironman World Championship Oktober 1982 Auch andere Veranstalter wie z. B. die IMG mit ihrem Triathlon Longue Distance de Nice nutzten den Begriff „World Championship“ zur Vermarktung: ein weltweiter Dachverband, der die Ausrichtung von Weltmeisterschaften offiziell vergab, wurde erst 1989 gegründet. Während sich Valerie Silk noch aktiv an den Gesprächen im Vorfeld der Gründung der ITU eingebracht hatte, war seit der Übernahme durch Gills das Verhältnis der WTC und der International Triathlon Union (ITU) als weltweitem Dachverband zur Vereinheitlichung des Reglements lange von Auseinandersetzungen gekennzeichnet. Die ITU war 1989 auch auf Initiative des an der Aufnahme der boomenden Sportart Triathlon in das olympische Programm interessierten IOC gegründet worden.

Zu den Kriterien, die das IOC als Voraussetzung für eine Aufnahme von Triathlon in das olympische Wettkampfprogramm verlangten, gehörten auch eine Harmonisierung des Regelwerks, so dass die ITU Gespräche mit den Veranstaltern selbsternannter World Championships führte. WTC-CEO David Yates schlug aber den 1992 von der ITU unterbreiteten Vorschlag, den Ironman Hawaii für zehn Jahre zu einer offiziellen Weltmeisterschaft zu machen, um diese ab dann alljährlich auch durch andere Veranstalter ausrichten zu lassen, aus: „Wir waren zuerst da“. Ein mit organisatorischem Durcheinander verbundenes Image befürchtend drohte die ITU daraufhin 1995, alle Athleten, die beim Ironman Hawaii mit dessen selbstvergebenem Titel „World Championship“ starten würden, für ITU-Rennen zu sperren. Als sich die ITU 1998 in einer existentiellen Krise befand – die Weltcup-Serie konnte nur mittels eines über einen Kredit der IOC finanzierten Rückkauf von an ein australisches Unternehmen vergebene Vermarktungsrechte fortgeführt werden, Sponsoren fehlten und mit dem Veranstalter eines International Triathlon Grand Price lief ein teurer Rechtsstreit – nutzte die WTC die Gunst der Stunde und klagte. Es kam zu dem Kompromiss, die WTC sei berechtigt, ihr eingetragenes Warenzeichen „Ironman Triathlon World Championship“ zu verwenden, ohne damit allerdings den Anspruch zu erheben, dies im Sinne einer von einem sportlichen Dachverband regulierten Weltmeisterschaft zu betrachten. 15. Mai 1998 Entsprechend ist sportrechtlich der Status des Ironman Hawaii der einer regionalen, alljährlich durch den amerikanischen Dachverband USAT zu genehmigenden Veranstaltung, europäische Triathleten haben bei einer Teilnahme am Ironman Hawaii obligatorisch eine Tageslizenz zu lösen.

2005 kündigt die WTC ein eigenes Regelwerk abweichend von dem des amerikanischen Triathlonverbandes USAT u. a. mit einer Aufweichung der Draftingregel an. Die ITU beschloss daraufhin – auch wegen der fehlenden Anerkennung der Anti-Doping-Bestimmungen der WADA durch die WTC – weltweit keine Veranstaltungen der WTC mehr zu genehmigen. Im April 2006 hob der Internationale Sportgerichtshof aber die Sanktionen auf und bestätigte die Gültigkeit der Vereinbarung von 1998, wobei die WTC aus dieser auch das Recht andere Veranstaltungen wie z. B. den Ironman Germany als „Ironman European Championship“ zu vermarkten ableiten dürfe – ohne dass dieser dadurch allerdings eine offizielle Meisterschaft darstelle. Es gingen noch einige Jahre ins Land, bis 2014 Gespräche über eine Harmonisierung des Regelwerks (z. B. ab wann Neoprenanzüge erlaubt sind oder Windschattenfahren bestraft wird sowie die Art der Strafe (Verwarnung, Zeitstrafe, Disqualifikation)) begannen.

Nach Gesprächen im Januar 2017 einigten sich die ITU und WTC auf eine Verstärkung der Zusammenarbeit in vielen Punkten. ITU als federführender, internationaler Verband im Triathlon Ironman-Events werden durch die ITU offiziell lizenziert Vereinheitlichung der Anti-Doping-Bemühungen Ausarbeitung von ITU-Wettkampfregeln für den Triathlon auf der Langdistanz mit Einführung ab 2018

Ein Ironman über die Langdistanz besteht aus einer Schwimmdistanz von 62 km ( Meilen), einer Radfahretappe von 46 km (112 Meilen) und einem Marathonlauf (95 km; 19 Meilen), die direkt hintereinander ausgetragen werden. Die Rennserie umfasst aktuell 39 Wettbewerbe (Stand: März 2018).

Ab dem 17. März 2025 wird auf der Langdistanz die Zeitstrafe für das Windschattenfahren von fünf auf drei Minuten reduziert und auf der Mitteldistanz verringert sich für Athleten bei einem Regelverstoß die Zeitstrafe von fünf auf zwei Minuten.Regeländerungen bei Ironman: Kürzere Zeitstrafen, neue Aerobar- und Trinksystem-Vorgaben (26. Februar 2025)

Verhältnis zu Wettbewerbern Bis zum Ende der 1990er-Jahre trugen weltweit zahlreiche Veranstaltungen dem Begriff „Ironman“ ähnlich klingende Bezeichnungen im Veranstaltungsnamen, ohne allerdings einen Zusammenhang zur WTC zu haben. So wurde beispielsweise bis 2002 in Kulmbach der „Ironmönch“ ausgetragen. Mit Bezug auf ihr eingetragenes Warenzeichens untersagte die WTC dies allerdings anderen Veranstaltern. So gibt es z. B. in Deutschland den Challenge Roth, den Ostseeman in Glücksburg und den Köln-Triathlon sowie in Österreich seit 1988 den Austria-Triathlon in Podersdorf.