Tabellenführer Tabellenletzter

Erster in der Saison 1998/99 der deutschen Bundesliga und somit Deutscher Meister der Männer wurde der FC Bayern München. Die Saison begann am 14. August 1998 und endete am 29. Mai 1999.

Saisonüberblick Während Bayern München mit 15 Punkten Differenz Deutscher Meister und der einen Punkt vor der Abstiegszone liegende SV Werder Bremen DFB-Pokalsieger gegen die Bayern wurde, galten besonders zwei Ereignisse als prägend für die Saison: Das Finale der Champions League zwischen Bayern München und Manchester United (1:2, zwei Tore Manchesters in der Nachspielzeit) und die Abstiegsentscheidung am letzten Spieltag der Bundesliga. Der dritte Platz für Hertha BSC war deren beste Platzierung seit 1978.

Letzter Spieltag Vor dem letzten Spieltag am 29. Mai 1999 standen Borussia Mönchengladbach und der VfL Bochum bereits als Absteiger fest. Für die Gladbacher war es der erste Abstieg überhaupt nach 34-jähriger Bundesligazugehörigkeit. Zwischen dem 1. FC Nürnberg, dem VfB Stuttgart, dem SC Freiburg, Hansa Rostock und Eintracht Frankfurt musste der dritte Absteiger ermittelt werden. Da mit Nürnberg und Freiburg zwei dieser Mannschaften gegeneinander spielten, bestand für alle noch die Möglichkeit, aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu sichern. Nürnberg und Stuttgart hätte ein Unentschieden, Freiburg und Rostock ein Sieg in beliebiger Höhe gereicht, während Frankfurt für den sicheren Klassenerhalt einen Sieg mit sechs Toren Vorsprung benötigte (praktisch mit fünf, da ein 11:11 zwischen Nürnberg und Freiburg nicht zu erwarten war).

Die Situation vor dem letzten Spieltag:

Stuttgart führte früh mit 1:0, gewann gegen Werder Bremen und schaffte den Klassenerhalt.Spielbericht VfB Stuttgart - Werder Bremen, kicker.de vom 30. Mai 1999, abgerufen am 10. Juni 2016. In den anderen Partien: Nürnberg–Freiburg, Bochum–Rostock und Frankfurt–Kaiserslautern entwickelte sich jedoch eine Dramaturgie, die die Abstiegsentscheidung zur bisher dramatischsten der Bundesligageschichte machte:

68. Minute Zu diesem Zeitpunkt deutete viel auf einen Abstieg Frankfurts, ohnehin mit den geringsten Chancen in diesen Spieltag gegangen, hin: Die drei direkt vor Frankfurt platzierten Vereine lagen in ihren Spielen in Führung: Stuttgart mit 1:0 gegen die bereits zuvor geretteten Bremer, Rostock mit 1:0 in Bochum, Freiburg mit 2:0 in Nürnberg. Der Club wiederum schien trotz des Rückstands gerettet, denn für den Abstieg Nürnbergs hätte nicht nur Nürnberg selbst verlieren und Rostock in Bochum gewinnen müssen, sondern vor allem Frankfurt gegen Kaiserslautern mit drei Toren Differenz gewinnen müssen, wenn es beim 0:2-Rückstand Nürnbergs geblieben wäre. Die Eintracht, die mit sechs, bzw. fünf Toren Unterschied hätte gewinnen müssen, um den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu schaffen, führte zwar zunächst gegen den Vorjahresmeister Kaiserslautern, doch die Roten Teufel, die noch die Teilnahme an der Champions League erreichen konnten, glichen nach 68 Minuten aus, es stand 1:1 – zu wenig für Frankfurt. In den letzten zwanzig Minuten der Saison überschlugen sich die Ereignisse:

Die Situation nach 68 Minuten:

70. bis 74. Minute Frankfurt ging gegen Kaiserslautern wieder in Führung (70. Spielminute). Als Bochum fast gleichzeitig gegen Rostock aus einem 0:1 ein 2:1 (71. und 74.) machte, wäre Rostock abgestiegen und Frankfurt gerettet gewesen.

Die Situation nach 74 Minuten:

77. bis 82. Minute Rostock glich wieder aus (77.). Dies hätte zur Rettung aber nicht gereicht, weil Frankfurt zwei weitere Tore geschossen (80. und 82.) und beim Spielstand von 4:1 sogar Nürnberg im Hinblick auf die Tordifferenz ein- und wegen der mehr geschossenen Tore auch überholt hatte. Zu diesem Zeitpunkt wäre nach wie vor Hansa Rostock abgestiegen, d. h., die Ostseestädter brauchten zu diesem Zeitpunkt einen Sieg.

Die Situation nach 82 Minuten:

83. Minute Rostock ging in Bochum erneut in Führung. Dadurch wären die Hanseaten gerettet gewesen und Nürnberg, das immer noch 0:2 gegen Freiburg zurücklag, abgestiegen.

85. Minute Nürnberg schoss das 1:2, und obwohl die Franken weiterhin zurücklagen, hätte sie dieser Spielstand aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Eintracht Frankfurt vor dem Abstieg gerettet, für die ihrerseits auch der deutliche 4:1-Sieg gegen Kaiserslautern nicht ausreichend gewesen wäre.

89. Minute Frankfurts Jan Åge Fjørtoft gelang nach einem Übersteiger doch noch das unglaubliche 5:1 gegen Kaiserslautern und damit die Rettung seines Vereins vor dem Abstieg. Nürnberg, das nun wieder abgestiegen wäre, erhielt jedoch fast zeitgleich eine letzte Chance: Nach einer Kopfballabwehr der Freiburger rauschte Marek Nikl aus dem Hintergrund an und drosch den Ball mit einem Distanzschuss an den Pfosten. Der Abpraller fiel Nürnbergs Frank Baumann vor die Füße, der jedoch aus kurzer Entfernung den Ball dem Freiburger Keeper Richard Golz in die Arme schoss. Der Ausgleich hätte wiederum den Frankfurter Abstieg bedeutet.

Aufgrund der vergebenen Torchance blieb es bei der Nürnberger Niederlage, und da Rostock 3:2 in Bochum und Frankfurt 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern gewannen, musste der 1. FC Nürnberg absteigen. Der Club, der vor dem letzten Spieltag – mit drei Punkten und fünf Toren Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf Platz zwölf stehend – beste Chancen auf den Klassenerhalt zu haben schien, wies am Ende die gleiche Tordifferenz wie die Frankfurter Eintracht auf, hatte aber vier Tore weniger geschossen. Besonders tragisch für die Franken war dabei, dass viele Club-Fans zum Zeitpunkt des Abpfiffs im Stadion in Nürnberg noch gar nicht bemerkt hatten, dass ihre Mannschaft abgestiegen war.

Dieser letzte Spieltag der Saison gilt als eine Sternstunde der Bundesligakonferenz im Radio. Die Reporter Manfred Breuckmann in Bochum, Günther Koch in Nürnberg und Dirk Schmitt in Frankfurt schafften es, die Dramatik der sich überschlagenden Ereignisse intensiv zu vermitteln (Allen voran Koch, der Nürnbergs Anschlusstreffer zum 1:2 mit sich überschlagender Stimme und den Sätzen „Ich pack' das nicht! Ich halt' das nicht mehr aus! Ich will das nicht mehr sehen!“ kommentierte). Ihre mitreißende Reportage wurde preisgekrönt, auf Tonträgern vertriebenHessischer Rundfunk, Das Herzschlag-Finale in Frankfurt - nie mehr 2. Liga! Live-Mitschnitt der ARD-Konferenzschaltung vom Finale der 2. Bundesliga am 25. Mai 2003. Frankfurt am Main, hrMedia. 2003 (zusammen mit der Schlusskonferenz des letzten Spieltags der 2. Bundesliga 2002/03). und in Buchform veröffentlicht.WDR (Hrsg.), Tooor … in Deutschland! Die dramatischsten Schlusskonferenzen aus 50 Jahren Bundesliga. Suhrkamp Taschenbuch, Berlin, ISBN 978-3-518-46428-1

Abschlusstabelle mini|360px|Teilnehmende Vereine im Überblick

(M) Deutscher Meister 1997/98 (P) DFB-Pokal-Sieger 1997/98 (N) Aufsteiger aus der 2. Bundesliga 1997/98

Tabellenverlauf 700px

Kreuztabelle

mini|Szene aus dem Spiel Borussia Mönchengladbach – Borussia Dortmund im Mai 1999 mini|Partie Schalke 04 - 1. FC Nürnberg am 12. September 1998

Die Kreuztabelle stellt die Ergebnisse aller Spiele dieser Saison dar. Die Heimmannschaft ist in der linken Spalte aufgelistet und die Gastmannschaft in der obersten Reihe.

1998/99 22px|FC Bayern München 22px|Bayer 04 Leverkusen 22px|Hertha BSC 22px|Borussia Dortmund 22px|1. FC Kaiserslautern 22px|VfL Wolfsburg 22px|Hamburger SV 25px|MSV Duisburg 22px|TSV 1860 München 22px|FC Schalke 04 22px|VfB Stuttgart 22px|SC Freiburg 22px|SV Werder Bremen 22px|Hansa Rostock 22px|Eintracht Frankfurt 22px|1. FC Nürnberg 22px|VfL Bochum 22px|Borussia Mönchengladbach 1. FC Bayern München 2:0 1:1 2:2 4:0 3:0 5:3 3:1 3:1 1:1 2:0 2:0 1:0 6:1 3:1 2:0 4:2 4:2 2. Bayer 04 Leverkusen 1:2 2:2 3:1 2:2 3:0 1:2 2:0 1:1 1:1 0:0 1:1 2:0 3:1 2:1 3:0 2:0 4:1 3. Hertha BSC 1:0 0:1 3:0 1:1 2:0 6:1 1:3 2:1 2:0 2:0 1:0 1:0 2:0 3:1 3:0 4:1 4:1 4. Borussia Dortmund 2:2 1:0 3:0 1:0 2:1 2:1 2:0 3:1 3:0 3:0 2:1 2:1 2:0 3:1 3:0 0:1 1:1 5. 1. FC Kaiserslautern 2:1 0:1 4:3 1:0 1:1 1:0 3:0 1:1 4:1 1:1 0:2 4:0 3:2 2:1 2:0 2:3 2:1 6. VfL Wolfsburg 0:1 1:0 2:1 0:0 2:1 4:1 4:2 1:0 0:0 3:2 1:1 2:4 1:1 2:0 1:1 4:1 7:1 7. Hamburger SV 0:2 0:0 0:4 0:0 2:0 1:1 4:1 3:0 2:2 3:1 2:1 1:1 1:0 0:1 2:0 1:0 3:0 8. MSV Duisburg 0:3 0:0 0:0 3:2 3:1 6:1 2:3 1:1 1:2 2:0 1:0 2:0 4:1 2:1 1:1 2:0 2:2 9. TSV 1860 München 1:1 0:2 2:0 2:0 1:2 2:3 0:0 0:0 4:5 1:1 2:0 1:3 2:1 4:1 1:2 2:1 3:1 10. FC Schalke 04 1:3 0:1 0:0 1:1 0:2 2:0 1:4 2:0 2:2 1:0 1:1 1:2 1:0 2:3 2:2 2:2 1:0 11. VfB Stuttgart 0:2 0:1 0:0 2:1 4:0 1:2 3:1 0:0 0:1 2:1 3:1 1:0 1:1 2:0 0:0 4:2 2:2 12. SC Freiburg 0:2 1:1 0:2 2:2 0:1 0:0 0:0 2:2 1:2 0:2 2:0 0:2 3:0 2:0 1:0 1:1 2:1 13. Werder Bremen 0:1 2:2 2:1 1:1 0:1 0:1 0:0 1:1 4:1 1:0 2:2 2:3 0:3 1:2 2:3 1:1 4:1 14. Hansa Rostock 0:4 1:1 1:2 2:0 2:1 3:3 0:1 3:0 4:1 2:2 3:0 0:2 2:1 2:2 1:1 3:0 1:1 15. Eintracht Frankfurt 1:0 2:3 1:1 2:0 5:1 0:1 2:2 0:0 2:3 1:2 1:1 3:1 0:2 2:2 3:2 1:0 0:0 16. 1. FC Nürnberg 2:0 2:2 0:0 0:0 1:1 1:1 1:1 0:2 1:5 3:0 2:2 1:2 1:1 2:2 2:2 2:2 2:0 17. VfL Bochum 2:2 1:5 2:0 0:1 1:2 0:2 2:0 0:2 2:0 1:2 3:3 1:2 2:0 2:3 0:0 0:3 2:1 18. Borussia Mönchengladbach 0:2 2:8 2:4 0:2 0:2 5:2 2:2 0:2 2:0 3:0 2:3 3:1 0:1 1:1 1:1 0:2 2:2

Torschützenliste Spieler Verein Tore 1. Hertha BSC 23 2. Bayer 04 Leverkusen 19 3. Hansa Rostock 14 Hamburger SV 5. FC Bayern München 13 FC Bayern München VfL Wolfsburg MSV Duisburg 1. FC Nürnberg

Die Meistermannschaft FC Bayern München

1. FC Bayern München 60px|FC Bayern München Tor: Oliver Kahn (30/-); Bernd Dreher (4/-); Sven Scheuer (3/-) Abwehr: Markus Babbel (27/1); Thomas Linke (27/1); Lothar Matthäus (25/1); Thomas Helmer (21/2); Bixente Lizarazu (19/2); Samuel Kuffour (15/-); Nils-Eric Johansson (2/-) Mittelfeld: Stefan Effenberg (31/8); Hasan Salihamidžić (30/3); Jens Jeremies (30/1); Thorsten Fink (28/-); Mario Basler (27/5); Thomas Strunz (24/4); Michael Tarnat (20/1); Mehmet Scholl (13/4); David Jarolím (1/-) Angriff: Carsten Jancker (26/13); Alexander Zickler (26/7); Ali Daei (23/6); Giovane Élber (21/13) Trainer: Ottmar Hitzfeld * Alexander Bugera (1/-) und Berkant Göktan (1/-) haben den Verein während der Saison verlassen.

Schiedsrichter Name Geboren Landesverband Spiele 12px 12px 12px Anmerkung Hermann Albrecht Bayern 13 62 5 3 Jürgen Aust Mittelrhein 14 66 4 2 Alfons Berg Rheinland 14 41 0 1 Winfried Buchhart Bayern 11 48 1 1 Georg Dardenne Mittelrhein 14 73 3 1 Herbert Fandel Rheinland 15 77 1 3 Helmut Fleischer Bayern 12 44 3 3 Lutz Michael Fröhlich Berlin 14 63 2 0 Frank Gettke Westfalen 1 6 0 1 Bernd Heynemann Sachsen-Anhalt 16 63 4 1 Jürgen Jansen Niederrhein 12 44 1 2 Uwe Kemmling Niedersachsen 13 41 2 0 Jörg Keßler Thüringen 11 43 1 1 Torsten Koop Mecklenburg-Vorpommern 12 53 1 0 Hellmut Krug Westfalen 18 66 3 1 Florian Meyer Niedersachsen 2 9 1 0 Erste Saison in der Bundesliga Markus Merk Südwest 17 65 0 1 Peter Sippel Bayern 2 8 1 1 Erste Saison in der Bundesliga Wolfgang Stark Bayern 14 61 1 0 Edgar Steinborn Rheinland 14 50 1 1 Hartmut Strampe Niedersachsen 16 73 3 2 Christian Wack 2 7 0 0 Einzige Saison in der Bundesliga Franz-Xaver Wack Bayern 13 51 1 1 Lutz Wagner Hessen 11 63 2 1 Hans-Jürgen Weber Niederrhein 11 56 7 2 Michael Weiner Niedersachsen 2 9 0 0 Erste Saison in der Bundesliga Bernhard Zerr Südbaden 12 56 2 1 Gesamt: 306 1298 50 30 Quelle: weltfussball.de

Kader

Weblinks

Die Schlusskonferenz des 34. Spieltags im Radio auf YouTube

Einzelnachweise

#1998/99 Kategorie:Fußballsaison 1998/99