Erster in der Saison 2002/03 der Bundesliga und somit Deutscher Meister der Männer wurde der FC Bayern München. Die Saison begann am 9. August 2002 mit dem Spiel Borussia Dortmund gegen Hertha BSC und endete am 24. Mai 2003.
Saisonüberblick
Meisterschaft und internationale Plätze Mit Michael Ballack und Zé Roberto wechselten zur neuen Saison zwei Pfeiler der erfolgreichen Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen zum FC Bayern München, ebenso Sebastian Deisler von Hertha BSC. Die Münchener waren daher klarer Titelfavorit und wurden dieser Rolle auch gerecht. Bereits am 4. Spieltag setzten sie sich an die Tabellenspitze, wurden Herbstmeister und bauten den Abstand auf die Verfolger aus Dortmund und Stuttgart gegen Mitte der Rückrunde auf über zehn Punkte aus. Bereits am 30. Spieltag stand für den FC Bayern München unter Trainer Ottmar Hitzfeld die deutsche Meisterschaft fest. Der Verein beendete die Saison mit 16 Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten VfB Stuttgart, dies war zu diesem Zeitpunkt der größte Vorsprung eines Meisters seit Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995.
Spannender war das Duell zwischen Dortmund und Stuttgart um den zweiten Platz, der zur direkten Champions-League-Qualifikation berechtigte. Borussia Dortmund ging als Zweiter mit einem Punkt Vorsprung auf den VfB in den 34. Spieltag und musste zu Hause gegen die bereits abgestiegene Energie Cottbus antreten. Der VfB Stuttgart siegte zeitgleich souverän mit 2:0 gegen den VfL Wolfsburg. Die Dortmunder gingen durch ein Tor von Tomáš Rosický in der 25. Minute in Führung. Dem Cottbusser Timo Rost gelang in der zweiten Hälfte überraschend der 1:1-Ausgleichstreffer. Der BVB schaffte es in den Schlussminuten nicht mehr, ein weiteres Tor zu erzielen, und wurde am Ende Dritter. Der VfB zog als Vizemeister in die Champions League ein. Dies war der erfolgreiche Abschluss einer bemerkenswerten Karriere von Krassimir Balakow, der in seinem letzten Pflichtspiel sogar noch ein Tor erzielen konnte. Neben Balakow beendeten auch die ehemaligen deutschen Nationalspieler Ulf Kirsten und Michael Preetz ihre Spielerkarrieren.
Um die UEFA-Cup-Plätze 4 und 5 kämpften der Hamburger SV, Werder Bremen und Hertha BSC. Der HSV und Hertha hatten sich nach eher schwachen Hinserien hochgearbeitet, während Bremen nach Platz 3 zur Saisonhälfte etwas abgerutscht war. Weil Hamburg und Hertha ihre Spiele gewannen, Bremen jedoch bei Mönchengladbach 4:1 verlor, fiel Werder noch aus den internationalen Rängen.
Abstieg Im dritten Bundesligajahr konnte Energie Cottbus nicht mehr mithalten und war von Beginn an in der Abstiegszone zu finden. Bereits am 31. Spieltag waren die Lausitzer nicht mehr zu retten. Am folgenden Spieltag stieg auch der 1. FC Nürnberg ab, der nach einer zufriedenstellenden Hinserie nur noch 9 Punkte sammeln konnte. Auch die Entlassung von Klaus Augenthaler brachte keine Trendwende mehr. Die vorzeitige Rettung war hingegen dank starker Rückserien mit jeweils 27 Punkten dem Neuling Hannover 96 (der beachtliche acht Auswärtssiege landen konnte) und dem 1. FC Kaiserslautern gelungen. Auch Borussia Mönchengladbach rettete sich knapp.
Die negative Überraschung der Saison war Bayer Leverkusen. Im Vorjahr bis zum Schluss mit der Triple-Chance, verbrachten die Leverkusener nun die gesamte Spielzeit in der unteren Tabellenhälfte und fielen in der Rückrunde erstmals auf einem Abstiegsplatz. Klaus Toppmöller wurde nach vier Niederlagen zum Rückrunden-Auftakt entlassen. Unruhe bestimmte das Umfeld des Vize-Meisters. So wurde Toppmöllers Nachfolger Thomas Hörster ebenfalls entlassen, weil er nach einer 1:4-Niederlage in Hamburg nicht mehr an den Klassenerhalt glaubte. Udo Lattek war als Trainer gehandelt worden, trat diesen Posten aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht an. Stattdessen übernahm der erst kurz zuvor beim 1. FC Nürnberg entlassene Klaus Augenthaler zwei Spieltage vor Schluss mit zwei Punkten Rückstand auf Platz 16. Unter Augenthaler gelang es, 1860 München zu besiegen und damit an Bielefeld vorbeizuziehen. Der 1:0-Sieg in Nürnberg am letzten Spieltag brachte schließlich den Klassenerhalt. Bielefeld musste hingegen nach einem Jahr direkt wieder zurück in die 2. Bundesliga. Der Arminia wurden sechs sieglose Spiele zum Ende zum Verhängnis, nachdem man in der Rückrunde zuvor nie auf einem Abstiegsplatz gestanden hatte, sowie die Ausgeglichenheit der Liga – ihre 36 Punkte waren die höchste Punktzahl, die ein Absteiger im 21. Jahrhundert je erreichte.
Abschlusstabelle mini|360px|Teilnehmende Vereine im Überblick
(M) Deutscher Meister 2001/02 (P) DFB-Pokal-Sieger 2001/02 (N) Aufsteiger der Saison 2001/02
Tabellenverlauf 700px
Kreuztabelle Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.
2002/0322px|FC Bayern München22px|VfB Stuttgart22px|Borussia Dortmund22px|Hamburger SV22px|Hertha BSC22px|Werder Bremen22px|FC Schalke 0422px|VfL Wolfsburg22px|VfL Bochum22px|TSV 1860 München22px|Hannover 9622px|Borussia Mönchengladbach22px|Hansa Rostock22px|1. FC Kaiserslautern22px|Bayer 04 Leverkusen22px|Arminia Bielefeld22px|1. FC Nürnberg22px|Energie Cottbus 1. FC Bayern München 2:1 2:1 1:1 2:0 0:1 0:0 1:0 4:1 3:1 3:3 3:0 1:0 1:0 3:0 6:2 2:0 3:1 2. VfB Stuttgart 0:3 1:0 1:1 3:1 0:1 1:1 2:0 3:2 4:1 3:0 4:0 1:1 1:1 3:0 3:0 0:2 0:0 3. Borussia Dortmund 1:0 3:1 1:1 2:2 1:2 1:1 2:2 4:1 1:0 2:0 1:0 2:0 3:1 2:0 0:0 4:1 1:1 4. Hamburger SV 0:3 3:2 1:1 1:0 1:0 3:1 2:0 1:1 1:0 2:1 1:0 2:0 2:0 4:1 1:0 4:0 1:1 5. Hertha BSC 3:6 1:1 2:1 2:0 0:1 4:2 2:2 1:0 6:0 2:0 1:2 3:1 2:0 1:1 0:0 2:1 3:1 6. Werder Bremen 2:0 3:1 1:4 2:1 4:2 2:1 0:1 2:0 1:2 1:2 2:0 0:0 5:3 3:2 2:2 4:1 0:1 7. FC Schalke 04 1:0 2:0 2:2 3:0 0:0 1:1 1:0 1:2 1:1 0:2 2:1 2:2 2:2 0:1 1:1 1:1 3:0 8. VfL Wolfsburg 0:2 1:2 2:0 2:1 2:0 3:1 1:2 2:0 1:1 1:0 1:0 1:0 2:2 2:0 2:0 0:2 3:2 9. VfL Bochum 1:4 3:1 0:0 1:1 3:0 1:4 0:2 4:2 1:1 1:2 1:1 0:1 1:1 2:1 0:3 2:1 5:0 10. TSV 1860 München 0:5 0:1 0:0 1:1 1:0 3:0 3:0 2:2 2:4 0:1 2:0 0:2 0:0 0:3 3:1 2:2 3:0 11. Hannover 96 2:2 1:2 0:3 2:2 0:1 4:4 0:2 3:1 2:2 1:3 2:2 3:1 2:1 1:2 0:0 4:2 1:3 12. Borussia Mönchengladbach 0:0 1:1 1:0 2:0 0:2 4:1 2:2 2:0 2:2 0:1 1:0 3:0 3:0 2:2 3:0 2:0 3:0 13. Hansa Rostock 0:1 1:1 0:1 0:0 0:1 1:0 3:1 1:0 1:1 1:4 1:2 3:1 2:2 1:3 3:0 2:0 0:0 14. 1. FC Kaiserslautern 0:2 1:2 0:0 2:0 2:1 1:0 1:3 2:0 0:2 0:0 0:1 2:0 1:0 1:0 1:1 5:0 4:0 15. Bayer 04 Leverkusen 2:1 0:1 1:1 2:3 4:1 3:0 1:3 1:1 2:4 3:0 1:3 2:2 1:2 1:0 3:1 0:2 0:3 16. Arminia Bielefeld 0:0 0:1 0:0 2:1 0:1 3:0 2:1 1:0 1:3 2:1 0:1 4:1 3:0 1:1 2:2 0:1 2:2 17. 1. FC Nürnberg 1:2 1:2 1:2 1:3 0:3 1:0 0:0 1:1 1:3 1:2 3:1 2:1 0:1 1:0 0:1 0:0 2:2 18. Energie Cottbus 0:2 2:3 0:4 0:0 0:2 0:1 0:1 0:1 2:1 3:4 3:0 1:1 0:4 1:3 1:1 2:1 2:1
Torschützenliste Spieler Verein Tore 1. FC Bayern München 21 VfL Bochum 3. Werder Bremen 16 4. VfB Stuttgart 15 FC Bayern München 6. Hannover 96 14 Hertha BSC Hamburger SV TSV 1860 München 10. Borussia Dortmund 13 TSV 1860 München
Die Meistermannschaft FC Bayern München 1. FC Bayern München60pxTor: Oliver Kahn (33/-); Stefan Wessels (1/-) Abwehr: Thomas Linke (32/-); Bixente Lizarazu (26/2); Robert Kovač (24/-); Willy Sagnol (23/2); Samuel Kuffour (20/1); Michael Tarnat (11/-) Mittelfeld: Zé Roberto (31/3); Jens Jeremies (29/-); Michael Ballack (26/10); Owen Hargreaves (25/1); Mehmet Scholl (18/4); Niko Kovač (18/1); Bastian Schweinsteiger (14/-); Hasan Salihamidžić (12/2); Markus Feulner (10/-); Thorsten Fink (10/-); Sebastian Deisler (8/-); Piotr Trochowski (3/-); Zvjezdan Misimović (1/-) Angriff: Giovane Élber (33/21); Claudio Pizarro (31/15); Roque Santa Cruz (14/5); Alexander Zickler (12/4) Trainer: Ottmar Hitzfeld * Pablo Thiam (4/-) hat den Verein während der Saison verlassen.
Trainer und Funktionäre
Verein Trainer Co-Trainer Manager Präsident/Vorstandschef Aufsichtsratschef Hertha BSC Huub Stevens Holger GehrkeAndreas Thom Dieter Hoeneß Bernd Schiphorst Rupert Scholz Arminia Bielefeld Benno Möhlmann Frank Geideck Roland KentschThomas von Heesen Hans-Hermann Schwick Hans-Hermann Schwick VfL Bochum Peter Neururer Frank Heinemann Heinz KnüweDieter Meinhold (ab 31. März 2003) Ansgar SchwenkenDieter Meinhold Werner Altegoer Werder Bremen Thomas Schaaf Karl-Heinz Kamp Klaus Allofs Jürgen L. Born Franz Böhmert Energie Cottbus Eduard Geyer Hagen ReeckPetrik Sander Klaus Stabach Dieter Krein nicht besetzt Borussia Dortmund Matthias Sammer Uwe Neuhaus Michael MeierMichael Zorc Gerd Niebaum nicht besetzt Hamburger SV Kurt Jara Armin ReutershahnManfred Linzmaier Holger Hieronymus (bis 14. August 2002)Dietmar Beiersdorfer (ab 14. August 2002) Werner Hackmann (bis 31. Oktober 2002)Ronald Wulff (31. Oktober 2002 bis 1. Februar 2003)Bernd Hoffmann (ab 1. Februar 2003) Udo Bandow Hannover 96 Ralf Rangnick Edward KowalczukMirko Slomka Ricardo Moar Martin Kind Harrald Wendt 1. FC Kaiserslautern Andreas Brehme (bis 26. August 2002)Eric Gerets (ab 5. September 2002) Karl-Heinz Emig nicht besetzt Jürgen Friedrich (bis 25. August 2002)René C. Jäggi (ab 4. September 2002) Robert Wieschemann (bis 22. August 2002)Walter Ruda (ab 6. November 2002) Bayer 04 Leverkusen Klaus Toppmöller (bis 16. Februar 2003)Thomas Hörster (16. Februar 2003 bis 12. Mai 2003)Klaus Augenthaler (ab 13. Mai 2003) Peter Hermann Ilja Kaenzig Reiner CalmundWolfgang Holzhäuser nicht besetzt Bor. M’gladbach Hans Meyer (bis 1. März 2003)Ewald Lienen (ab 2. März 2003) Michael FrontzeckManfred Stefes Christian Hochstätter Adalbert Jordan Hermann Jansen FC Bayern München Ottmar Hitzfeld Michael Henke Uli Hoeneß Karl-Heinz Rummenigge Franz Beckenbauer TSV 1860 München Peter Pacult (bis 12. März 2003)Falko Götz (ab 12. März 2003) Reiner MaurerOlaf Janßen Dirk Dufner Karl-Heinz Wildmoser nicht besetzt 1. FC Nürnberg Klaus Augenthaler (bis 30. April 2003)Wolfgang Wolf (ab 30. April 2003) Thomas Brunner (bis 30. April 2003) Edgar Geenen Michael A. Roth nicht besetzt Hansa Rostock Armin Veh Juri SchlünzWolfgang Funkel Herbert Maronn Manfred Wimmer Horst Klinkmann FC Schalke 04 Frank Neubarth (bis 26. März 2003)Marc Wilmots (ab 26. März 2003) Norbert Elgert Rudi Assauer Gerhard Rehberg Clemens Tönnies VfB Stuttgart Felix Magath Seppo Eichkorn Rolf Rüssmann (bis 19. Dezember 2002)Felix Magath Manfred Haas unbekannt VfL Wolfsburg Wolfgang Wolf (bis 4. März 2003)Jürgen Röber (ab 4. März 2003) Alfons Higl Peter Pander unbekannt Lothar Sander
Schiedsrichter Name Geboren Landesverband Spiele 12px 12px 12px Anmerkung Hermann Albrecht Bayern 9 42 1 3 Jürgen Aust Mittelrhein 15 63 2 1 Herbert Fandel Rheinland 20 76 2 3 Helmut Fleischer Bayern 14 60 4 0 Lutz Michael Fröhlich Berlin 13 53 0 1 Peter Gagelmann Bremen 8 34 2 1 Jürgen Jansen Niederrhein 12 44 1 0 Uwe Kemmling Niedersachsen 14 54 2 1 Jörg Keßler Thüringen 12 48 1 1 Thorsten Kinhöfer Westfalen 8 43 2 2 Knut Kircher Württemberg 11 41 1 0 Torsten Koop Mecklenburg-Vorpommern 9 44 1 0 Hellmut Krug Westfalen 23 89 4 3 Florian Meyer Niedersachsen 15 64 1 1 Markus Merk Südwest 22 80 1 3 Peter Sippel Bayern 11 37 1 0 Wolfgang Stark Bayern 18 66 2 3 Edgar Steinborn Rheinland 14 53 0 0 Hartmut Strampe Niedersachsen 15 56 3 4 Franz-Xaver Wack Bayern 14 72 1 3 Lutz Wagner Hessen 14 45 0 1 Michael Weiner Niedersachsen 15 57 6 2 Gesamt: 306 1221 38 33 Quelle: weltfussball.de
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Einzelnachweise
#2002/03 Kategorie:Fußballsaison 2002/03